Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Latein

"Ziemlich schlechte Freunde". Fachwissenschaftliche Analyse der Textstelle Sallust, Cat. 14,1–6

Catilinas Freundeskreis

Titel: "Ziemlich schlechte Freunde". Fachwissenschaftliche Analyse der Textstelle Sallust, Cat. 14,1–6

Masterarbeit , 2018 , 112 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Henning Isenberg (Autor:in)

Latein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Sallust hat seinen festen Platz im Lektürekanon des heutigen Lateinunterrichts zurecht, auch wenn eine Schwierigkeit darin liegt, seine tiefgründigen und auch schwierigen Schriften den Lernenden verständlich zu machen und gleichzeitig dem lateinischen Autor gerecht zu werden. Die Bewunderung Sallusts hat schon antike Wurzeln, überdauerte das Mittelalter und trägt sich bis in die heutige Zeit. Die Catilinarische Verschwörung, aus der die hier zu untersuchende Textstelle stammt, gehört seit dem Mittelalter zur schulischen Pflichtlektüre und die Beschäftigung mit dieser erfreut sich auch heutzutage noch reger Beliebtheit bei Lateinlehrenden. Sallust weist dabei elementare Unterschiede zu den meisten prosaischen Schriftstellern seines Jahrhunderts auf, da seine politische Karriere im Gegensatz zu der eines Cicero oder seines römischen Vorbilds Cato dem Älteren ziemlich erfolglos verlief und es ihm nach Caesars Tod nicht vergönnt war, den Zeitpunkt für den Rückzug aus dem politischen Geschehen selbst zu bestimmen. Doch auch in einem anderen Metier kann Sallust mit Recht als wenig schulmäßiger Autor gelten: In seinem Stil. Denn dieser bildet wohl genau das Pendant zur ciceronisch ausschweifenden Wortfolge und dessen oftmals beobachtbaren Hang zum parallelen Aufbau, indem Sallust durch seine Kürze und seine Variation stark pointiert. Bei Sallust gibt es „keinen gnädigen Überfluss in Prosa“ und zurecht wurde, so Jessen, darauf hingewiesen, dass man aus Sallusts Sätzen kein Wort streichen könne, ohne dabei den Sinn zu verändern oder gar zu verlieren. Sallust gelingt es wie keinem Zweitem, Personen und Ereignisse herauszugreifen und sie mit knappen und prägnanten Strichen zu zeichnen. Durch diese literarische Technik erlangte er posthum bis in die heutige Zeit große Anerkennung und sie hielt sein Werk über all die Jahrhunderte hinweg lebendig. Sallusts Prosa ist demnach zusammen mit Ciceros besonders gut dazu geeignet, den Lernenden das breite Spektrum der unterschiedlichen Stile innerhalb der römischen Prosa des 1. Jahrhunderts v. Chr. zu versinnbildlichen. Sie ist in Form der Historiographie dabei mehr als bloße Kürze, Variation und bissige Pointierung. An erster Stelle eine Kunstform bildet sie neben den Gattungen der Rhetorik und der Philosophie die dritte Säule der römischen Kunstprosa.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sallust: Der Autor und sein Werk

2.1. Römische Geschichtsschreibung als literarische Gattung

2.2. Sprache und Stil

2.3. Quellen und Vorbilder

2.4. Überlieferungsgeschichte

3. Zeilenkommentar zu der Textstelle Sall. Cat. 14,1–6

3.1. Übersetzung der Textstelle

3.2. Einordnung der Textstelle in den Werkkontext

3.3. Inhalt der Textstelle

3.4. Kommentierung

4. Didaktische Aufarbeitung der Textstelle Sall. Cat. 14, 1–6

4.1. Einbettung Sallusts in den Kernlehrplan des Landes Nordrhein-Westfalens (NRW)

4.2. Didaktische Überlegungen zur Textstelle Cat. 14,1–3

4.3. Konzeption einer Unterrichtseinheit

4.4. Konzeption der Unterrichtsreihe

5. Fazit – Chancen und Probleme

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Masterarbeit besteht in einer fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Analyse der Textstelle 14,1–6 aus Sallusts „Catilinarische Verschwörung“, um zu untersuchen, ob sich dieser Abschnitt gewinnbringend für den Lateinunterricht der Sekundarstufe II eignet.

  • Stilistische und sprachliche Analyse sallustischer Merkmale (Brevitas, Archaismen, Variatio)
  • Kontextualisierung des Textabschnitts innerhalb des Gesamtwerkes von Sallust
  • Didaktische Legitimation der Lektüre im Rahmen des Kernlehrplans NRW
  • Entwicklung methodischer Ansätze zur Bewältigung komplexer Satzstrukturen im Lateinunterricht
  • Konzeption konkreter Unterrichtsentwürfe und Reihenplanungen

Auszug aus dem Buch

(14,1) In tanta tamque corrupta civitate Catilina, id quod factu facillumum erat, omnium flagitiorum atque facinorum circum se tamquam stipatorum catervas habebat.

Das Kapitel startet mit zwei auffallenden Alliterationsverbindungen, die auf der einen Seite die Größe der römischen Bürgerschaft (in tanta civitate), auf der anderen Seite den enormen Grad der Verdorbenheit und des Sittenverfalls derselben skizzieren. Vretska merkt hier an, dass das zur vorausgegangenen Schilderung besser passende tali auch alliterierend gewirkt hätte und somit tanta von Sallust aus einem besonderen Grund gewählt worden sein muss. Tantus ist wie quantus, mit dem es in Korrelation steht, von Anfang an die Beziehung auf die Quantität („so groß“, „wie groß“) verbunden, richtet den Fokus demnach eindeutig auf die Größe der civitas Romana, die in Verbindung mit der großen Verdorbenheit ihrer Bürger die Grundlage und die Voraussetzung dafür bilden, dass Catilina so wirken kann wie er wirkt.

Kurz gesagt: Sie bilden den äußeren Rahmen für Catilinas inneres Handeln. Daher wird sich Sallust wohl bewusst dafür entschieden haben, die Schilderung der Szenerie an den Anfang der Textstelle zu setzen. Steidle interpretiert tanta als inhaltliche Wiederaufnahme von quantam, wo Sallust Ausführungen darüber macht, in welcher Größe die Vorfahren den Staat ihren Nachfahren hinterlassen haben. Steidle führt dazu aus, dass die Größe des Staates zum Hintergrund der Verschwörung gehöre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz Sallusts für den modernen Lateinunterricht und skizziert die methodische Anlage der Arbeit.

2. Sallust: Der Autor und sein Werk: Dieses Kapitel liefert biografische und literaturgeschichtliche Grundlagen zu Sallust, seiner Gattung sowie seinem Stil und seinen Quellen.

3. Zeilenkommentar zu der Textstelle Sall. Cat. 14,1–6: Dies ist der fachwissenschaftliche Kern der Arbeit, der eine Übersetzung sowie eine detaillierte philologische Interpretation der gewählten Textstelle bietet.

4. Didaktische Aufarbeitung der Textstelle Sall. Cat. 14, 1–6: Dieser Abschnitt überträgt die Analyse in die Unterrichtspraxis, bewertet die Eignung für den Lehrplan und entwirft konkrete Unterrichtseinheiten.

5. Fazit – Chancen und Probleme: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Vor- und Nachteile der Behandlung dieser schwierigen Textstelle im schulischen Kontext.

Schlüsselwörter

Sallust, Catilina, Catilinarische Verschwörung, Lateinunterricht, Fachdidaktik, Brevitas, Archaismus, Stilanalyse, Unterrichtskonzeption, Kernlehrplan NRW, Textkompetenz, Sprachkompetenz, Wortschatzarbeit, Übersetzungsmethode, Römische Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit untersucht die Eignung der Textstelle Sall. Cat. 14,1–6 als Lektüre für den Lateinunterricht, indem sie eine fachwissenschaftliche Analyse mit didaktischen Planungsmodellen verknüpft.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Neben der literaturwissenschaftlichen Analyse von Sallusts Stil und Sprache stehen didaktische Strategien für die Text- und Sprachkompetenz (insbesondere Übersetzungsmethoden und Wortschatzarbeit) im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll geklärt werden, ob sich Sallusts anspruchsvoller Textabschnitt trotz stilistischer Schwierigkeiten gewinnbringend in der gymnasialen Oberstufe behandeln lässt und wie dies methodisch umgesetzt werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor nutzt einen philologischen Zeilenkommentar zur Analyse des lateinischen Textes sowie fachdidaktische Ansätze zur Unterrichtsplanung und -auswertung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Hintergrundanalyse zu Sallusts Werk, einen detaillierten Zeilenkommentar zur Textstelle und einen umfangreichen didaktischen Teil zur Unterrichtsplanung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sallust, Didaktik, Lateinunterricht, Brevitas, Übersetzungsmethoden und die spezifische Textanalyse von „Catilinas Freundeskreis“.

Wie geht die Arbeit mit der „Inkonzinnität“ bei Sallust um?

Die Arbeit erkennt die inkonzinnte Struktur als wesentliches Stilmerkmal an und schlägt Methoden wie das Einrückverfahren und die Konstruktionsmethode vor, um SuS bei der syntaktischen Erschließung dieser schwierigen Passagen zu unterstützen.

Inwiefern ist der „Gegenwartsbezug“ für Sallust relevant?

Die Arbeit erörtert, wie aktuelle gesellschaftliche Debatten (z. B. politische Korruption, soziale Krisen) die kritische Auseinandersetzung mit Sallusts Texten fördern und eine Brücke zur Lebenswelt der Lernenden schlagen können.

Ende der Leseprobe aus 112 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Ziemlich schlechte Freunde". Fachwissenschaftliche Analyse der Textstelle Sallust, Cat. 14,1–6
Untertitel
Catilinas Freundeskreis
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Altertumskunde)
Note
2,0
Autor
Henning Isenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
112
Katalognummer
V444949
ISBN (eBook)
9783668824164
ISBN (Buch)
9783668824171
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Latein Fachdidaktik Catilina Sallust Rom Geschichtsschreibung Schule Textkritik Unterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Henning Isenberg (Autor:in), 2018, "Ziemlich schlechte Freunde". Fachwissenschaftliche Analyse der Textstelle Sallust, Cat. 14,1–6, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444949
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  112  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum