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Verzweckung der Erziehung? Nationalsozialistische Erziehungstheorien und die Umsetzung durch die Reichsjugendführung

Die nationalsozialistische Erziehung

Titel: Verzweckung der Erziehung? Nationalsozialistische Erziehungstheorien und die Umsetzung durch die Reichsjugendführung

Hausarbeit , 2017 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Amelie Müller (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand der folgenden Arbeit ist die Frage, inwieweit der nationalsozialistische Charakter der Erziehung, die erzieherische Macht mit ihren Erziehungstheorien innerhalb der wichtigen Sozialisationsinstanzen verzweckt haben, um ihre gesellschaftlichen Regeln und Vorstellungen durchzusetzen. Dabei habe ich mich allein auf die außerschulische und außerfamiliäre Erziehung beschränkt. Das fast freie Feld zwischen Schule und Elternhaus bot Platz für das neue Denken und Fühlen. Schulische Einrichtungen verfügten dagegen noch über gewisse pädagogische Gepflogenheiten.

Um dieses zentrale Thema der nationalsozialistischen Erziehung zu erörtern, ist es notwendig, den Begriff "Erziehung" näher zu betrachten. Etymologisch gesehen, stammt das Wort „erziehen“ von dem althochdeutschen Wort "irziohan", was für "aufziehen, großziehen" steht. Die Bedeutung der Erziehung kann im anthroplogisch-sozialen Sachverhalt betrachtet werden: Wir Menschen benötigen die Erziehung, um als Individuum zu überleben und andererseits ist die Gesellschaft auf die Erziehung als "Sozialformation" angewiesen. Die Erziehung ist demnach ein Teil der "Beeinflussung und Gestaltung von Entwicklungsprozessen […] der Heranwachsenden zur Mündigkeit." Zentraler Bestandteil des Begriffs "Erziehung" ist das "Befolgen von Regeln". Da der Erzieher die bestimmten zielgerichteten gesellschaftlichen Regeln festlegt, wird sein Handeln als "ein durch Macht strukturiertes Verhältnis" begriffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie der nationalsozialistischen Erziehung

2.1. Hitlers Erziehungsvorstellungen

2.2. Ernst Kriecks Erziehungstheorie – Gemeinschaft erzieht

2.3. Alfred Baeumlers Erziehungstheorie – Atmosphäre erzieht

3. Die Umsetzung durch die Reichsjugendführung

4. Schlussbetrachtung

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der nationalsozialistische Staat und die Reichsjugendführung erzieherische Macht durch spezifische Erziehungstheorien innerhalb wichtiger Sozialisationsinstanzen verzweckt haben, um gesellschaftliche Regeln und Ideologien durchzusetzen.

  • Analyse nationalsozialistischer Erziehungstheorien (Hitler, Krieck, Baeumler)
  • Untersuchung der Rolle der Reichsjugendführung als Sozialisationsinstanz
  • Darstellung der totalitären Vereinnahmung von Kindern und Jugendlichen
  • Verknüpfung von pädagogischer Theorie und politischer Umsetzung
  • Untersuchung der Mechanismen von Zwang und Gemeinschaftserleben

Auszug aus dem Buch

2.1. Hitlers Erziehungsvorstellungen

„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische unerschrockene, grausame Jugend will ich. Jugend muss das alles sein. Schmerzen muß sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muß erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das erste und das wichtigste.“

Im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Erziehung standen demnach körperliche und psychische Härte. Das Hauptaugenmerk lag dabei zentral auf der robusten und folgsamen Jugend, die nicht durch intellektuelles Wissen, sondern hauptsächlich durch Leibesübungen erzogen werden sollte. Das Ziel war ein starkes „Deutsches Reich“ mit einem strapazierfähigen und unverwüstlichen „Volk“. Immer wieder traten Vergleiche mit der Tierwelt auf. Dabei wurde keinesfalls verschleiert, um was es hier geht: die Nützlichkeit des Menschen für das gesamte „Volk“ durch seine athletische Ausbildung, was den kriegerischen Auseinandersetzungen dienen und den Glauben an die „Unbesiegbarkeit seines ganzen Volkstums“ bestärken sollte. Als weitere Funktion der Fähigkeit und Bereitschaft zu körperlichen Leistungen galt auch das allgemeine Auslesekriterium des „völkischen Staats“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den Begriff der Erziehung und legt die Forschungsfrage dar, inwieweit der nationalsozialistische Staat seine Erziehungstheorien zur Durchsetzung gesellschaftlicher Regeln verzweckte.

2. Die Theorie der nationalsozialistischen Erziehung: In diesem Kapitel werden die ideologischen Grundlagen der NS-Erziehung sowie die einflussreichen Theorien von Hitler, Krieck und Baeumler kritisch analysiert.

2.1. Hitlers Erziehungsvorstellungen: Hier werden die körperbetonte Pädagogik Hitlers, die Instrumentalisierung des Menschen für das Volk und die Unterordnung der intellektuellen Bildung unter militärische Nützlichkeit beleuchtet.

2.2. Ernst Kriecks Erziehungstheorie – Gemeinschaft erzieht: Dieses Kapitel behandelt Kriecks Fokus auf die Gemeinschaftserziehung, die geistige Eingliederung des Individuums und die Rolle der Erziehungswissenschaft im Nationalsozialismus.

2.3. Alfred Baeumlers Erziehungstheorie – Atmosphäre erzieht: Die Darstellung konzentriert sich auf Baeumlers Fokus auf Männerbünde, die „männlich-heroische“ Weltauffassung und die Bedeutung der „Atmosphäre“ in der staatsbezogenen Erziehung.

3. Die Umsetzung durch die Reichsjugendführung: Das Kapitel beschreibt die praktische Anwendung der Ideologie durch die Hitler-Jugend, die Gleichschaltung der Jugendorganisationen und die Nutzung gemeinschaftlicher Erlebnisse zur totalitären Indoktrination.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, wie durch eine Mischung aus Zwangsmethoden und gemeinschaftsstiftenden Aktivitäten eine breite Erfassung der Jugend erreicht und die Erziehung als Konsolidierungsinstrument der NS-Herrschaft genutzt wurde.

5. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche herangezogenen Quellen und Literaturwerke auf, die für die Analyse der nationalsozialistischen Erziehungstheorien und deren Praxis verwendet wurden.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Erziehungstheorien, Reichsjugendführung, Hitler-Jugend, Volksgemeinschaft, Totalitarismus, Ideologie, Sozialisation, Pädagogik, Rasse, Körperertüchtigung, Gemeinschaftserziehung, Gleichschaltung, Erziehungspraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verzweckung der Erziehung im Nationalsozialismus durch die NSDAP und die Reichsjugendführung und untersucht, wie ideologische Theorien in die pädagogische Praxis umgesetzt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Erziehungsvorstellungen von Hitler, Krieck und Baeumler sowie die praktische Umsetzung durch die Hitler-Jugend und die totalitäre Erfassung der Jugend.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit der nationalsozialistische Charakter der Erziehung mittels spezifischer Theorien und der Reichsjugendführung verzweckt wurde, um die gesellschaftlichen Regeln der NS-Ideologie durchzusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literatur- und Quellenanalyse, um pädagogische Theorien der Zeit und deren praktische Anwendung in den Jugendorganisationen historisch-kritisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Ansätze der NS-Pädagogen und die anschließende Untersuchung der institutionellen Umsetzung durch die Reichsjugendführung im Alltag der Jugendlichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Reichsjugendführung, Erziehungstheorie, Volksgemeinschaft, Totalitarismus und Indoktrination charakterisiert.

Welche Rolle spielten die Männerbünde nach Alfred Baeumler?

Baeumler sah in Männerbünden den einzig legitimen Ort für eine staatsbezogene Erziehung, um die männlich-heroische Ideologie und die geforderte Sozialstruktur zu festigen.

Wie wirkte sich die „Erziehung zum Nationalsozialismus“ auf den Alltag aus?

Durch strukturierte Aktivitäten wie Märsche, Heimabende und sportliche Wettkämpfe wurde ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, das den Einzelnen emotional an das NS-Regime band und ideologisch formte.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verzweckung der Erziehung? Nationalsozialistische Erziehungstheorien und die Umsetzung durch die Reichsjugendführung
Untertitel
Die nationalsozialistische Erziehung
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
1,3
Autor
Amelie Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V445017
ISBN (eBook)
9783668819764
ISBN (Buch)
9783668819771
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus Erziehung Hitler Pädagogik Drittes Reich Führer Jugend BDM BDJ
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Amelie Müller (Autor:in), 2017, Verzweckung der Erziehung? Nationalsozialistische Erziehungstheorien und die Umsetzung durch die Reichsjugendführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445017
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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