Polen in Deutschland. Die Migration und Integration polnischer Zuwanderer


Hausarbeit, 2015

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitang

2. Historischer Rückblick

3. Migration
3.1. Begriffserklärung
3.2. Ursachen der Migration
3.3. Polnische Migranten in Deutschland

4. Integration
4.1. Begriffserklärung
4.2. Die deutsche Integrationspolitik
4.3. Das Zuwanderungsgesetz

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Literatur

Internet

1. Einleitung

Die Anzahl der zurzeit in Deutschland lebenden Polen lässt sich nicht exakt ermitteln, da eine deutliche Klassifizierung von polnischen Mitbürgern nicht erkennbar ist. Ob nun eine polnische Staatsbürgerschaft, die polnische Muttersprache, der entsprechende Migrationshintergrund oder die Bekenntnis zum Polentum jemanden zum Polen machen ist nicht ersichtlich begründet. Schätzungen zufolge wurden ungefähr 2 Millionen mit polnisch kultureller und sprachlicher Identität in der Bundesrepublik Deutschland erfasst. Demnach macht diese Gruppe circa 2,5 Prozent der deutschen Bevölkerung aus. Jedoch ist diese Zahl in keiner Einwohnerstatistik zu finden. Wäre dies der Fall, könnte belegt werden, dass die Polen die wohl zweitgrößte Einwanderergruppe nach den Türken in Deutschland ist. Auffällig ist, dass rund 12 Millionen Bundesbürger einen polnischen Familiennamen landesweit tragen, was den meisten Betroffenen allerdings nicht bewusst ist beziehungsweise nur die Vermutung besteht, dass Vorfahren polnischer Herkunft nach Deutschland eingewandert sind. Doch nur wenige setzen sich mit diesem Thema auseinander.

Folglich behandelt diese Arbeit die Thematik der Migration und Integration polnischer Zuwanderer in Deutschland.

Zu Beginn der Arbeit werden die Begrifflichkeit näher gebracht als auch die möglichen Ursachen der Migration aufgedeckt. Weiterhin wird die Migration aus Polen nach Deutschland in den Mittelpunkt der Arbeit gestellt, wobei zunächst die historischen Hintergründe für eine Migration nach Deutschland betrachtet werden und anschließend besonders im Hinblick auf die Frage ״Wieso Deutschland als Zuwanderungsland gewählt wurde?“ die Gründe der Abwanderung aufgezeigt.

Um eine Migration in ein fremdes Land vollständig abschließen zu können, akzeptiert und anerkannt zu werden, spielt die Integration eine wichtige Rolle. Auch hier wird zunächst die Definition und Bedeutung der Integration erklärt um abschließend auf die Integrationspolitik in Deutschland einschließlich auf wichtige Kernpunkte des Zuwanderungsgesetzes einzugehen.

Zum Abschluss wird der Standpunkt des Autors in einem Fazit zusammengefasst.

2. Historischer Rückblick

Ende des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg sind schätzungsweise eine dreiviertel Million preußischer Polen in die großen Städte und industriellen Ballungsräume des Deutschen Reichs ausgewandert. Vor allem die Metropolen Berlin, Hamburg, Bremen und besonders das Ruhrgebiet waren die Hauptzuwanderungsgebiete. Während der Kriegszeit hingegen, sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg als auch in der Nationalsozialistischen Zeit, sank die Zahl der langfristig bzw. endgültig geplanten Zuwanderungen enorm. Folglich wurden die zu der Zeit sich in Deutschland befindenden Migranten nach Polen zurück verwiesen (vgl. Borusiewicz, 2007: 14ff).

Während der 50er und 60er Jahre wurden ausländische Arbeitskräfte als sogenannte Gastarbeiter angeworben, jedoch ohne sie zu integrieren. Der höfliche Ausdruck des Gasarbeiters wurde verwendet um auszudrücken, dass der Gast nicht bleibt, sondern nur vorübergehend da ist (vgl. Baasner, 2010: 43).

Mitte der 1980er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre kam es zu einem Migrationsboom der Spätaussiedler aus Polen, von denen ungefähr 1,2 Millionen Migranten nach Deutschland wandelten. Der häufigste Grund für die Auswanderung aus Polen war die Verbesserung des Lebensstandards, ausgelöst von Lebensmittelknappheit, Unzufriedenheit des kommunistischen Systems und Wohnungsnot. Die Polen passten sich der deutschen Kultur so weit wie es angebracht war, an. So wurden zu Hause die polnischen Traditionen gepflegt und in der Öffentlichkeit sich mit der deutschen Gemeinschaft identifiziert (vgl. Borusiewicz: 19f).

Durch die zu der Zeit ermöglichte Reisefreiheit befugte den ״polnischen Touristen“ als illegale Arbeitskräfte nach Deutschland zu wandern. Dies führte dazu, dass die Anzahl der illegalen Arbeiter enorm anstieg und auf ein Fünftel der gesamten damaligen Migrationszahl geschätzt wird (vgl. Borusiewicz: 20).

Durch die Auswanderung von qualifizierten und gut gebildeten Arbeitskräften, meist im Alter zwischen 25 und 30, folgte ein dementsprechender Beschäftigungsmangel auf dem polnischen Markt, was sich jedoch für Deutschland als positiv erwies, da die polnischen Zuwanderer einen erheblichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum Deutschlands beigetragen haben.

Das sogenannte Kriegsfolgenbereinigungsgesetz (KfbG) wurde 1993 in Kraft gesetzt, welches die Zuwanderung von Aussiedlern beschränkte und den Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse verlangte, um der ״deutschen Volkszugehörigkeit“ anerkannt zu werden. Mit dem KfbG wurde auch das seit 1953 geltende Bundesvertriebenengesetz (BVFG), welches die Aussiedleraufnahme regelt, umgeändert. Somit ist nach § 6, Absatz 1 des BVFG ein deutscher Volkszugehörige:

״ ...wer sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung und Kultur bestätigt wird“ (Borusiewicz: 20).

Der Großteil polnischer Aussiedler emigrierte nach Deutschland, aber auch Länder wie Großbritannien, Irland, Frankreich, Italien und die Niederlande gehörten zu den Zuwanderungsländern der Polen.

2013 wurden in Deutschland 609.855 Bürger mit ausschließlich polnischer Staatsangehörigkeit erfasst.

3. Migration

3.1. Begriffserklärung

Der Begriff wird von dem lateinischen Wort ״migra“ beziehungsweise ״migrare“ abgeleitet, was so viel wie wandern oder übersiedeln bedeutet. Migration beschreibt grundsätzlich alle unfreiwilligen und freiwilligen Wanderungsbewegungen des Menschen, die zu einem längerfristigen Wechsel des Aufenthaltsortes führen, die häufig durch politische, soziale oder wirtschaftliche Not der Migranten hervorgerufen wird.[1] Auch Treibei (1990) besagt:

״Migration ist der auf Dauer angelegte bzw. dauerhaft werdende ״freiwillige“ Wechsel in eine andere Gesellschaft bzw. in eine andere Region von einzelnen oder mehreren Menschen “ (Meister, 1997: 16f).

Auf der anderen Seite, legen Wissenschaftler wie Hoffmann-Nowotny (1970) mehr Wert auf die räumliche Perspektive:

״Migration wird - im weitesten Sinne - definiert als jede Ortsänderung von Personen“ (Meister: 16).

Der Begriff weckte erstmals im 19. Jahrhundert das Interesse der Sozialwissenschaftler, die sich jedoch bis heute nicht auf eine einheitliche Definition einigen konnten. Fest steht, dass sowohl der Wechsel eines räumlichen als auch eines sozialen Bezugsfeldes betroffen sind.

Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts wurden unter den Sozialwissenschaftlern verschiedene Klassifikationen definiert, um den spezifischen Charakter von Migrationsbewegungen zu erfassen.

Nach Dorothee M. Meister unterscheidet man mehrere Migrationsgruppen. Zunächst spricht sie von zeitlichen Aspekten, hierbei handelt es sich um temporäre (befristete) und permanente (dauerhafte) Migration. Allerdings sei es schwer, einen Unterschied zwischen den beiden zeitlichen Migrationsarten festzuhalten, da sich der Aufenthaltszeitraum vom temporären zum permanentem schnell ändern kann. Weiterhin wird die internationale sowie die Binnenwanderung als räumliche Migration erwähnt. Ebenfalls, wie bereits genannt, fällt die nächste Migrationsgruppe in die der Wanderungsentscheidung und -Ursache. Hier werden die freiwilligen Wanderungen (Arbeitsmigration) und Zwangswanderung (Vertreibung und Flucht) unterschieden. In der letzten Kategorie der Migration wird der Umfang gemessen, sprich Einzel-, Gruppen- und Massenwanderungen (vgl. Meister, 2997: 18).

Mithilfe dieser Gruppierung können die wesentlichen Wanderungsströme der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland erfasst werden. Besonders die Historie der polnischen Migration nach Deutschland lässt sich über alle Typologien verteilen.

3.2. Ursachen der Migration

Oft stellt sich die Frage, aus welchen Gründen so viele Menschen, die vertraute Heimat verlassen, um an einem fremden Ort ein neues Leben anzufangen. Diese Gründe für Migration lassen sich vielfältig erklären, ökonomisch betrachtet haben die meisten Auswanderungsländer ein unterentwickeltes Wirtschaftssystem und somit auch einen

[...]


[1] Vgl. http://www.demokratiezentmm.org/fileadmin/media/pdl7wissen_migration_begriife.pdf

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Polen in Deutschland. Die Migration und Integration polnischer Zuwanderer
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V445018
ISBN (eBook)
9783668822368
ISBN (Buch)
9783668822375
Sprache
Deutsch
Schlagworte
polen, deutschland, migration, integration, zuwanderer
Arbeit zitieren
Elmira Mamedova (Autor), 2015, Polen in Deutschland. Die Migration und Integration polnischer Zuwanderer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445018

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