Diese Arbeit behandelt die Thematik der Migration und Integration polnischer Zuwanderer in Deutschland.
Die Anzahl der zurzeit in Deutschland lebenden Polen lässt sich nicht exakt ermitteln, da eine deutliche Klassifizierung von polnischen Mitbürgern nicht erkennbar ist. Ob nun eine polnische Staatsbürgerschaft, die polnische Muttersprache, der entsprechende Migrationshintergrund oder die Bekenntnis zum Polentum jemanden zum Polen machen ist nicht ersichtlich begründet. Schätzungen zufolge wurden ungefähr 2 Millionen mit polnisch kultureller und sprachlicher Identität in der Bundesrepublik Deutschland erfasst. Demnach macht diese Gruppe circa 2,5 Prozent der deutschen Bevölkerung aus. Jedoch ist diese Zahl in keiner Einwohnerstatistik zu finden. Wäre dies der Fall, könnte belegt werden, dass die Polen die wohl zweitgrößte Einwanderergruppe nach den Türken in Deutschland ist. Auffällig ist, dass rund 12 Millionen Bundesbürger einen polnischen Familiennamen landesweit tragen, was den meisten Betroffenen allerdings nicht bewusst ist beziehungsweise nur die Vermutung besteht, dass Vorfahren polnischer Herkunft nach Deutschland eingewandert sind. Doch nur wenige setzen sich mit diesem Thema auseinander.
Folglich behandelt diese Arbeit die Thematik der Migration und Integration polnischer Zuwanderer in Deutschland.
Zu Beginn der Arbeit werden die Begrifflichkeit näher gebracht als auch die möglichen Ursachen der Migration aufgedeckt. Weiterhin wird die Migration aus Polen nach Deutschland in den Mittelpunkt der Arbeit gestellt, wobei zunächst die historischen Hintergründe für eine Migration nach Deutschland betrachtet werden und anschließend besonders im Hinblick auf die Frage „Wieso Deutschland als Zuwanderungsland gewählt wurde?“ die Gründe der Abwanderung aufgezeigt.
Um eine Migration in ein fremdes Land vollständig abschließen zu können, akzeptiert und anerkannt zu werden, spielt die Integration eine wichtige Rolle. Auch hier wird zunächst die Definition und Bedeutung der Integration erklärt um abschließend auf die Integrationspolitik in Deutschland einschließlich auf wichtige Kernpunkte des Zuwanderungsgesetzes einzugehen.
Zum Abschluss wird der Standpunkt des Autors in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Rückblick
3. Migration
3.1. Begriffserklärung
3.2. Ursachen der Migration
3.3. Polnische Migranten in Deutschland
4. Integration
4.1. Begriffserklärung
4.2. Die deutsche Integrationspolitik
4.3. Das Zuwanderungsgesetz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamiken der Migration und Integration polnischer Zuwanderer in Deutschland, um ein tieferes Verständnis für die historischen und aktuellen Beweggründe sowie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu entwickeln.
- Historische Entwicklung der polnischen Migration nach Deutschland
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmungen von Migration und Integration
- Analyse der Push- und Pull-Faktoren für Zuwanderungsentscheidungen
- Besonderheiten der polnischen Community und ihre Wahrnehmung in der deutschen Gesellschaft
- Struktur und Bedeutung der deutschen Integrationspolitik und des Zuwanderungsgesetzes
Auszug aus dem Buch
3.3. Polnische Migranten in Deutschland
Die polnischen Migranten blicken wohl auf eine der längsten Geschichte einer noch in der Bundesrepublik lebenden Zuwanderungsgruppe zurück. Diese Migrationsgruppe gilt in Deutschland als eher unauffällig und oft als besonders integrationsfähig, die teilweise als unsichtbare Minderheiten wahrgenommen werden.
In einem Artikel der FAZ von 1998 äußerte sich Gerhard Gnauck, dass die polnische Zuwanderungsgruppe besonders integrationsfähig sei:
„Die in Deutschland lebenden Polen sind das Gegenbild zu der größten Gruppe unter den Ausländern (den türkischen Zuwanderern). Die Polen tragen keine Kopftücher und sind auch an der Hautfarbe nicht zu erkennen. Sie bauen keine eigenen Gotteshäuser. Sie demonstrieren nicht, sie organisieren sich auch nicht, jedenfalls nicht in sichtbarer Form. Sie wohnen auch nicht geballt in bestimmten Stadtvierteln. Die kommunalen Ausländervertretungen überlassen sie den Türken, Serben und Griechen. Fast könnte man meinen, es gebe sie gar nicht, so wenig fallen sie auf. Sie wollen auch gar nicht auffallen. Kaum eine Ausländergruppe hat sich so geräuschlos integriert wie die Polen“ (Pallaske, 2001: 132).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der statistischen Erfassung polnischer Zuwanderer in Deutschland und skizziert den Aufbau der Untersuchung zu deren Migration und Integration.
2. Historischer Rückblick: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung von der Arbeitsmigration im 19. Jahrhundert bis zum Migrationsboom der Spätaussiedler in den 1990er Jahren nach.
3. Migration: Es werden grundlegende Definitionen, soziologische Klassifikationen sowie ökonomische und demographische Ursachen für Wanderungsbewegungen erörtert.
4. Integration: Dieser Teil befasst sich mit der Definition von Integration als wechselseitigem Prozess und analysiert die deutsche Integrationspolitik sowie das Zuwanderungsgesetz von 2005.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die erfolgreiche Integration polnischer Zuwanderer und betont die Notwendigkeit, Migrationsfragen stärker in die Entwicklungsstrategien der Herkunftsländer einzubinden.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Zuwanderung, Polen, Deutschland, Spätaussiedler, Push-Pull-Modell, Arbeitsmigration, Zuwanderungsgesetz, Integrationspolitik, Gesellschaft, Identität, demographischer Wandel, Wirtschaftswachstum, Gastarbeiter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Migration von Polen nach Deutschland und deren anschließender Integration in die deutsche Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der polnischen Migration, die theoretische Definition von Migrations- und Integrationsbegriffen sowie die politische Rahmensetzung durch das Zuwanderungsgesetz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Gründe für die Abwanderung aus Polen zu verstehen und zu analysieren, wie Integration in Deutschland gestaltet wird und warum polnische Migranten als besonders integrationsfähig wahrgenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse und einer Literaturrecherche, die historische und aktuelle Quellen sowie soziologische Definitionen verarbeitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in historische Rückblicke, die theoretische Auseinandersetzung mit Migrations- und Integrationsbegriffen und eine detaillierte Betrachtung der aktuellen politischen Integrationsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Migration, Integration, Zuwanderungsgesetz, Spätaussiedler und das soziologische Push-Pull-Modell.
Warum wird die polnische Zuwanderung als "unsichtbar" bezeichnet?
Der Autor erläutert, dass polnische Migranten aufgrund ihrer kulturellen Nähe und unauffälligen Integrationsweise in der Öffentlichkeit oft weniger stark als eigenständige Gruppe wahrgenommen werden als andere Einwanderergruppen.
Welchen Einfluss hatte das Zuwanderungsgesetz von 2005 auf die Integration?
Das Gesetz brachte eine rechtliche Systematisierung der Zuwanderungsregeln mit sich und führte gezielte Integrationsinstrumente wie Sprach- und Orientierungskurse ein, um die soziale Teilhabe zu fördern.
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- Elmira Mamedova (Author), 2015, Polen in Deutschland. Die Migration und Integration polnischer Zuwanderer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445018