Die Berliner Luftbrücke und die Bedeutung des Wunstorfer Fliegerhorsts

Lokalgeschichtliches im regionalen Kontext


Facharbeit (Schule), 2018
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historisches zur Berliner Luftbrücke
2.1 Warum war Berlin blockiert?
2.2 Was war die Berliner Luftbrücke?
2.3 Wie wurden die Berliner anderweitig versorgt?

3 Rolle des Fliegerhorstes Wunstorf
3.1 In wieweit war Wunstorf involviert?
3.2 Hätte es Alternativen zum Fliegerhorst Wunstorf gegeben?

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Facharbeit besteht die erkenntnisleitende Fragestellung in der Frage, wie groß die Rolle des Fliegerhorstes Wunstorf im Rahmen der Berliner Luftbrücke war. Zur Beantwortung der Frage werden im ersten Kapitel zunächst die Hintergründe der Blockade Berlins und die Entstehung der Luftbrücke beschrieben. Dazu wird dargestellt, weshalb Berlin blockiert war, worin die Blockade bestand, was die Berliner Luftbrücke war, ob es andere Möglichkeiten zur Versorgung gegeben hätte und in wieweit diese genutzt worden sind. Im dritten Kapitel wird dann gezielt auf Wunstorf eingegangen. Hier soll zum ersten geklärt werden, in wie weit der Fliegerhorst Wunstorf involviert war. Dazu wird der Anteil der Versorgungsgüter, die von Wunstorf nach Berlin geflogen wurden, bestimmt und zusätzlich die Anzahl der Flüge ermittelt, um die Relevanz des Fliegerhorstes darstellen zu können. Zusätzlich soll die Frage geklärt werden, ob es noch Alternativen zum Fliegerhorst Wunstorf gegeben hätte, und in wieweit diese Alternativen genutzt wurden.

Die Idee, über die Berliner Luftbrücke zu schreiben, kam mir, als ich die Rede des derzeitigen Kommodores des Fliegerhorstes Wunstorf, Ludger Bente, beim Neujahrsempfang der Bundeswehr am 12.01.2018 hörte. Als der Kommodore den anwesenden amerikanischen Streitkräften von der Berliner Luftbrücke und der Bedeutung des Wunstorfer Fliegerhorstes erzählte, schien mir dieses Thema als ein passendes für diese Facharbeit, da ich mich für die Entstehung des Ost-West-Konflikts und seine wirtschaftliche Komponente (die sowohl im Konflikt, als auch bei der Berliner Luftbrücke eine große Rolle spielte) dieser Epoche interessiere.

2 Historisches zur Berliner Luftbrücke

Im folgenden Kapitel wird zunächst die Luftbrücke beschrieben. Dies ist zum Verständnis der damaligen Rolle des Wunstorfer Fliegerhorstes notwendig.

2.1 Warum war Berlin blockiert?

Am 17.07.1945 trafen sich die vier Staatsoberhäupter der alliierten Siegermächte, USA (Harry S. Truman), Großbritanniens (Winston Churchill), Frankreichs (Charles de Gaulle) und Russlands (Josef Stalin) in Potsdam, um über das weitere Schicksal Deutschlands zu entscheiden. Am 02.08.1948 einigten sich die Siegermächte im Rahmen des Potsdamer Vertrages in Bezug auf Wirtschaft, Territorialverteilung und Politik. Teil des Potsdamer Vertrages war die Bestimmung, dass jede Siegermacht ihre Reparationen aus der eigenen Zone befriedigen sollte. Schon zu dieser Zeit gab es in den USA Pläne, den von der UdSSR ausgehenden Kommunismus einzudämmen.[1] Zeitnah veröffentlichten die USA den Marshall-Plan. Dieser sah vor, dass die europäische Wirtschaft durch US-amerikanische Kredite angekurbelt werden sollte.[2] Am 22.09.1947 beschrieb der russische Sekretär der KPdSU, Andrej Shdanow, in einer Rede anlässlich der Gründungsversammlung des Kommunistischen Informationsbüros in Belgrad seine Zwei-Lager-Theorie. Diese Theorie besagte, dass die USA ein imperialistischer und antidemokratischer Staat sei, wohingegen die UdSSR ein antiimperialistischer und demokratischer Staat sei.[3] Diese Theorie war eine Antwort auf die von Präsident Harry S. Truman entworfene Truman- Doktrin, nach welcher sich jeder Staat entscheiden müsse, ob er ein freiheitlicher, demokratischer oder ein von einer Minderheit unterdrückter Staat sein wolle.[4] Es gab mittlerweile bereits starke Differenzen zwischen den inzwischen zur Trizone zusammengeschlossenen Westmächten (USA, Großbritannien, Frankreich) und der Sowjetunion. Diese Differenzen bestanden vor allem in den wirtschaftlichen Weichenstellungen für das aufzubauende Nachkriegsdeutschland. Während die westlichen Alliierten die Einführung der sozialen Marktwirtschaft für Deutschland vorsahen, wollte die UdSSR Großkonzerne und Banken verstaatlichen und die Planwirtschaft etablieren. Aufgrund dieser Differenzen verließ die Sowjetunion am 23.03.1948 den Alliierten Kontrollrat (ein Gremium der Siegermächte, welches den Wiederaufbau Deutschlands plante).[5] Trotz des Ausscheidens der Sowjetunion aus dem Kontrollrat verhandelten die Siegermächte in den Folgemonaten über die Einführung einer neuen Währung. Grund war der Preisverfall der RM (Reichsmark).[6] Da am 18.06.1948 noch keine Einigung zwischen den Siegermächten erzielt worden war, wurde die einseitige Emission einer Währung für Westdeutschland von den Westmächten verkündet.[7] Geplant war, dass jeder erwachsene Deutsche 40 DM erhielt und dass deutsche Sparvermögen mit einem Wechselkurs von 100 RM/6,5 DM eingetauscht werden konnten.[8] Sechs Tage später, am 23.06.1948, kündigte die Sowjetunion die Emission einer eigenen Währung für die sowjetisch besetzte Zone an, die Ostmark (alte Reichsmarkscheine mit einem Aufkleber, deshalb auch Klebemark genannt). Am selben Tag transportieren die USA 250.000.000 DM nach Berlin.[9]

Am 24.06.1948 wurde die Emission der DM von den Amerikanern verkündet und zeitgleich Benutzung und Besitz der DM von der Sowjetunion für die Ostzone verboten.

In der folgenden Nacht wurde Berlin von den Russen fast vollständig abgeriegelt. Wichtig hierbei ist, dass es von offizieller russischer Seite aus nie den Befehl gab, Berlin zu blockieren.[10] Es wurde lediglich ein enormer Reparaturbedarf an den Autobahnen, Schienenstrecken, Schleusen und Elektrizitätswerken geltend gemacht, weshalb die Straßen gesperrt, die Gleise entfernt, die Schleusen geschlossen und auch die Stromleitungen unterbrochen werden mussten.[11]

2.2 Was war die Berliner Luftbrücke?

Durch die Blockade waren etwa 2.000.000 (je nach Quelle zwischen 2.000.000 und 2.300.000) Einwohner Berlins eingeschlossen und hatten fast keine Möglichkeit Berlin zu verlassen. Die Berliner Luftbrücke stellte die Gegenmaßnahme der westlichen Alliierten dar, mit der die Versorgung der Berliner Bevölkerung während der Blockade gesichert wurde. Die von General Lucius D. Clay geleitete Operation erhielt den Namen Vittles[12] und dauerte im Endeffekt 15 Monate. Sie kostete die US-Steuerzahler 350.000.000 $, die britischen Steuerzahler 17.000.000 £, und die deutschen Steuerzahler 150.000.000 DM. Insgesamt arbeiteten 86.000 Menschen in 277.569 Flügen daran 2.326.205t Waren, von denen alleine 1.400.000t aus Kohle bestanden, nach Berlin zu transportieren. Insgesamt erreichten täglich 4.950t Güter Berlin über den Luftweg.[13] Dabei wurden 23% der Güter von den Briten und 77% von den Amerikanern gestellt.[14] 86 Menschen ließen vor allem bei Flugzeugkollisionen und den daraus resultierenden Flugzeugabstürzen ihr Leben[15], davon zehn in Wunstorf.

[...]


[1] Vgl.: Eckhardt, Hans-Wilhelm-Habermaier, Volker; Zeit für Geschichte; 42013 Hamburg; 246; im Folgenden bez. als: Zeit für Geschichte.

[2] Vgl.: Zeit für Geschichte; 287f.

[3] Vgl.: Zeit für Geschichte; 255.

[4] Vgl.: Zeit für Geschichte; 254.

[5] Vgl.: Zeit für Geschichte; 287.

[6] Vgl.: Bennet, Jack O; 40.000Stunden am Himmel/24.000 Flüge nach Berlin; 11998 Berlin; 208 im Folgenden bez. als: 40.000 Stunden am Himmel.

[7] Vgl.: Eckhardt, Hans-Wilhelm-Habermaier, Volker; Zeit für Geschichte; 42013 Hamburg; 287-289.

[8] Vgl.: Zeit für Geschichte; 288.

[9] Vgl.: 40.000 Stunden am Himmel; 208

[10] Vgl.: 40.000 Stunden am Himmel; 208-211.

[11] Vgl.: Rademacher, Cay; Eine Stadt als Geisel; GEO Epoche Europa nach dem Krieg 77; 2016; 94-111 im Folgenden bez. als: Eine Stadt als Geisel.

[12] Vgl.: Eine Stadt als Geisel; 94-111.

[13] Vgl.: 40.000 Stunden am Himmel; 208-211.

[14] Vgl.: Keiderling, Gerhard; “Rosinenbomber“ über Berlin Währungsreform, Blockade, Luftbrücke, Teilung; 1998 Berlin; 142 im Folgenden bez. als: „Rosinenbomber“ über Berlin.

[15] Vgl.: 40.000 Stunden am Himmel; 208-211.

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Details

Titel
Die Berliner Luftbrücke und die Bedeutung des Wunstorfer Fliegerhorsts
Untertitel
Lokalgeschichtliches im regionalen Kontext
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V445019
ISBN (eBook)
9783668823044
ISBN (Buch)
9783668823051
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luftbrücke Wunstorf, Wunstorf, Luftbrücke
Arbeit zitieren
Christoph Fleischer (Autor), 2018, Die Berliner Luftbrücke und die Bedeutung des Wunstorfer Fliegerhorsts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445019

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