Die Veränderungen im Bankgewerbe sind markant. Kreditinstitute werden zunehmend unter Druck gesetzt, ihre alten Strukturen aufzubrechen und Neuland zu betreten. Veränderungen betreffen dabei alle Bereiche der Kreditinstitute. Institute, die sich mit geeigneten Maßnahmen auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen und ihre Ertragslage stabilisieren, werden zukünftig erfolgreich sein. Ein verändertes Wettbewerbsumfeld, die zunehmende Dynamisierung, eine Globalisierung des Wettbewerbes und das Auftreten von Non- und Nearbanks, die in die klassischen Geschäftsfelder der Kreditinstitute eindringen, machen eine veränderte Strategie der Banken notwendig.
Welche Kunden will eine Bank zukünftig betreuen? Welchen Preis will und kann sie noch verlangen? Welche Dienstleistungen will eine Bank zukünftig anbieten? Das sind nur einige Fragen, die sich ein Kreditinstitut zukünftig stellen muss. Eine komplett neue strategische Ausrichtung ist oft erforderlich. Wer sich nicht verändert, wird verändert!
Inhaltsverzeichnis
Erster Teil: Strategie, Projekte und Prozesse
1. Definition von Strategien
2. Ablauf von Strategieprojekten
2.1. Strategiemodell der Harvard Business School (HBS) als Basismodell vieler Strategien
2.2. Strategische Planung und modernes Projektmanagement
Zweiter Teil: Gruppen und Gruppendynamik in Strategieprojekten
3. Grundlagen zur Führung und Gestaltung von Gruppen
4. Optimierte Gruppenzusammenstellung in Strategieprojekten
5. Notwendigkeit der Gruppenbildung für Strategieprojekte
6. Gruppendynamische Prozesse
6.1. Beginn und Steuerungsmöglichkeit eines gruppendynamischen Prozesses
6.2. Phasen von gruppendynamischen Prozessen in Strategieprojekten
6.3. Folgerungen für die Führung von Gruppen
7. Gestaltung von gruppendynamischen, leistungsfähigen Teams in Strategieprojekten
Dritter Teil: Verhaltenstheoretischer Ansatz im Change Management
8. Grundverständnis von Veränderungs- und Prozessmanagement
9. Gruppendynamische Erfolgsfaktoren im Strategieprojekt
9.1. Abbau von Change Blockaden
9.1.1. Formale Blockaden
9.1.2. Psychische Blockaden
9.1.3. Soziale Blockaden
9.1.4. Die individuelle Fieberkurve (Schockkurve) der Mitarbeiter
9.2. Information und Kommunikation
9.3. Vorbildfunktion der Führungskräfte
10. Gruppendynamik als zündendes Element im Change-Management der Strategie
11. Optimierung des Horizonts der Strategie durch Gruppendynamik
Vierter Teil: Resümee
12. Strategie versus Gruppendynamik
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung gruppendynamischer Prozesse bei der Umsetzung von Unternehmensstrategien in Strategieprojekten. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Führungskräfte und Projektleiter durch die bewusste Gestaltung der Gruppendynamik den Erfolg von Change-Management-Prozessen sichern und Synergieeffekte durch die Einbindung der Mitarbeiter maximieren können.
- Grundlagen der strategischen Planung und Projektarbeit
- Führung und Dynamik in Gruppen
- Psychologische und soziale Barrieren im Wandel (Change Blockaden)
- Methoden zur Gestaltung leistungsfähiger Strategieteams
- Verknüpfung von Struktur- und Verhaltensorientierung
Auszug aus dem Buch
6.1. Beginn und Steuerungsmöglichkeit eines gruppendynamischen Prozesses
Gruppendynamik ist ein sich ständig verändernder Prozess der innerhalb von Gruppen bzw. Teams abläuft. Ein Team ist eine kleine Gruppe von Personen, die sich in ihren Fähigkeiten ergänzen, für eine gemeinsame Sache eintreten, dabei ein Leistungsziel anstreben und sich gegenseitig zur Verantwortung ziehen. Die Interaktion der Gruppenmitglieder beschränkt sich nicht alleine auf das Verhalten, das für die individuelle Aufgabenerfüllung und die Erreichung des Organisationszwecks notwendig ist. Vielmehr werden die Interaktionen der Gruppenmitglieder auch durch deren persönliche Wünsche und Werthaltungen, gegenseitige Sympathien und Antipathien, durch ihren Status sowie durch ihre Kommunikationsmöglichkeiten- und fähigkeiten beeinflusst.
Gruppendynamik und deren Prozesse können nach Frey durch:
(1) persönliche Eigenschaften,
(2) persönliche Einstellungen,
(3) individuelle Wünsche,
(4) die Zahl der Mitglieder,
(5) Kommunikationsverhalten der Gruppenmitglieder,
(6) die Attraktivität der Gruppenzugehörigkeit,
(7) dem organisatorischen Kontext, in dem sich die Gruppe bewegt,
entstehen.
Durch direkte und häufige Interaktionen unter den Gruppenmitgliedern, kann ein Zusammengehörigkeitsgefühl und eine Gruppenstruktur entstehen mit festen Normen in der Gruppe. Gruppendynamik spielt eine fundamentale Rolle im Aufbau und Erhalt der Gruppe. Im Folgenden soll nun geklärt werden, welche Rolle Gruppendynamik spielt, wenn es um Veränderungen z.B. einer neuen Strategie geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition von Strategien: Hier werden die vier Kernkomponenten einer Unternehmensstrategie nach Hinterhuber erläutert, die von der Ist-Analyse bis zur Implementierung reichen.
2. Ablauf von Strategieprojekten: Dieses Kapitel führt das Strategiemodell der Harvard Business School ein und vergleicht es mit modernen Ansätzen der strategischen Planung.
3. Grundlagen zur Führung und Gestaltung von Gruppen: Es werden die verschiedenen Rollen in einer Gruppe beleuchtet, die für den gemeinsamen Erfolg und das Fortbestehen eines Teams entscheidend sind.
4. Optimierte Gruppenzusammenstellung in Strategieprojekten: Fokus auf die Nutzung der Individualität und der kognitiven Präferenzen der Mitarbeiter zur Förderung von Kreativität.
5. Notwendigkeit der Gruppenbildung für Strategieprojekte: Untersuchung, warum Gruppen bei komplexen Aufgabenstellungen Einzelpersonen überlegen sind und wie das „Wir-Gefühl“ entsteht.
6. Gruppendynamische Prozesse: Analyse der Entstehung von Gruppendynamik sowie deren Phasen (Forming, Storming, Norming, Performing) im Kontext von Projekten.
7. Gestaltung von gruppendynamischen, leistungsfähigen Teams in Strategieprojekten: Vorstellung der sechs Kennzeichen von Hochleistungsteams und deren praktische Relevanz.
8. Grundverständnis von Veränderungs- und Prozessmanagement: Definition des Veränderungsprozesses und der Rolle der Intervention im Strategieprojekt.
9. Gruppendynamische Erfolgsfaktoren im Strategieprojekt: Detaillierte Betrachtung von Widerständen (Change Blockaden) und Strategien zu deren Überwindung.
10. Gruppendynamik als zündendes Element im Change-Management der Strategie: Erörterung der Erfolgsformel für Veränderungen unter Berücksichtigung von Dissatisfaktion, Vision und First Steps.
11. Optimierung des Horizonts der Strategie durch Gruppendynamik: Strategische Einbindung verschiedener Gruppen zur Abdeckung kurz-, mittel- und langfristiger Zeithorizonte.
12. Strategie versus Gruppendynamik: Ein Resümee über das notwendige Gleichgewicht zwischen struktureller Strategieorientierung und menschlicher Verhaltensorientierung.
Schlüsselwörter
Strategieprojekt, Gruppendynamik, Veränderungsmanagement, Teamentwicklung, Führung, Change Blockaden, Harvard Business School, Herrmann Dominanz Instrument, Unternehmenskultur, Strategieimplementierung, Teamführung, Konfliktregelung, Produktivität, Organisationsentwicklung, Unternehmenserfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen der Gestaltung von Unternehmensstrategien und gruppendynamischen Prozessen innerhalb von Projekten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf Strategieplanung, Teambildung, Change Management und der Überwindung von psychologischen und formalen Widerständen gegen Veränderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Führungskräfte durch die aktive Steuerung von Gruppendynamik die Erfolgsaussichten von Strategieprojekten maßgeblich verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden präskriptive Strategieprozessmodelle sowie verhaltenstheoretische Ansätze (u.a. von Tuckman, Lewin und Mintzberg) angewandt und analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Strategiefindung, die Dynamik von Teams und eine tiefgehende Analyse des Change Managements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gruppendynamik, Strategieprojekt, Change Blockaden, Führung, Teamentwicklung und Innovationsförderung.
Wie unterscheidet sich das Harvard-Strategiemodell von moderner Planung?
Das Harvard-Modell wird als eher einfach und informell beschrieben, während die moderne strategische Planung stärker formalisiert, dokumentiert und in Teilaktivitäten zerlegt ist.
Warum ist die "Kritische Masse" so wichtig für den Erfolg?
Ohne die Beteiligung eines signifikanten Teils der Mitarbeiter (die kritische Masse) laufen Strategien Gefahr, aufgrund von Widerständen in der Organisation zu scheitern.
Wie gehen Führungskräfte am besten mit "Change Blockaden" um?
Die Arbeit empfiehlt, Blockaden (formale, psychische, soziale) zu identifizieren und durch Kommunikation, Vorbildfunktion und eine aktive Einbindung der Mitarbeiter zu lösen.
Welche Rolle spielen die "Gehirnquadranten" für die Teamzusammensetzung?
Durch die Berücksichtigung des Herrmann Dominanz Instruments (H.D.I.) können unterschiedliche Denkstile der Mitarbeiter gezielt für kreative Prozesse und eine effektive Rollenverteilung genutzt werden.
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- Michael Menrad (Author), 2003, Die Gestaltung von gruppendynamischen Prozessen in Strategieprojekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445043