Das heutige Mobilitätsumfeld befindet sich im Wandel. Bis vor wenigen Jahren gab es nur die traditionellen Alternativen zum privaten Autobesitz wie bspw. Mietwagen oder öffentliche Verkehrsmittel. Ein Modell, das seit noch nicht allzu langer Zeit erfolgreich auf dem Transportmarkt mitmischt, ist das s.g. Car-Sharing. Bei dem Konzept geht es vereinfacht gesagt darum, dass Personen Fahrzeuge spontan mieten können und nur das bezahlen, was sie tatsächlich verbrauchen. Auch wenn dieses Konzept sehr an die klassische Autovermietung erinnert, gibt es doch etliche Unterschiede, wie im weiteren Verlauf der Arbeit klar wird.
Auffällig bei der Betrachtung des weltweiten Car-Sharing Marktes sind sowohl der drastische Anstieg der Nutzerzahlen in den vergangenen Jahren als auch die hohen Investitionssummen in Sharing Economy Modelle. Dies lässt vermuten, dass der große Durchbruch erst noch bevorsteht. Die vorliegende Bachelor Thesis mit dem Titel „The Sharing Economy: Zukunftsaussichten für Car-Sharing und Strategien für Anbieter bezüglich des Ausbaus ihrer Marktanteile in Deutschland“ untersucht die aktuellen Marktgegebenheiten bzgl. Car-Sharing in Deutschland. Ziel der Bachelor Thesis ist es, mittels derzeitigen Zahlen und Daten ein mögliches Zukunftsszenario für Car-Sharing Modelle aufzustellen. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen für Car-Sharing Anbieter in Deutschland gegeben, um ihre Marktanteile auszubauen, indem sie bestehende Kundengruppen erweitern. Basis hierfür sind aktuelle Statistiken sowie (länderübergreifende) Umfragen und Fachartikel.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Die Ökonomie des Teilens
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Die Idee hinter der Sharing Economy
2.1 Definition und Geschichte
2.1.1 Digitalisierung als Treiber der Sharing Economy Revolution
2.2 Handlungsfelder der Sharing Economy
2.3 Alltägliche Nutzungsbereiche der Sharing Economy
2.4 Nutzungsmotive von Sharing Economy Kunden
3 Car-Sharing – Die Zukunft der Mobilität?
3.1 Die Entstehung des Car-Sharing
3.2 Konzept
3.3 Kundenbewertungen als Maßstab für Vertrauen
3.4 Milieuzugehörigkeit der Car-Sharing Kunden
3.5 Car-Sharing Business Modelle
3.5.1 Not-for-Profit (NFP)
3.5.2 Business-to-Consumer (B2C)
3.5.3 Peer-to-Peer (P2P)
3.5.4 Business to Business (B2B)
3.6 Abgrenzung zu Ride Hailing und Ride Sharing
3.7 Kontroversen
4 Vergleich zu traditionellen Transportmöglichkeiten
4.1 Car-Sharing vs. Privater Autobesitz
4.2 Car-Sharing vs. Mietwagen
4.3 Car-Sharing vs. ÖPNV und Taxi
4.4 Vor- und Nachteile von Car-Sharing
5 Die Car-Sharing Economy in Deutschland
5.1 Deutscher Sharing Economy Markt
5.2 Car-Sharing in Deutschland
5.2.1 Nutzerzahlen
5.2.2 Nutzerprofil
6 Car-Sharing Modelle in der Zukunft
6.1 Zukunftsaussichten weltweit
6.2 Zukunftsaussichten in Deutschland
6.3 Shared Mobility als Treiber der Veränderung
7 Handlungsempfehlungen für Car-Sharing Anbieter in Deutschland
7.1 Weiterer Ausbau der U40-Jährigen
7.2 Bessere Bonuspakete beim Werben von Freunden
7.3 Mobilisierung der Generation 50+
7.4 Corporate Car-Sharing
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelor Thesis untersucht die aktuellen Marktgegebenheiten für Car-Sharing in Deutschland und entwickelt auf Basis aktueller Statistiken und Analysen Zukunftsszenarien sowie konkrete Handlungsempfehlungen für Anbieter zur Steigerung ihrer Marktanteile.
- Analyse der theoretischen Grundlagen der Sharing Economy und Car-Sharing.
- Vergleich von Car-Sharing mit traditionellen Transportmöglichkeiten wie Autobesitz und ÖPNV.
- Untersuchung von Nutzerprofilen und Nutzerzahlen in Deutschland.
- Prognose zukünftiger Entwicklungen im Kontext von autonomem Fahren und Elektromobilität.
- Entwicklung von Wachstumsstrategien für verschiedene Kundensegmente (U40, 50+, Corporate).
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Entstehung des Car-Sharing
Die ersten Versuche, Car-Sharing Modelle in der Gesellschaft zu etablieren, lassen sich zurück in die 1940er nach Europa datieren. Im Jahr 1948 startete in der Schweiz in Zürich das „Sefage“ (Selbstfahrergemeinschaft) Programm. Einzelpersonen, die es sich nicht leisten konnten, ein Auto zu erwerben, schlossen sich zusammen und teilten die Fahrzeuge, die in der Gemeinschaft vorhanden waren. Es starteten weitere Car-Sharing Experimente wie bspw. in Frankreich 1971 mit „Procotip“ und in den Niederlanden 1973 mit „Witkar“. Zwischen 1950 und 1980 fand die erste Welle von Car-Sharing Programmen statt. Die damals gegründeten Projekte scheiterten jedoch alle nach wenigen Jahren, weil sie sich nicht in der breiten Masse durchsetzen konnten.
Die zweite Welle erfolgte in den 1980er und 1990er Jahren. Hier entstanden die ersten tatsächlich erfolgreichen Car-Sharing Modelle. Den Start machte 1988 ein Projekt mit dem Namen stadt-Auto, welches von Markus Petersen im Rahmen einer Doktorarbeit an der Technischen Universität Berlin gegründet wurde. 1990 entstand daraus Deutschlands erste Car-Sharing Organisation (CSO) mit dem Namen STATT-AUTO GmbH. Damals hatte die Organisation lediglich einen Kundenkreis von 50 Personen. Diese waren bereit, eine Sicherheitseinlage von 1.000 DM zu entrichten. Der monatliche Mitgliedbeitrag belief sich auf 10 DM und als einziges Auto gab es einen acht Jahre alten Opel Kadett.
Im Jahr 1991 breitete sich der Car-Sharing Gedanke in ganz Deutschland aus und es entstand eine Vielzahl von lokalen CS-Anbietern wie Stattauto Hamburg, Stattauto Gießen, Stattauto Franken, Stattauto Kassel, Stadtauto Düsseldorf, die Freiburger AutoMobil Gemeinschaft, das Umweltforum Dortmund und die Carsharing-Genossenschaft Deutschland in Frankfurt am Main. 1994 gab es 69 CSO’s in Deutschland, größtenteils organisiert in Vereinen.
1997 fusionierten die zwei Schweizer Car-Sharing Anbieter Auto Teilet Genossenschaft (ATG) und ShareCom zu Mobility Carsharing Switzerland, dem damals größten Car-Sharing Anbieter in Europa mit über 1.400 Fahrzeugen. Im Jahr 1998 hatten die vier Länder mit dem größten Car-Sharing Angebot in Europa insgesamt circa 100.000 Kunden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Sharing Economy und Car-Sharing ein, definiert die Forschungsfragen der Arbeit und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2 Die Idee hinter der Sharing Economy: Dieses Kapitel liefert ein theoretisches Fundament, beleuchtet die Geschichte der Sharing Economy sowie deren Handlungsfelder und Nutzungsmotive.
3 Car-Sharing – Die Zukunft der Mobilität?: Hier werden Entstehung, verschiedene Business-Modelle, das zugrundeliegende Konzept sowie Abgrenzungen zu anderen Mobilitätsformen wie Ride Hailing detailliert dargelegt.
4 Vergleich zu traditionellen Transportmöglichkeiten: In diesem Teil wird Car-Sharing mit privatem Autobesitz, Mietwagen und ÖPNV verglichen, wobei Vor- und Nachteile sowie ökonomische Aspekte analysiert werden.
5 Die Car-Sharing Economy in Deutschland: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf den spezifischen Markt in Deutschland, einschließlich aktueller Nutzerzahlen und spezifischer Nutzerprofile.
6 Car-Sharing Modelle in der Zukunft: Hier werden Prognosen für die zukünftige Entwicklung der Mobilität unter Berücksichtigung von autonomen Fahren und Elektromobilität aufgestellt.
7 Handlungsempfehlungen für Car-Sharing Anbieter in Deutschland: Das Kapitel bietet konkrete Strategien zur Marktexpansion, wie etwa das Ansprechen der Generation 50+ oder den Ausbau von Corporate Car-Sharing.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Bedeutung von Shared Mobility Konzepten im Vergleich zum klassischen Eigentumsmodell.
Schlüsselwörter
Sharing Economy, Car-Sharing, Mobilität, Digitalisierung, Autonomes Fahren, Nachhaltigkeit, Business Modelle, Kundenbindung, Deutschland, Transport, Elektroautos, Sharing Konzepte, Marktanteile, Nutzerverhalten, Innovation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Sharing Economy im Allgemeinen und fokussiert sich speziell auf die Zukunftsaussichten von Car-Sharing in Deutschland sowie Strategien für Anbieter zur Steigerung ihrer Marktanteile.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Sharing Economy, ein Vergleich von Car-Sharing mit traditionellen Verkehrsmitteln, die Analyse des deutschen Car-Sharing Marktes und Prognosen für zukünftige Mobilitätsformen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, welche Auswirkungen Car-Sharing für die Automobilindustrie und die Gesellschaft hat und wie Anbietern in Deutschland die Expansion in bestehende Kundengruppen gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche, stützt sich auf aktuelle Branchenstudien (z.B. von PwC, BCG, Deloitte) und wertet statistische Daten zu Nutzerzahlen und Mobilitätstrends aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Sharing Economy, die spezifische Analyse von Car-Sharing-Modellen, den Vergleich zu klassischen Verkehrsmitteln sowie eine detaillierte Betrachtung des deutschen Marktes inklusive Zukunftsaussichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Sharing Economy, Car-Sharing, autonome Mobilität, Nutzerprofile, Marktanalyse und Wachstumsstrategien.
Warum ist das Thema "Corporate Car-Sharing" für Unternehmen relevant?
Corporate Car-Sharing bietet Firmen die Möglichkeit, Fuhrparkkosten zu senken und die Verwaltung zu optimieren, was insbesondere für Unternehmen interessant ist, die ihre Flottenflexibilität erhöhen wollen.
Wie unterscheidet sich die Nutzung durch die Generation 50+?
Obwohl die Altersgruppe 50+ bisher einen kleineren Anteil der Nutzer ausmacht, ist sie für Anbieter hochattraktiv, da sie pro Kopf deutlich mehr Umsatz generiert als jüngere Nutzergruppen.
Was bedeutet das Akronym "eascy" im Kontext der zukünftigen Mobilität?
Das Akronym steht für Electrified (elektrifiziert), Autonomous (autonom), Shared (geteilt), Connected (vernetzt) und Yearly updated (jährlich aktualisiert), was die grundlegenden Transformationstrends der Automobilbranche beschreibt.
- Arbeit zitieren
- Niklas Schirra (Autor:in), 2018, The Sharing Economy. Zukunftsaussichten für Car-Sharing und Strategien für Anbieter bezüglich des Ausbaus ihrer Marktanteile in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445130