Die Berichte und die Bedeutung der Auferstehung Jesu von den Toten


Ausarbeitung, 2017

7 Seiten, Note: 12


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Berichte der Auferstehung Jesu von den Toten
2.1.Gemeinsamkeiten der Berichte
2.2.Verschiedenheit der Berichte

3. Die Bedeutung der Auferstehung Jesu von den Toten

4. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die von der Auferstehung Jesu handelnden Texte des Neuen Testamentes lassen sich entsprechend Peter Stuhlmacher in drei Kategorien einteilen (vgl. Stuhlmacher 1992, 164):

I. Bekenntnisformulierungen
II. Berichte von der Auffindung des leeren Grabs
III. Kurze Nachrichten oder ausgeführte Erzählungen von den Erscheinungen Jesu

Die vorliegende Ausarbeitung behandelt, aufgrund der zugrundeliegenden Fragestellung, lediglich einen Teil aller biblischen Texte über die Auferstehung Jesu von den Toten. Dies sind die Berichte über der Auffindung des leeren Grabs und der damit einhergehenden Auferstehung Jesu.

In einem zweiten Schritt wird die Bedeutung dieser Auferstehung thematisiert. Dies erfolgt ausgehend von 1.Kor 15, da Paulus in diesem Text explizit auf die Berichte der Auferstehung Jesu eingeht und zugleich die Bedeutung der Auferstehung thematisiert.

2. Die Berichte der Auferstehung Jesu von den Toten

„Es gibt und gab keine urchristliche Erzählung über den Vor- und Hergang der Auferstehung Jesu von den Toten.“ (Gutbrod 1969, 46) Alle vier Evangelisten berichten direkt im Anschluss an die Kreuzigung und das Sterben Jesu über die Auffindung des leeren Grabs durch Frauen. Zwischen der Grablegung und des Auffindens des leeren Grabs gibt es also eine Lücke.

Es handelt sich somit nicht um Berichte der Auferstehung Jesu von den Toten, sondern um Berichte über die Auffindung des leeren Grabs oder Kontakten mit dem Auferstanden Jesus. Von diesem Geschehen ist bei den vier Evangelisten zu lesen, weshalb diese Texte (Mt 28; Mk 16; Luk 24; Joh 20&21) für die zugrundeliegende Fragestellung von entscheidender Bedeutung sind. Im Folgenden sollen die Gemeinsamkeiten wie auch die Unterschiede der Berichte geschildert werden.

2.1.Gemeinsamkeiten der Berichte

Wie bereits erwähnt berichten alle vier Evangelisten über das Auffinden des leeren Grabs. Es handelt sich dabei um unterschiedliche Fassungen. Zugleich wird ersichtlich, dass jeweils derselbe Vorgang beschrieben wird. Folgende Aspekte stimmen überein:

- Alle Erzählungen berichten davon, dass die Frauen (bzw. bei Johannes nur Maria) frühmorgens am dritten Tag nach Jesu Tod zum Grab gingen. Geschildert wird außerdem, dass es sich dabei um den Tag nach dem jüdischen Sabbat-Tag handelte.
- Die Frauen sind Teil des erweiterten Jüngerkreises Jesu gewesen. Auffällig ist, dass Maria aus Magdala in allen vier Berichten genannt wird.
- Alle vier Berichte verdeutlichen die Überraschung und Ratlosigkeit, die mit dem Auffinden des leeren Grabs verbunden sind. Der Stein, welcher das Grab verschloss, war weg, sodass das Grab freizugänglich war und die beteiligten Personen ungehindert ins Grab gehen konnten um sich selbst vom leeren Grab zu überzeugen. Die drei Synoptiker erwähnen sogar explizit, dass das leere Grab für die Frauen ein Schock war und sie darüber erschraken.
- Alle vier Berichte schildern von einer Begegnung der Frauen mit einem Botschafter Gottes. Diese Botschafter sind dabei in weißen oder blitzenden Gewändern, was verdeutlicht, dass es sich bei den Gestallten nicht um Menschen, sondern um Gottwesen handelt.
- In den drei Synoptikern wird den Frauen jeweils in V6 gesagt, dass Jesus nicht hier sei (οὐκ ἔστιν ὧδε), sondern auferstanden (ἠγέρθη) sei. Bei ἠγέρθη handelt es sich jedoch um eine passivische Form, weshalb „Er wurde auferweckt“ präziser ausgedrückt wäre. „Damit ist deutlicher, als es die geläufige deutsche Wiedergabe erkennen läßt, von einem Eingreifen und Tun Gottes die Rede.“ (Ebd, 54)
- Die vier Erzählungen betonen die Andersartigkeit Jesu. Keiner der auf Jesus treffenden Personen erkennt Jesus auf der ersten Blick, sondern vielmehr wird immer vom plötzlichen erscheinen einer unerkannten Person gesprochen. Jesus bleibt jedoch nicht diese fremde Gestalt, sondern trägt dazu bei, dass die Jünger den Auferstandenen erkennen. Dies geschieht durch seine Gestalt, wie die Wunden aufgrund der Kreuzigung, oder durch sein Handeln, wie das Brotbrechen sowie das Erklären der Schrift.
- Gemeinsam haben die Erzählungen, dass die Jünger zunächst niedergeschlagen waren oder zweifelten. In Folge der Auffindung des leeren Grabs beginnt Jesus schrittweise diese Zweifel und Niedergeschlagenheit zu beseitigen, sodass die Jünger beginnen zu glauben.
- In allen vier Berichten redet Jesus mit seinen Jüngern von seinem eigenen Auftrag hier auf Erden. Zugleich nimmt er seine Jünger in diesen Auftrag mit hinein und zeigt auf, dass sein Auftrag nun von seinen Jüngern erfüllt wird. Es scheint fast so, als würden die Berichte der Evangelisten in diesen Beauftragungen der Jünger gipfeln. Dabei unterscheiden sich die Reden sehr deutlich und dennoch handelt es sich um dieselbe Botschaft an seine Jünger. Es wird deutlich, dass sich Jesus seinen Jüngern sichtbar gezeigt hat, die Jünger den Auftrag Jesu fortsetzen sollen, aber sie dabei nicht alleine sind, sondern „der Herr“ weiter bei Ihnen sein wird.

2.2.Verschiedenheit der Berichte

Neben den Gemeinsamkeiten der vier Evangelien hinsichtlich der Auferstehung Jesu unterscheiden sie sich jedoch zugleich deutlich voneinander. Daher werden nun die Besonderheiten der verschiedenen Berichte thematisiert:

Mt 28: Der auffälligste Unterschied zu den anderen Berichten ist die sogenannte Grabwache, die Bestechung der Wächter, einer persönlichen Erscheinung Jesu selbst vor den beiden Frauen und der Offenbarung des Auferstanden auf einem Berg in Galiläa. Der Bericht der Grabwache und der damit verbundenen Bestechung der Wächter verdeutlicht, dass es zur Zeit der Niederschrift des Evangeliums eine „Gegenpropaganda dem Werben der Christen für den von Gott bevollmächtigten, nach Gottes Ratschluß den Menschen ausgelieferten und dennoch weiterhin lebenden und wirkenden Jesus“ (Ebd, 58) gab. Dieser Bericht ist somit vom „Gegensatz her bestimmt: Die Auferstehungs-Botschaft ist haltloser Jüngerbetrug, bzw. sie ist in Gottes Eingreifen begründet.“ (Ebd, 66)

Mk 16: In V8 wird explizit erwähnt, dass die Frauen im Anschluss an das Erlebnis mit dem Boten Gottes schwiegen. Hierbei handelt es sich um eine Besonderheit des Markusevangeliums.

Luk 24: Mk 16,12 deutet die Erzählung der Emmausjünger aus Luk 24 lediglich an. Die genaue Schilderung findet sich jedoch nur hier und gehört damit, wie auch die Berichte über die Erscheinung Jesu am Osterabend im Jüngerkreis und sein Abschied von den Jüngern zum Sondergut des Lukas. Hierzu gehört zugleich auch Apg 1, worin darauf verwiesen wird, dass Jesus vierzig Tage lang erschienen sei. In dem Bericht des Lukas ist außerdem am stärksten der Verweis auf die Schrift zu finden. So zeigen die V8, 25ff, 32 und 44ff auf, dass die Jünger erst jetzt die Worte Jesu, wie auch die Verweise der Schrift auf Jesus verstanden. Lukas verweist in seinem Bericht somit auf die Bedeutung der Auferstehung Jesu von den Toten. Leider tut er das nicht explizit, sondern berichtet lediglich davon, dass die Jünger die Bedeutung der Auferstehung Jesu von den Toten nun verstanden haben.

Joh 20&21: Der Bericht des Johannes schildert, dass Petrus und Johannes sich vom leeren Grab noch vor den Frauen überzeugten. Zugleich gehört es zu den Eigenarten dieses Evangeliums, dass sich Jesus Maria als erster zeigte. Anschließend zeigte er sich dann den Jüngern außer Thomas und acht Tage später erneut den Jüngern mit Thomas, sodass dieser glaubte. Beide Male trat Jesus zu den Jüngern, obwohl die Türe verschlossen war.
Bei dem Bericht vom wunderbaren Fischzug, dem Mahl am Ufer und dem Gespräch Jesu mit Petrus am See Tiberias in Joh 21 handelt es sich ebenfalls um Sondergut des Johannesevangeliums. Zusammenfassend wird beim Bericht des Johannes deutlich, dass Jesus den Menschen begegnet. Jesus begegnet der trauernden Maria, dem zweifelten Thomas und Petrus, welcher ihn nur wenige Tage zuvor verraten hatte. Er begegnet diesen Menschen ganz persönlich und schafft damit neue Hoffnung, Glauben und neuen Mut.

3. Die Bedeutung der Auferstehung Jesu von den Toten

Wie in der Einleitung genannt, soll die Bedeutung der Auferstehung Jesu von den Toten ausgehend von den Berichten der Evangelisten in Zusammenspiel mit 1.Kor 15 erläutert werden.

Der Bericht des Lukas wie auch 1.Kor 15,3f zeigen auf, dass die Schrift den auferstandenen Jesus bezeugt. Jesu Sterben wird ausgehend von der Schrift „als stellvertretende Lebenshingabe des Messias Jesus von Nazareth interpretiert.“ (Stuhlmacher 1992, 171) Ebenso wie der Tod, so wird sowohl in den Berichten der Evangelisten, als auch bei der Schilderung des Paulus die Auferweckung Jesu als Werk Gottes dargelegt, das von der Schrift her zu verstehen ist. Die Bezüge zur Schrift lassen sich vielfältig herstellen. So können die genannten Schriftbezüge unter anderem auf Hos 6,2, Ps 110, Ps 16,10, Jes 52,13-53,12 oder Jes 55,3 bezogen werden. Jesu Auferstehung von den Toten erfüllt damit die Prophezeiung der Schrift und zeigt auf „dass mit diesem Ereignis die Wiederherstellung des Volk Gottes einsetzt, das über seine Sünde Buße getan hat.“ (Schnabel 2006, 884) Die Auferstehung Jesu offenbart damit Gottes Allmacht. Gott sind sogar das Leben und der Tod unterstellt und zugleich ist die Auferstehung ein Wirken Gottes. Gott macht alles neu und gibt ein Leben, welches nicht nur irdisch ist.

Die vier Berichte in den Evangelien sowie 1.Kor 15,5ff zeigen weiter auf, dass es viele zuverlässige Zeugen für den auferstanden Christus gab. Der auferweckte Jesus ist ein Ereignis in der Geschichte; zwar von vielen angezweifelt, aber dennoch sicher, wie die Berichte verdeutlichen. „[D]er Glaube der Apostel an die Auferstehung Jesu [ist] wohlbegründet. Auf ihrem Glauben und Zeugnis beruht der Auferstehungsglaube.“ (Rienecker & Maier 2013,114) So unterstreicht auch die Apostelgeschichte, „dass die Verkündigung des Evangeliums von Jesus immer zugleich die Verkündigung der Auferstehung (und das heißt die Verkündigung des Gekreuzigten) war“ (Schnabel 2006, 885). Dieses Zeugnis, dass Jesus tatsächlich auferweckt worden ist, ist von zentraler Bedeutung. Es gab den Jüngern und gibt auch uns die Gewissheit, dass Jesu Auferwecken zwar menschlich nicht nachvollziehbar ist, aber es sich dennoch um ein historisch glaubwürdiges Ereignis handelt. „Die Auferstehung ist eine Realität, die von Menschen weder geschaffen noch manipuliert werden kann. Der christliche Glaube gründet in der historischen Tatsache, dass Jesus unter Pontius Pilatus gelitten hat, dass er gekreuzigt und begraben wurde und dass er am dritten Tag auferstand.“ (Ebd, 995) Damit einhergeht, dass Gott sein irdisches Wirken als ein göttliches bestätigt. Jesus ist tatsächlich der Messias und Gottessohn, weshalb die Jünger Jesus nicht mehr als politischen Messias, sondern als leidenden Gottes Knecht erkennen und begreifen, dass das Heil allein aus Gnade in Christus zu finden ist. Wahre Gottes- und Christuserkenntnis gibt es daher nur durch den Glauben an Jesu Tod und Auferstehung. Zugleich zeigt sich, dass das Urchristentum seine Stärke erst durch den Auferstandenen bekam, welcher Haupt der Gemeinde ist, die Christen befähigt und beauftragt. Durch dieses neue Verständnis wurde die Hoffnungslosigkeit, Trauer und Enttäuschung von Golgatha zu einem Sieg am leeren Grab, welcher ewige Hoffnung, Gewissheit der Auferstehung, Freude, Mut auch gegen Wiederstände bedeutete.

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Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Die Berichte und die Bedeutung der Auferstehung Jesu von den Toten
Note
12
Autor
Jahr
2017
Seiten
7
Katalognummer
V445151
ISBN (eBook)
9783668821798
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berichte, bedeutung, auferstehung, jesu, toten
Arbeit zitieren
Erich Böke (Autor), 2017, Die Berichte und die Bedeutung der Auferstehung Jesu von den Toten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445151

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