Über Michel de Montaignes ,,Les Essais". Gedanken über Handlung, Kontext und Autor


Referat (Ausarbeitung), 2017

17 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Informationen zum Werk

2 Der Autor des Werks

3 Definition des Begriffs ,,Essay”

4 Sprachliche und literarische Besonderheiten
4.1 Sprachliche Besonderheiten: Form des Essays
4.2 Kontext zur Werkentstehung

5 Handlung der Essais
5.1 De la peur ” (Chapitre 18)
5.2 Des cannibales (Chapitre 31)
5.3 Die Skythen (Teil 1)
5.4 Die Portugiesen
5.5 Die Skythen (Teil 2)
5.6 Die Ungarn (Teil 1)
5.7 Die Ungarn (Teil 2)
5.8 ,,De l´usage de se vestir” (Chapitre 36)
5.9 ,,De la vanité des paroles” (Chapitre 51
5.10 ,,De l ´Aage” (Chapitre 57)

6. Literatur

Thema,,Les Essais“ (Michel de Montaigne)

1 Allgemeine Informationen zum Werk

- 1572, im Jahr der Bartholomäusnacht, dem blutigen Massaker an französischen Protestanten, begann Montaigne sein Hauptwerk, die “Essais”.
- Anlass für dieses Massaker war die "gotteslästerliche" Heirat der Katholikin Margarete von Valois mit dem protestantischen König Heinrich von Navarra.
- Grundlage seines Essays war die ,,Adagia”:
- Sammlung und Kommentierung antiker Sprichwörter und Redewendungen.
- Autor: Erasmus von Rotterdam, erschienen etwa 1500 in Paris.
- Große Bandbreite an (anthropologisch-philosophischen) Themen, ohne offensichtliche Ordnungskriterien, z.B. Medizin, Literatur, Pferde, Pflichten im Haushalt, Angst, Kannibalismus, Kleidung/Tradition/Alltag/Kult diverser Völker, etc.

Philosophisch zentrale Frage Was macht den Menschen aus?

- Montaigne schildert in diesen Texten auch Reflexionen über sein eigenes Leben, seine Seele, seine Empfindungen als Mensch und seine Sicht auf andere (kulturferne) Menschen, wodurch ein Potpourri sowohl wichtiger, als auch redundanter Erkenntnisse entstand.
- Philosophische Frage nach dem Wesen des Menschen:
- Montaigne bricht mit der philosophischen Tradition und beschreibt den Menschen mit all seinen Defekten und Tugenden.
- Montaigne sucht die ,,Conditio humana“ aufgrund alltäglicher und banaler Beobachtungen zu erklären, bei anderen und bei sich selbst.

2 Der Autor des Werks

- geboren am 28.2.1533 im Schloss Montaigne (Im Périgord), gestorben am 13.9.1592 ebenda
- Er war Jurist, Politiker und Philosoph und Begründer der ,,Essayistik”
- Selber Katholik, sieht sich der Skeptiker Montaigne verpflichtet, dem Menschen seine "miseria" vor Augen zu führen.
- Ab dem Alter von etwa drei Jahren von einem deutschen Arzt mit Namen Horstanus als Hauslehrer unterrichtet.
- Von 1539 – 1546: Besuch des Collège de Guyenne in Bordeaux
- 1554: M. erhält Amt eines Gerichtsrats am Steuergericht in Périgeux
- Im Alter von 38 Jahren (1571) zieht sich M. auf sein Schloß zurück und beginnt damit, markante Sätze antiker Autoren zu notieren, die als ihm Aufhänger seiner Essais dienen (siehe auch lateinische Zitate)
- Unterrichts- und Alltagssprache war fast ausschließlich Latein, da Horstanus kein Französisch sprach.
- Montaigne sollte gemäß der Pädagogik des Erasmus von Rotterdam humanistisch, ganzheitlich und möglichst ohne Zwang in Latein, Kunst und Literatur ausgebildet werden, um der Familie Ansehen und Anerkennung zu verschaffen.

3 Definition des Begriffs ,,Essay”

- Literarische Gattung
- Begriff ,,Essay” stammt von dem spätlateinischen Substantiv ,,Exagium”
- (deutsch: das Wägen/Gewicht) und dem lateinischen Verb ,,exigere” (prüfen, beurteilen, abwiegen, erwägen) ab.
- Geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle, oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden.
- Es geht ihm in seinen Essays primär um die persönliche Auseinadersetzung mit seinem Thema, die wissenschaftliche Methodik ist für ihn eher sekundär.
- Montaigne stellt sich mit seiner skeptischen Grundhaltung, seinen eigenen Erfahrungen und Abwägungen dem scholastischen Absolutheitsanspruch (Mittelalterliche Denkweise, die auf die Logik des Aristoteles zurückgeht) vehement entgegen.

4 Sprachliche und literarische Besonderheiten

4.1 Sprachliche Besonderheiten: Form des Essays

- Essayistische Methode als ,,experimentelle Art”, sich dem Gegenstand der Überlegung zu nähern und unter verschiedenen Perspektiven zu betrachten. (Keine strenge Systematik wie bei der Analyse)
- Zentral ist die Entwicklung der Gedanken vor den Augen des Lesers
- Essays oft als humorisitische, verständliche und ausgefeilte Denkversuche und Deutungen, im geschmeidigen Stil, verfasst.
- Lateinische Textüberschriften als Beweis der Gelehrsamkeit des Autors und der katholischen Konfession

4.2 Kontext zur Werkentstehung

- In seiner Übersetzung der ,,Theologia naturalis” des Theologen und Mediziners Raimond Sebond entdeckt Montaigne eine interessante These, wonach die sichtbare Welt (Natur) der menschlichen Erkenntnis besonders zugänglich sei.
- Für Montaigne ist der Zugang zu unbezweifelbaren Erkenntnissen über die Welt eher über das genaue Studium des Buchs der Natur als über das Studium der Bibel zu erreichen.
- Anstatt also auf Gott zurück zu greifen, gilt es, sich mit dem zu beschäftigen, was dem Menschen am nächsten steht, und nichts steht dem Menschen näher als ein Mensch.
- Anthropologie und praktischer Erkentnisgewinn.
- Grund für die vielen ,,menschlichen” Themen in Montaignes Essais.

5 Handlung der Essais

5.1 De la peur ” (Chapitre 18)

- Montaigne definiert Angst als ,,seltsame(s) Leiden(schaft)”
- Sie treibt selbst hartgesottene Menschen in den Wahnsinn
- Montaigne lässt Volksglauben/Aberglauben außen vor (Werwölfe, Kobolde, etc.)

Zentrale (anthropologische) Frage:

Was bewirkt Angst beim Menschen? (Als Individuum und als Masse)

Beispiele (historisch)

1. Die Flucht des Schildträgers bei der Eroberung Roms durch M. de Bourbon (Individuum)
2. Verlorene Schlacht des Kaisers Theophiles gegen die Agarener (Individuum)
3. Flucht der 10.000 Männer des Sempronius bei der Schlacht gegen Hannibal (Masse)
4. Zerstörung Karthagos (Masse)

Kommentare/Reflexionen des Autors

- Angst sei schlimmer als der Tod
- Wer permanente Angst verspürt, sein Hab und Gut zu verlieren, ins Exil zu müssen, oder getötet zu werden, leidet mehr als der Arme, Verbannte oder der Sklave
- Wie viele gibt es, die sich aus Furcht vor Angstattacken erhängt, ertränkt oder in den Tod gestürzt haben
- Überzeugung der Griechen: Angst kommt ohne offensichtlichen Grund, sie entsteht durch einen himmlischen Impuls
- Ganze Völker/Armeen werden von Angst ergriffen

5.2 Des cannibales (Chapitre 31)

- Montaigne denkt über den Begriff ,,barbarisch” nach und zieht es vor, eine Definition aufgrund der Vernunft/des Verstandes zu erstellen, anstatt auf den Volksmund zu hören

Beispiele, die das ,,Barbarische” widerlegen (historisch)

- König Pyrrhus staunt über die Disziplin einer römischen Abordnung
- Griechen waren von der Militärdisziplin der Truppen des Flaminius beeindruckt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Über Michel de Montaignes ,,Les Essais". Gedanken über Handlung, Kontext und Autor
Hochschule
Universität zu Köln
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V445237
ISBN (eBook)
9783668860292
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Montaigne, Essay, Werke, handlung, autor
Arbeit zitieren
Christoph Ervens (Autor), 2017, Über Michel de Montaignes ,,Les Essais". Gedanken über Handlung, Kontext und Autor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445237

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