Menstruationszyklus und sportliche Leistungsfähigkeit. Welche Auswirkungen sind in der Sportart Triathlon zu beachten?


Fachbuch, 2019
101 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Ablauf des Menstruationszyklus
2.2 Die Anti-Baby-Pille
2.3 Periodisierung in der Sportart Triathlon

3 Stand der Forschung

4 Die möglichen Auswirkungen des Menstruationszyklus
4.1 Physiologische Veränderungen
4.2 Subjektive Veränderungen
4.3 Stoffwechselveränderungen
4.4 Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit
4.5 Auswirkungen der Anti-Baby-Pille

5 Diskussion
5.1 Ergebnisse für normalmenstruierende Frauen
5.2 Ergebnisse für Anti-Baby-Pillen Verwenderinnen

6 Anpassung der Trainingsperiodisierung an den Menstruationszyklus
6.1 Problematik für die Periodisierung
6.2 Periodisierung für normal menstruierender Athletinnen
6.3 Periodisierung mit Einnahme der Anti-Baby-Pille

7 Ausblick

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Hormonregulation zwischen Ovar, Hypophyse und Hypothalamus

Abbildung 2: Menstruationszyklus: Verlauf der Hormonkonzentration

Abbildung 3: Zyklus mit und ohne Antibabypille

Abbildung 4: Zyklusschema von Östrogen und Progesteron in (a) Einphasischer- (b) Zweiphasischer- und (c) Dreiphasischer oraler Verhütungsmittel

Abbildung 5: Grundprinzip des Jahresbelastungsaufbaus des Trainings

Abbildung 6: Glucose-, FFS und Laktatkonzentration in Ruhe und unter Belastung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Hormonresultate in Ruhe und während eines Ausbelastungstest in der Follikelphase und in der Lutualphase.

Tabelle 2: Periodisierungsmöglichkeiten

Tabelle 3: Beispiel der Belastungsschwerpunkte in einem akzentuierten Mesozyklus

Tabelle 4: Leistungsstruktur und Energieanteile im Triathlon-Wettkampf auf verschiedenen Distanzen

Tabelle 5: Stoffwechselparameter bei andauernder Belastung

Tabelle 6: Aminosäurenkonzentration vor, während und nach einer 120minütigen Belastung

Tabelle 7: Vergleich der Leistungsveränderungen zwischen den beiden Phasen des MSZ

Tabelle 8: Tabellarische Darstellung der Tage, des Hromonverlaufs von P und E2 und

1 Einleitung

Aufgrund des Menstruationszyklus (MSZ) sind Frauen während ihrer reproduktiven Phase stetigen hormonellen Schwankungen ausgesetzt, die wiederum Veränderungen im physiologischen-, metabolischen-, ventilatorischen- und kardiovaskulären Bereich hervorrufen und folglich die körperliche Leistungsfähigkeit der Frau beeinflussen können (vgl. Constantini et.al., 2005). Für die verschiedenen Anforderungen und Distanzen im Triathlon bieten diese Veränderungen einige positive als auch negative Ansatzpunkte, die für die Trainings- und Wettkampfperiodisierung eine Rolle spielen können. Gerade im Bereich der metabolischen Prozesse und der damit zusammenhängenden Leistungskapazitäten liegen Studien vor, die Anhaltspunkte dafür liefern, dass eine Anpassung der Trainings- und Wettkampfperiodisierung an den Menstruationszyklus der Athletin sinnvoll ist. Aus sportwissenschaftlicher Sicht sind es zyklisch auftretenden Veränderungen in der Konzentration der weiblichen Sexualhormone 17 ß-Östradiol (E2) und Progesteron (P), welche diese leistungsverändernden Faktoren verursachen. Diese Annahme wird aus Tierversuchen abgeleitet, die belegen, dass 17ß-Östradiol und Progesteron in Synergie miteinander und in Interaktion mit weiteren durch den MSZ beeinflussten Hormonen, metabolische und physiologische Veränderungen hervorrufen (Matute et al., 1973; Ahmed-Sorour et al., 1981). Dazu gehören beispielsweise das follikelstimulierende Hormon (FSH), das luteinisierende Hormon (LH), Insulin, Testosteron oder die Wachstumshormone (GH). Der Menstruationszyklus wird in 2 wesentliche Phasen geteilt, die sich durch maximale Konzentration von E2 und P charakterisieren lassen. Dabei kommt es in der Follikelphase (FP) zu einer E2 Spitze ohne, dass sich die P Konzentration erhöht und in der Lutealphase steigen E2 und P gleichzeitig auf einen Maximalwert an (Oothuyse et. al, 2010. S. 227). Genau diese Spitzen der maximalen Konzentration werden in den meisten Studien beleuchtet und mit den Abschnitten der Phasen verglichen, in denen die E2 und P Konzentration am niedrigsten ist. Es gibt sehr wenige Studien zu dieser Thematik, die sich auf die Auswirkungen des Menstruationszyklus auf die Leistungsfähigkeit ausschließlich im Triathlon beziehen. Aufgrund dessen sind die meisten hier dargestellten Daten aus Studien, die sich auf Ausdauersportarten wie Laufen, Rudern, Schwimmen und Radfahren beziehen. Es geht also um die Leistungsfähigkeit im Ausdauersport, die sich auf die Belastungsdauer und die Anforderungen im Triathlon übertragen lassen. Die gewonnenen Erkenntnisse über die Effekte auf die Leistungsfähigkeit werden sich auf die Team-Sprint-, Sprint-, Olympischen- und Langdistanz beziehen.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Der Ablauf des Menstruationszyklus

Die Hormonregulation (Abbildung 1) des Menstruationszyklus wird durch den Hypothalamus gesteuert, der in Wechselwirkung mit der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) und den Ovarien (Eierstöcke) steht (vgl. Teschner Hinrichsen, 2013. S. 87). Die Hormone dienen als chemische Botenstoffe, deren Wirkung einerseits von ihrer Konzentration im Blut abhängt und andererseits von der Rezeptordichte an den verschiedenen Zielgeweben im Körper (vgl. Weber, 2017, S. 16).

„Die physiologischen Funktionen der weiblichen Geschlechtsorgane werden hormonell gesteuert [...]. Mittels komplexer Regelkreise wird die Ausschüttung der Hormone, die spezifische Wirkungen auslösen, gelenkt. Bei der geschlechtsreifen Frau zeigt der menstruelle Zyklus das Zusammenspiel von Botenstoffen und Funktionsorganen“ (Felderbaum et al., 2007, S. 60).

Der Hypothalamus dient als Steuerorgan, das Informationen aus dem Blut, aus andern Organen, aus anderen Teilen des Gehirns (Thalamus) und dem limbischen System empfängt. Auch auf externe Stimuli wie Umwelteinflüsse oder physische- und psychische Belastungen reagiert der Hypothalamus (vgl. Felderbaum et al., 2007, S. 62). Zur Induktion der hypothalamischen und hyposphären Hormone FSH und LH setzt der Hypothalamus das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) pulsatil frei, das die Sekretion und Synthese von FH und FSH im Hypophysenvorderlappen induziert (vgl. Reilly, 2000, S. 30). Das bedeutet, dass die hyposphören und hypothalamischen Hormone LH und FSH gleichbleibenden zeitlichen Intervallen freigestetzt werden. In der FP alle 90 Minuten in der LP alle 200 Minuten. „Die pulsatile Sekretion ist essenziell für die reibungslose Regulation der ovariellen Funktion“ (Weber, 2017, S. 16). Die Hormone LH und FSH bewirken und fördern durch ihre hohe Konzentration im Blut die Produktion von Östrogen und Gestagen in den Ovarien (vgl. Teschner Hinrichsen, 2013, S. 88). Hinrichsen, 2013, S. 88).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung { SEQ Abbildung \* ARABIC } Hormonregulation zwischen Ovar, Hypophyse und Hypothalamus FSH: Follikelstimulierendes Hormon. LH: Luteinisierendes Hormon. GnRH: Gonadotropin-Releasing-Hormon. Prog.: Progesteron. Östr.: Östrogen (aus: Weber, 2017, S. 17)

Die Hormone LH und FSH bewirken und fördern durch ihre hohe Konzentration im Blut die Produktion von Östrogen und Gestagen in den Ovarien (vgl. Teschner Die Steroidhomormone Gestagen und Östrogen erzeugen im weiteren Verlauf des Menstruationszyklus verschiedene physiologische Veränderungen beispielsweise im Uterus, im Zervix (Gebärmutterhals) und in der Vagina, die sich zyklisch wiederholen (vgl. Weber, 2017, S.16). Die Wechselwirkung zwischen den endokrinen Organen und dem Hpothalamus entsteht durch verschiedene Neurotransmitter, die entweder inhibitorisch (hemmend) oder exzitatorisch (stimulierend) wirken (vgl. Weber, 2017, S. 16). Die Hormonregulation läuft somit wie ein Feedback-System ab. Die Sekretkonzentration eines Hormons im Blut erzeugt in den beteiligten Komponenten (Hpothalamus, Hypophyse oder Ovarien) entweder eine Hemmung ihrer Funktion oder einer Stimulation ihrer Funktion. Dabei kann die Hemmung durch fehlende Stimulation oder durch aktive-Inhibitation stattfinden. Damit die selbstgesteuerte Regulation funktioniert, muss eine stetige Adaption des Blutspiegels in Bezug auf die Konzentration der Hormone stattfinden (vgl. Teschner Hinrichsen, 2013, S. 87).

2.1.1 Physiologie des Menstruationszyklus

Der Menstruationszyklus beginnt mit dem Eintreten der Monatsblutung und endet mit dem letzten Tag vor der nächsten Menstruationsblutung (vgl. Weber, 2017, S. 19). Ein normaler Menstruationszyklus erstreckt sich durchschnittlich über den Zeitraum von 25 bis 31 Tagen (vgl. Fillenberg, 2017, S.134), wobei er in verschiedenen Lehrbüchern auf bis zu 38 Tage ausgeweitet wird (vgl. Toth, 2014, S.365). Die schwankenden Unterschiede in der Zeitspanne liegen an den individuellen Reifungsprozessen des Follikels in der erste Hälfte des Menstruationszyklus (vgl. Teschner Hinrichsen, 2013, S. 103). Die Menstruation (Regelblutung) dauert 3-7 Tage und ist mit einem Blutverlust von 60-120 ml verbunden (vgl. Weber, 2017, S. 19), wobei Janse de Jong einen durchschnittlichen Blutverlust von 43 mL beschreiben und eine Blutverlust von 10-90 mL bei 80% der Frauen (vgl. Janse de Jong, 2003. S. 241). Betrachtet man die hormonellen Veränderungen, während des Menstruationszyklus, so werden 3 wichtige Phasen erkennbar, die sich durch hormonelle Konzentrationsspitzenspitzen charakterisieren lassen. Die erste Hälfte dabei als Follikelphase bezeichnet und die zweite Hälfte als Lutealphase. Zwischen diesen beiden Phasen kommt es zur Ovulation oder auch Eisprung genannt, der als Übergang der beiden Phasen zu verstehen ist (vgl. Weber, 2017, S. 18). Die Angaben der Tage beziehen sich auf einen normal ablaufenden Menstruationszyklus. In wissenschaftlichen Studien wird die Phase jedoch anhand der Hormonkonzetrationen im Blut bestimmt, da individuelle Abweichungen in Bezug auf die Länge des Zyklus wahrscheinlich sind. Im weiteren Verlauf wird weiter von einem normal ablaufenden Menstruationszyklus mit 28 Tagen ausgegangen und die Phasen in Bezug auf ihre hormonellen Veränderungen erklärt.

1. Die Follikelphase (1. – 13. Tag)

Die erste Hälfte des Menstruationszyklus beginnt mit dem Einsetzen der Menstruation, die sich über 3-7 Tage erstrecken kann (vgl. Weber, 2017, S. 19). Zu diesem Zeitpunkt ist der Östrogen- und Progesteronspiegel sehr niedrig (Abbildung 2). Eine stetig ansteigende Konzentration von Östrogen bis ca. zwei Tage vor der Ovulation ist bezeichnend für diese Phase ohne, dass sich die Progesteronkonzentration erhöht. Dieser Zeitraum kurz vor der Ovulation wird als späte Follikelphase (LFP) bezeichnet. Das Östrogen 17ß-Östradiol führt in der frühen Follikelphase (EFP) zur Reifung einer Gruppe von Follikeln. Das größte bzw. dominanteste Follikel wird im weiteren Verlauf der Follikelphase selektiert und entwickelt sich zum sprungreifen Graaf-Follikel, wohingegen die Rückbildung der anderen heranreifenden Follikel vollzogen wird (vgl.Weber, 2017, S. 18). Die Östrogenproduktion in Form von 17ß-Östradiol steigt mit zunehmender Follikelgröße an, was den aktivierenden Reiz für eine zunehmende LH Ausschüttung darstellt. Außerdem führt es zu einer Hemmung der FSH Ausschüttung, die somit erst in der LFP beendet wird (Abbildung 2). Es kommt zu einer LH-Spitze, die letztendlich die Ovulation auslöst. Die Dauer der Follikelphase ist variabel und von individuellen Reifeprozessen abhängig (vgl. Teschner Hinrichsen, 2013, S. 103).

2. Die Ovulation (14. ­± 2 Tage)

Verursacht durch die LH Spitze wird in dieser Phase die unbefruchtete Eizelle von dem sprungreifen Follikel abgestoßen und danach aktiv in den Eileiter aufgenommen. Diese Phase wird auch Follikelsprung oder Eisprung genannt und ist als Übergang der Follikelphase und Lutealphase zu verstehen. Direkt im Anschluss an die Ovulation kommt es zu einem Anstieg der Progesteronkonzentration, der durch den Follikelsprung aktiviert wird (vgl. Dawson Reilly, 2009, S. 99). Die LH und 17ß-Östradiol Konzentration nehmen nach der Ovulation stark ab und es kommt zu einer Körpertemperaturerhöhung von ca. 0,5 Grad Celsius (Abbildung 2). Die Eizelle kann 24 Stunden nach der Ovulation befruchtet werden.

3. Die Lutealphase (16. – 28 Tag)

In einigen Lehrbüchern wird die Ovulation schon zur LP dazugezählt. In Bezug auf die Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit ist es sinnvoller, die Ovulation als einzelne Phase zu betrachten, da sonst die hormonellen Unterschiede nicht deutlich werden und ein Übergang zwischen den Phasen fehlt. Nach dem Platzen des Follikels und dem Abstoßen der Eizelle, entwickelt sich aus den verbleibenden Zellen ein Corpus Luteum (Gelbkörper), eine temporäre hormonproduzierende Drüse. In dieser Drüse werden hauptsächlich Progesteron und Östrogen produziert (vgl. Weber, 2017, S. 18). Folglich ist die 17ß-Östradiol- und Progesteronkonzentration in der mittleren Lutealphase (MLP) sehr hoch. Das Progesteron bereitet die Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor. Die steigende 17ß-Östradiol- und Progesteronkonzentration erzeugt eine Hemmung der Sekretion von FSH und LH (vgl. Dawson, 2009. S.99). Progesteron erreicht in der mittleren Lutealphase eine höhere Konzentration als das 17ß- Östradiol (Abbildung2). Mit sinkender LH Konzentration verblüht das Corpus Luteum am 21. Zyklustag (vgl. Weber, 2017. S. 18) und damit endet der 17ß-Östradiol- und Progesteronanstieg. Beide Hormone sinken nicht wie bei der Ovulation innerhlan weniger Stunden ab, sondern langsam über mehrere Tage. Resultierend aus dem prämenstruellen Konzentrationsabfall des Progesteron, wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, was zur Blutung der Menstruation führt. Aus diesen Grund wie die Menstruation auch „Progesteron-Entzugsblutung“ genannt. (vgl. Weber, 2017, S. 18). Mit dem Eintreten der Blutung beginnt der Zyklus von vorne.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung { SEQ Abbildung \* ARABIC }: Menstruationszyklus: Verlauf der Hormonkonzentration (aus: Weber, 2017, S.19)

2.1.2 Die Sexualhormone 17ß-Östradiol und Progesteron

Die Sexual- oder Steroidhormone 17ß-Östradiol und Progesteron sind die dominierenden Hormone des Menstruationszyklus. Aus diesem Grund wird ihnen der größte Einfluss auf die Leistungsfähigkeit zugesprochen. Dabei ist die Konzentration des einzelnen Hormons und das Verhältnis zwischen den beiden Hormonen aus sportwissenschaftlicher Sicht von großer Bedeutung (cgl. Janse de Jong, 2003, S. 833). Cholesterin bietet den Grundstoff für die Synthese der Sexualhormone Östrogen und Gestagen. Das Gestagen Progesteron ist mit anderen Hormonen an der Biosynthese des 17ß-Östradiol beteiligt (vgl. Klinka, 1987, S. 6), das hauptsächlich im Ovar, doch auch in geringen Mengen in der Nebenniere (vgl. Kopera, 1991, S.61) und im Fett- und Muskelgewebe synthetisiert werden (vgl. Bunt, 1990, S. 287). Dieser Umstand macht aus biologischer Sicht dahingegen Sinn, dass von einer direkten Wirkung des 17ß-Östradiol auf die Muskulatur ausgegangen wird (vgl. Reis, 1996, S. 21). Vergleicht man die beiden Sexualhormone in Bezug auf ihre physiologischen Auswirkungen, so ist 17ß-Östradiol das wichtigere, als auch das biologisch aktivere Hormon (vgl. Reis, 1996, S. 21). Sie sind für die Entwicklung des weiblichen Erscheinungsbildes verantwortlich (vgl. Teschner Hinrichsen, 2013, S. 96), regen die Bildung von Progesteronrezeptoren an (vgl. Kopera, 1991, S. ) und haben weitere indirekte Effekte. Berücksichtigt man nur die bedeutsamen Auswirkungen für die sportliche Leistungsfähigkeit im Triathlon, dann ist primär die Beiinflussung des Kohlenhydratstoffwechsel und die aktivierende Wirkung auf das Hormon Insulin (vgl. Faure et al., 1987, S. 225; vgl. Mandour, 1977, S.181). Diese Wirkung auf Insulin hat zusätzlich Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel in Ruhe und unter sportlicher Belastung (vgl. Wuttke, 1987, S. 414). Ebenso wird Östrogenen eine anabole Wirkung zugesrpochen, die nach Trenkle aus der Kombination von Östrogen, Insulin und dem Wachstumshormon resultiert (vgl. Trenkle, 1976, S. 86). Weitere Effekte im sportlich relevanten Kontext sind die Einlagerung von Wasser und Natrium, Gefäßerweiterung, Zunahme des Blutvolumens, Stimulation der Atmung, Erhöhung des Wohlbefindens (vgl. Kopera, 1991, S. 68), Verstärkung des Wachstum, Stimulation der Proteinsynthese, Senkung der Körpertemperatur (vgl. Rabe, 2013, S. 21) und der positive Effekt auf die Knochenstruktur ( (vgl. Licata, 1992, S. 955; vgl. Marcus et al., 1992, S.301 ; vgl. Platen et al., 1992, S. 115). Das Progesteron der wichtigste Vertreter der kann ebenfalls Veränderungen im Kohlenhydratstoffwechsel und eine antagonistischer Effekt zum Östrogen wird vermutet (vgl. Oothuyseet al., 2010, S. 208). Außerdem löst es mit steigender Konzentration eine Erhöhung der Basaltemperatur um 0,4-0,6 Grad Celsius aus, die zu einer verbesserten Sauerstoffaufnahme führen kann (vgl. Teschner Hinrichsen, 2013, S. 98). Die Stärke der Effekte sind abhängig von den Konzentrationen der Hormone im Blut und ihre Relation in Bezug auf die Konzentrationsunterschiede zueinander (vgl. Reis, 1996, S. 42). Die Konzentrationen während der FP und LP werden in Tabelle 1 beispielhaft dargestellt. Die angesprochenen Effekte werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit in detailierter Form ausgearbeitet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle { SEQ Tabelle \* ARABIC }: Hormonresultate in Ruhe und während eines Ausbelastungstest in der Follikelphase und in der Lutualphase.

Aus: (King Frischknecht, 2017)

2.1.3 Menstruelle Störungen

Der Menstruationszyklus ist sehr sensibel und Anfällig für interne und externe Einflussfaktoren. So kann des Ablauf des Zyklus durch Stress oder Belastung, durch den metabolischen Status des Körpers, durch psychologische Faktoren und durch weitere Faktoren beeinflusst werden (vgl. Fischetto Sax, 2013. S. 58). Folglich ist es nicht wenig überraschend, dass gerade junge Schiwmmerinnen von Unregelmäßigkeiten im Ablauf des Menstruationszyklus betroffen sind (vgl. Constantini Warren, 1995, S. 2740), da sie im Sport vielen Risikofaktoren ausgesetzt sind. Diese Unregelmäßigkeiten können sich zu Störungen des Menstruationszyklus entwickeln. Im Normbereich liegt in diesem Fall die Eumenorrhö, die sich durch einen verkürzten oder verlängerten Zyklus charakterisiert (26-32 Tage). Die Oligomenorrhö ist eine extremere Form der Eumenorrhö und ist eine hypothalamisch-hypophysäre Dysfunktion, die sich durch eine Zyklusverlängerung über 35 Tage definiert (vgl. Fischetto Sax, 2013, S.62). Eine im Leistungssport häufig auftretende Zyklusstörung bei Sportlerinnen ist die Amenorrhö, die ein Ausbleiben der Menstruation darstellt (vgl. Oppelt Dörr, 2015, S. 227). Diese Störung kommt bei Leistungssportlern viel häufiger vor als bei Nichtsportlerinnen (vgl, Nazem, 2012, S.303). Vergleicht man die Sportlerinnen untereinander so wird deutlich, dass in Audauersportartendie Zahl der betroffenen Sportlerinnen höher ist als in Ballsportarten. Die Zahl der Langdistanz Sportlerinnen mit Amenorrhö ist im Vergleich am höchsten (vgl. Dusek, 2001, S. 80). Leistungssportlerinnen sind in diesem Kontext einer erhöhten Zahl an Risikofaktoren ausgesetzt, deren gesundheitlichen Folgen durch die „Triade der sporttreibenden Frau“ dargestellt wird. Dabei geht es um die gesundheitlichen internen Zusammenhänge zwischen einem sehr niedrigen Level an Energieverwendbarkeit, Amenorrhö und Osteoporose (vgl. Stickler et. al, 2015, S. 563). Schaut man sich diese Daten an, dann kann man daraus einen Einfluss der sportlichen Belastung auf das Hormonsystem der Athletin vermuten. Die am häufigsten auftretende Störung des Menstruationszyklus ist das Prämenstruelle Syndrom (PMS). Es hat weniger Auswirkunge auf die Länge des Zyklus, sondern zeigt sich durch körperliche und psychische Beschwerden, wie Kopfschmerzen, ein aufgeblähtes Gefühl, Rückenschmerzen, Unterleib-Krämpfe, Druckempfindlichkeit an der Brust und ein Müdigkeitsgefühl mit höherer Belastung (vgl. Fischetto Sax, 2013, S. 59). Ca. 75 % der Frauen leiden unter dem PMS (vgl. Nagel, 2016). Eine der Ursachen dafür ist ein hormonelles Ungleichgewicht der Sexualhormone, das bei Frauen im Laufe der Lutealphase entstehen kann (vgl. Nagel, 2016).

2.2 Die Anti-Baby-Pille

Betrachtet man die Auswirkungen des Menstruationszyklus auf die verschiedenen Einflussfaktoren der Leistungsfähigkeit, so muss ebenso die Veränderung des Menstruationszyklus durch die Einnahme der Antibabypille analysiert werden. Es liegt nahe, dass eine hormonelle Veränderung durch die Einnahme körperfremder Hormone eine Relativierung der möglichen Effekte auf die Leistungsfähigkeit hervorruft. Die prozentuale Anzahl an Frauen, welche die Anti-Baby Pille zur Schwangerschaftsverhütung einnehmen, macht die Relevanz dieses Themenbereichs noch deutlicher. Cea-Soriano et al. (2014, S. 56) ermittelte in einer Studie 2014, dass 22% aller Nichtathletinnen die Pille als Verhütungsmittel einnehmen ,wohingegen Brynhildsen et al. (1997, S. 877) und Tortsveit (2005, S. 144 ) für Sportlerinnen ein Ergebnis von 42-52 % ermittelten. Das Ergbnis sollte dabei nochmal in Abhängigkeit von der Sportart betrachtet werden. Diese Studie wurde in Schweden durchgeführt und in Deutschland könnten die Zahlen noch höher sein, denn dort verhüten 52% der Frauen zwischen 15 und 49 mit der Anti-Baby-Pille (vgl. Mielke, 2010).

2.2.1 Hormonelle Wirkungsweise der Anti- Baby- Pille

Die Anti-Baby Pille ist ein orales Verhütungsmittel (OCP), dass normalerweise 21 Tage lang eingenommen wird und dann eine 7-tägige Einnahmeunterbrechung stattfindet. Enhalten sind künstliches Östrogen und Gestagen, die dafür sorgen, dass die Synthese des körpereigenen 17ß- Östradiol und Progesteron reduziert wird (vgl. Burrows Peters, 2007, S. 559). In der Einnahmeunterbrechung kommt es zur Blutung, die in diesem Fall auch Abbruchblutung genannt wird (vgl. Fischetto Sax, 2013, S. 66).

„Durch die Zuführung von synthetischen Estrogen und/oder Gestagenen soll eine ausreichend hohe Konzentration dieser Hormone im Blut erreicht werden, so dass die Ausschüttung von GnRH im Hypothalamus gebremst wird und durch die Hypophyse drastisch die Produktion der Hormone FSH und LH verringert“ (Boel, 2016, S. 8)

Die Empfängnisverhütung findet dabei im Ovar und in der Zervix statt. Dem Körper wird eine Schwangerschaft vorgetäuscht und die Ovulation wird gehemmt. Zusätzlich wird der Schleim im Gebärmutterhals durch das Gestagen der Pille verdickt und bildet eine gewisse Barriere gegenüber der Spermien, die ein Durchdringen verhindert und den natürlichen Reifungsprozess der Spermien im Zervixschleim hemmt (vgl. Boel, 2016, S. 10). Vergleicht man die höchsten Östrogen- und Gestagenkonzentrationen miteinander, so hat eine normal menstruierende Frau höhere Maximalkonzentration in Östrogen und Gestagen als eine Frau, die mit der Anti-Baby Pille verhütet (vgl. Larsen, 2018, S. 231). Doch durch die Einnahme der Anti- Babypille werden jeden Tag exogene Östrogene und Gestagene in den Körper eingeführt, die für eine durchgängig hohe (Abbildung 4) oder stufenweise erhöhte Konzentration der beiden Hormone sorgen (Abbildung 3). Dadurch werden die hormonellen Unterschiede des natürlichen Menstruationszyklus ausgeglichen, wobei gerade die Mehrphasischen Preparate den natürlichen Schwankungen des Hormonspiegels berücksichtigen (vgl. Mehner, 2017).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung { SEQ Abbildung \* ARABIC }: Zyklus mit und ohne Antibabypille Aus: King, 2017

2.2.2 Zusammensetzung und sekundäre Effekte der Antibabypille

Frauen, die mit der Anti-Baby Pille verhüten können auf verschiedene Pillen zugreifen, die sich in ihrer hormonellen Zusammensetzung und in ihrer Einnahmelänge unterscheiden. Die dabei am häufigsten eingenommene Pille ist die Mikropille, die sich durch einen vergleichsweise niedrigen Östrogen- und Gestagengehalt definiert. Neben diesen Kombinationspillen gibt es Minipillen, die nur künstliches Gestagen enthalten (vgl. Mehner, 2017). Das künstliche Gestagen wird als Progestin bezeichnet. Weiterhin unterscheidet man in Einphasen- und Mehrphasenpillen. Die Mehrphasenpille wird wiederum in Zweiphasen- und Dreiphasenpillen eingeteilt (vgl. Fischetto Sax, 2013, S. 66). Die Einphasenpille beeinhaltet jeden Tag die gleiche Dosis an Östrogen und Progestin, wohingegen die Dosis der Zweiphasen- und Dreiphasenpille einmal bzw. zweimal erhöht werden (Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung { SEQ Abbildung \* ARABIC }: Zyklusschema von Östrogen und Progesteron in (a) Einphasischer- (b) Zweiphasischer- und (c) Dreiphasischer oraler Verhütungsmittel Aus: (vgl. Burrows Peters, 2007, S. 561)

Das künstliche Hormon Östrogen heißt Ethinylestradiol (EE) und ist in jeder östrogenhaltigen Pille enthalten. Der Gestagen Anteil der Pille hingegen setzt sich aus einem von 6 Progestinen zusammen (levonorgestrel, norethindrone acetat, desogestrel, norgestimate, norgestrel oder etynodiol). Die Dosierung und die Art des Progestin sind dabei vom Hersteller und vom gewünschten Effekt abhängig (vgl. Burrows Peters, 2007, S. 558). Durch die verschiedenen Progestine und die unterschiedliche Hormonkombination in den Anti-Baby-Pillen ergeben sich zwei Faktoren, welche die Stärke der Auswirkungen beeinflussen. Einmal die Wirkungsstärke und einmal die androgene Faktor. Die Wirkungsstärke ist dabei die Stärke des Progestin auf erwünschte Effekte (vgl. Burrows, 2007, S. 558) wie beispielsweise die Verbesserung des Hautbildes und die Linderung der Regelschmerzen (vgl. Hachmeister, 2015). Der androgene Faktor beschreibt die mögliche Erhöhung der androgenen Aktivität des Körpers durch Interaktion eines der synthetischen Progestine mit androgenen Rezeptoren wie z.B. Testosteron (vgl. Burrows Peters, 2007, S. 558). In Bezug auf die Auswirkungen steigt mit höhererem androgenen Faktor die Wahrscheinlichkeit der Ausbildung männlicher Charakteristika (vgl. Burrows Peters, 2007, S. 558), wie beispielsweise Akne oder vermehrter Haarwuchs. So kann die Antibabypille mit den Faktoren der Wirkungsstärke und des androgenen Faktor auf die unerwünschten körperlichen Effekte der natürlichen Hormone abgestimmt werden, um diese zu beseitigen. Außerdem lindert die Anti-Baby-Pille, die Beschwerden des prämenstruellen Syndrom (vgl. Fischetto Sax, 2013, S. 59). Doch durch die Einnahme treten auch negative sekundäre Effekte auf, die gerade in Bezug auf die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit ein Rolle spielen können. Beispielsweise Übelkeit und erhöhte Schmerzempfindlichkeit (vgl. Fischetto Sax, 2013, S. 66) und es liegen Studien vor, die einen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Progestin Levenorgestrel und der Erhöhung des Körperfettanteils gefunden haben (vgl. Dal`Ava et. al, 2012, S. 250). Es wird angenommen das Progestin einen verstärkenden Einfluss auf den Appetit, die Fetteinlagerung im Körper hat und einen negativen Einfluss auf die Stoffwechselrate des Körpers (vgl. Ishida et. al, 2002, S. 604; vgl. Galitzky Bouloumiè, 2013, S. 3). In Anbetracht der Risiken auf die Gesundheit, liegt durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille eine erhöhte Thrombosegefahr vor (vgl. Cyclotest, 2017).

2.2.3 Vor- und Nachteile der Anti- Baby Pille

Durch die verschiedenen Wirkungsweisen und Kombinationsmöglichkeiten des künstlichen Östrogens mit den Progestinen und durch die Unterschiede in der Dosis können aus sportlicher Sicht verschiedene Vor- und Nachteile der Anti-Baby Pille entstehen.

Vorteile (vgl. Fischetto Sax , 2013, S. 67)

- Empfängnisverhütung
- Linderung der Menstruationsschmerzen
- Menstruationszyklus Kontrolle in Hinblick auf Wettkämpfe
- Geringere Menstruationsblutung
- Erhöhte Mineraleinlagerun (Präventiver Effekt auf die Demineralisierung der Knochen)
- Verbesserte Neuromuskuläre Koordination
- Erhöhte Flexibilität

Nachteile (vgl. Fischetto Sax , 2013, S. 67)

- Körpergewichtszunahme
- Übelkeit und Blähgefühl
- Gefühl der Leistungsminderung
- Mögliche Amenorrhö nach dem Absetzen der Pille
- Atherogene Effekte (Ablagerungen von Fett, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Blutgefäßen)

2.3 Periodisierung in der Sportart Triathlon

Ein Triathlon Jahr dauert bei Jugendlichen zwischen 46 und 48 Wochen und bei Erwachsenen 48-50 Wochen (vgl. Pöller Moeller, 2014, S. 11). Die bedeutenste Trainingsperiode für den Jugend- Juniorenbereich liegt dabei im Zeitraum von Oktober bis Mai und die Wettkampfperiode befindet sich im Zeitraum von Juni bis September (vgl. Neumann et al., 2010, S. 143). Der Wettkampfzeitraum für Elite Athleten hat sich mit der kontinentalen Ausdehnung der Triathlon World Series (WTS) Rennen auf März bis September ausgeweitet. Das Ziel der Trainingsperiodisierung ist es, die Frequenz, die Dauer und die Intensität aller Belastungen zu steuern und die Erholung darauf abzustimmen (vgl. Friel, 2009, S. 40). Die Periodisierung des Trainingsjahres und dessen Bestandteile dient der optimalen Vorbereitung auf die sportlichen Jahresziele des/der Athleten/Athletin und fundiert auf sporwissenschaftlichen Erkenntnissen und Grundsätzen. Dazu gehören der Grundsatz der progressiven Überlastung, was als Modifizierung der Trainingsinhalte an das steigernde Leistunsungsniveau und stetige Verbesserung der physiologischen Leistungsfaktoren zu verstehen ist. Der Grundsatz der Spezifität und der Individualität besagt, dass das Training vom Allgemeinen zum Komplexen aufgebaut und an die individuellen Anforderungen des Sporttreibenden angepasst werden muss. Das Prinzip der Umkehrbarkeit ist im Kontext der Periodisierung so zu verstehen, dass die bereits realisierten Leistungsfortschritte aufrechterhalten werden müssen, während weitere Leistungsfaktoren verbessert werden (vgl. Friel, 2009, S. 41). Dabei ist die Jahresplanung nicht als wissenschaftliches Regelwerk zu vestehen, sondern als eine Orientierungshilfe für den Trainingsaufbau und die Trainingsdurchführung. Flexibilität und Anpassung sind wichtige Bestandteile einer Periodisierung. Es gibt verschiedene Varianten der Periodisierung zu denen die wellenförmige- und die umgekehrte lineare Periodisierung gehört. Diese sind im Kontext Triathlon nebensächlich, da sie eher im Amateur- und Kraftsport und für die Langdistanz Verwendung finden (vgl. Friel, 2009, S. 41). Im olympischen Triathlon wird in Deutschland weitestgehend das Trainingssystem der Einfach- und Mehrfachperiodisierung angewandt, die nicht linear abläuft, sondern in einer Sättigungskurve (vgl. Pöller Moeller, 2014, S. 56). Mit der Kontinuität der Anwendung der Einfachperiodisierung bis zur Mehrfachperiodisierung vom Jugendalter bis zu den Erwachsenen erreicht man einen langfristigen Leistungsaufbau, der als Mehrjahresaufbau zu definieren ist, da die Makrozyklen aufeinander aufbauen (vgl. Pöller Moeller, 2014, S. 51). Mit dem Einstieg in nationale Vergleichswettkämpfe in der Altersklasse Jugend B (14-15 Jahre) wird mit der Einfachperiodisierung begonnen. Ab der Altersklasse Jugend A (16-17 Jahre) und Junioren (18-19 Jahre) können sich die Athleten und Athletinnen für internationale Meisterschaften qualifizieren. In einem solchen Fall wird eine Zweifachperiodisierung angewandt (vgl. Pöller Moeller, 2014, S. 56). Durch die Verlängerung der Wettkampfperiode bei U23 und Elite Athleten und durch nicht planbare Qualifikationen für internationale Rennen im Verlauf der Saison, muss in einigen Fällen eine Mehrfachperiodiserung (Abbildung 4) stattfinden, da es zeitlich auseinander liegende Saisonhöhepunkte gibt und das Leistungshoch nicht über mehrer Monate aufrechterhalten werden kann (vgl. Schnabel et al., 2011, S. 432).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle { SEQ Tabelle \* ARABIC }: Periodisierungsmöglichkeiten

Aus: Pöller Moeller, 2014, S. 56

2.3.1 Aufbau und Zyklisierung der Trainingsperiodisierung

Der Trainingstag

Betrachtet man den Makrozyklus, der sich durch das gesamte Trainingsjahr definiert, so ist der Trainingstag im Kontext der Periodisierung die kleinste zeitliche Einheit. Im Laufe eines Trainingstages werden meist mehrere Trainingseinheiten absolviert. Diese Belastungen müssen an die individuellen Aktivitäten außerhalb des Sports (Studium, Schule etc.) abgestimmt werden, damit ein optimales Gleichgewicht zwischen Be- und Entlastung entsteht. Die Schwerpunkte der Trainingstage variieren dabei zwischen Entlastungs-, Umfangs-, Intensitäts-, Kombinations- und Ruhetag. Eine weitere Erläuterung über die Reihenfolge und Kombination verschiedener Trainingsmittel ist für die darzustellende Thematik irrelevant(vgl. Pöller Moeller, 2014, S. 51).

Die Trainingswoche (Mikrozyklus)

Die Trainingstage mit ihren Schwerpunkten sind immer im Zusammenhang mit den anderen Trainingstagen innerhalb einer Trainingswoche zu sehen. Um eine Überbeanspruchung der Sportler zu verhindern sollten innerhalb einer Woche 2 Entlastungstage geplant werden. Der gängige Rhythmus ist dabei der 3:1 : 2:1 Wechsel von Belastungstagen zu Entlastungstagen innerhalb eines Mikrozyklus (vgl. Pöller Moeller, 2014, S. 51). Der Rhythmus sollte in Hinblick auf Wettkämpfe flexibel variiert und angepasst werden. In der Trainingsplanung sollten verschiedene Schwerpunkte für die Mikrozyklen in Bezug auf die Fähigkeitsentwicklung betrachtet werden. Diese können die Entwicklung der allgemeinen Ausdauer, der Kraft und Schnelligkeit, der Grundlagen und Kraftausdauer und der wettkampfspezifischen Ausdauer sein (vgl. Neumannet al., 2010, S. 149).

Die Trainingsblock (Mesozyklus)

Ebenso wie die Trainingstage innerhalb eines Mikrozyklus miteinander in Beziehung stehen, so verknüpfen sich auch mehrere Mikrozyklen zu einem Mesozyklus. Ein Mesozyklus hat normalerweise die Länge von 4 Trainingswochen kann aber felxibel auf Wettkämpfe und Trainingslager angepasst werden. „Um eine optimale Adaption zu haben, werden normalerweise zwei 3:1- Mesozyklen hintereinander mit dem selben Schwerpunkt geplant“ (Pöller Moeller , 2014, S. 55). Die 3:1 Rhythmisierung ist auf die Relation von Belastungswochen zu Entlastungswochen (Abbildung 5) zu verstehen und gewährleistet die Entwicklung der Leistung. Wichtig für eine Höchstform zu einem gewünschten Zeitpunkt ist die Reihenfolge der Schwerpunkte der Mikrozyklen( Abbildung 5) und der Mesozyklen. Aus dieser Reihenfolge ergeben sich für Mesozyklen die Schwerpunkte der Herausbildung allgemeiner Leistungsgrundlagen, die Betonung der Grundlagen- und Kraftausdauerentwicklung und die die komplexe Fähigkeitsentwicklung und Ausprägung der Wettkampfleistung (vgl. Neumann et al., 2010, S. 148).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle { SEQ Tabelle \* ARABIC }: Beispiel der Belastungsschwerpunkte in einem akzentuierten Mesozyklus

Das Trainingsjahr (Makrozyklus)

Das Trainingsjahr ist die größte Einheit bzw. der größte Zyklus im Kontext der Periodisierung / Zyklisierung. Es wird ganz grob in drei Perioden aufgeteilt. Die Vorbereitungsperiode (VP), die Wettkampfperiode (WP) und die Übergangsperiode (ÜP) (Abbildung 6) (vgl. Neumann et al., 2010, S. 148). Diese Perioden unterteilen sich in kleinere Perioden, die wiederum aus mehreren Mesozyklen bestehen. Deren Schwerpunkte bauen ebenso aufeinander auf und stehen in Beziehung zueinander. So entsteht das Geflecht aus verschiedenen Zyklen und Perioden, die gemeinsam das Gerüst des Trainingsjahres bilden (Abbildung 6). Das Jahr beginnt mit der Vorbereitungsperiode, die sich wiederum in 3 Perioden gliedert. Die Vorbereitungsperiode 1 (VP1) bildet das Fundament für die spätere Leistung und hat mindestens eine Länge von 8 Trainingswochen (2 Mesozyklen), die im 3:1 Rhythmus ablaufen. Durch allgemeines und semispezifisches Training wird die aerobe Grundlagenausdauer in allen Disziplinen verbessert. Der Körper wird auf die physiologischen Belastungen des Trainingsjahres vorbereitet (vgl. Pöller Moeller , 2014, S. 56). In dieser Zeit werden auch Grundlagen im Kraft-, Technik-, Beweglichkeitsbereich entwickelt (vgl. Neumann et al., 2010, S. 148).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung { SEQ Abbildung \* ARABIC }: Grundprinzip des Jahresbelastungsaufbaus des Trainings Beispiel: Triathlon und Skilanglauf: aus Neumann et al., 2010S. 144.

In der daran angeknüpften VP2 kommt es zu einer Spezifizierung des Krafttrainings und Intensivierung des Trainings in den Bereich der aerob/anaeroben Schwelle. Die Gliederung der Trainingswochen ist die gleiche wie in der VP2, nur die Schwerpunkte ändern sich. Die nun folgenden VP3 ist kürzer als die Perioden zuvor und dauert 4-6 Wochen, was eine Variation der Gliederung ermöglicht (vgl. Pöller Moeller , 2014, S. 57). Eine Annäherung an die Wettkampf-geschwindigkeiten in den einzelnen Disziplinen findet statt, was eine häufigere Belastung im anaeroben Stoffwechselbereich und einen Rückgang des Trainingsumfangs zur Folge hat (vgl. Neumann et al., 2010, S. 148). Die nun folgende Wettkampfperiode von 4-6 Wochen ist geprägt durch den Erhalt der wettkamfspezifischen und allgemeinen Ausdauer (vgl. Pöller Moeller , 2014, S. 58). In diesem Zeitraum sollte die Jahreshöchstform erreicht werden. Die darauf folgende Übergangsperiode dient der Regeneration und chrakterisiert sich durch einen kalkulierten Leistungsrückgang aufgrund der mehrwöchigen Minimierung der sportlichen Aktivität auf nichtspezifische Trainingsmittel (vgl. Pöller Moeller , 2014, S. 59) . Liegt eine Zweifach- oder Mehrfachperiodisierung vor, so werden zwischen den Wettkampfperioden, Übergangsperioden und Vorbereitungsperioden eingebaut, die zur Erholung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit für die weiteren Saisonziele dienen (Abbildung 4).

3 Stand der Forschung

„Die Auswirkungen des Menstruationszyklus auf die Leistungsfähigkeit im Ausdauersport“ ist aus sportwissenschaftlicher Sicht ein kontrovers diskutiertes Thema, da es wissenschaftliche Studien gibt, die einen Effekt ermittelt haben (VGL. Campbell et. al, 2001, S. 821; vgl. Jurkowski et al., 1981, S. 1496) und es gibt ebenso Studien, die keinen Zusammenhang ermitteln konnten (vgl. Dombovy et al., 1987, S. 111; vgl. Lamont, 1986, S. 159). Insgesamt sind es weniger Studien, die eine Änderung der Leistungsfähigkeit im Ausdauersport in verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus bestätigt haben. Diese Uneinigkeit resultiert aus verschiedenen Faktoren. Gerade in älteren Studien wurde die Zyklusphase anhand des Tages oder Temperaturveränderungen festgelegt und nicht durch die Hormonkonzentration im Blut (vgl. Tsampoukos et. al, 2010, S. 660). Der Menstruationszyklus bei Atheltinnen ist schwer zu bestimmen, da es bei 12% der Zyklen nicht zu einem Eisprung kommt, was zu einer hormonellen Veränderung führt. Zusätzlich kommt es bei 43% der Zyklen von Sportlerinnen zu fehlerhaften Lutealphasen und zu unregelmäßig langen Follikularphasen (vgl. Fischetto Sax, 2013, S. 60). Folglich kann gesagt werden, dass, nicht alle Frauen, die regelmäßig menstruieren, auch regelmäßig ovulieren, was einen wissenschaftlichen Vergleich erschwert (vgl. De Souza et. al, 1998, S. 4221). Bei der Bestimmung des Zyklus durch Messung der basalen Körpertemperatur können Störfaktoren auftreten, welche die Messung beeinflussen, beispielsweise Stress, sportliche Aktivität und Krankheit (vgl. Cavada et. al, 2003, S. 208). Die valideste Methode für eine medizinische Bestimmung der Phase des Menstruationszyklus ist die Hormonkonzentration der Steroidhormone im Blut (vgl. Landgren et. al, 1980, S. 91). Viele der hormonellen Zusammenhänge des Menstruationszyklus und der Effekte auf die Leistungsfähigkeit sind bei Tierversuchen dargestellt worden (vgl. Campbell Febbraio, 2002, S. 1141) und sind nur bedingt auf den Menschen zu übertragen. Doch sie liefern einen Anhaltspunkt, der auf Auswirkungen des Menstruationszyklus hinweisen. Durch die hohe Anzahl an verschiedenen Hormonen im Blut im Verlauf des Zyklus muss auch die Relevanz der Relation der Hormone untereinander näher erforscht werden und deren Interaktion miteinander. Jacobs et al. ( (2005, S. 1728) ist der Meinung, dass gerade die Relation und Interaktion von Progesteron und Östrogen ein wichtiger Faktor sein kann, in Bezug auf die sekundären Auswirkungen dieser Hormone auf die Leistungsfähigkeit. Wenn die Relation von Östrogen und Progesteron entscheidend ist für die stärke der Effekte, dann ist dieser Faktor auch im Kontext der hormonellen Wirkung der Anti-Baby-Pille zu betrachten, denn dort kann die Konzentration und Relation der beiden Sexualhormone kontrolliert und angepasst werden. Betrachtet man den Stand der Technik in Bezug auf die Auswirkungen der Anti-Baby-Pille auf die Leistungsfähigkeit so treten ebenso kontroverse wissenschaftliche Erkenntnisse auf (vgl. Burrows, 2007, S. 571). Diese Uneinigkeit kann an den verschiedenen Methoden zur Bestimmung des Testtages innerhalb des Zyklus liegen, die Unterschiede des Testtages innerhalb der Phasen, an den unterschiedlichen Hormonkombinationen durch die verschiedenen Progestine und durch die Unterschiede in der Dosis der enthaltenen Hormone. Folglich liegen Unterschiede der Faktoren Wirkungsstärke und dem androgenen Faktor vor. Ein weiteres Problem ist die geringe Probandenanzahl der wissenschaftlichen Untersuchungen und das Fehlen von Langzeitstudien (vgl. Burrows, 2007, S. 571). Die meisten Studien werden im Labor mittels eines Rad- oder Laufergometertest durchgeführt. Dabei wird die Zeit bis zur Ausbelastung gemessen und Veränderungen dieser Zeit werden festgehalten (vgl. Dombovy et al., 1987, S. 112; Lavoie et al., 1987, S. 1085). Andere Studien arbeiten hingegen mit dem Time-Trial (Zeitfahren) Test, bei dem in einer bestimmten Zeit eine größtmöglcihe Strecke zurückgelegt werden muss oder eine vorgegebene Strecke in einer schnellstmöglichen Zeit (vgl. Oothuyse Bosch, 2010, S. 212). Der Time- Trial Test weist dabei mit 3.4 % einen signifikant geringeren Variationskoeffizienten (Abweichungskoeffizient) auf als der Test bis zur Ermüdung 14.1 (P=0,0018) (vgl. Gosens et al., 2015, S. 68). „Der Variabilitätskoeffizient gibt an, wie viel Prozent des arithmetischen Mittels die Standardabweichung beträgt“ (Uni-Kiel, 2007, S. 7). Hinzu kommt, dass sich die Belastungsintensitäten gemessen in Prozent am VO2-Max und die Belastungsdauer dieser Tests, in den verschiedenen wissenschaftlichen Studien unterscheiden. Der VO2-Max ist der Wert für den maximal verbrauchten Sauerstoff in der Muskulatur, während einer sportlichen Belastung. Zusätzlich stellt er einen Indikator für die Ausdauerfähigkeit einer Person dar (Pourcelot Vidal, 2017, S. 17). Abschließend bleibt zu sagen, dass es Hinweise auf Auswirkungen gibt, die in wenigen Fällen bestätigt worden sind und die es weiter zu erforschen gilt. Diese Auswirkungen werden im folgenden Verlauf dieser Arbeit ausführlich dargetsellt.

4 Die möglichen Auswirkungen des Menstruationszyklus

Alle hier dargestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind als mögliche Auswirkungen zu betrachten, da es in keinem der folgenden Auswirkungsbereiche einen wissenschaftlichen Konsens über die Effekte auf die Leistungsfähigkeit gibt.

4.1 Physiologische Veränderungen

4.1.1 Körpertemperatur-, Herzfrequenz-, Blutvolumen- und respiratorische Veränderungen

Veränderungen der Körpertemperatur im Laufe des Menstruationszyklus sind häufig und treten in rhythmischen Zyklen auf. Die basale Körpertemperatur erhöht sich nach der Ovulation um 0,3° bis 0,5 ° Celsius und hält diese Temperatur über die Lutealphase (vgl. Hovath & Drinkwater, 1982, S. 792; Marshall, 1963, S. 103) hinweg. Einige Studien haben einen Temperaturanstieg bereits in der späten Follikelphase gemessen. Davis & Fugo (1948, S. 559) stellten diesen Temperaturanstieg bei weniger als 50% der Probandinnen fest und Marshall (1963, S. 103) bei 10%. Hier wird ein Zusammenhang zwischen der Temperaturerhöhung und dem Konzentrationsanstieg des Sexualhormons Progesteron vermutet (vgl. Montain & Coyle, 1992, S. 1346), wobei der Anstieg in der späten Follikelphase auf die Abhängigkeit von Östrogen schließen lässt. Die Ergebnisse der Studien von Gorman (1984, S. 441) und Montain (1992, S. 1340) lassen zusätzlich einen Zusammenhang zwischen erhöhter Körpertemperatur und erhöhter Herzfrequenz vermuten. Jose, Stitt & Collison (1970, S. 488) präzisieren diesen Zusammenhang mit der Hypothese, dass die Erhöhung der Körpertemperatur um 1 ° Celsius, zu einer gleichzeitigen Erhöhung der Herzfrequenz um 7 Schläge führt. Die Herzfrequenz in Ruhe ist in der Lutealphase leicht erhöht, während Messungen unter Belastung keine Veränderungen gefunden wurden (vgl. McCracken, 1994, S. 175). Die Veränderungen der Herzfrequenz und der Körpertemperatur in der Lutealphase werden mit einem erhöhten Bluplasma Volumen und einer erhöhten Ventilation in Verbindung gebracht (vgl. Sawka, 1999, 167). Der Gesamtzusammenhang wird darin vermutet, dass unter Belastung eine Konkurrenz zwischen den Muskeln und der Haut entsteht. Die beanspruchte Muskulatur muss mit Blut versorgt werden, während die Haut die erhöhte Körpertemperatur regulieren muss und auf äußere Temperatureinflüsse reagiert. Dies äußert sich durch eine bessere thermoregulatorische Verträglichkeit in der MLP, welche sich durch verbesserte Wasserabsonderung (Schweiß) darstellen lässt, welche mit einer Gefäßerweiterung einhergeht (vgl. Hessemer & Bruck, 1985, S. 1911 ). Andere Studien haben dazu in der MLP eine erhöhte Ventilation (vgl. Jurkowski et al., 1981, S. 1496; Williams & Krahenbuhl, 1997, S. 1609) und einen niedrigeren CO2-Partialdruck festgestellt (vgl. Preston, Heenan & Wolfe, 2001, S. 486), was mit einer niedrigeren Säuerung im Blut einhergeht (vgl. Güllich & Krüger, 2013, S. 183). Dies liegt daran, dass der CO2-Partialdruck den Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut darstellt und ein höherer CO2 Partialdruck mit einer höheren Blutsöuerung einhergeht (Neumann & Hottenrott, 2002, S. 254). Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Veränderungen der Herzfrequenz, der Körpertemperatur und der Atemfunktion gemeinsam in der Lutealphase auftreten und in Zusammenhang stehen könnten. Die Veränderungen der Atemfunktion schließen nicht nur die Ventilation und den CO2-Partialdruck mit ein, da es ebenfalls zu Veränderungen im VO2-Max zwischen den Phasen gekommen ist. So haben Lebrun et al. (1995, S.437) in der Lutealphase einen niedrigeren VO2 Max festgestellt bei gleicher Leistung. Weitergehend haben Jasrotia, Kanchan & Harsoda (2016, S. 233) einen erhöhten maximalen Atemdruck und ein längeres Anhalten der Luft in der LP gemessen. Andere Studien stellten einen niedrigeren Respiratorischen Quotienten (RQ) fest (vgl. Nicklas et al., 1989, S. 266), der das Verhältnis zwischen abgegebenen Kohlenstoffdioxid und aufgenommenem Sauerstoff darstellt (vgl. Hollmann, 2006, S. 93). Insgesamt kann es zu einigen Verbesserungen der respiratorischen Parameter in Ruhe, während der Lutealphase kommen (vgl. Robert, 1981, S. 1302). Neben dem Zusammenhang zwischen den Veränderungen der Herzfrequenz, den respiratorischen Veränderungen und der Körpertemperatur in der Lutealphase, wird zusätzlich ein Zusammenhang mit der Erhöhung des Blutplasmavolumens zur gleichen Zeit vermutet (Janse De Jonge, 2003, S. 842). Fortney et al. (1994, S. 435) ermittelten eine Erhöhung des Blutplasmavolumens 2 Tage vor der Ovulation in der LFP und eine weitere Erhöhung, die sich über die gesamte Lutealphase zieht. Diese Ergebnisse wurden durch die Befunde von Gaebelein & Senay (1982, S. 1) ergänzt, die einen schnelleren Blutplasmaabfall in der FFP unter Belastung feststellten. Diese Ergebnisse lassen einen Zusammenhang mit dem sexualhormon 17ß-Östradiol vermuten, da die Veränderungen meist mit Konzentrationsspitzen dieses Hormons einhergehen. Bei keiner der genannten Messungen kam es zu einer Verbesserung der Leistungsparameter, doch sie bieten einen Anhaltspunkt für die Wirkung der weiblichen Hormone des Menstruationszyklus.

[...]

Ende der Leseprobe aus 101 Seiten

Details

Titel
Menstruationszyklus und sportliche Leistungsfähigkeit. Welche Auswirkungen sind in der Sportart Triathlon zu beachten?
Autor
Jahr
2019
Seiten
101
Katalognummer
V445245
ISBN (eBook)
9783960954705
ISBN (Buch)
9783960954712
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menstruationszyklus, Leistungsfähigkeit, Ausdauersport, Triathlon, Trainingsperiodisierung, Verhütungsmittel
Arbeit zitieren
Micha Zimmer (Autor), 2019, Menstruationszyklus und sportliche Leistungsfähigkeit. Welche Auswirkungen sind in der Sportart Triathlon zu beachten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445245

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