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Sekundäre Traumatisierung bei Pflegeeltern. Kann die Arbeit mit traumatisierten Pflegekindern zu eigenen Belastungsstörungen führen?

Title: Sekundäre Traumatisierung bei Pflegeeltern. Kann die Arbeit mit traumatisierten Pflegekindern zu eigenen Belastungsstörungen führen?

Textbook , 2019 , 132 Pages

Autor:in: Heinrich Bellinghausen-Thomas (Author)

Social Work
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Pflegefamilien bieten traumatisierten Kindern ein neues Zuhause. Dort erfahren sie Schutz und Geborgenheit. Doch manche Traumata sind dauerhaft. Mehr noch: Die Erlebnisse der Kinder können auch die Psyche ihrer Pflegeeltern beeinflussen.

Wie aber können Pflegeeltern einer Sekundären Traumatisierung entgehen? Und wie einen bereits ausgelösten Traumaprozess bewältigen? Heinrich Bellinghausen-Thomas widmet sich einem Thema, das sonst im Verborgenen bleibt.

Seine Publikation erklärt, welche pädagogischen Maßnahmen weiterhelfen. Pflegeeltern sollten nicht nur familiären, sondern auch professionellen Rat einholen. Bellinghausen-Thomas stellt die verschiedenen Optionen vor und geht auch auf Maßnahmen zur Prävention ein.

Aus dem Inhalt:
- Kinder und Jugendliche;
- Sekundäre Traumatisierung;
- Indirekte Traumatisierung;
- Posttraumatische Belastungsstörung;
- Pflegeelternschaft;
- Ersatzfamilie

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

2 Trauma

2.1 Trauma – eine Klärung des Begriffs

2.2 Entstehung von Traumata und Typologie ihrer Faktoren

2.2.1 Objektiver Zugang zum Trauma

2.2.2 Subjektiver Zugang zum Trauma

2.3 Neurobiologische Mechanismen

2.4 Verlauf psychischer Traumatisierungen

2.4.1 Schockphase

2.4.2 Einwirkungsphase

2.4.3 Erholungsphase

2.4.4 Akute Belastungsstörungen und PTBS

2.4.5 Integrationsformen akuter und posttraumatischer Belastungsstörungen

2.4.6 Weitere mögliche Folgen von PTBS

2.5 Abwehrmechanismen und Bewältigungsstrategien (Coping)

2.6 Folgen traumatischer Erfahrungen in der Entwicklung von Kindern

2.6.1 Kindliche Hirnentwicklung

2.6.2 Entwicklungsverzögerungen und Entwicklungsrückschritte

2.6.3 Störungen im Beziehungs- und Bindungsverhalten

3 Sekundäre Traumatisierung

3.1 Kernbegriffe der Sekundären Traumatisierung

3.1.1 Sekundäre Traumatisierung, Sekundärer traumatischer Stress, Sekundäre traumatische Belastungsstörungen

3.1.2 Abgrenzung der ST zu verwandten Begriffen

3.2 Besondere Schutz- und Belastungsfaktoren

3.3 Stand der ST-Forschung

3.4 ST bei Psychotherapeut_innen und anderen im beruflichen Kontext mit Traumaopfern arbeitenden Menschen

3.4.1 ST in der Betreuung psychisch beeinträchtigter Menschen

3.4.2 ST in der Kinder- und Jugendhilfe

3.4.3 ST in der Arbeit mit magersüchtigen jungen Frauen

3.4.4 ST in der Arbeit mit Folterüberlebenden

4 Pflegekinder

4.1 Lebenswelt der Kinder

4.2 Herkunftssysteme

4.3 Kindeswohlgefährdung, Inobhutnahme und was folgt

5 Pflegefamilien

5.1 Professionelle Betreuung in bewusst unprofessionellem Rahmen

5.2 Formen der Pflege

5.2.1 Ergänzungsfamilie vs. Ersatzfamilie

5.2.2 Rechtlicher Hintergrund verschiedener Formen von Pflegefamilien

5.2.3 Regionale Disparitäten

5.3 Besondere Herausforderungen einer Pflegeelternschaft

5.3.1 Integration von Pflegekindern in Ersatzfamilien

5.3.2 Unverständliches Agieren und Negativismus von Pflegekindern

5.3.3 Das Paralleluniversum der Herkunftsfamilie

5.3.4 Weitere Faktoren für das Gelingen oder Scheitern von Pflegefamilien

6 Prävention und Selbstschutz der Pflegeeltern vor ST

6.1 Persönlicher Bezugsrahmen – Fähigkeiten im Umgang mit sich selbst

6.2 Organisationsspezifische Präventionsmöglichkeiten

6.3 Begegnung intrusiver bildlicher Vorstellungen

7 Fazit

7.1 Kernaussagen der einzelnen Kapitel

7.2 Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Risiko von Pflegeeltern, durch die sekundäre Traumaexposition bei der Betreuung traumatisierter Pflegekinder selbst Belastungsstörungen zu entwickeln. Dabei wird analysiert, welche protektiven und risikobehafteten Faktoren in diesem speziellen System wirken und wie Präventionsstrategien zur Unterstützung der Pflegeeltern gestaltet sein sollten.

  • Psychotraumatologische Grundlagen und Folgen bei Kindern
  • Konzepte der sekundären Traumatisierung (ST, Compassion Fatigue, Vicarious Traumatization)
  • Belastungen und Anforderungen im Pflegefamilien-Alltag
  • Präventions- und Selbstschutzstrategien für Pflegeeltern
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Kindesschutz bei Pflegeverhältnissen

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Schockphase

Entwickelt sich im Zusammenspiel der antezedenten und situativen Komponenten aus einer traumatischen Situation heraus ein Schock, kann diese erste Phase des Ablaufs je nach der Konstellation zusätzlicher belastender wie schützender Faktoren zwischen einer Stunde bis hin zu maximal einer Woche andauern (Fischer/Riedesser 2012: 170). Die körperlichen Reaktionen in einer derartigen Extremsituation sind, wie im Kapitel 2.3 dargestellt, höchst komplex und rufen bei den Traumatisierten sehr unterschiedliche Reaktionen hervor. Im Zuge der hormonellen Prozesse über die HPA-Achse sorgen Adrenalin und Noradrenalin für eine Erhöhung des Blutdrucks und des Pulses. Die Muskeln werden innerhalb von wenigen Millisekunden durch eine erhöhte Durchblutung mit zusätzlichem Sauerstoff und Blutzucker versorgt und bieten den Betroffenen eine wichtige Ressource zu den beiden Reaktionsoptionen „Kampf“ oder „Flucht“ (Fight or Flight).

Welche dieser Optionen dann tatsächlich ausgeführt wird, liegt weniger in der Entscheidungskompetenz der betroffenen Personen, als vielmehr in neuronalen und hormonellen Prozessen des autonomen Nervensystems. Jene Flucht- oder Kampf-Reaktionen sind Relikte der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen. Das Großhirn ist an diesem Prozess zunächst nicht beteiligt, allein das Stammhirn steuert die Reaktionen. Dennoch haben auch personen- und situationsspezifische Faktoren einen Einfluss darauf, wie genau die Reaktionskette des Stammhirns abläuft. In günstiger Dispositionslage könnte jene Reaktionskette bspw. erst dann in Gang gesetzt werden, wenn sich zusätzlich zum Stammhirn auch der Präfontale Cortex eingeschaltet hat und sich so Sinneseindrücke aus der Situation angemessener in die Reaktionsentscheidung integrieren lassen. Greifen all diese Faktoren, und gestalten sich die darauf folgenden Reaktionen von „Fight“ oder „Flight“ erfolgreich, kommt es im optimalen Verlauf erst gar nicht zu einer Traumatisierung (vgl. Huber 2012: 41 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der sekundären Traumatisierung ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie das Ziel der Arbeit, Pflegeeltern bei der Belastungsbewältigung zu unterstützen.

2 Trauma: In diesem Kapitel werden die psychotraumatologischen Grundlagen, die Entstehungsmechanismen von Traumata sowie deren Phasenverlauf und die speziellen Folgen für die kindliche Entwicklung erläutert.

3 Sekundäre Traumatisierung: Dieses Kapitel definiert Kernbegriffe wie Sekundäre Traumatisierung, Mitgefühlserschöpfung und Indirekte Traumatisierung und grenzt diese durch eine vergleichende Analyse voneinander ab.

4 Pflegekinder: Der Fokus liegt hier auf der komplexen Lebenswelt von Pflegekindern, ihren traumatischen Vorerfahrungen in Herkunftssystemen und den Folgen für Bindungsverhalten und psychische Gesundheit.

5 Pflegefamilien: Dieses Kapitel beleuchtet die Anforderungen an Pflegeeltern, die verschiedenen Formen der Pflege und die besonderen Herausforderungen bei der Integration der Kinder sowie bei Besuchskontakten.

6 Prävention und Selbstschutz der Pflegeeltern vor ST: Hier werden Strategien zur Psychohygiene und zum Selbstschutz auf individueller und organisatorischer Ebene diskutiert, um sekundäre Traumatisierungen bei Pflegeeltern zu vermeiden.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen, zieht Schlussfolgerungen hinsichtlich des Kindesschutzes und identifiziert den großen Bedarf an weiterer Forschung im Bereich Pflegefamilien.

Schlüsselwörter

Sekundäre Traumatisierung, Pflegeeltern, Pflegekinder, Trauma, Kindeswohl, Bindungsstörungen, Psychotraumatologie, Burnout, Mitgefühlserschöpfung, Indirekte Traumatisierung, Prävention, Selbstschutz, Belastungsstörungen, Kinderschutz, Resilienz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der sekundären Traumatisierung bei Pflegeeltern, die im Zuge der Betreuung von traumatisierten Kindern selbst sekundär traumatische Belastungsstörungen entwickeln können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören psychotraumatologische Grundlagen, die wissenschaftliche Definition sekundärer Traumatisierung, die spezifische Lebenswelt von Pflegekindern und die Anforderungen an Pflegeeltern sowie Möglichkeiten der Prävention.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, wie groß die Gefahr für Pflegeeltern ist, durch die sekundäre Traumaexposition in der Arbeit mit traumatisierten Kindern eigene Belastungsstörungen zu entwickeln, und welche Faktoren dabei eine schützende oder verstärkende Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Bachelor-Thesis, die den aktuellen wissenschaftlichen Stand anhand von Fachliteratur und psychotraumatologischen Theorien analysiert und auf den spezifischen Kontext der Pflegefamilie überträgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Traumabegriffs, die Analyse der verschiedenen Konzepte sekundärer Traumatisierung, eine Bestandsaufnahme der Belastungssituation in Pflegefamilien und eine Ableitung von Präventionsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sekundäre Traumatisierung, Pflegeeltern, Kindeswohlgefährdung, Psychotraumatologie, Bindungsverhalten, Prävention und Selbstschutz.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Ergänzungs- und Ersatzfamilie für Pflegeeltern wichtig?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie die Rolle und die rechtliche Einordnung der Pflegeeltern sowie den Umgang mit der Herkunftsfamilie definiert, was wiederum direkte Auswirkungen auf die Belastungssituation und das Identitätsverständnis der Pflegeeltern hat.

Welche Rolle spielt die Supervision für den Selbstschutz von Pflegeeltern?

Die Arbeit weist darauf hin, dass Supervision – ähnlich wie in therapeutischen Berufen – ein probates Mittel zur Stärkung der psychischen Gesundheit und zum Schutz vor sekundärer Traumatisierung darstellt, bisher jedoch in der Vollzeitpflege noch zu selten standardisiert angeboten wird.

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Details

Title
Sekundäre Traumatisierung bei Pflegeeltern. Kann die Arbeit mit traumatisierten Pflegekindern zu eigenen Belastungsstörungen führen?
Author
Heinrich Bellinghausen-Thomas (Author)
Publication Year
2019
Pages
132
Catalog Number
V445369
ISBN (eBook)
9783956877193
ISBN (Book)
9783956877216
Language
German
Tags
Trauma Traumatisierung Traumaphasen Traumafolgen Belastungsstörungen PTBS STBS sekundäre Traumatisierung vicarious traumatization compassion fatigue Pflegeeltern Pflegekinder Pflegefamilie Ergänzungsfamilie Ersatzfamilie Figley Pearlman Daniels Nienstedt Westemann Pflegeelternschaft Posttraumatische Belastungsstörung Indirekte Traumatisierung Kinder und Jugendliche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heinrich Bellinghausen-Thomas (Author), 2019, Sekundäre Traumatisierung bei Pflegeeltern. Kann die Arbeit mit traumatisierten Pflegekindern zu eigenen Belastungsstörungen führen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445369
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