Internet, Fernsehen, Zeitungen und Bücher sind nur einige Beispiele für Medien, mit denen Menschen sich Informationen und Wissen aneignen können. Der technologische Wandel produziert eine große Menge an Informationen. Doch Informieren ist nicht gleich Wissen. Man steht heute unter einem großen Druck innerhalb vieler Informationen die jeweils relevanten herauszufiltern und sich ein möglichst zukunftsfähige Wissen anzueignen. Das geht nicht nur Menschen, sondern auch Organisationen jeder Art so. Eignet sich ein Mensch Wissen an, so spricht man von „Lernen“, gilt das auch, wenn Organisationen sich Wissen aneignen?
Die vorliegende Arbeit soll dies klären. Dazu wird erläutert, was Organisationen kennzeichnet, ob sie lernen können, und wenn ja, wie sie dies tun können. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die praxisrelevanten Instrumente eines Wissensmanagement-Modell, das aus verschiedenen Phasen bzw. Bausteinen besteht, zu geben. Grundlegend für diese Arbeit ist das Baustein-Modell von Probst/Raub/Romhardt, es wird durch Anregungen anderer Autoren ergänzt. Bevor das Baustein-Modell erläutert wird, werden wir Grundlagen einer lernenden Organisation und des Wissensmanagementes erläutern. Bei der Vorstellung der einzelnen Phasen bzw. Bausteine sollen besonders die Instrumente für eine Umsetzung in der Praxis betont und einige Beispiele vorgestellt werden.
Die Beispiele sind nicht auf Weiterbildungsinstitutionen begrenzt, sondern stammen aus dem umfassenden Spektrum verschiedener Organisationen. Für Weiterbildungseinrichtungen gilt es jedoch, das Konzept einer lernenden Organisation „vorzuleben“, denn wer Bildungs- und Wissensvermittlung anbietet, der sollte sich gerade im Wissensmanagement profilieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wissensmanagement als Basiskompetenz einer lernenden Organisation
2.1 Merkmale einer lernenden Organisation
2.1.1 Können Organisationen lernen?
2.1.2 Warum müssen sie lernen?
2.1.3 Welche Fähigkeiten bezeichnen eine lernende Organisation?
2.2 Grundlagen des Wissensmanagement in der lernenden Organisation
2.2.1 Zeichen-Daten-Information-Wissen
2.2.2 Wissensarten
2.2.3 Modelle des Wissensmanagement
2.2.4 Zusammenhang zwischen Wissensmanagement und organisationalem Lernen
3 Die Bausteine des Wissensmanagementes und Umsetzungsbeispiele
3.1 Wissenziele definieren
3.2 Wissen identifizieren
3.3 Wissen erwerben
3.3.1 Externes Wissen erwerben
3.3.2 Internes Wissen erwerben
3.4 Wissen entwickeln
3.5 Wissen (ver)teilen
3.6 Wissen nutzen
3.7 Wissen speichern und löschen
3.8 Wissen bewerten und Rückkopplung mit Zielen
4 Zusammenfassung
5 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Wissensmanagement als grundlegende Kompetenz für eine lernende Organisation fungieren kann. Ziel ist es, ein Verständnis für die praxisrelevanten Instrumente eines Wissensmanagement-Modells zu vermitteln, wobei insbesondere das Baustein-Modell von Probst, Raub und Romhardt im Zentrum steht.
- Grundlagen einer lernenden Organisation und organisationales Lernen.
- Die acht Phasen des Wissensmanagement-Baustein-Modells.
- Methoden der Wissensidentifikation, -entwicklung und -teilung.
- Praxisbeispiele aus verschiedenen Organisationen zur Implementierung von Wissensmanagement.
- Die Rolle der Zielsetzung und Bewertung bei der Steuerung von Wissensprozessen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Wissensziele definieren
„Erst wenn konkrete Ziele für organisationales Wissen entwickelt werden, kann organsiationales Lernen effizient erfolgen“30 Probst/Raub/Romhardt unterscheiden dabei die drei Zielebenen normativ, strategisch und operativ. Auf der normativen Ebene werden die Vorraussetzungen für die zwei nachfolgenden Zielebenen geschaffen, sie wird durch eine wissensorientierte Unternehmenskultur und durch den persönlichen Einsatz des oberen Managementes bestimmt.31 Es muss gelingen ein Wissensleitbild aufzubauen, das Mitarbeiter zu einem bestimmten Verhalten anleitet und Anreizmechanismen auf monetärer und nicht monetärer Seite zu schaffen, die Wissensumschlag belohnen.32
Auf der strategischen Zielebene werden ein zukünftiges Fähigkeitsprofil, organisationales Kernwissen und Organisations- und Managementstrukturen definiert.33 Die operativen Wissensziele sichern die Umsetzung des Wissensmanagements, übersetzen die Ziele der oberen Zielebenen in konkrete umsetzbare Teilziele, verbessern die Infrastrukturen des Wissensmanagements und regeln eventuelle Interventionen in der Organisationsstruktur.34Diese Ziele sollten, so Oelsnitz und Hahmann, nicht nur vom Management nach unten verordnet werden, sondern auch durch den Dialog mit unteren Hierarchieebenen festgelegt werden.35
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Wissen im technologischen Wandel ein und formuliert das Ziel, die Instrumente des Wissensmanagements in lernenden Organisationen anhand eines Baustein-Modells zu erläutern.
2 Wissensmanagement als Basiskompetenz einer lernenden Organisation: Dieses Kapitel klärt, ob und warum Organisationen lernen müssen, definiert die Merkmale einer lernenden Organisation und legt die theoretischen Grundlagen des Wissensmanagements dar.
3 Die Bausteine des Wissensmanagementes und Umsetzungsbeispiele: Der Hauptteil beschreibt detailliert die acht Bausteine von Wissenszielen bis zur Bewertung und ergänzt die theoretischen Aspekte durch konkrete Praxisbeispiele aus verschiedenen Unternehmen.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass erfolgreiches Wissensmanagement einen dynamischen Regelkreis darstellt, der eine nutzerfreundliche Infrastruktur erfordert, um individuelles Wissen kollektiv nutzbar zu machen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, lernende Organisation, organisationales Lernen, Baustein-Modell, Wissensziele, Wissensidentifikation, Wissenstransfer, Wissensnutzung, Wissensbewertung, Wissensbasis, Organisationspsychologie, Wissenslogistik, Innovationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Wissensmanagement als wesentliche Basiskompetenz für Organisationen, um in einem dynamischen Umfeld lernfähig und damit erfolgreich zu bleiben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des organisationalen Lernens, die verschiedenen Wissensarten sowie die praktische Umsetzung von Wissensmanagement durch ein achtplasiges Baustein-Modell.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über praxisrelevante Instrumente des Wissensmanagements zu geben, um Wissen innerhalb einer Organisation systematisch zu identifizieren, zu entwickeln, zu verteilen und zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei primär das Baustein-Modell von Probst, Raub und Romhardt angewandt und durch ergänzende Theorien und empirische Praxisbeispiele illustriert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die acht Phasen des Wissensmanagements: Zielsetzung, Identifikation, Erwerb, Entwicklung, Verteilung, Nutzung, Bewahrung/Löschung sowie Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, lernende Organisation, organisationales Lernen, Baustein-Modell und Wissensbasis sind die zentralen Begriffe.
Wie unterscheiden sich Wissensziele auf verschiedenen Ebenen?
Es wird zwischen normativen Zielen (Kultur), strategischen Zielen (Fähigkeitsprofil/Kernwissen) und operativen Zielen (konkrete Umsetzung und Infrastruktur) unterschieden.
Warum ist das "Verlernen" von Wissen wichtig?
Veraltetes Wissen kann zu Fehlentscheidungen führen; daher ist die Selektion und das Löschen von nicht mehr benötigtem Wissen ein kritischer Baustein, um die Relevanz der Wissensbasis zu erhalten.
- Quote paper
- Florian Böttcher (Author), 2004, Wissensmanagement - Eine Basiskompetenz einer lernenden Organisation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44547