Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › English Language and Literature Studies - Literature

Frühneuzeitliche Komödien im Vergleich

Title: Frühneuzeitliche Komödien im Vergleich

Examination Thesis , 2005 , 81 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Astrid Gleisberg (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit stellt einen Vergleich von jeweils zwei Komödien der beiden Autoren an: Volpone und The Alchemist von Ben Jonson und A Midsummer Night’s Dream sowie As You Like It von William Shakespeare. Da alle vier Werke in einem Zeitraum von nur fünfzehn Jahren in England entstanden sind und gleichermaßen als Komödien bezeichnet werden, liegt die Annahme nahe, sie seien sich im thematischen Aufbau ähnlich, gerade auch, weil Shakespeare und seine Schauspieltruppe, die Lord Chamberlain’s Men bzw. die King’s Men, einige von Jonsons Stücken aufgeführt haben.
Das Ziel dieser Arbeit ist, einen Vergleich der vier Stücke durch eine umfassende Analyse durchzuführen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszustellen. Die dabei zu Grunde liegende These ist, dass sich trotz des vorherrschenden Bildes von Jonson als „Satiriker“ und Shakespeare als „Romantiker“ überraschende Ähnlichkeiten in ihren Komödien finden lassen, die die zentralen Themen des Dramas der Renaissance widerspiegeln. Dabei erhebt diese Arbeit keinen normativen Anspruch darauf, einen der beiden Autoren in einem besonderen Licht darzustellen. Das Augenmerk wird vielmehr darauf gelenkt, wie die Stücke auf das Publikum wirken, indem verschiedene Ebenen von Theatralität sowie die Rolle von Fantasie und Realität auf Handlungsebene, aber auch der Ebene der Charaktere angesprochen werden. Als Ausgangsbasis für den Vergleich dient Jonsons Komödie Volpone. Die Auswahl der Vergleichskriterien beschränkt sich auf die genannten, die sich auf das Schein und Sein, auf Illusion und Wahrheit beziehen. Damit werden längst nicht alle Aspekte abgedeckt, die man zu einem umfassenden Vergleich heranziehen könnte. Unberücksichtigt bleiben z.B. das Thema der Liebe, welches bei Shakespeare sicherlich eine bedeutendere Stellung einnimmt als bei Jonson, sowie die Clowns und Fools und andere komische Strukturen auf sprachlicher Stufe und Figurenebene. Auch eine geschlechtsspezifische Analyse kann in dieser Arbeit nur am Rande geleistet werden, in diesem Fall jedoch besonders bei As You Like It.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 EINFLÜSSE AUF DIE KOMÖDIEN DER FRÜHNEUZEIT

2.1 Ein Versuch der Einordnung und die Begriffe „New and Old Comedy“

2.2 Jonsons moralischer und didaktischer Anspruch

3 TEXTANALYSE

3.1 Verkleidung, Täuschung und Verwirrung – Theatralität in den Komödien

3.1.1 Volpone – ein Virtuose des Rollenspiels

3.1.2 Mosca als Volpones Inspizient

3.1.3 Oberon und Puck: Das Drama der Nacht

3.1.4 The Alchemist – Subtle, Face und Dol

3.1.5 Surlys Auftritt als Spanier

3.1.6 Rosalind – so, wie es ihr gefällt

3.1.7 Jaques als Satiriker?

3.2 Verschiedene Ebenen der Realität und die Rolle der Fantasie

3.2.1 Die Zuschauer des Dream und die Illusion der Bühne

3.2.2 Das Spiel im Spiel: Pyramus and Thisbe

3.2.3 Die Liebespaare im Wald – ein Traum oder Realität?

3.2.4 Die Kunden in The Alchemist

3.3 Die Enden der Komödien

3.3.1 Jonsons Volpone – ein „falsches“ Ende?

3.3.2 Lovewits Haus am Ende von The Alchemist

3.3.3 Shakespeares Dream – mehr als ein romatisches „Happy End“?

3.3.4 As You Like It – Rosalinds Epilog

4 FAZIT

5 LITERATUR

5.1 Primärtexte

5.2 Sekundärtexte

5.3 Nachschlagewerke und Lexika

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht vier Komödien der Frühneuzeit – Volpone und The Alchemist von Ben Jonson sowie A Midsummer Night’s Dream und As You Like It von William Shakespeare – hinsichtlich ihrer theatralischen Struktur. Dabei geht die Forschungsfrage der These nach, dass trotz der gängigen Kategorisierung von Jonson als Satiriker und Shakespeare als Romantiker überraschende Ähnlichkeiten in der Darstellung von Theatralität sowie der Verschränkung von Schein und Sein existieren.

  • Vergleich von Rollenspiel, Verkleidung und Täuschung in den ausgewählten Werken.
  • Analyse der verschiedenen Ebenen von Realität, Fantasie und Illusion.
  • Untersuchung der metatheatralischen Elemente und der Zuschauerinteraktion.
  • Bewertung der Enden der Komödien im Kontext ihrer moralischen und theatralischen Funktion.
  • Hinterfragung der traditionellen Gegensätze zwischen Jonsons und Shakespeares Komödienkonzepten.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Volpone – ein Virtuose den Rollenspiels

„I will begin e’en now to vex ’em all“(V, I, 57)29. Die Worte Volpones am Anfang des fünften Akts spiegeln vielleicht am deutlichsten seine Leidenschaft wieder: ein Leben als Rollenspieler, der aus jeder Situation eine Bühne macht und die Hauptrolle übernimmt. Seine Befriedigung besteht darin, andere so überzeugend zu täuschen, dass er sich eigene Vorteile davon verschaffen kann. Er und sein Handlanger Mosca arbeiten pausenlos an ihrem Projekt, großen Reichtum zu erlangen. Volpone simuliert einen alten, reichen Venezianer, der kurz vor dem Tode steht. In der Hoffnung auf Erbschaft kommen mehrere Besucher vorbei, die ihm teure Geschenke bringen und damit ihren eigenen Reichtum riskieren. Natürlich werden sie betrogen. Schon am Anfang des Stückes schwelgt Volpone in seiner Fähigkeit, seine Besucher zu täuschen und daraus Profit zu schlagen.

All which I suffer, playing with their hopes, And am content to coin ‘em into profit, And look upon their kindness, and take more, And look on that; still bearing them in hand, Let the cherry knock against their lips, And draw it by their mouth, and back again. (I, i, 85-90)

Volpone spielt mit seinen Gästen – oder besser noch: Opfern – so dreist, dass es fast ein sadistisches Vergnügen darstellt. Dennoch darf auch die Dreistigkeit der Besucher nicht unterschätzt werden, denn sie kommen ja nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern um ihren Reichtum durch eine Erbschaft zu vergrößern. So vergewissert sich Voltore, der erste Besucher, „Pray thee, hear me, / Am I inscribed his heir for certain?“ (I, iii, 33-4) und wähnt sich in Sicherheit, der alleinige Erbe zu sein: „Happy, happy me!“ (48).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Hinführung zum Vergleich der Komödien von Ben Jonson und William Shakespeare sowie Darlegung der These und der methodischen Vorgehensweise.

2 EINFLÜSSE AUF DIE KOMÖDIEN DER FRÜHNEUZEIT: Untersuchung der Gattungstraditionen von Alter und Neuer Komödie sowie des spezifischen moralischen Anspruchs Jonsons.

3 TEXTANALYSE: Kernkapitel mit detaillierter Untersuchung der Theatralität, der Realitätsebenen und der Komödienenden anhand der vier ausgewählten Primärtexte.

4 FAZIT: Zusammenführende Betrachtung der Analyseergebnisse und Bestätigung der These, dass Theatralität als verbindendes Element über die oberflächlichen Gattungsunterschiede hinausgeht.

5 LITERATUR: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Nachschlagewerke.

Schlüsselwörter

Frühneuzeit, Komödie, Ben Jonson, William Shakespeare, Theatralität, Rollenspiel, Verkleidung, Täuschung, Illusion, Realität, Fantasie, Metatheatralität, Satire, Identität, Renaissancedrama

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Hausarbeit vergleicht ausgewählte Komödien von Ben Jonson und William Shakespeare auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich ihrer theatralen Struktur und Darstellungsweise.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Themenfelder sind die Theatralität als konstitutives Element der Stücke, der Umgang mit Rollenspiel und Verkleidung sowie die Interaktion zwischen den Ebenen von Schein, Realität und Illusion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die gängige Einordnung von Jonson als Satiriker und Shakespeare als Romantiker zu hinterfragen und gemeinsame metatheatralische Strukturen aufzuzeigen, die beide Autoren teilen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine umfassende Textanalyse angewandt, die durch die Auseinandersetzung mit der literaturwissenschaftlichen Sekundärliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: Erstens die Analyse von Täuschung und Verkleidung, zweitens die Untersuchung von Realitätsebenen und Fantasie, und drittens die Analyse der Komödienenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Neben den Autorennamen sind dies insbesondere Begriffe wie Theatralität, Metatheatralität, Illusion, Identitätskonstruktion und Komödientradition.

Welche Rolle spielt die „City Comedy“ in der Arbeit?

Die City Comedy dient als Genre-Kontext für Jonsons Komödien, die im zeitgenössischen London oder in Städten wie Venedig spielen und gesellschaftliche Eigenheiten der jakobäischen Ära widerspiegeln.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von „Enden“ bei den Autoren?

Die Arbeit zeigt, dass Shakespeares Enden zwar oft als voraussehbarer und positiver (Heirat) gelten, sie aber dennoch metatheatralische Fragen aufwerfen, während Jonsons Enden oft moralische Bestrafungen beinhalten, jedoch ebenfalls als „falsche Enden“ die Illusion entlarven.

Wie wird die Figur der Rosalind in As You Like It analysiert?

Rosalind wird als Regisseurin ihrer eigenen Inszenierung im Wald analysiert, die durch ihr „Cross-Dressing“ als Ganymede mit den Grenzen von Geschlechterrollen und Identität spielt und das Publikum zur imaginativen Partizipation herausfordert.

Excerpt out of 81 pages  - scroll top

Details

Title
Frühneuzeitliche Komödien im Vergleich
College
Free University of Berlin
Grade
2,0
Author
Astrid Gleisberg (Author)
Publication Year
2005
Pages
81
Catalog Number
V44554
ISBN (eBook)
9783638421294
ISBN (Book)
9783640328017
Language
German
Tags
Frühneuzeitliche Komödien Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Astrid Gleisberg (Author), 2005, Frühneuzeitliche Komödien im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44554
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  81  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint