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Vergleichende Betrachtung von Niccolo Machiavellis 'Der Fürst' und Martin Luthers 'Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei'

Title: Vergleichende Betrachtung von Niccolo Machiavellis 'Der Fürst' und Martin Luthers 'Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei'

Term Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Marx (Author)

Philosophy - Early Modern Philosophy (approx. 1350-1600)
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Die hier behandelten Schwerpunkte werden vornehmlich sein: nach welchem Recht, gewissermaßen mit welcher Existenzberechtigung sich die jeweilige Obrigkeit zu behaupten vermag, wie weit sich die Macht der Fürsten erstrecken sollte und auf welche Weise sie mit welcher Rechtfertigung zu gebrauchen ist. Schließlich soll die zentrale Rolle der Untertanen erläutert werden und die jeweiligen Vorstellungen, die die zwei Autoren über den rechten Umgang mit dem Volke und das rechte Handeln des Volkes niederschrieben.
„Der Fürst“ erschien 1532 in Italien und „Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei“ 1523 in Deutschland. Da die zwei Titel in ihrem Erscheinen so unmittelbar beieinander liegen, lassen sich gut die entsprechenden Kontraste der jeweiligen Ansichten nachvollziehen. Wo Machiavelli seinen „Fürsten“ so nüchtern und sachlich als möglich formulierte und sich rein auf historische Quellen sowie seine eigenen politischen Erfahrung und Betrachtungen bezog, da ist Luthers Werk in seiner Gänze durchwirkt von festen religiösen Grundsätzen, welche das Fundament der kompletten Schrift darstellen. Die Frage der Religion, wo sie bei Luther doch Zentrum aller Überlegung ist, bezieht Machiavelli, wenn überhaupt, lediglich unter den gleichen nüchternen Blickpunkten wie auch den Rest des behandelten Stoffes in seine Schrift mit ein, wird teilweise sogar höchst zynisch gegen das Papsttum. Dieser starke Unterschied, im Bezug auf die Betrachtungsart des beinahe identischen Stoffes, ist Hauptgrund für die im Folgenden aufzuzeigenden Unterschiede.
Des Weiteren ist anzumerken, dass beide Werke in ihrer Bestimmung an einen jeweiligen Fürsten gerichtet sind. Machiavelli legt seinen „Fürsten“ dem Lorenzo aus der Familie der Medici vor, der zu seiner Zeit Herrscher von Florenz war und von dem Machiavelli hoffte ihn durch sein Buch dazu bewegen zu können ihn in seine Dienste zu nehmen.
Luthers Schrift ist an den „Fürsten Johannes, Herzog zu Sachsen, Landgraf in Thüringen und Markgraf zu Meißen“ gerichtet um das Problem des angemessenen Gehorsams gegenüber weltlicher Obrigkeit und der rechten Regierungsweise eines weltlichen Herrschers zu erörtern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom Recht der Obrigkeit zu herrschen

3. Von der Macht und den Befugnissen der Obrigkeit

4. Vom Wesen der Untertanen

5. Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit vergleicht Niccolo Machiavellis Werk "Der Fürst" und Martin Luthers Schrift "Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei" hinsichtlich ihrer Auffassungen über die Rechtfertigung von Herrschaft, die Befugnisse staatlicher Macht sowie das Verhältnis zwischen Obrigkeit und Untertanen.

  • Rechtfertigung von Herrschaft und Existenzberechtigung des Fürsten
  • Umfang und Anwendung der Macht der Obrigkeit
  • Die zentrale Rolle der Untertanen im staatlichen Gefüge
  • Gegenüberstellung von religiös begründeter und säkular-pragmatischer Herrschaftstheorie
  • Analyse des Menschenbildes in beiden Werken

Auszug aus dem Buch

3. Von der Macht und den Befugnissen der Obrigkeit

Unter diesem Punkt ähneln sich Machiavelli und Luther sehr, obgleich der jeweilige Ausgangspunkt doch Grundverschieden ist. Grundsätzlich erlegen beide dem Fürsten keine Beschränkungen auf, was allerdings klug ist zu tun oder eben klug zu unterlassen, da werden jeweils relativ eindeutige Ratschläge gegeben. An dieser Stelle möchte ich zunächst Machiavelli etwas differenzierter ausführen, da „Der Fürst“, letztendlich eine Art „Handbuch“ für einen erfolgreichen Herrscher, geprägt ist von allerlei Ratschlägen unter einem steten Abwegen aller Für und Wider einer Handlung. Als Grundlage ist hierbei auffällig, dass kaum moralische Verwerflichkeiten existieren. Es ist gewissermaßen ein jedes Mittel gerechtfertigt um eine Herrschaft zu begründen oder zu erhalten. Das mag auf den ersten Anschein hin den schlechten Ruf bestätigen, den „Der Fürst“ als Buch lange Zeit genossen hat. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass Machiavelli sich hier lediglich an den Verhältnissen seiner Zeit sowie an der ureigensten Natur von Herrschaft und Politik orientiert hat. Und es ist keinesfalls der Realität entsprechend, glaubte man jetzt der von Machiavelli propagierte Fürst sei ein despotischer Tyrann ohne Zügel. Bei allem was geraten wird zu vollziehen oder zu unterlassen ist meist ein Kompromiss der entscheidende Faktor. Denn erginge sich ein Herrscher lediglich in Grausamkeiten würde er bald gestürzt werden, sei es durch eine Revolution oder dadurch, dass die eigenen Untertanen einem Feind Tür und Tor öffneten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, die beiden Werke in Bezug auf ihre Herrschaftstheorien und das Verhältnis zum Volk zu vergleichen.

2. Vom Recht der Obrigkeit zu herrschen: Dieses Kapitel erörtert die gegensätzlichen Ansätze von Luther, der Herrschaft religiös begründet, und Machiavelli, der sie auf persönliches Geschick und Tüchtigkeit stützt.

3. Von der Macht und den Befugnissen der Obrigkeit: Der Abschnitt vergleicht die praktischen Ratschläge beider Autoren zur Machtausübung und beleuchtet die Rolle moralischer Erwägungen.

4. Vom Wesen der Untertanen: Hier wird analysiert, welche Vorstellungen die Autoren vom Volk haben und wie der Herrscher mit den Untertanen umgehen sollte.

5. Resümee: Die Schlussbetrachtung hebt die zentrale Differenz zwischen dem religiösen Fundament Luthers und der nüchternen, politisch-pragmatischen Analyse Machiavellis hervor.

Schlüsselwörter

Angewandte Ethik, Niccolo Machiavelli, Martin Luther, Der Fürst, Von weltlicher Obrigkeit, Herrschaftstheorie, Obrigkeit, Untertanen, Virtu, Fortuna, Macht, Moral, Gott, Politik, Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht vergleichend die politischen Schriften von Machiavelli und Luther im Hinblick auf deren Verständnis von Herrschaft und Macht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Rechtfertigung von Herrschaft, der Machtbefugnis der Obrigkeit und der Rolle der Untertanen im Staat.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die unterschiedlichen Standpunkte der beiden Autoren in Bezug auf die Existenzberechtigung von Herrschaft und das rechte Handeln eines Fürsten herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Textanalyse auf Basis der Originalwerke unter Einbeziehung historischer und theologischer Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Rechts zu herrschen, der Machtbefugnisse sowie des Wesens der Untertanen bei beiden Autoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Angewandte Ethik, Macht, Moral, Herrschaft, Untertanen, Virtu und religiöse versus säkulare Herrschaftslegitimation.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Religion bei Luther?

Der Autor stellt fest, dass bei Luther die Religion das fundamentale Zentrum bildet und jede politische Handlung an religiösen Grundsätzen gemessen wird.

Inwiefern unterscheidet sich Machiavellis Fürstenbild?

Machiavellis Bild ist laut der Arbeit nüchtern und sachlich; es basiert auf politischem Geschick ("virtu") und dem Ziel der dauerhaften Machterhaltung, unabhängig von religiösen Normen.

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Details

Title
Vergleichende Betrachtung von Niccolo Machiavellis 'Der Fürst' und Martin Luthers 'Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei'
College
http://www.uni-jena.de/  (Philosophie/ Verhaltens-und Solzialwissenschaften)
Course
Einführung in die angewandte Ethik
Grade
2,0
Author
Thomas Marx (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V44557
ISBN (eBook)
9783638421324
ISBN (Book)
9783640552504
Language
German
Tags
Vergleichende Betrachtung Niccolo Machiavellis Fürst Martin Luthers Obrigkeit Gehorsam Einführung Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Marx (Author), 2005, Vergleichende Betrachtung von Niccolo Machiavellis 'Der Fürst' und Martin Luthers 'Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44557
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