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Psycholinguistische Ansätze zum Code-Switching

Titel: Psycholinguistische Ansätze zum Code-Switching

Hausarbeit , 2017 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Melanie Jankrift (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einige theoretische Ansätze aus der Psycholinguistik sollen in dieser Arbeit beleuchtet werden, um einen Eindruck von den möglichen neurologischen Abläufen beim Code-Switching zu gewinnen.

Zweisprachigkeit ist ein Thema, das sowohl Wissenschaftler, als auch Laien, gleichermaßen interessiert und fasziniert. Denn während der eine oder andere Fremdsprachenlerner bereits beim Erlernen der neuen Grammatik und Aussprache mit Problemen konfrontiert wird, können bilingual aufgewachsene Menschen sogar innerhalb eines Satzes mühelos die Sprache wechseln und sich so mit anderen zweisprachigen Mitmenschen austauschen (vorausgesetzt beide Gesprächsteilnehmer sprechen dieselben zwei Sprachen). Genauso spannend stellt sich das breite Gebiet der Psycholinguistik dar, welches auch heute noch keinesfalls gänzlich erforscht ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psycholinguistik und Bilingualismus

3. Code-Switching

4. Psycholinguistische Ansätze zum Code-Switching

4.1. Organisation des bilingualen Speichers nach Paivio und Desrochers (1980)

4.2. Sprachmodusmodell nach Grosjean (1995)

4.3. Konzept der Auslösefunktion (triggering) nach Clyne (1987)

4.4. MLF Modell von Myers-Scotton (1993)

4.5. 4M-Modell von Myers-Scotton und Jake (2000)

4.6. BIMOLA-Modell von Grosjean und Lewy (2008)

4.7. Zusammenfassung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht psycholinguistische Mechanismen des Code-Switchings bei bilingualen Sprechern, um die neurologischen und kognitiven Abläufe hinter dem unbewussten Sprachwechsel zu beleuchten und verschiedene theoretische Erklärungsmodelle kritisch gegenüberzustellen.

  • Definition und psycholinguistische Grundlagen des Bilingualismus.
  • Phänomenologie und Funktionen des Code-Switchings.
  • Analyse von Sprachverarbeitungsmodellen (z.B. MLF-Modell, 4M-Modell, BIMOLA).
  • Rolle der Sprachaktivierung und Morphologie beim Sprachwechsel.

Auszug aus dem Buch

4.5. 4M-Modell von Myers-Scotton und Jake (2000)

Das 4M-Modell teilt alle Annahmen des MLF Modells und macht lediglich eine feinere Unterscheidung zwischen Inhalts- und Systemmorphemen. Es werden nun mehr nicht nur Inhaltsmorpheme von Systemmorphemen unterschieden, sondern gleichzeitig die Systemmorpheme in weitere Arten klassifiziert (Myers-Scotton 2006: 267). Durch die vier Wege-Klassifikation erhält das Modell auch seinen Namen (Myers-Scotton/Jake 2000:1053).

Die Klassifizierung der Morpheme beruht auf Annahmen, wie Sprachproduktion funktioniert, da sich das erste Unterscheidungsmerkmal auf die Art der Aktivierung des jeweiligen Morphemtyps bezieht. Morphemtypen, die durch vorsprachliche Intentionen des Sprechers aktiviert werden, sind sogenannte konzeptuell aktivierte Morpheme. Zu ihnen werden die Inhaltsmorpheme und die frühen Systemmorpheme gezählt, welche sich dadurch unterscheiden, dass die Inhaltsmorpheme thematische Rollen zuweisen oder erhalten, während die frühen Systemmorpheme diese Eigenschaft nicht aufweisen (Myers-Scotton 2006: 268).

Zu den nicht konzeptuell aktivierten Morphemen gehören die späten Systemmorpheme: die Brücken- und Außenseitermorpheme. Die Brückenmorpheme treten zwischen Phrasen auf und fungieren dabei als Verbindung, um eine größere Konstituente zu erzeugen. Die Bezeichnung als späte Systemmorpheme, verdanken sie ihrer späten Aktivierung innerhalb der Produktionsebene. Die Außenseitermorpheme spielen ebenfalls eine Rolle, um Wohlgeformtheit im Satz zu erzeugen, wobei sie dabei von einer außerhalb liegenden Information abhängig sind, also einer Information außerhalb der unmittelbaren Konstituente (ebd.: 268f). Während Brückenmorpheme also von Syntaxinformationen abhängig sind, hängt die Form der Außenseitermorpheme von etwas ab, das sich außerhalb der Konstruktion, in der es auftritt, befindet (ebd.: 270).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Zweisprachigkeit und die psycholinguistische Relevanz der Erforschung des Code-Switchings.

2. Psycholinguistik und Bilingualismus: Theoretische Grundlegung zu Definitionen von Bilingualität, Sprachkompetenz und der mentalen Organisation von Sprachen.

3. Code-Switching: Definition des Phänomens sowie Identifikation der unterschiedlichen Funktionen und Verwendungsgründe beim Sprachwechsel.

4. Psycholinguistische Ansätze zum Code-Switching: Detaillierte Darstellung und Diskussion von sechs ausgewählten Modellen zur Erklärung von Sprachwechselprozessen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Modelle und Einordnung des Code-Switchings als komplexes, individuell geprägtes psycholinguistisches Phänomen.

Schlüsselwörter

Code-Switching, Bilingualismus, Psycholinguistik, Sprachproduktion, MLF-Modell, 4M-Modell, BIMOLA-Modell, Sprachmodus, Morphologie, Sprachkompetenz, mentale Repräsentation, Systemmorpheme, Inhaltsmorpheme, Grundsprache, Sprachaktivierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die psycholinguistischen Grundlagen des Code-Switchings bei bilingualen Sprechern und untersucht, wie Sprachwechsel auf kognitiver Ebene innerhalb des Gehirns gesteuert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Bilingualität, die Kategorisierung von Sprachwechseln, die Rolle von Inhalts- und Systemmorphemen sowie verschiedene theoretische Modelle zur Sprachverarbeitung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, verschiedene psycholinguistische Ansätze zu analysieren, um ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, welchen (oft unbewussten) Regeln bilinguale Sprecher beim Code-Switching folgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte theoretische Analyse, indem sie existierende psycholinguistische Modelle (wie das MLF- oder BIMOLA-Modell) darstellt, erläutert und kritisch vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sechs spezifische Modelle vorgestellt, die erklären, wie bilinguale Sprecher ihre Sprachen speichern und wie sie den Zugriff auf diese während der Sprachproduktion koordinieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Code-Switching, Bilingualismus, psycholinguistische Modelle (MLF, 4M, BIMOLA), Sprachaktivierung sowie die Differenzierung von Morphemtypen.

Was unterscheidet das MLF-Modell vom 4M-Modell?

Das 4M-Modell baut auf dem MLF-Modell auf, nimmt jedoch eine feinere Differenzierung der Systemmorpheme vor, um unter anderem Phänomene wie die doppelte Morphologie präziser erklären zu können.

Welche Rolle spielen situative Faktoren laut den untersuchten Modellen?

Modelle wie der Sprachmodus nach Grosjean betonen, dass die soziale Situation und das Gegenüber den Grad der Sprachaktivierung beeinflussen und somit maßgeblich mitbestimmen, ob und wie intensiv Code-Switching stattfindet.

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Details

Titel
Psycholinguistische Ansätze zum Code-Switching
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Psycho-, Neuro- und Patholinguistik
Note
1,0
Autor
Melanie Jankrift (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V445629
ISBN (eBook)
9783668823105
ISBN (Buch)
9783668823112
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Code-Switching Psycholinguistik Zweitsprachenerwerb
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melanie Jankrift (Autor:in), 2017, Psycholinguistische Ansätze zum Code-Switching, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445629
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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