Wie ist die Anatomie und Entwicklung des Gehirns?


Hausarbeit, 2017

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Anatomie des Gehirns
2.1 Großhirn - Cerebrum
2.1.1 Hirnhälften - Hemisphären
2.1.2 Mandelkern - Amygdala
2.1.3 Balken - Corpus callosum
2.1.4 Hippocampus
2.2 Zwischenhirn - Diencephalon
2.2.1 Thalamus
2.2.2 Hypothalamus
2.2.3 Hypophyse - Hirnanhangdrüse
2.3 Kleinhirn - Cerebellum
2.4 Hirnstamm - Truncus cerebri
2.4.1 Mittelhirn - Mesenzephlon
2.4.2 Brücke - Pons
2.4.3 Verlängertes Mark - Medulla oblongata

3 Entwicklung des Gehirns
3.1 Das kindliche Gehirn
3.2 Das erwachsene Gehirn
3.3 Das alternde Gehirn

4 Das Nervensystem
4.1 Aufgaben
4.2 Besonderheiten
4.3 Aufteilung
4.4 Das willkürliche und vegetative Nervensystem
4.5 Das periphere Nervensystem
4.6 Das vegetative Nervensystem
4.7 Versorgung und Schutzeinrichtung des vegetativen Nervensystems

5 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das menschliche Gehirn ist einmalig. Im Vergleich zu anderen Organen macht das Gehirn aber nicht wirklich viel her. Es ist circa 1,4 Kilogramm schwer, hat furchen und eine geleeartige Konsistenz. Das Gehirn kann sich nicht ausdehnen oder zusammenziehen wie etwa die Lunge, es kann nicht pumpen wie das Herz oder eine Flüssigkeit abgeben wie die Harnblase. Ein Einblick in den geöffneten Kopf von oben würde kaum Aktivität zeigen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Gehirn jahrhundertelang als bedeutungslos galt. Die Ägypter entfernten das Gehirn und entsorgten es. Der französische Wissenschaftler René Descartes hatte später dem Gehirn schon mehr Respekt gezollt, er dachte es sei eine Antenne wo Geist und Körper korrespondieren. In der heutigen Zeit wissen wir aber, dass das Gehirn viel mehr als nur ein Organ ist. Das Gehirn hält den Körper am Leben mit den rund 100 Milliarden Neuronen (Nervenzellen), welche für die Regulierung von Herzschlag, Atmung und Blutdruck zuständig sind, andere wiederum kümmern sich um Hunger, Durst oder den Schlafrhythmus. Unser Gehirn regelt die Emotionen, Wahrnehmungen und Gedanken und bestimmt dann letztendlich unsere Verhaltensweise. Das Gehirn lenkt all unsere Handlungen und ist dazu der Sitz des bewussten Geistes, (vgl. Carter/Aldridge/Page/Parker 2014, s. 6) Da das Gehirn ein so komplexes Organ ist, befasst sich die Forschungsfrage mit der anatom ¡sehen Zusammensetzung des Gehirns in den jeweiligen Arealen. Die vier größten Anteile bilden hier das Großhirn, Zwischenhirn, Kleinhirn und der sogenannte Hirnstamm, welche jeweils nochmal unterteilt werden in ihre einzelnen Abschnitte. Des Weiteren geht es um die Entstehung des Gehirns vom embryonalen Stadium, über das kindliche Gehirn mit Übergang zum erwachsenen Gehirn, bis hin zum alternden Gehirn. Das Nervensystem ist ebenso ein wesentlicher Bestandteil in Kombination mit der Steuerzentrale des Körpers. Alle elementaren Teile zusammen bilden ein komplexes System, welches sich durch Technik und Wissenschaft noch weiter entwickeln kann.

2 Anatomie des Gehirns

2.1 Großhirn - Cerebrum

Das Großhirn befindet sich unmittelbar unter der knöchernen Schädelkalotte und zieht sich wie ein Netz über Mittelhirn und Zwischenhirn. Das Großhirn ist der größte Hirnabschnitt, (vgl. Menche 2012, s. 132) Es macht mehr als drei Viertel des Hirnvolums aus und sieht wie eine graurosa gewundene Masse aus. Zu dem Großhirn gehören Anatomisch die zwei Hemisphären, der Corpus callosum (Balken), der Hippocampus und die Amygdala. Das Großhirn wird häufig auch als Endhirn (Telencephalon) bezeichnet, (vgl. Carter/Aldridge/Page/Parker2014, s. 53)

2.1.1 Hirnhälften - Hemisphären

Die dünne Außenschicht der Hemisphären wird Cortex cerebri (Großhirnrinde) genannt. Sie ist gräulich und hat charakteristische Windungen, auch Gyri genannt. Dazu kommen noch flachere und tiefere Furchen, diese werden bezeichnet als Sulci und Fissurae. (vgl. ebd. s. 55) Der Aufbau beider Hemisphären ist nahezu gleich, (vgl. ebd. S.57)

2.1.2 Mandelkern - Amygdala

Der Mandelkern ״liegt an der medialen Fläche des Temporallappens.“ (Kahle/Frotscher 2013, s. 228) Er setzt sich zusammen aus einem Rindenanteil (Nucleus corticalis) und einem Kernanteil und stellt einen Übergang zwischen Rinde und Kern dar. über diesem Kernkomplex liegt die sogenannte periamygdaläre Rinde, (vgl. ebd. s. 228)

2.1.3 Balken - Corpus callosum

Der Corpus callosum ist eine direkte Verbindung zwischen den beiden Hemisphären. Er ist ein Hochgeschwindigkeitsnetz mit über 200 Mio. Nervenfasern, (vgl. Carter/Aldridge/Page/Parker 2014, s. 56) Der gebogene orale Abschnitt des Balkens heißt Genu corporis (Balkenknie). Sein Mittelteil ist der Truncus und das verdickte Ende wird als Splénium corporis callosi betitelt. Der Corpus Callosum besteht aus Balkenfasern, welche sich in beiden Hemisphären im Marklager ausbreiten und somit die Balkenstrahlung bilden, (vgl. ebd. s. 262)

2.1.4 Hippocampus

Der Hippocampus ist der Hauptabschnitt des Archicortex. Er liegt am Temporallappen medial an. In der Tiefe wird er überlagert vom Gyrus parahippocampalis. Der Hippocampus dehnt sich bis zum kaudalen Ende des Corpus callosum aus, an dieser stelle wird er zu einer dünnen Decke mit grauer Substanz verringert. Diese Decke zieht sich bis hin zum rostralen Ende vom Corpus callosum. Hier verlaufen auf beiden Seiten dünne Faserbündel. An der dorsalen Fläche des Hippocampus befindet sich ein starkes Faserband, dieses trennt sich aber unter dem Corpus callosum und sich als Fornix (Gewölbe) bis hin zum Corpus mamillare erstreckt, (vgl. ebd. s. 232)

2.2 Zwischenhirn - Diencephalon

Das Zwischenhirn wird hautsächlich aus dem Thalamus, dem Hypothalamus und der Hypophyse gebildet. Es wird vom Großhirn eingeschlossen und bildet gemeinsam mit diesem das Vorderhirn (Prosencephalon) (vgl. Carter/Aldridge/Page/Parker 2014, s. 53)

2.2.1 Thalamus

Der Thalamus ist paarig angelegt und gleicht ein wenig zwei Hühnereier die nebeneinanderliegen, (vgl. ebd. S.55) Er besteht aus zwei große Kernkomplexen. Medial liegt der Thalamus am dritten Ventrikel an, lateral grenzt er an die innere Kapsel des Gehirns. Kleinhirn, Striatum, Globus pallidus und Hypothalamus werden mit dem Thalamus durch Faserbündel verbunden, auch mit der Hirnrinde ist er durch den sogenannten Stabkranz verbunden. ״Die Fasern verlaufen schräg durch die innere Kapsel bis zur Hirnrinde.“ (Kahle/Frotscher 2013, s. 178) Diese vielfältigen und zahlreichen Fasern deuten auf die zentrale und wichtige Funktion des Thalamus hin. Er ist also ein sehr komplexes Gebilde unterschiedlicher Kerngruppen, wobei hier zwei Arten von von Thalamuskernen unterscheidet, je nach Faserverbindung. Zum einen gibt es spezifische Thalamuskerne, diese haben eine Verbindung zur Hinrinde. Die unspezifischen Thalamuskerne auf der anderen Seite haben nur eine Verbindung zum Hirnstamm, (vgl. ebd. s. 178)

2.2.2 Hypothalamus

Der Hypothalamus stellt das unterste Stück und zeitgleich gemeinsam mit dem Chiasma opticum, der Corpora mamillaria und Tuber cinereum die Grundfläche des Zwischenhirns dar. Der Hypothalamus wird noch einmal in zwei Bereiche untergliedert, dem markarmen und den markreichen Hypothalamus. ״Der markarme Hypothalamus ist die an peptidergen Neuronen reichste Hirnregion.“ (ebd. s. 194) Es sind eine Reihe von Faserverbindungen im Hypothalamus sowie lange Projektionsbahnen zu finden. Der markreiche Hypothalamus ist ein markhaltiger Bereich, der von einer Markkapsel eingeschlossen ist. Diese Kapsel setzt sich aus den verschiedenen Faserbahnen zusammen, (vgl. ebd. s. 194)

2.2.3 Hypophyse - Hirnanhangdrüse

Die Hypophyse gliedert sich in zwei Abschnitte auf. Zum einen der Adenohypophyse, dem Vorderlappen, diese geht aus dem primitiven Kopfdarmdaches vor, welches auch Rathke-Tasche genannt. Zum anderen der Neurohypophyse, dem Hinterlappen, die eine Ausstülpung des Zwischenhirnbodens darstellt. Beide Teile berühren sich mit einer Kontaktfläche, wobei hier ״das Nervensystem und das endokrin-vaskuläre System miteinander verknüpft sind“, (ebd. s. 200) (vgl. ebd. s. 200)

2.3 Kleinhirn - Cerebellum

Das Kleinhirn kann optisch mit ״einem faustgroßen Blumenkohl“ (Seth 2016, s. 26) vergleichen. Damit nimmt es ca. ein Zehntel des gesamten Gehirnvolumens ein. Es befindet sich ״in der hinteren Schädelgrube unterhalbe des Hinterhautlappens des Großhirns.“ (Menche 2012, s. 140) Das Kleinhirn ״entwickelt sich aus der Flügelplatte des Hirnstammes“ (Kahle/Frotscher 2013, s. 152) und wird auf Grund von Studien in einen alten Anteil (früh entwickelt) und einen neuen Anteil (spät entwickelt) unterschieden, (vgl. ebd. S.152) Das Cerebellum ist voller Nervenzellen, es ״enthält rund die Hälfte aller Nervenzellen des gesamten zentralen Nervensystems.“ (Seth 2016, s. 26) Es besteht genau wie das Großhirn aus zwei Hemisphären, hier sind diese allerdings mittels des Kleinhirnwurms, der sogenannten ״Vermis“ miteinander verbunden, (vgl. Kahle/Frotscher 2013, s. 26) Eine weitere Parallele zum Großhirn ist die ״ähnlich stark gewundene Hirnrinde, die in ihrem tieferen Inneren aus weißer und an der Oberfläche aus grauer Substanz besteht.“ (Seth 2016, s. 26) Darunter befindet sich das aus Nervenfasern bestehende Kleinhirnmark, in dem noch die Kleinhirnkerne enthalten sind. Es ist ״durch auf- und absteigende Bahnen mit Rückenmark und Mittelhirn und über die Brücke mit dem Großhirn und dem Gleichgewichtsorgan verbunden.“ (Menche 2012, s. 140) (vgl. ebd. S.140) Diese Bahnen laufen dabei über drei Kleinhirnstiele, über die das Kleinhirn auch mit dem Hirnstamm verbunden ist. Eine Besonderheit des Kleinhirns ist die Purkinje-Zelle. Sie ״ist die größte und charakteristischste Zelle des Kleinhirns.“ (Kahle/Frotscher2013, s. 156) Sie ist geometrisch angeordnet und von ihrer Basis aus geht das Axon ab und zieht in die weiße Substanz, (vgl. Kahle/Frotscher 2013, s. 154 ff.)

2.4 Hirnstamm - Truncus cerebri

Der Hirnstamm wird in drei Abschnitte geordnet. Zum einen in das Mittelhirn (Mesencephalon), dann in die Brücke (Pons) und zuletzt in die Medulla oblongata (verlängertes Mark), (vgl. ebd. s. 100) Hierbei ist anzumerken das der Hirnstamm nicht einfach nur ein stamm ist und für den Halt des restlichen Gehirns sorgt, sondern erein integraler Bestandteil des gesamten Gehirns ist. Vom Aussehen her ähnelt er einem immer breiten werdenden Stiel. Dieser umfasst alle Teile des Gehirns, abgesehen vom Vorderhirn. (vgl. Carter/Aldridge/Page/Parker2014, s. 62) Der Hirnstamm ist der unterste Abschnitt des Gehirns. Er ״besteht aus auf- und absteigenden Leitungsbahnen (weiße Substanz) und aus Ansammlungen von Neuronen (graue Substanz).“ (Menche 2012, s. 137) Von ihm gehen zehn echte periphere Nervenpaare ab (Hirnnerven III-XII). (vgl. Kahle/Frotscher 2013, s. 100)

2.4.1 Mittelhirn - Mesenzephlon

Das Mittelhirn ist der oberste Teil des Hirnstammes und bildet zugleich das Dach (Tectum). Dieses besteht aus je zwei unteren und oberen Hügeln (Colliculi inferiores und superiores). Am vorderen Teil des Mittelhirns wird eine Haube (Tegmentum) gebildet, gleich darunter befindet sich das Rautenhirn. (vgl. Carter/Aldridge/Page/Parker 2014, s. 62) Als Mittelhirn, welches 1,5 cm lang ist, wird nur das Mittelstück von Oberrand der Brücke und dem Zwischenhirn genannt, (vgl. Menche 2012, s. 137)

2.4.2 Brücke - Pons

Der Pons bildet eine breite gebogene Wölbung, welche eine gut ausgebildete Querfaserung hat. Hier ״werden absteigende Bahnen aus dem Großhirn auf Neuronen umgeschaltet, die zum Kleinhirn ziehen“. (Kahle/Frotscher 2013, s. 100) Die längs laufenden Bahnen bilden die Brücke zwischen Großhirn und Rückenmark, die quer laufenden Fasern verbinden das Großhirn und das Kleinhirn, (vgl. Menche 2012, s. 138) Es ist also ein sehr wichtiger Schnittpunkt von Nervenfasern, (vgl. Carter/Aldridge/Page/Parker 2014, s. 56) Außerdem finden hier mehrere Hirnnerven ihren Ausgangspunkt, (vgl. ebd. s. 138)

2.4.3 Verlängertes Mark - Medulla oblongata

Das verlängerte Mark stellt den unteren Teil des Hirnstamms und somit den Übergang zum Rückenmark dar. In seiner weißen Substanz sind auf- und absteigende Bahnen, diese kommen vom Rückenmark und gehen dorthin zurück. Hier überschneiden sich die meisten Pyramidenbahnfasern zur Gegenseite und bilden dabei zwei Vorwölbungen (Pyramiden). In seiner grauen Substanz befindet sich das Steuerungszentrum einiger wichtiger Regelkreise und Reflexhandlungen. Außerdem befinden sich im verlängerten Mark einige Kerngebiete der Hirnnerven (VIII, IX, X, XI und XII). (vgl. ebd. s. 138)

3 Entwicklung des Gehirns

3.1 Das kindliche Gehirn

Bei der Entstehung des Embryos sind die ersten Wochen entscheidend für die Entwicklung des Gehirns. Es entwickelt sich aus der äußersten Zellschicht des heranwachsenden Embryos. Hierbei durchläuft es mehrfache Veränderungen bis es als Organ zu erkennen ist. (vgl. Carter/Aldridge/Page/Parker 2014, s. 208) ״Nach einer Phase raschen Zellwachstums wandern die neu entstandenen Neuronen an jene Stellen, wo sie die verschiedenen Teile des Gehirns bilden.“ (ebd. S.208) Mit knapp 20 Jahren ist das Gehirn vollständig ausgereift.

Nach der Befruchtung bildet sich in den ersten Tagen ein kleiner Zellhaufen, der den Embryo darstellt. Drei Wochen später beginnen sich das Gehirn und das Nervensystem anhand der Neuraplatte auszubilden.

[...]

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Details

Titel
Wie ist die Anatomie und Entwicklung des Gehirns?
Hochschule
praxisHochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V445690
ISBN (eBook)
9783668820890
ISBN (Buch)
9783668820906
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gehirn, Aufbau, Baby, Anatomie, Entwicklung, Nervensystem, Erwachsen
Arbeit zitieren
Jasmin Reich (Autor), 2017, Wie ist die Anatomie und Entwicklung des Gehirns?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445690

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