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Großeltern als Ersatzeltern für Kinder aus Scheidungsfamilien

Title: Großeltern als Ersatzeltern für Kinder aus Scheidungsfamilien

Diploma Thesis , 2005 , 104 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nadine Hahn (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Diplomarbeit setzt sich mit dem Thema: „Großeltern als Ersatzeltern für Kinder aus Scheidungsfamilien“ auseinander. In dieser Arbeit schildere ich, wie die Großeltern fördernd, aber auch hemmend auf die Entwicklung ihres Enkelkindes einwirken. Da ich selbst nach der
Scheidung meiner Eltern, d. h. ab dem zweiten Lebensjahr, bei meinen Großeltern aufgewachsen bin, habe ich persönlich ein großes Interesse an der Ausarbeitung dieses Themenkomplexes. Großeltern können aus den unterschiedlichsten Beweggründen heraus die Ersatzelternfunktion für ihre Enkelkinder übernehmen. Diese Arbeit fokussiert primär den Aspekt der elterlichen Trennung oder Scheidung. Dieses Ereignis ist keineswegs unitär, sondern markiert Prozesse vielfältiger Veränderungen, die lange vor dem endgültigen Trennungsentschluss der Eltern eingesetzt haben und die kindliche Entwicklung stark beeinflussen. In dieser Arbeit wird das Ziel verfolgt aufzuzeigen, dass Großeltern Kinder in ihrer Entwicklung entscheidend fördern und ihnen seelische Unterstützung und Sicherheit, insbesondere in familiären Krisenzeiten bieten können. Die vorliegende Arbeit setzt sich auch mit der Problematik des mit der Scheidung einhergehenden Identifikationsobjektverlustes für das Kind auseinander. Mit dem Trennungsereignis schränkt sich der Kontakt zu mindestens einer Bezugsperson für das Kind ein oder ist in seltenen Fällen fast gar nicht vorhanden. Dabei wird erörtert, dass Großeltern ebenso für ihre Enkel in etwa gleichwertige Identifikationsinstanzen darstellen können. Auf der anderen Seite werden auch problematische Aspekte bei der Enkelkinderziehung durch die Großeltern thematisiert. Die Grundlage der Arbeit besteht aus der Tatsache, dass sich jährlich rund 200 000 Ehepaare scheiden lassen und dadurch ca. 100 000 Kinder pro Jahr zu Scheidungswaisen werden (siehe Diagramm 2 und 3 im Anhang). Dieser Gesichtspunkt lässt nach- vollziehen, warum die stärkere Einbindung der Großeltern in den familiären Kontext notwendig ist. Großeltern stellen eine wichtige Quelle des Vertrauens und der Zuneigung dar und können dem Kind als partnerschaftliches Vorbild dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Großelternrolle und wichtige Einflussfaktoren

2.1 Die Rolle der Großeltern

2.2 Die Geschichte der Großelternrolle

2.3 Alter und Altern

2.3.1 Das Alter und Geschlecht der Großeltern

2.3.2 Das Alter der Enkelkinder

2.3.3 Der Einfluss des Kontaktes und der räumlichen Distanz

2.3.4 Verwandtschaftslinie

2.3.5 Die Großeltern-Eltern-Beziehung

2.4 Quadrangulation

3. Großeltern und Enkelkinder

3.1 Die Bedeutung der Großelternschaft für Großeltern und Enkelkinder

3.2 Stile und Typen der Großelternschaft

3.3 Funktionen der Großeltern

4. Das Trauma Scheidung

4.1 Gründe für den Anstieg der Scheidungszahlen

4.2 Wie Kinder die Scheidung der Eltern erleben

4.2.1 Die Vorscheidungs- oder Ambivalenzphase

4.2.2 Die Scheidungsphase

4.2.3 Die Nachscheidungsphase

4.3 Altersspezifische Reaktionen von Kindern auf Trennung und Scheidung

4.4 Unterschiedliche Scheidungsreaktionen bei Kindern und Jugendlichen

5. Psychische Folgen von Trennung und Scheidung für Kinder

5.1 Langzeitfolgen der Scheidung bei Kindern

5.1.1 Aggressionen

5.1.2 Selbstwertgefühl

5.1.3 Geschlechtsidentität

5.1.4 Probleme in Partnerschaften

5.1.5 Probleme in der Adoleszenz

5.2 Chancen für Scheidungskinder

6. Großeltern als Ersatzeltern in familiären Krisenzeiten

6.1 Großeltern als Bezugspersonen

6.2 Großeltern als Ersatzeltern

6.3 Erziehungsleistungen durch die Großeltern

6.3.1 Großeltern verkörpern Geschichtlichkeit

6.3.2 Die Vermittlung vom Altern und Sterben

6.3.3 Großeltern fördern die Entwicklung der Enkelkinder

6.4 Problematische Aspekte bei der Erziehung durch die Großeltern

7. Konsequenzen für die Soziale Arbeit

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von Großeltern als Ersatzeltern für Kinder aus Scheidungsfamilien und analysiert, wie diese einerseits entwicklungsfördernd wirken, aber andererseits auch hemmende Einflüsse ausüben können. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern Großeltern als stabile Identifikationsinstanzen und Quellen seelischer Sicherheit in familiären Krisensituationen fungieren können.

  • Die Großelternrolle im historischen und aktuellen Kontext sowie deren Einflussfaktoren.
  • Die psychologischen Auswirkungen des Scheidungsprozesses auf die Entwicklung von Kindern.
  • Möglichkeiten der Großeltern, in Krisenzeiten Stabilisierung und Entwicklungsförderung zu leisten.
  • Die Rolle der Quadrangulation als Konzept zur Erweiterung des sozialen Bezugsrahmens für Kinder.
  • Ableitung von Konsequenzen für die professionelle Soziale Arbeit.

Auszug aus dem Buch

6.3.1 Großeltern verkörpern Geschichtlichkeit

Die Großeltern sind diejenigen Mitglieder der Familie, die am längsten gelebt haben und den größten Zeitraum überblicken. Sie verfügen über Eindrücke und Erfahrungen aus einer Epoche, die den jüngeren Generationen nur indirekt zugänglich ist. Die Weitergabe der Erzählungen aus früherer Zeit, haben eine privaten, vertrauten und verbindlichen Charakter.

Durch die Beziehung zur älteren Generation können Erfahrungen aus einer anderen Zeit, aus einer individuellen Perspektive, plastisch erfahren und nacherlebt werden. Über die Zugehörigkeit zu einer Familie und über das Bewusstsein gleichzeitig Teil und Erbe einer Tradition zu sein, eröffnen sich dem Kind und dem Heranwachsenden neue, zusätzliche Möglichkeiten sich zu definieren. Die Beschreibungen und Erzählungen der Großeltern über bereits längst verstorbene Verwandte und über die Großeltern selbst und deren Erlebnisse aus vergangener Zeit,“ bieten sich (dem Kind) als Identifikationsobjekte an und erweitern damit das Reservoir an Gestalten, die ihm innerhalb seiner Familie zur Verfügung stehen“ (Schwob, 1988, S. 56). Sommer-Himmel (2001) verweist auch auf das Lebendigwerden geschichtlicher Daten, während der gemeinsamen Zeit mit dem Großeltern. Im Kapitel 4.2.3 wurde bereits geschildert, dass wenn im Falle einer elterlichen Scheidung der Vater die Familie verlässt, dem Kind u.a. dadurch eine Identifikationsperson verloren geht. Ebenso schildert das Kapitel über die Geschlechtsidentität die problematischen Aspekte des Zusammenlebens mit nur einem Elternteil bezüglich beider Geschlechter. Schwob (1988) betont dazu: „Psychopathologische Symptome können der Ausdruck eines Mangels an Identifikationsobjekten sein [...] vor allem dann, wenn die Krise, aus der heraus die Symptome entstehen, in der momentanen, entwicklungsbedingten Unverträglichkeit zwischen dem Kind und seinen gegenwärtigen Identifikationsobjekten besteht“ (S. 57). Der Autor unterstreicht, dass das Kind in derartigen Krisenzeiten einen Zugang zu anderen sozial bedeutungsvollen Bezugspersonen, beispielsweise den Großeltern bekommt, „um sich symptomfrei oder symptomarm entwickeln zu können“ (ebd., S. 57).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Diplomarbeit und Begründung der Relevanz von Großeltern als Unterstützung in Scheidungskonflikten.

2. Die Großelternrolle und wichtige Einflussfaktoren: Analyse des Wandels der Großelternrolle unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und familiären Beziehungsstrukturen.

3. Großeltern und Enkelkinder: Untersuchung der verschiedenen Stile, Typen und Funktionen der Großelternschaft sowie deren Bedeutung für beide Generationen.

4. Das Trauma Scheidung: Darstellung der Scheidungsphasen, kindlicher Reaktionen und der Ursachen für die Zunahme von Scheidungszahlen.

5. Psychische Folgen von Trennung und Scheidung für Kinder: Beleuchtung der langfristigen Auswirkungen, wie Verhaltensänderungen, Selbstwertprobleme und Schwierigkeiten in der Identitätsentwicklung.

6. Großeltern als Ersatzeltern in familiären Krisenzeiten: Analyse der konkreten Unterstützungs- und Erziehungsleistungen, die Großeltern zur Stabilisierung der Enkel beitragen können.

7. Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Diskussion über die Notwendigkeit, Großeltern stärker in die pädagogische und sozialarbeiterische Unterstützung von Familien einzubeziehen.

8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Aufzeigen eines Forschungsdefizits in Bezug auf das großelterliche Betreuungsengagement.

Schlüsselwörter

Großelternschaft, Scheidungskinder, Ersatzeltern, Familiendynamik, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Trennungstrauma, Erziehungsleistungen, Quadrangulation, Familienkrisen, Soziale Arbeit, generationenübergreifende Beziehungen, psychische Folgen, psychische Stabilisierung, Familienmodelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die unterstützende Rolle, die Großeltern bei der Betreuung und Erziehung von Enkelkindern aus Scheidungsfamilien spielen, und wie diese dazu beitragen können, familiäre Krisen für das Kind besser zu bewältigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen der Wandel der Großelternrolle, die psychischen Folgen von Scheidungen für Kinder sowie die spezifischen Chancen und Herausforderungen, die entstehen, wenn Großeltern die Funktion von Ersatzeltern übernehmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Großeltern für Scheidungskinder als wichtige Identifikationsfiguren und Quellen der Sicherheit dienen und somit maßgeblich zu deren Entwicklungsförderung beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse existierender Studien und Theorien zu Familiendynamiken, Entwicklungspsychologie und Scheidungsfolgen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Großelternschaft (Rolle, Stile), die Analyse des Scheidungsprozesses aus der Sicht betroffener Kinder sowie die konkrete Bedeutung von Großeltern als Bezugspersonen in krisenhaften Familiensituationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Großelternschaft, Scheidungskinder, Identitätsentwicklung, Familiendynamik, Quadrangulation und Soziale Arbeit.

Wie beeinflusst das Alter der Enkelkinder die Beziehung zu ihren Großeltern?

Die Studie zeigt, dass sich die Bedeutung der Großeltern mit dem Alter des Enkelkindes wandelt: Während jüngere Kinder eher Verwöhnung und Geschenke schätzen, gewinnen Großeltern im Jugendalter vor allem als stabile Orientierungspunkte und historische Wissensvermittler an Bedeutung.

Welche problematischen Aspekte können bei der Erziehung durch Großeltern auftreten?

Problematisch sind oft die mangelnde Übung in der aktuellen Erziehungspraxis, mögliche eigene Kompensationsbedürfnisse der Großeltern („Wiedergutmachung“ an Enkeln) sowie Konfliktpotenziale zwischen den Großeltern und den leiblichen Eltern bezüglich der Erziehungsmethoden.

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Details

Title
Großeltern als Ersatzeltern für Kinder aus Scheidungsfamilien
College
Niederrhein University of Applied Sciences Mönchengladbach
Grade
1,7
Author
Nadine Hahn (Author)
Publication Year
2005
Pages
104
Catalog Number
V44596
ISBN (eBook)
9783638421676
Language
German
Tags
Großeltern Ersatzeltern Kinder Scheidungsfamilien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Hahn (Author), 2005, Großeltern als Ersatzeltern für Kinder aus Scheidungsfamilien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44596
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