Aktienanalyse. Unter fundamentalen und charttechnischen Gesichtspunkten


Projektarbeit, 2018

42 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau

2 Einführung in die Aktienanalyse
2.1 Definition der Aktienanalyse
2.2 Effizienzmarkthypothese
2.3 Anwendungsbereiche der Aktienanalyse

3 Fundamentalanalyse anhand von Multiplikator Modellen
3.1 Definition
3.2 Bottom-Up/Top-Down-Ansatz
3.3 Multiplikatoren
3.3.1 Preismultiplikatoren
3.3.2 Wertmultiplikatoren
3.4 Sinnvoller Einsatz und Zwischenfazit der Fundamentalanalyse

4 Technische Analyse
4.1 Definition
4.2 Technische Analyse anhand von Chartbildern
4.3 Technische Analyse anhand von Indikatoren
4.3.1 Trendfolgeindikatoren
4.3.2 Oszillatoren
4.4 Sinnvoller Einsatz und Zwischenfazit zur Technischen Analyse

5 Analyse am Beispiel der Daimler AG
5.1 Fundamentalanalyse der Aktie
5.1.1 Unternehmensprofil
5.1.2 Renditevergleich Daimler AG/Branche/Index (DAX)
5.1.3 Übersicht Kennzahlen (2017) im Branchenvergleich
5.1.4 Berechnung und Interpretation von Multiplikatoren
5.2 Technische Analyse der Aktie
5.2.1 Interpretation von Chartbildern/Trendfolgern/Oszillatoren
5.3 Ergebnisbetrachtung beider Analysemethoden

6 Fazit

III. Anhang

IV. Literatur- und Quellenverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Jahresüberschussrechnung

Abbildung 2: Darstellung eines Balkens eines Balkencharts.

Abbildung 3: Darstellung einer Kerze eines Kerzencharts.

Abbildung 4: Darstellung einer Chartanalyse der Daimler AG.

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Für viele Menschen sind Aktien, sowie andere Anlageprodukte, ein Mysterium, von dem man lieber die Finger lässt, da man viel Geld verlieren kann.

Nach dem katastrophalen Börsencrash im Jahre 2008 sitzt der Schock bei vielen noch tief. So zeigt sich, dass gerade die Deutschen wahre Aktienmuffel sind. Gerade einmal jeder achte Bürger investiert in Fonds, während überhaupt nur jeder Dreizehnte in Aktien investiert.[1]

Das Potential in Deutschland ist somit riesig. Gerade jedoch in dem aktuellen Niedrigzinsumfeld werden Alternativen zum alten „Sparbüchlein“, zum normalen Girokonto und Anleihen, die ein gutes Rating aufweisen, unumgänglich. Den Menschen muss die Angst vor der Anlageform „Aktie“ genommen werden und es müssen Möglichkeiten der einfachen Analyse und Bestimmung des fairen Wertes geschaffen werden. Doch viele mögliche Investoren wissen nicht, wie sie bei der Selektion und der Identifizierung von günstig bewerteten Aktien vorgehen müssen.

An diesem Punkt knüpfen klassische Analysemethoden, wie die Fundamental- und Technische Analyse, an, welche es auch Privatanlegern möglich machen durch einfache Analysen den Einstieg in den Kapitalmarkt zu finden.

1.2 Ziel und Aufbau

Ziel der Arbeit ist es dem Leser die faire Aktienbewertung anhand der Fundamentalanalyse und der Technischen Analyse näherzubringen und die Analysemethoden anhand einer eigenen Analyse der Daimler AG zu erläutern. Zu Beginn werden die zwei Hauptmethoden der Aktienanalyse kurz erklärt. Hier soll sich zudem herausstellen, wo und wann welche Verfahren angewandt werden können. Die Arbeit spezialisiert sich dann auf die Fundamentalanalyse und die Technische Analyse als weitgehend schnellste Methoden der Aktienanalyse. Des Weiteren soll durch eine Beispielanalyse bzw. Bewertung der Aktie der Daimler AG die zuvor beschriebene Theorie untermauert und dargestellt werden.

2 Einführung in die Aktienanalyse

2.1 Definition der Aktienanalyse

„Price is what you pay, value is what you get“[2]. Dieser Spruch kommt von einem der berühmtesten Analysten und Börsengurus aller Zeiten, Warren Buffet, und bringt den Sinn der Aktienanalyse auf einen Punkt. Laut dem Zitat von Warren Buffett besteht zwischen dem Preis, den der Markt für einen Anteilsschein am Unternehmen zu zahlen bereit ist, und dem fundamental gerechtfertigten Wert des Unternehmens ein deutlicher Unterschied. Dieser fundamental gerechtfertigte Wert eines Unternehmens, heruntergebrochen auf eine Aktie, beschreibt den Inneren Wert einer Aktie. Anhand des berechneten Inneren Wertes einer Aktie lässt sich folglich bestimmen, ob die Aktie aktuell unter-, fair- oder überbewertet ist oder, ob eine Fehlbewertung vorliegt.[3] Die Aktienanalyse befasst sich mit dem Problem der fairen Bewertung einer Aktie und versucht durch verschiedene Methoden der Analyse eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung zu erzeugen.[4] Des Weiteren gehört zur Aktienanalyse auch die Analyse der gesamtwirtschaftlichen Situation und der einzelnen Branche, bevor es überhaupt zur reinen Unternehmensanalyse kommen kann. Diese Faktoren sind unter anderem wichtig, um die richtige Aktie in der richtigen Branche zum richtigen Zeitpunkt zu analysieren. Diese Analyse lässt sich dann mit dem Bottom-Up oder dem Top-Down Ansatz durchführen.[5]

2.2 Effizienzmarkthypothese

Wenn man sich mit der Aktienanalyse an sich beschäftigt, geht man grundlegend von der These aus, dass man durch einfache Analyse eines Marktes, sei es mit der Technischen oder der Fundamentalen Aktienanalyse, eine Überrendite erzielen kann. So einleuchtend und klar diese Annahme klingen mag, so undurchsichtig ist sie. Genau hier knüpft die Informationseffizienzhypothese an, welche in ihren unterschiedlichen Ausprägungen eine Überrendite sogar ausschließt. Diese Theorie zum Verhalten eines Marktes hat 1965 Eugene F. Fama in seinem Buch „The Theory of Finance“ aufgestellt. Nach Fama sind Märkte nur informa- tionseffizient, wenn „prices always ,fully reflect´ available information“[6].Die Informationseffizienzhypothese von Eugen F. Fama unterscheidet zwischen der schwachen, der mittelstrengen und der starken Form der Informationseffizienz[7].

Unter der schwachen Form der Informationseffizienz versteht man die Annahme, dass alle vergangenen Informationen im aktuellen Marktpreis enthalten sind. Den Marktteilnehmern bleibt folglich nichts anderes übrig, als den aktuellen Marktpreis als fairen Preis hinzunehmen. Mit Wertpapieranalysen und Bewertungen lässt sich in der schwachen Form der Informationseffizienz keine Überrendite erzielen.[8]

Unter der mittelstrengen Informationseffizienz versteht man die Annahme, dass in den aktuellen Marktpreis bereits alle öffentlich zur Verfügung stehenden Informationen eingeflossen sind. Dazu zählen auch Informationen, die sich aus vergangenen Kursbewegungen ableiten lassen, Analysteneinschätzungen und öffentliche Informationen aus der externen Rechnungslegung. Laut dieser Annahme könnte eine Überrendite nur mit Insiderinformationen erreicht werden.[9]

Unter der strengen Informationseffizienz versteht man die Annahme, dass alle Informationen, die verfügbar sind – auch Insiderinformationen, die nur das Management wissen kann – im aktuellen Marktpreis berücksichtigt sind. Somit ist es auch in der dritten Stufe der Informationseffizienzhypothese nicht möglich, Überrenditen zu erzielen.[10]

2.3 Anwendungsbereiche der Aktienanalyse

Die Aktienanalyse kommt hauptsächlich in den folgenden Anwendungsbereichen zum Einsatz:

- Portfoliomanagement und Finanzanalyse
- Corporate Finance und
- Akquisitionen und Fusionen.

Generell lässt sich sagen, dass die Rolle der Aktienanalyse, ganz von dem jeweiligen Einsatzgebiet abhängt.[11]

Gerade beim Portfoliomanagement ist es wichtig, sich der zwei verschiedenen Strategien bewusst zu werden. Wendet ein Marktteilnehmer die passive Anlagestrategie an und verfolgt somit eine „Kaufen-und-Halten Strategie“[12], so geht dieser von einem informationseffizienten Markt aus, in dem sich bereits alle Informationen im aktuellen Kurs wiederspiegeln. Verfolgt der Marktteilnehmer dagegen eher eine aktive Anlagestrategie, so geht er davon aus, dass es sich um einen informationsineffizienten Markt handelt, bei dem durch fundamentale und technische Analysemethoden eine Überrendite erzielt werden kann.[13]

Die Corporate Finance benötigt die Aktien- und Unternehmensbewertung zur Wertoptimierung und Wertmaximierung des Unternehmens. Hier werden beispielsweise die Gewinnmarge, das Gewinnwachstum und das Umsatzwachstum untersucht und auf Basis dieser Untersuchungen verbessert.[14]

Auch bei Akquisitionen und Fusionen spielt die Aktienbewertung und Analyse eine große Rolle. Unternehmen müssen, um eine Kaufentscheidung und eine Werteinschätzung treffen zu können, eingeschätzt und analysiert werden. Dies trifft sowohl bei Akquisitionen, Abspaltungen und Fusionen zu, da hier immer die richtige Einschätzung des Marktwertes benötigt wird.[15]

3 Fundamentalanalyse anhand von Multiplikator Modellen

3.1 Definition

Die Fundamentalanalyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der strikten Auswertung von Daten, die Aktienkurse beeinflussen können. Darunter kann man beispielsweise die Analyse gesamtwirtschaftlicher Faktoren (Makrofaktoren), wie der Konjunktur, Inflationsraten und Arbeitslosigkeit, oder aber auch die Auswertung von fundamentalen Unternehmensdaten (Mikrofaktoren) verstehen.

Besonderen Wert legt man bei der Fundamentalanalyse auf die einzelnen Finanzkennzahlen eines Unternehmens. Diese Daten werden meist aus der Unternehmensbilanz oder aber auch aus Quartalsberichten gezogen. Für die sachliche und ungestörte Analyse einzelner Unternehmen ist es aber natürlich immer notwendig, dass die Mikrofaktoren positiv, bzw. keine unheilbringende Zukunft erahnen lassen, denn nur wenige Aktien können ihr Kurspotenzial bei schlechten gesamtwirtschaftlichen Faktoren entfalten.[16]

3.2 Bottom-Up/Top-Down-Ansatz

Die beiden Ansätze gliedern die Fundamentalanalyse in die verschiedenen Vorgehensweisen ein, nach denen man die richtige Aktie bzw. das richtige Unternehmen auswählen kann.

Der Bottom-Up-Ansatz fängt mit der Unternehmensebene an und arbeitet sich danach über die Branchenanalyse bis hin zur gesamtwirtschaftlichen Analyse hoch. Somit beginnt dieser Ansatz zuerst mit der Auswahl des passenden Unternehmens und wird dann mit der Analyse der Gesamtmarktentwicklung ergänzt. Der Analyst startet sozusagen mit der Mikroanalyse und arbeitet sich dann zur Makroanalyse hoch.[17]

Ziel des Bottom-Up-Ansatzes ist es, Aktien zu finden, die kurzzeitig durch politische News oder andere schlechte Nachrichten bei Anlegern in Ungnade gefallen, aber fundamental gut aufgestellt sind. Diese Aktien bieten ein großes Kurspotential.[18]

Anders sieht es beim Top-Down-Ansatz aus, bei dem man sich von der Makroanalyse hinunter zur Mikroanalyse bewegt und sich somit erst nach Auswahl der richtigen Volkswirtschaft und Branche dem passenden Unternehmen annähert. Ziel des Top-Down-Ansatzes ist es, dass der Anleger sich langsam von oben nach unten auf den richtigen Unternehmenswert einschießt und somit nicht zu voreiligen Entschlüssen für eine bestimmte Aktie kommt. Heißt, dass als erstes die Makrofaktoren stimmen müssen, und damit die Voraussetzungen für ein solides Kurswachstum, und nicht zuerst die Mikrofaktoren im Vordergrund stehen.[19]

3.3 Multiplikatoren

Multiplikatoren sind Kennzahlen, die einen Zusammenhang zwischen der Marktkapitalisierung eines Unternehmens oder deren Aktienkurs und einer weiteren Größe darstellen. Zuerst muss unterschieden werden zwischen der Berechnung eines Multiplikators auf Unternehmensebene oder auf Aktienebene. Wird ein Multiplikator auf Unternehmensebene berechnet, dient die aktuelle Marktkapitalisierung, welche das Ergebnis einer Multiplikation aller Aktien mit dem aktuellen Aktienkurs ist, als Unternehmenswert und als Bezugsgröße beispielweise das Gesamtergebnis oder das Ergebnis je Aktie eines Unternehmens. Wird dagegen der Multiplikator aus Sicht einer einzelnen Aktie berechnet, so wird der Wert der einzelnen Aktie mit dem Ergebnis je Aktie ins Verhältnis gesetzt. Bei Multiplikatoren taucht im Zähler eines Bruches immer die Marktkapitalisierung bzw. der aktuelle Aktienkurs und im Nenner die gewünschte Bezugsgröße, im Gesamtbild oder heruntergerechnet auf eine Aktie, auf. Die anderen Bezugsgrößen können meist der Bilanz oder der GuV eines Unternehmens entnommen werden.[20]

3.3.1 Preismultiplikatoren

3.3.1.1 Das Kurs-Buchwert-Verhältnis

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist eine Kennzahl in der Aktienbewertung, die den Kurs einer Aktie und den Buchwert darstellt und miteinander ins Verhältnis setzt.[21]

Der Buchwert einer Aktie wird berechnet, indem das Eigenkapital eines Unternehmens dividiert durch die Anzahl der Aktien berechnet wird.[22]

Der errechnete Buchwert je Aktie kann als Mindestwert einer Aktie aufgefasst werden, da das Eigenkapital laut einfachster Definition die Differenz von den Vermögenswerten (Aktiva) und den Schulden eines Unternehmens (Passiva) ist. Er gibt somit den Zerschlagungswert eines Unternehmens an, welcher unter der Annahme der Auflösung des Unternehmens alle Erlöse kumuliert ausweist.[23] Folglich drückt der Buchwert eines Unternehmens den wahren Unternehmenswert aus.[24] Bei der Berechnung des Buchwertes ist es zudem wichtig, die verschiedenen Aktientypen (Stammaktie/Vorzugsaktie) zu repräsentieren, da diese oftmals zu verschiedenen Preisen notieren und es folglich unklar sein kann, wie das Eigenkapital zu den verschiedenen Aktien zugeteilt ist. Trifft das auf ein Unternehmen zu, kann man trotzdem die Aktienanzahl der verschieden ausgestatteten Aktientypen multipliziert mit den verschiedenen Kursen nehmen, um den Marktwert des Eigenkapitals zu bestimmen.[25]

Stellt sich bei der Berechnung des KBV heraus, dass der Buchwert der Aktie für das Jahr Y größer dem Aktienkurs für den Tag X ist, so liegt ein KBV < 1 vor. Hieraus lässt sich schließen, dass es sich möglicherweise um eine unterbewertete Aktie handelt, da der Buchwert und damit das Eigenkapital, heruntergebrochen auf eine Aktie des Unternehmens, mehr wert ist, als aktuell am Kapitalmarkt für das Wertpapier gezahlt wird.[26]

3.3.1.2 Das Kurs-Gewinn-Verhältnis / PEG Ratio

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beschreibt das Verhältnis zwischen dem Kurs an einem Tag X und dem Jahresüberschuss eines Unternehmens in einem Jahr Y.[27]

Oft wird das KGV als DIE Kennzahl in der Fundamentalanalyse bezeichnet, da sich gerade ein Großteil der Privatanleger, sowie auch institutionelle Anleger mit dieser Kennzahl beschäftigen. Zuerst einmal kommt es beim KGV auf den Gewinn pro Aktie und dessen Berechnung an. Der Jahresüberschuss, der zur Berechnung des EPS benötigt wird, wird wie folgt berechnet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Jahresüberschussrechnung

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung a Peter Seppelfricke (2012).

Um nun das EPS zu errechnen, wird der Jahresüberschuss des Unternehmens durch die durchschnittlich gewichtete Anzahl an Aktien dividiert wird.

Das KGV gibt im Wesentlichen den Betrag an, den Investoren für einen Euro Gewinn des Unternehmens zahlen müssen, oder anders erläutert, wie oft der Gewinn im Kurs enthalten ist. Beim KGV gilt: Je höher das Branchen-KGV, desto überbewerteter die Aktie und anders herum. Wichtig ist hier, dass man das KGV einer bestimmten Branche als Vergleich nimmt, da es zu fatalen Fehlentscheidungen kommen kann, wenn man Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen miteinander vergleicht.[28] Das KGV wird dazu noch in verschiedene Unterstufen unterteilt, welche sich durch die Grundlage des verwendeten ausgewiesenen Gewinns des Unternehmens unterscheiden.

- Current-KGV: zur Berechnung wird der Gewinn des vergangenen Geschäftsjahres verwendet.
- Trailing-KGV: zur Berechnung wird hier der Gewinn der letzten 12 Monate verwendet. Das Trailing KGV wird immer dann verwendet, wenn es nicht möglich ist, den Gewinn für das nächste Quartal mit hinreichender Genauigkeit zu schätzen.
- Forward-KGV: nutzt zur Berechnung den geschätzten Gewinn der nächsten 12 Monate. Sind ausreichende Schätzungen für das kommende Jahr vorhanden, kann auf Basis dieser Daten das F.-KGV berechnet werden.[29]

Auf dem KGV aufbauend wird häufig noch eine weitere Kennzahl verwendet, welche das KGV in Bezug zum Gewinnwachstum setzt. Die PEG-Ratio wird häufig bei stark wachsenden Unternehmen berechnet, um im Gegensatz zum KGV zusätzlich noch das Gewinnwachstum in die Bewertung miteinfließen zu lassen. Generell lässt sich sagen, dass Aktien mit einer niedrigeren PEG-Ratio von 1 oder weniger günstiger bewertet sind, als Aktien, die eine hohe PEG-Ratio haben. Man kann dann davon ausgehen, dass das KGV einen geringen und das Gewinnwachstum einen hohen Wert aufweist.[30]

3.3.1.3 Das Kurs-Cashflow-Verhältnis

Das Kurs-Cashflow-Verhältnis setzt den Aktienkurs an einem Tag X und den Cashflow eines Unternehmens aus einem Jahr Y zusammen.[31]

Unter dem Cashflow versteht man die Differenz bzw. den Überschuss, der entsteht, wenn man von den Einnahmen die Ausgaben abzieht. Der Cashflow hat an sich eine ähnliche Wirkung wie das weit verbreitete KGV.[32] Auch das KCV sagt aus, wie lange ein Investor warten muss, damit sich der aktuelle Aktienkurs durch die Cashflows eines Unternehmens finanziert.[33] Bei der Berechnung des Cashflows wird zwischen Erträgen und Aufwendungen und zwischen Einnahmen und Ausgaben unterschieden. Im Gegensatz zur normalen Bilanzgewinnberechnung unterstellt man bei der Berechnung des Cashflows, dass bspw. Aufwendungen zu keiner Auszahlung führen und damit wieder zum Bilanzgewinn hinzuaddiert werden müssen.[34] Der Cashflow zeigt somit an, ob ein Unternehmen mit eigenen Finanzmitteln beispielsweise Investitionen tätigen oder Schulden tilgen kann.[35]

3.3.1.4 Das Kurs-Umsatz-Verhältnis

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis beschreibt das Verhältnis vom Kurs an einem Tag X und dem Umsatz in einem Jahr Y.[36] Das KUV ist eine selten benutzte und häufig unterschätzte Kennzahl[37]. Gerade bei Unternehmen, die sich aktuell in einer Verlustzone befinden, oder ein negatives Ergebnis ausweisen, kann das KUV im Gegensatz zum KGV noch berechnet werden.[38] Mit dem Kurs-Umsatz-Verhältnis lässt sich somit bestimmen, um das Wievielfache der aktuelle Aktienkurs den Umsatz des Unternehmens abbildet.[39] Ähnlich dem KGV lässt sich auch beim KUV das Current, Trailing und Forward-KUV berechnen, welches die unterschiedlichen Zeitspannen betrachtet. Wichtig für die Berechnung dieses Multiplikators ist, dass hier der Nettoumsatz genommen werden muss, welcher den Bruttoumsatz bereinigt um die Rücksendungen und die Kundenrabatte darstellt.[40] Beim KUV gilt auch, je niedriger das KUV desto besser. KUVs über 1,5 können bereits auf eine Überbewertung einer Aktie hindeuten.[41]

3.3.1.5 Die Dividendenrendite

Die Dividendenrendite beschreibt die Dividende in einem Jahr X und setzt diese ins Verhältnis zu einem Aktienkurs am Tag Y. Die Dividendenrendite wird außerdem immer prozentual zum aktuell vorliegenden Kurs angegeben (Siehe Anhang, Formel 6).[42]

Unter der Dividendenzahlung versteht man die Ausschüttung eines Teils des Gewinns an die beteiligten Aktionäre. Die Dividendenzahlung eines Unternehmens an die Aktionäre ist außerdem von der Höhe der Anteile am Grundkapital der Aktionäre abhängig.[43] Gesetzlich geregelt findet sich die Dividendenzahlung im aktuellen AktG § 60 Gewinnverteilung.

[...]


[1] Vgl. www.comdirect.de (2018)

[2] Vgl. Buffett und Clark (2002) S.228

[3] Vgl. Mondello (2017) S.8

[4] Vgl. ebd. S.5 ff.

[5] Vgl. www.boerse.de (2018 a)

[6] Fama (1970) S.383

[7] Vgl. ebd. S.383

[8] Vgl. Perridon/Steiner (2004) S.274

[9] Vgl. Mondello (2017) S.31 ff.

[10] Vgl. ebd. S.31 ff.

[11] Vgl. Mondello (2017) S.2

[12] Mondello (2017) S.2

[13] Vgl. ebd. S.2

[14] Vgl. ebd. S.3

[15] Vgl. ebd. S.3

[16] Vgl. Beike/Schlütz (2010) S.101 f

[17] Vgl. www.boerse.de (2018 a)

[18] Vgl. ebd. (2018 a)

[19] Vgl. ebd. (2018 a)

[20] Vgl. Beike/Schlütz (2010) S.111 f.

[21] Vgl. Anhang, Formel 1

[22] Vgl. Anhang, Formel 2

[23] Vgl. Hasler (2011) S.371

[24] Vgl. Heese (2011) S.81

[25] Vgl. Mondello (2017) S.477

[26] Vgl. Heese (2011) S.74

[27] Vgl. Anhang, Formel 3

[28] Vgl. Audörsch (1999/2000) S.19 f.

[29] Vgl. Mondello (2017) S.442 f.

[30] Vgl. Mondello (2017) S.463

[31] Vgl. Anhang, Formel 4

[32] Vgl. Heese (2011) S.74

[33] Vgl. Beike/Schlütz (2010) S.118 f.

[34] Vgl. Heese (2011) S.74

[35] Vgl. Seppelfricke (2012) S.105

[36] Vgl. Anhang, Formel 5

[37] Vgl. www.faz.net (2013)

[38] Vgl. Mondello (2017) S.497 f.

[39] Vgl. www.finanzen.net (2018)

[40] Vgl. Mondello (2017) S.498

[41] Vgl. www.finanzen.net (2018)

[42] Vgl. Anhang, Formel 6

[43] Vgl. www.gesetze-im-internet.de (2018)

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten

Details

Titel
Aktienanalyse. Unter fundamentalen und charttechnischen Gesichtspunkten
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg, früher: Berufsakademie Ravensburg
Autor
Jahr
2018
Seiten
42
Katalognummer
V446006
ISBN (eBook)
9783668825406
ISBN (Buch)
9783668825413
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fundamentalanalyse, Technische Analyse, Aktienanalyse, Aktien, Analyse
Arbeit zitieren
Julian Muschal (Autor), 2018, Aktienanalyse. Unter fundamentalen und charttechnischen Gesichtspunkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446006

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