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Typologische Einordnung der Gemischten Wahlsysteme. Makro- und Mikroeffekte in der vergleichenden Forschung

Titel: Typologische Einordnung der Gemischten Wahlsysteme. Makro- und Mikroeffekte in der vergleichenden Forschung

Hausarbeit , 2018 , 16 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Jian Omar (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der typologischen Einordnung der Kategorie von gemischten Wahlsysteme. Die Einordnung dieser Mischwahlsysteme ist insofern relevant, weil erstens zwischen den führenden Vertreter*innen des Fachs kein Konsens über eine einheitliche Einordnung existiert, teilweise erfolgt sogar eine gegensätzliche Einordnung einzelner Systeme. Zweitens münden viele Bestrebungen der etablierten Demokratien um eine Reform ihrer Wahlsysteme in der Einführung von Varianten gemischter Wahlsystemen, aber auch die Transitdemokratien wie z.B. in Osteuropa und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion entscheiden sich zunehmend für diese Form von Wahlsystemen. Drittens sind die gemischten Wahlsysteme für die Politikwissenschaft und die Vergleichende Lehre von großer Bedeutung, da hier die zahlreichen Effekte der unterschiedlichen Elemente auf der Mikro- und Makroebene hervorragend analysiert werden können.

Die Arbeit will folgende Frage beantworten: Warum ist die zweidimensionale Typologie der gemischten Wahlsysteme von André Kaiser besser als die eindimensionalen Typologien geeignet, die gemischten Wahlsysteme einzuordnen und ihre Mikroeffekte, insbesondere den Strategieeffekt, für die wissenschaftliche Zwecke zu untersuchen? Wie lässt sich diese Annahme empirisch am Beispiel der „Leihstimmenkampagnen“ der deutschen Bundestagswahlen von 1972 und 1982 belegen?

Die Fachwissenschaftler*innen der Wahl- und Wahlsystemforschung sind sich einig, dass neben vielen weiteren Merkmalen eines demokratischen Verfassungsstaats zwei essentielle Bestandteile zu einem jeden zeitgenössischen demokratischen System gehören. Diese sind ein Parlament und ein demokratisches Wahlrecht, die die Repräsentation und die Verwirklichung des Willens des Volks zusammen mit weiteren strukturellen Elementen erst ermöglichen und somit die Legitimität und Rechtmäßigkeit des gesamten politischen Systems gewährleisten. Umstritten ist allerdings die typologische Einordnung von Mischwahlsystemen, die die Zusammensetzung der Parlamente durch die Bestimmung des Wahlsystems festlegen und deren technische Elemente ausschlaggebend für die angestrebte Funktion eines Wahlsystems sind.

Die verfügbaren technischen Elemente lassen sich miteinander in vielfältiger Weise zu zahlreichen unterschiedlichen Typen von Wahlsystemen kombinieren. Die demokratischen Systeme unterscheiden sich folglich auch anhand ihrer Wahlsysteme und deren vorgesehenen und erwarteten Funktionsweisen voneinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die typologische Einordnung der Wahlsysteme

1.1. Mehrheits- und Verhältniswahl

1.2. Typologien zur Einordnung der gemischten Wahlsysteme

1.3. Die Typologie von Shugart und Wattenberg

2. Die Typologie von André Kaiser

2.1. Das Deutsche Bundestagswahlsystem und seine Einordnung

2.2. Die Kritik und Defizite der eindimensionalen Typologien

2.3. Die zweidimensionale Typologie von André Kaiser zur Erfassung von Mikroeffekten

3. Die Erfassung der Mikroeffekte des Deutschen Bundestagwahlsystems anhand der Typologie von Kaiser

3.1. Der Strategieeffekt bei gemischten Wahlsystemen

3.2. Strategisches Handeln im Kontext der Leihstimmenkampagnen bei den Bundestagswahlen von 1972 und 1982

4. Fazit und Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung der zweidimensionalen Typologie von André Kaiser zur Klassifizierung gemischter Wahlsysteme. Dabei wird analysiert, warum dieser Ansatz gegenüber eindimensionalen Modellen überlegen ist, insbesondere im Hinblick auf die Erfassung von Mikroeffekten, und wie sich diese theoretische Annahme empirisch durch die Untersuchung von Leihstimmenkampagnen bei deutschen Bundestagswahlen belegen lässt.

  • Kritische Analyse traditioneller, eindimensionaler Wahlsystem-Typologien
  • Einführung der zweidimensionalen Typologie nach André Kaiser (Input- und Outputdimension)
  • Untersuchung von Mikroeffekten in gemischten Wahlsystemen
  • Fokus auf den Strategieeffekt und das Phänomen des taktischen Wählens
  • Empirische Fallstudien zu Leihstimmenkampagnen bei den Bundestagswahlen 1972 und 1982

Auszug aus dem Buch

Die zweidimensionale Typologie von André Kaiser zur Erfassung von Mikroeffekten

Der typologische Vorschlag von André Kaiser beruht im Grunde genommen auf der Einführung einer zweiten Ordnungsdimension, wie bereit in der Kritik an den eindimensionalen Typologien angedeutet wurde. Sein Vorschlag integriert auch die Inputdimension, die für wissenschaftliche, analytische Zwecke von zentraler Bedeutung ist. In seiner Typologie ist die Inputdimension daher als Kernbestandteil neben der Outputdimension eingebettet.

Die Aufnahme der Inputdimension in die Typologie zielt darauf ab, die Mikroeffekte von Wahlsystemen der Kategorie von gemischten Wahlsystemen zu erfassen und bei der Einordnung und Analyse zu berücksichtigen. Außerdem nimmt er in seinem Konzept die Verbindung zwischen der Mikro- und der Makroebene anhand ihrer einzelnen Elemente in das Blickfeld. Anhand der unterschiedlichen Konstellationen und Verhältnisse zwischen Input- und Outputdimension gewinnt Kaiser so die entsprechenden Subtypen seiner Typologie.

Kaisers Typologie zufolge setzt sich die Inputdimension aus zwei Elementen zusammen, den Wahlbewerbungs- und den Stimmgebungsverfahren. Die Inputdimension umfasst also die Transformation von Wähler*innenpräferenzen in Stimmen. Die Outputdimension umfasst hingegen die Selektionsregeln und die schlussendliche Umwandlung von Stimmen in Mandate.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die typologische Einordnung der Wahlsysteme: Dieses Kapitel führt in die Grundformen der Mehrheits- und Verhältniswahl ein und beleuchtet die Schwierigkeiten der wissenschaftlichen Klassifizierung gemischter Wahlsysteme.

2. Die Typologie von André Kaiser: Hier wird das Modell von André Kaiser detailliert vorgestellt, welches die Kritik an eindimensionalen Typologien aufgreift und um eine entscheidende Inputdimension erweitert.

3. Die Erfassung der Mikroeffekte des Deutschen Bundestagwahlsystems anhand der Typologie von Kaiser: Dieses Kapitel wendet die Theorie auf die Praxis an, wobei insbesondere der Strategieeffekt und die Bedeutung von Leihstimmenkampagnen analysiert werden.

4. Fazit und Schlusswort: Das Fazit fasst die Relevanz von Kaisers Ansatz für die Erforschung von Wahlsystemen zusammen und betont die Notwendigkeit, Input- und Outputfaktoren für fundierte Analysen zu verbinden.

Schlüsselwörter

Gemischte Wahlsysteme, Wahlsystemforschung, André Kaiser, Inputdimension, Outputdimension, Mikroeffekte, Strategieeffekt, Leihstimmen, Taktisches Wählen, Bundestagswahl, Wahlsystemtypologie, Politische Wissenschaft, Repräsentation, Stimmgebungsverfahren, Wahlbewerbungsverfahren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Klassifizierung gemischter Wahlsysteme und der Frage, wie diese präziser erfasst werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Wahlsystemforschung, die Entwicklung von Typologien und die Untersuchung von strategischem Wählerverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Überlegenheit der zweidimensionalen Typologie von André Kaiser gegenüber eindimensionalen Modellen theoretisch zu begründen und empirisch nachzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden, theoretisch-analytischen Ansatz unter Einbeziehung einer empirischen Fallstudie zu historischen Bundestagswahlen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst bestehende Typologien kritisiert, anschließend Kaisers Modell eingeführt und dieses schließlich zur Analyse von Mikroeffekten und Leihstimmenkampagnen genutzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie "Gemischte Wahlsysteme", "Input- und Outputdimension", "Strategieeffekt" und "Leihstimmen" definieren.

Warum spielt die Inputdimension eine so wichtige Rolle im Modell von Kaiser?

Die Inputdimension ermöglicht es, den Prozess der Stimmgebung und Kandidatenauswahl zu erfassen, was entscheidend ist, um das tatsächliche Verhalten der Wähler zu verstehen, bevor die Stimmen in Mandate umgewandelt werden.

Was versteht man in dieser Arbeit unter dem Strategieeffekt?

Der Strategieeffekt beschreibt, dass Wähler ihre Wahlentscheidung an taktischen Erwägungen ausrichten, um den Wahlausgang zugunsten einer bestimmten Koalition zu beeinflussen.

Inwiefern beeinflussten Leihstimmenkampagnen die deutsche Politikgeschichte?

Die Kampagnen ermöglichten es, kleineren Parteien wie der FDP über die Fünf-Prozent-Hürde zu helfen, was entscheidend für die Bildung von Koalitionsregierungen war.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Typologische Einordnung der Gemischten Wahlsysteme. Makro- und Mikroeffekte in der vergleichenden Forschung
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto Suhr Institut)
Veranstaltung
Parteien- und Wahlsysteme
Note
1.7
Autor
Jian Omar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V446039
ISBN (eBook)
9783668841390
ISBN (Buch)
9783668841406
Sprache
Deutsch
Schlagworte
parteien Systeme Wahlsystem Parteisysteme gemische wahlsysteme gemischt typologie Wahlforschung wahlsysteme politische systeme deutsches wahlsystem mehrheitswahl verhältniswahl leihstimmen Leihstimmenkampagnen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jian Omar (Autor:in), 2018, Typologische Einordnung der Gemischten Wahlsysteme. Makro- und Mikroeffekte in der vergleichenden Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446039
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Leseprobe aus  16  Seiten
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