Zeitgeist und Sozialprestige im Spiegelbild der privaten Wohnarchitektur. Das Beispiel der Villenkolonie Neubabelsberg im Wilhelminischen Zeitalter


Examensarbeit, 2002
126 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I Einleitung

II. Die Baukunst im ideologisch - gesellschaftlichen Spannungsfeld des Wilhelminischen Zeitalters
II. 1. Die 'Zeichen der Zeit' im Spiegelbild der öffentlichen Architektur
II. 2. Städtischer Raum und soziale Segregation im Ausgang des 19. Jahrhunderts
II. 3. Wohnquartier und soziale Distinktion
II. 4. Sozialprestige und großbürgerliche Wohnkultur
II. 4.1. Die Raumaufteilung
II. 4.2. Zur Differenzierung der Einrichtung und dekorativer Elemente
III. Das Paradigma der Villenkolonie Neubabelsberg
III. 1. Die historischen Rahmenbedingungen
III. 2. Gründung, Konzeption und Bebauungsphasen
III. 3. Zur Residenzfunktion
III. 4. Die Wohnanlage als Zeuge des Zeitgeists
III. 4.1. Die großbürgerliche Lebenskultur
III. 4.2. Die privaten Bau- und Gartenkunstwerke
III. 4.3. Architektonische Fallbeispiele
III. 4.3. a. Die Verlegervilla Müller-Grote
III. 4.3.b. Das Landhaus des Bankiers Urbig
ΠΙ. 5. Ein lebendiges Archiv: Die Wohnhäuser im Wandel der Zeiten

IV. Resümee

V. Anhang
V. 1. Anlagen
V. 2. Abbildungsverzeichnis
V. 3. Quellennachweise
V. 4. Sonderbände
V. 5. Literaturangaben
V. 6. Eidesstattliche Versicherung

Vorwort

Die vorliegende Examensarbeit wurde mit dem Ziel und Wunsch vor Augen verfasst, zukünftig jungen Heranwachsenden die Vergangenheit näher zu bringen und ihnen dabei die hohe Relevanz historischer Bedingungen bewusst zu machen. Die im Rahmenlehrplan Brandenburg ausdrücklich geforderte “individuelle Sinnbildung über Zeiterfahrung“1 kann dabei gerade durch das Heranziehen architektonischer Hinterlassenschaften aus der näheren Umgebung eine konkrete Realisierung erfahren. Dies begründet sich unter anderem damit, dass die allgemeine Zugänglichkeit regionaler Baukunst einen unmittelbaren Lebensbezug von Kindern und Jugendlichen gewährleistet. Dieser Aspekt eröffnet wiederum wesentliche Perspektiven für einen möglichst lebendigen sowie anschaulichen historischen Unterricht.

Die vorrangige Intention der Arbeit, den vergangenen Zeitgeist anhand privater Architektur der Region aufzuspüren und offen darzulegen, wurde auf Anregung des Herm PD. DR. Jürgen Angelow aufgegriffen. Er gab nicht nur wesentliche Impulse hinsichtlich konzeptioneller Grundlagen, sondem begleitete die Arbeit auch mit wichtigen Hinweisen. Ihm sei an dieser Stelle herzlichst dafür gedankt.

Ohne den Zugang zu überlieferten Quellen in Form von konkreten Bauakten sowie weiteren historischen Dokumenten wäre allerdings das Vorhaben einer historischen Analyse regionaler Privatbauten ein unmögliches Unterfangen gewesen. Aus diesem Grunde bin ich Herm Jörg Limberg vom Amt für Denkmalpflege zu ganz besonderem Dank verpflichtet. Er leistete während der praktischen Umsetzung der Arbeit nicht nur aufgmnd seines reichhaltigen Erfahrungsspektrums außerordentlich viel Hilfe, sondem auch durch das zuverlässig zur Verfügung gestellte Archiv- und Bildmaterial. Vor allem die Fotografien seines Privatarchivs stellten im Hinblick auf eine Rekonstmktion großbürgerlicher Lebens- und Wohnwelten der Villenkolonie Neubabelsberg eine unersetzliche Gmndlage dar. Ebenso gebührt den Mitarbeitem/innen der Brandenburgischen Landes- und Stadtbibliothek, allen voran Frau Seil, großer Dank. Durch ihre freundliche Genehmigung konnte das äußerst wertvolle Bildmaterial zur Neubabelsberger Villenkolonie aus der Abteilung Brandenburgica weiter verarbeitet werden, so dass nicht zuletzt dadurch die Arbeit eine enorme Bereichemng erfuhr.

I. Einleitung

In allen Epochen der Geschichte fanden bezeichnende Signaturen der jeweiligen Zeit in kulturellen, geistigen sowie künstlerischen Schaffensprodukten eine entsprechende Manifestation, so dass wir diese auch heute noch als historische Zeugnisse wahmehmen können. In diesem Zusammenhang gewährleisten auch und gerade architektonische Hinterlassenschaften einen unmittelbaren Zugang zu den gestaltenden Kräften der Vergangenheit. Aus einer Entschlüsselung der darin verankerten 'Zeitzeichen können sich demzufolge faszinierende Aufschlüsse über das menschliche Denken, Fühlen und Handeln ihrer Entstehungsphase ergeben.2

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die private Wohnarchitektur des Wilhelminischen Zeitalters. Damit richtet sich der Blick auf einen Zeitraum, in dem sich ein gewaltiger industrieller, technischer sowie gesellschaftlicher Wandel vollzogen hatte, dessen widersprüchliche Elemente aus der heutigen Perspektive unter dem Pauschalbegriff 'Modernisierung' subsumiert werden.3 Die Baukünste jener historischen Phase bezeugen jenen fortwährenden Dualismus, der nicht nur die gesamte Architekturentwicklung, sondern auch das allgemeine Lebensgefühl der Menschen, den 'Geist der Zeit' kennzeichnete.4 Als ein regionales Spiegelbild jener baukünstlerischen wie sozio- kulturellen Orientierungsphase kann die Villenkolonie Potsdam Neubabelsberg exemplarisch herangezogen werden. Im ausgehenden 19. Jahrhundert avancierte der südöstlich der Reichshauptstadt Berlins gelegene Wohnort zu einer der vornehmsten Adressen des Berliner Großbürgertums. Durch ihre zeitlose Ausdruckskraft legen auch heute noch deren einstige Villen und Landhäuser über den charakteristischen Zeitgeist ihrer Entstehungszeit ein aussagekräftiges Zeugnis ab. Vor allem der aufwendige ostentative Prunk der Neubabelsberger Privatbauten offenbart einen enorm hohen Anspruch auf soziales Prestige. Ein Erklärungsansatz des hier zum Ausdruck kommenden Geltungsstrebens ergibt sich unter anderem aus der zwiespältigen Situation der damaligen Einwohnerschaft: Die Industrialisierungsprozesse während des 19. Jahrhunderts brachten zwar einen rasanten wirtschaftlichen wie finanziellen Aufstieg des Großbürgertums. Dieser verlief allerdings keinesfalls Hand in Hand mit einem vollständigen politischen Triumphzug, denn auch im 'bürgerlichen Zeitalter' hatte der Adel die meisten führenden Positionen in Militär und Staat inne.5

Die politische Ohnmacht auf der einen und der Wille zur Darstellung ihrer enorm hohen finanziell- ökonomischen Stärke auf der anderen Seite erforderte eine entsprechende Kompensation. Ein Ausgleich bot unter anderem ein angemessener sichtbarer Besitz in Form einer prunkvollen Immobilie, denn die hatte ihre Status beziehungsweise Rang prägende Funktion keinesfalls eingebüßt. Die Villen und Landhäuser vermochten auf architektonische Weise den gesellschaftlichen Aufstieg und die damit verbundene soziale Exklusivität zu beschwören, zumal durch die private Baukunst die Attribute vergangener Adelsherrlichkeit eine besonders glanzvolle Betonung erfuhren.6 Die beeindruckenden Neubabelsberger Bau- und Gartenkunstwerke zeugen somit vom großbürgerlichen Streben nach Imitation aristokratischer Baugesinnung. Insofern bilden die privaten Residenzen auch ein besonders sinnfälliges Beispiel für die Anpassung des Großbürgertums an die adlige Lebensweise.

Die Architektur stellte dabei lediglich die äußere Hülle dar; das großbürgerliche Dasein verlief innerhalb dessen und ist mit dem Begriff 'Wohnen4 als Dreh- und Angelpunkt des privaten Lebens zu fassen. Eine architektonische Rekonstruktion der Wohnarchitekturen Neubabelsbergs verschafft somit ebenso einen exemplarischen Zugang in fundamentale Dimensionen großbürgerlicher Lebenswirklichkeiten. So gibt auch deren praktizierte Wohnkultur interessante Aufschlüsse über die potentiellen Ausdrucksformen des angestrebten Lebensstils.7 Die soziale Distinktion des Großbürgertums vollzog sich dabei auf den Fundamenten einer symbolischen, feineren Wohn- und Lebenskultur. Eine Grundlage hierfür ergab sich wiederum aus dem Ideal höherer kultureller Normen und Werte, die es in ihrer Gesamtheit vermochten, die wirtschaftlich wie gesellschaftlich hohe Position der dort Wohnenden weiter zu untermauern. Gerade die Einrichtungsgegenstände und die dekorativen Ausstattungselemente eröffnen diesbezüglich weitere Verstehenshorizonte.

Eine Annäherung an die Wohnkolonie Neubabelsberg im Wilhelminischen Zeitalter unter den spezifischen Gesichtspunkten 'Zeitgeist' und 'Sozialprestige' kann nur erfolgen, wenn zunächst grundlegende Signaturen der Epoche erfasst werden. Aus diesem Grunde erfolgtė eine Gliederung der vorliegenden Arbeit in zwei Hauptkapitel, wobei das Erste durch seine allgemeine Darstellungsweise einen überblickenden Charakter besitzt.

In mehreren Teilabschnitten werden die Auswirkungen des ideologisch- gesellschaftlichen Spannungsfeldes auf die äußerliche wie auch innerliche Welt baukünstlerischer Hinterlassenschaften skizziert. Auf diesem theoretischen Hintergrund aufbauend, steht im zweiten Hauptkapitel die Villenkolonie Neubabelsberg als ein Paradigma großbürgerlicher Wohn- und Lebenskultur im Mittelpunkt der reflexiven Auseinandersetzung. Den Auftakt zum ersten Kapitel stellt eine knappe Darstellung über die 'Zeichen der Wilhelminischen Zeit' im Spiegelbild der öffentlichen Architektur dar. In diesem Kontext werden die Kardinalfragen nach möglichen Ursachen des charakteristischen Zeitgeists ausschlaggebend sein. Es geht ferner darum, den dominierenden Ideenkontext sowie dessen Wechselwirkung mit dem Duktus der architektonischen Formensprache zu erfassen. Eine Leitfrage wird demzufolge sein, inwiefern allgemeine Tendenzen des Wilhelminischen Zeitalters eine signifikante Artikulation innerhalb öffentlicher Bauwerke fanden. Im Hinblick auf die exemplarische Fallstudie Neubabelsberg erfolgt im anschließenden Unterkapitel eine Auseinandersetzung mit dem städtischen Erscheinungsbild des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund sich gegenseitig bedingender sozialer wie ökonomischer Entwicklungen wird sich insbesondere auf die Bildung sozial segregierter Räume konzentriert. Im darauf folgenden Teilabschnitt steht der Zusammenhang privater Bauformationen und entsprechender sozialer Dispositionen der Einwohnerschaft im Zentrum des Interesses. Anhand ausgewählter Facetten soll ein knappes Bild über die Kontraste schichtspezifischer Lebens- und Wohnbedingungen zur Kaiserzeit gewonnen werden. Es gilt vor allem zu fragen, inwieweit die konkrete Wohnarchitektur als Ausdrucksmittel der persönlichen wie gesellschaftlichen Identität des Großbürgertums geltend gemacht werden kann. Doch nicht allein die äußere Architektur, sondern auch die Kultivierung einer spezifischen Art und Weise des Wohnens bot dem Großbürgertum eine ideale Grundlage zur repräsentativen Darstellung ihres angestrebten sozialen Prestiges.8 Demnach muss auch danach gefragt werden, welche Wertvorstellungen und Aneignungsmechanismen sich hinter den Symbolen der bürgerlichen Wohn- beziehungsweise Lebensführung verbargen. Vor allem aus einer Analyse der inneren Wohngestaltung eröffnen sich interessante Aufschlüsse über die facettenreichen Aspekte des großbürgerlichen Privatlebens. Welche sozio- kulturellen Vorstellungen lagen beispielsweise der Aufteilung der Räumlichkeiten innerhalb eines großbürgerlichen Wohnensembles zugrunde? Inwieweit waren die Einrichtungsgegenstände und Dekorationen prägnante Indikatoren des klassenspezifischen Wohn Verhaltens und dahinter stehender Verhaltensdispositionen?

Schließlich konstituierten sich vor allem auf Grundlage bestimmter Muster der Wohnausstattung die feinen und entscheidenden Unterschiede zu den niederen sozialen Klassen. Es gilt daher zu fragen, welchen spezifischen Präferenzen die Auswahl der Einrichtungsgegenstände und der häuslichen Dekorationen unterworfen waren. Inwiefern können diese als entscheidende Formationen der sozialen Distinktion beziehungsweise als sozio- kulturelles Ausdrucksmittel geltend gemacht werden?

Diese grundlegenden theoretischen Fragestellungen und Abhandlungen erfahren im zweiten Hauptkapitel anhand der regionalen Fallstudie eine exemplarische Demonstration. Ein legitimer Ausgangspunkt dieses Kapitels besteht zunächst aus einer Darstellung der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Villenkolonie Neubabelsberg. So muss nach historischen Rahmenbedingungen gefragt werden, welche maßgeblich zur Gründung des südwestlich Berlins gelegenen Vorortes führten. Im anschließenden Unterkapitel steht neben der konkreten Gründung vor allem auch die Konzeption und weitere Bebauungsphasen im Zentrum des Interesses: Ergeben sich eventuell schon aus den überlieferten Bebauungsvorschriften Aufschlüsse über die spezifische Sozialstruktur der zukünftigen Einwohnerschaft? Anschließend wird nach der Residenzfunktion der Villenkolonie zu fragen sein; Inwieweit kam nicht nur deren topographische Lage, sondern auch die Nähe zur Sommerresidenz Wilhelm I. den sozialen wie kulturellen Bedürfnissen der hier Wohnenden entgegen? Ein besonderer Stellenwert kommt den anschließenden Ausführungen zu, die sich mit der Wohnanlage als Zeuge des klassenspezifischen Zeitgeists beschäftigen. In diesem Zusammenhang bedürfen die konkreten Lebensbedingungen der hier Residierenden einer intensiveren Untersuchung. Welche Komponenten der großbürgerlichen Wohn- und Lebenskultur spiegeln sich in der allgemeinen Gestaltung der Wohnanlage wider? Inwieweit lässt sich anhand spezifischer Einzelheiten die Übernahme des aristokratischen beziehungsweise eines exklusiven Lebensmodells belegen? Anschließend erfolgt eine Analyse der Neubabelsberger Bau- und Gartenkunstwerke unter den konkreten Gesichtspunkten 'Zeitgeist' und 'Sozialprestige'. Anhand der architektonischen wie gärtnerischen Gestaltungsweisen soll belegt werden, dass der Zeitgeist der Wilheminischen Ära sowie die darauf beruhenden großbürgerlichen Mentalitäten auch in Neubabelsberg sichtbare Spuren hinterließen. In diesem Zusammenhang gilt zu fragen, welche Rolle die privaten Wohnanlagen bezüglich der sozio- kulturellen Annäherung zwischen dem Großbürgertum und dem Adel einnahmen. Anschließend muss der Zusammenhang von konstituierenden Elementen und dahinter stehenden Leitideen anhand architektonischer Einzelbeispiele sinnfällig verfolgt und entschlüsselt werden. Welche Aufschlüsse zur ästhetischen Vorstellungswelt sowie über die sozialen Bedürfnissen des jeweiligen Bauherren ergeben sich aus den konkreten В aumaßnahmen ?

Mittels einer intensiveren Rekonstruktion zweier ausgewählter privater Architekturensembles werden sich vertiefende Einblicke in die Welt großbürgerlicher Lebens- und Wohnweisen erhofft. Dabei handelt es sich konkret um die Verlegervilla Müller - Grote, deren Entstehungszeit in die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts fällt sowie um das Landhaus der Bankiersfamilie Urbig, das in der Endphase des Wilhelminischen Zeitalters errichtet worden ist. Durch die exemplarische Analyse soll ersichtlich werden, dass die Befriedigung des Geltungsanspruchs durch innerliche wie äußerliche Repräsentation ein geistig- ästhetisches Fundament großbürgerlicher Wohnformationen darstellte, das letztlich die Kaiserzeit überdauerte. Die beispielhafte Auswahl beruht neben dem ausschlaggebenden Kriterium ihrer Entstehungszeit vor allem auf der Verfügbarkeit noch vorhandener Bauakten. Durch die überlieferten Grundrisse kann sich exemplarisch der Frage angenähert werden, inwiefern die großbürgerlichen Wohn- und Lebens Vorstellungen konkret manifestiert wurden. Diese Ausführungen erfahren durch das Heranziehen weiterer Informationen zur Innengestaltung und zu den Gartenanlagen eine zusätzliche Ergänzung. Inwieweit kamen die äußeren wie inneren Qualitäten der großbürgerlichen Anwesen den Bedürfnissen ihrer Einwohnerschaft entgegen? Den Abschluss des zweiten Hauptkapitels stellt eine knappe Skizze über die weiteren Entwicklungen der Villenkolonie Neubabelsberg nach dem Wilhelminischen Zeitalter dar, wobei diese wahrlich als ein lebendiges Archiv von Schnittpunkten Deutscher Geschichte gewertet werden können.

Aus den Begriffen 'Zeitgeist' und 'Sozialprestige' ergeben sich im Hinblick auf die Gestaltung der vorliegenden Examensarbeit inhaltliche wie auch methodische Signaturen. Angesichts eines lückenhaften Forschungs- und Diskussionsstandes stellt dabei nicht nur die Thematik, sondem auch die angestrebte Vorgehensweise ein gewagtes Unterfangen dar. Geistesgeschichte wurde zwar im Sinne von Zeitgeistforschung als Wissenschaftsdisziplin schon in den 80er Jahren theoretisch begründet.9 Es scheint allerdings beinahe so, als ob die Geschichtswissenschaft gerade in Bezug zum klassenspezifischen Zeitgeist immer noch ganz am Anfang steht.10 Schon eine wissenschaftlich, allgemein gültige Definition der historisch verwendeten Begriffe ist äußerst schwierig, zumal weniger die Historiker, als vielmehr die Philosophen sowie Soziologen um eine Definition von 'Zeitgeist' beziehungsweise 'Sozialprestige' bemüht waren.11

Für das erste Hauptkapitel musste die durchaus reichlich vorhandene Sekundärliteratur stets unter der Prämisse des thematischen Blickwinkels bearbeitet werden. Für die Darstellung des Zusammenhangs von Zeitgeist und öffentlicher Bauwerke werden allgemein gehaltene Werke sowie biographische Publikationen zur Person Wilhelm Π. herangezogen, welche durch architekturtheoretische Abhandlungen zusätzlich ergänzt werden.12 Das Unterkapitel der sozial- räumlichen Segregation baut im Wesentlichen auf soziologischen wie historischen Abhandlungen auf. Für die Darlegung 'Wohnquartier und soziale Distinktion' erwies sich vor allem die Publikation zur Soziologie des Wohnens als äußerst hilfreich.13 Eine vollständige Annäherung an die soziale Dimension des großbürgerlichen Wohnens gewährleistet jedoch lediglich eine Einbeziehung kultursoziologischer Erkenntnisse. Gerade die Rekonstruktion des Zusammenhangs sozialer Distinktion anhand objektiver Wohnstrukturen bedarf der soziologischen Konzeption des Habitus. Aus diesem Grunde werden die hilfreichen Unterscheidungen des französischen Soziologen Pierre Bourdieu ansatzweise mit in die Betrachtungen einbezogen.14 Die Stimmungen und Attitüden des Großbürgertums werden des Weiteren durch detaillierte Ausführungen zeitgenössischer Publikationen zur häuslichen Ausgestaltung lebendig.15

In Bezug zur exemplarischen Darstellung der Villenkolonie Neubabelsberg konnte zwar auf einen reichhaltigen Quellenschatz zurückgegriffen werden, dieser musste allerdings ebenfalls unter den Blickwinkeln 'Zeitgeist' und 'großbürgerliches Sozialprestige' vollkommen neu gesichtet werden. Bei der Rekonstruktion der Entwicklungs- und Entstehungsgeschichte wurde im Wesentlichen auf die entsprechenden Bestände des Brandenburgischen Landeshauptarchivs zurückgegriffen.16 Zur Erfassung der sozialen Struktur der Einwohnerschaft musste ferner das publizierte Adressbuch herangezogen werden.17 Für die Fragestellung nach der Residenzfunktion erwiesen sich neben neueren Publikationen vor allem auch zeitgenössische Veröffentlichungen als äußerst aufschlussreich.18

Neben dem Adressbuch war auch die überlieferte Werbeschrift der Societät Neubabelsberg aus dem Jahre 1897 bezüglich einer Darstellung der großbürgerlichen Wohn- und Lebenskultur Neubabelsberg ein entscheidendes Quellenfundament.19 Eine weitere wesentliche Grundlage der historischen Analyse basiert auf noch vorhandenen Bauakten einzelner Villen und Landhäuser im Amt für Denkmalpflege Potsdam.20 Ferner gestatteten auch diverse Fachzeitschriften und andere publizistische Ausgaben Einblicke in die bauliche Konzeption. Dank der Einschätzung des Denkmal wertes zur Villa Müller - Grote sowie der Baudokumentationen zum Landhaus Urbig blieb auch der Bereich der Einrichtungen sowie dekorativer Ausstattungselemente anschaulich.

Die Lage der Sekundärliteratur in Bezug zur Villenkolonie Neubabelsberg erwies sich allerdings als weniger reichhaltig. Viele Untersuchungen beschäftigten sich zwar unter städtebaulichem Aspekt mit den landschaftlich wie architektonisch reizvollen Vorortbebauungen der Hauptstadt Berlin. Die südwestlich davon gelegene Wohnkolonie erfuhr allerdings noch nicht unter den konkreten Gesichtspunkten Zeitgeist und großbürgerliches Sozialprestige eine konkrete Annäherung. So ist dieser äußert faszinierende Bereich weder dokumentiert noch vollständig aufgearbeitet. Eine Erklärung dessen liegt unter anderem darin, dass zu DDR - Zeiten bei der Aufbearbeitung regionaler Geschichte andere Schwerpunkte und Akzente gesetzt wurden. Die Villengegenden als 'Horte der Bourgeoisie' fanden jedenfalls keine ausführliche, geschweige denn intensivere Beachtung. In den wenigen heimatkundlich gedruckten Überlieferungen wurde die Villenkolonie Neubabelsberg nur in geringem Maßen oder gar nicht erwähnt. Eine herausragende Ausnahme stellt lediglich die Publikation des Regionalhistorikers Kurt Weidens aus den 1980er Jahren dar.21 Für den westlichen Teil der Stadt war durch die Teilung Berlins ein Zugang zu den Quellenbeständen faktisch unmöglich. So befinden sich in den entsprechenden Wohnungsbaubänden von 'Berlin und seine Bauten' auch keine konkreten Darstellungen.22 Die historisch - politische Wende des Jahres 1989/ 90 ging mit einem gesteigerten Interesse an den privaten Garten- und Baukunstwerken einher. Spiegelbilder dieser Entwicklung sind eine Vielzahl an neueren Publikationen, die sich mit Sorgfalt und Begeisterung den privaten Wohnarchitekturen widmen und in diesem Sinne auch der vorliegenden Arbeit wichtige Impulse gaben.23

II. Die Baukunst im ideologischen - gesellschaftlichen Spannungsfeld des Wilhelminischen Zeitalters

II. 1. Die 'Zeichen der Zeit' im Spiegelbild der öffentlichen Architektur

Mit der Thronbesteigung Wilhelm Π. trat das Deutsche Reich Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts nicht nur in eine neue politische Ära ein.24 Unter dem Monarchen stieg das deutsche Kaiserreich auch zu einer der bedeutendsten Militär-, Industrie- und Handelsmacht auf dem europäischen Kontinent auf: “überall spürte man das Gefühl der wachsenden Stärke, den Stolz auf die wirtschaftliche und militärische Machtposition des Deutschen Reichs.“25 Angesichts dessen ist es nicht erstaunlich, dass trotz des fatalen Untergangs des Deutschen Reiches im Jahre 1918 seine Regierungszeit im Hinblick auf Reichtum, Macht und Glanz unbestritten einen Höhepunkt in der deutschen Nationalgeschichte darstellt.26 Wie nie zuvor erreichten schließlich in jenen Jahren Großhandel, Banken und Großindustrie herausragende Positionen.27 Brennpunkt wie auch Symbol dieser Entwicklungen war die Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs, die zur Handels - und Bankmetropole von höchster europäischer Bedeutung avancierte.28 Aus diesen rasanten und erfolgreichen Entwicklungen resultierte ein allgemeiner 'Drang nach Größe': “Man war reich [...], mächtig geworden, und wollte es der Welt zeigen; [...] Ein überhitztes, tatsachenhungriges Großstadtleben, auf Technik und sogenannte Errungenschaften gestellt, begierig nach Festen, Erstaunlichkeiten, Aufzügen und lärmenden Nichtigkeiten, für die der Berliner die Spottnamen Klimbim und Klamauk erfunden hat, verlangte eine Repräsentation, die Rom und Byzanz, Versailles und Potsdam auf einer Platte vereinigte [...].“29 Parvenü und Ostentation waren die sichtbaren Züge der Zeit - der letzte deutsche Kaiser war dabei die lebendigste und nachhaltigste Symbolgestalt. Als ein typischer Vertreter seiner Zeit verkörperte dieser nicht nur in ausgesprochen hohem Maße die politische Kultur, sondern auch und gerade die geistige Atmosphäre seiner Epoche.30

Treffende Worte zur Beschreibung der Persönlichkeit Wilhelm Π. fand Theodor Fontane in einem Brief aus dem Jahre 1897 an Georg Friedländer: “Was mir an dem Kaiser gefällt, ist der totale Bruch mit dem Alten, und was mir an ihm nicht gefällt, ist das im Widerspruch dazu stehende Wiederherstellenwollen des Uralten.“31 Der vorherrschende Zwiespalt zwischen Neuem und Altem entsprach dabei nicht nur dem Wesen des Kaisers, sondern kennzeichnete auch das gesamte Lebensgefühl der Menschen. Eine zwiespältige Wirklichkeitserfassung war dabei ein allgemeines Symptom der Wilhelminischen Ära, welches in künstlerischen und kulturellen Hinterlassenschaften einen entsprechenden Niederschlag fand. Die architektonische Kunstrichtung des Historismus bezeugt jene vorherrschende Diskrepanz einer relativen äußeren Ruhe und einer vehementen inneren Spannung: Fortschritt und Neuerungssucht einerseits, Tradition und Konservatismus andererseits.32 Im Rahmen des offiziellen Historismus wurde sich gerade beim Bau staatlicher Gebäude mit großer Vorliebe einer vergangenen Formensprache bedient — und so dominierten Neoromanik, Neobarock und Neoklassizismus das städtische Erscheinungsbild.33 In seiner monumentalen Pracht vermochte der Historismus der wirtschaftlich- industriellen, politischen wie auch militärischen Macht des Deutschen Kaiserreichs einen adäquaten Ausdruck zu verleihen. Eine stilistische und pompöse Vielfalt diente dabei der Glorifizierung nationaler Eitelkeit und entsprach dem allgemeinen 'Drang nach Größe'. Die dem stilistischen Repertoire des Historismus verpflichteten Bauten gaben schließlich dem ancien régime eine weitere moralische Daseinsberechtigung: Ruhmeshallen und Museen für Nationalgeschichte, in Stein gemeißelte Zeugnisse siegreicher Taten, prunkvolle Plätze und Prachtstraßen prägten eindrucksvoll die Optik der Metropolen.34

Die historischen Baustile erfuhren dabei eine immer größere Distanz zu ihrem ursprünglichen Bedeutungskontext, da diese auf vollkommen anderen technischen wie auch geistigen Grundlagen erwuchsen.35 So entsprach die Bewahrung einer traditionellen Aura keinesfalls den neuen Zeitsignaturen, die vor allem durch einen rapiden industriellen, wirtschaftlichen sowie sozio- kulturellen Wandel gekennzeichnet waren.36 Der Zugriff auf den historischen Architekturkanon und damit die Berufung auf den Geist vergangener Epochen vermochte daher auch nicht den progressiven Entwicklungstendenzen der industrialisierten Gegenwart einen adäquaten Ausdruck zu verleihen.

Der ästhetische wie auch geistige Rückgriff auf den historischen Architekturkanon Stand vollkommen konträr zum allgemeinen Fortschrittsglauben und dem darauf beruhenden enorm hohen Innovations- und Leistungspotential. So scheint es beinahe als ob, durch die fortwährende stilistische Anleihe die Kräfte verleugnet wurden, die in Wissenschaft, Industrie und Technik zu immer neuen Errungenschaften vordrangen. Auch die Entwicklungen in der Architektur waren während des 19. Jahrhunderts von technischen Erneuerungen, vor allem im Hinblick auf die Baumaterialien und Fertigungsweisen, geprägt.37 Indessen interessierten sich die ausführenden Architekten kaum für diese neuen Perspektiven technischer Errungenschaften und überließen die hiermit gegebenen Möglichkeiten zunächst den Bauingenieuren.38 Die deutliche Ablösung der Architektur von einer unmittelbaren Verbindung zu Handwerk und Technik ging mit einer Spaltung in eine pure technische Rationalität sowie eine irrationale Stilistik einher. Dies wird unter anderem durch der Gestaltung der repräsentativen Außenfassade öffentlicher Gebäude ersichtlich, welche die modemen Eisen- und Stahlkonstruktionen in das Innere der Bauten verlegten.39 Die von Ingenieuren nach neusten technischen Erkenntnissen entwickelten Konstruktionen verschwanden hinter schweren Massen von Stuck: “Der neue Reiz bestand in [...] der idealistischen Baukunst, oder richtiger in der Entfaltung des Baustils. Zu was sie sich entschlossen, war im Wesen dasselbe, was wir in großen Theatern durch die Dekoration thun: Scheinbauten ausführen, zu denen auch bei uns Meister obersten Ranges ihre Hand leihen. Ein Scheinwerk, eine 'Dekoration' bleibt es immer.40 So spiegelte sich das vom Philosophen Friedrich Nietzsche ironisierte “Zeitalter der Kostüme“41 auf vollendete Weise in der öffentlichen Baukunst wider. Eine prachtvolle Fassade vermochte schließlich die Rationalität der industrialisierten Wirklichkeit auszublenden. Aus diesem Grunde gingen gerade auch innerhalb der Industriebauten sachliche wie neoklassizistische Elemente eine Verbindung ein. Als ein Vertreter dieses Bauens gilt Peter Behrens, der beispielsweise bei der architektonischen Gestaltung einer Kleinmotorenfabrik in Berlin noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die interne Front sachlich konzipierte, während die äußere Straßenfront dem neoklassizistischen Formenkanon verpflichtet war.42

Wilhelm II. setzte sich intensiv mit den neuen Kräften seiner Zeit auseinander und brachte diese durch Worte ebenso zum Ausdruck wie durch öffentliche Bauwerke.43 Seine Person strahlte dabei auch in das Gebiet der Baukunst hinein, indem er als zentrale Figur für alles Verbindende und als letzte Instanz der Sinnstiftung Stand.44 Als ein exemplarisches Zeugnis einer derartigen Selbstdefinition können seine Worte anlässlich der Vollendung der Berliner Siegeshalle des Jahres 1901 herangezogen werden: “Eine Kunst, die sich über die von mir bezeichneten Gesetze und Schranken hinwegsetzt, ist keine Kunst mehr. Sie ist Fabrikarbeit und Gewerbe [...]. Wer sich von dem Gesetz der Schönheit, des Gefühls für Ästhetik und Harmonie, die jedes Menschen Brust erfüllt, loslöst [...], der versündigt sich an den Urquellen der Kunst.“45 Sein architektonischer Lieblingsstil war nicht von ungefähr die Neoromanik, denn schließlich erinnerte dieser Baustil an die salisch- staufische Kaiserherrlichkeit der Dome, Pfalzen und Burgen. Auf Grundlage einer derartigen Assoziation vermochte diese architektonische Richtung letztlich dem monarchischen Herrschaftsanspruch Wilhelms Π. wie keine andere einen gebührenden Ausdruck zu verleihen.46 Die Öffentlichkeit Stand im Allgemeinen hinter dem Vorgehen des Kaisers, der lediglich den eigenen Geschmack als alleinige Instanz zuließ.47

Anhand der Gestaltungsweise öffentlicher Bauwerke ergeben sich ferner interessante Aufschlüsse über das eigentümliche Politikverständnis sowie das daraus resultierende politische Handeln des Bürgertums. Ein besonders eindrucksvolles Zeugnis über das kontroverse Ringen um Sinngebung und authentische Selbstdarstellung ist das im neobarockem Stil gehaltene Gebäude des Deutschen Reichstags, welches nach den Vorstellungen von Paul Wallots in den Jahren 1884 bis 1894 erbaut wurde.48 Als Forum für einen möglichst lebendigen demokratischen Diskurs gedacht, erhielt das Bauwerk vor allem durch die massiven Barockmauem und die vier Ecktürme eine äußerst Strenge und konventionelle Formation.49 Die altvertrauten architektonischen Gestaltungselemente harmonisierten schließlich mit der liberal - konservativen Gesinnung, die mehrheitlich von den Angehörigen des Bürgertums vertreten wurde.50

In diesen Zusammenhang fiel auch der rapide Anstieg des Baus von Rathäusern. Diese spielten im öffentlichen Bewusstsein eine immer größere Rolle, denn schließlich vermochten derartige Gebäude auf symbolische Weise den neuen Anspruch des Bürgertums auf einen gebührenden gesellschaftlichen wie politischen Rang eine entsprechende Ausdruckskraft zu verleihen. Die Bauweise zeichnete sich allerdings weniger durch neue Gestaltungselemente als sichtbare Zeichen eines selbstbewussten Gruppenverständnisses aus. Vielmehr dominierten auch bei den Bauten bürgerlicher Repräsentation konventionelle und traditionelle Elemente: Eingangshalle, Festsaal, Turm und Ratskeller erwecken sogar Assoziationen zum aristokratischem Schlossbau. Weitere repräsentative Attribute wie Kuppel und prunkvoll dekorierte Treppenhäuser unterstrichen zwar die würdevolle Demonstration öffentlicher Gewalt, erinnerten allerdings ebenso an die aristokratische Bauweise.51 Wie diese beiden Baubeispiele demonstrieren, ging das Bürgertum in der Gestaltung ihrer Bauwerke konform mit dem kunstästhetischem Ideal baulicher

Machtdemonstration und deren würdevollen Selbstdarstellung. Mit dem am traditionellen Kanon orientierten Architekturformationen lieferte die Bourgeoisie sowohl der offiziösen Kultur als auch der alten Ordnung und der tragenden Eliten weitere sichtbare Legitimation.52

Indes wurden mit Beginn des 20. Jahrhunderts innerhalb der avantgardistischen Strömungen die Forderungen immer deutlicher, die neue industrialisierte Welt und deren Bedeutungskontexte auf authentische Weise intellektuell wie auch geistig zu verarbeiten. Auf technischen, sozialen und kulturellen Einsichten beruhend, wandten sich fortschrittliche Architekturbewegungen gegen die oberflächliche Auffassung einer historisierenden Bauweise und deren traditionelle wie konventionelle Ästhetik.53 Der neue Wille in der Baukunst stand für eine Abkehr vom falschen Pathos und vom Surrogat der historisch überladenen Dekorationen. Aus dem Ringen um eine neue Architektur entsprang beispielsweise der Jugendstil. Diese baukünstlerische Richtung war der erste kohärente Stil, der die exzessive Verwendung historischer Vorbilder insgesamt radikal negierte. Seine neuen architektonischen Prinzipien propagierte dieser in plastisch, ornamental verspielter Ausprägung und einer extremen Farbigkeit.54 Dabei bildete dieser Stil zwar eine Opposition gegenüber der konventionellen Akademismus, der sich in der Architektur als Historismus und Eklektizismus äußerte.55

Letztlich versuchte allerdings auch die Architektur des verschnörkelten Jugendstils lediglich die Schmuckformen der vergangenen Stile durch ein neues System des Ornaments zu ersetzen.*56 Für den Berliner Raum spielte der Jugendstil eine eher unbedeutende Rolle, doch waren gerade in der Zentrale der preußischen Monarchie, der Reichshauptstadt, erste Symptome eines nahenden Umbruchs zu erkennen.57 So wandten sich die neuen öffentlichen Bauleistungen sukzessive von der puren Überladenheit und dem damit verbundenen Eklektizimus ab. Helligkeit - lautete das architektonische Motto in dem Jahrzehnt vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, in einer Zeit des mächtigen Imperialismus mit seinen optimistischen Grundzügen. Trotz einer Vielzahl von Strömungen, gerade im Jahrzehnt vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, dominierte allerdings immer noch eine stilistische 'Einheit in der Vielfalt' die wilhelminische Baukunst. Die Konsolidierung war das Signum der wilhelminischen Architektur - eine Konstante in allen Veränderungen, welche das Bauen während dieser Zeit kennzeichnete.58 Angesichts dieser Entwicklung konnte ein neuer Baustil während des Wilhelminischen Zeitalters nicht proklamiert werden. Die Architektur befand sich wie auch andere Sphären des gesellschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Lebens lediglich am Anfang einer allmählichen Ablösung von den starren konventionellen Mustern. Zunächst blieb der Wille zur architektonischen Erneuerung somit lediglich im Formal - Ästhetischen befangen und erschöpfte sich im Erfinden ornamentaler Dekoration und phantastischer Detailformen. Eine Ursache des strikten Verharrens in dem traditionellen Ethos der Architektur ist vor allem in dem permanenten Ignorieren avantgardistischer Stilrichtungen von Seiten der Öffentlichkeit zu suchen. Die darauf beruhenden Denk- und Verhaltensweisen vermögen eindrucksvoll die Seelenlage der wilhelminischen Gesellschaft sowie deren Wirklichkeitsverständnis zu charakterisieren. Deren sakrosante, fest gefahrene Prinzipien standen den neuen Visionen disparat gegenüber. Aus dem Rückhalt des Bürgertums ergab sich nicht zuletzt ein mentales Fundament für ein Zeitalter, in welchem auf künstlerischen und kulturellen Gebieten das Traditionelle triumphierte. Aufgrund dieser Entwicklungstendenzen war ein entsprechender Entfaltungs- und Projektionsraum für kreative Potentiale äußerst begrenzt und so konnte sich der lähmende Kreislauf permanent fortsetzen: Die Institutionen der herrschenden Hochkultur erfuhren die Unterstützung der alten Elite und gemeinsam verteidigten diese den traditionellen Kanon.59 So kam es, dass bis weit nach der Jahrhundertwende auch die Baukunst in den Leitbildern der offiziellen Hochkultur verharrte: staatstragender Realismus, unbedingte Bejahung der Vergangenheit und Nationalstolz.60

Für die Regierenden stellte schließlich die offizielle Ausrichtung der Architektur mit ihrem unerschöpflichen Reservoir an Vorbildern, Metaphern und Symbolen ein fundamentales ideologisches Herrschaftsinstrument dar. So nahmen auch die Museen, Akademien und Universitäten gegenüber dem wilhelminischen Staat und der Gesellschaft nichts weiter als die Rolle eines Lakaien ein - Spiegelbild dessen war wiederum die versteinerte Pose des offiziellen Kultur- und Kunstbetriebs.61 In diesem galt es vorrangig, das zu reproduzieren und zu verbreiten, was im Allgemeinen beliebt, bewundert und verehrt wurde. Weder für inhaltliche Experimente noch für ein kreatives Spiel mit neuen Formen und Techniken wurde Verständnis, geschweige denn öffentliche Anerkennung, gezeigt.62 Vor allem in den geistigen, kulturellen und künstlerisch- ästhetischen Sphären führte dabei der allgemeine öffentliche Rückhalt ein jähes Ende manch fortschrittlicher Ideen sowie kreativer Potentiale herbei.

Erst die Katastrophe des Ersten Weltkrieges und der damit einhergehende endgültige Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs vermochten letztlich den vollständigen Untergang einer monumentalen, historisierenden und vornehmlich der Glorifizierung dienenden öffentlichen Bauweise einzuleiten. Mit ihr ging auch die wilhelminische Gesellschaft, deren fest gefahrene Denkweisen sowie Starren Wertvorstellungen, die ausschließlich Tradition und Konvention verpflichtet schienen, unter. Mit dem Ersten Weltkrieg kam eine allgemeine Erschütterung politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art. Diese schlug sich grundlegend auch auf die Entwicklungen der Baukünste nieder, wo sich eine neue Generation von Architekten zu Wort melden konnte, die nun unter dem Eindruck der verhängnisvollen und tragischen Kriegsjahre nicht nur nach neuen, expressiven Ausdrucksformen suchte, sondern diese auch fand und umsetzte. Eine wesentliche Vorreiterrolle einer neuen Architektur kommt dem Bauhaus zu, dessen Gründungsvater Walter Gropius im Jahre 1919 propagierte: “Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeiten ist der Bau! Ihn zu schmücken war einst die vornehme Aufgabe der bildenden Künste [...]. Heute Stehen sie in selbstgenügsamer Eigenheit, aus der sie erst wieder erlöst werden können durch bewusstes Mit- und Ineinanderwirken aller Werkleute untereinander. Architekten, Handwerker und Bildhauer müssen die vielgliedrige Gestalt des Bauens [...] wieder begreifen lernen, dann werden sich von selbst ihre Werke wieder mit architektonischem Geiste füllen, den sie in der Salonkunst verloren.“63

II. 2. Städtischer Raum und soziale Segregation im Ausgang des 19. Jahrhunderts

Eine der fundamentalsten Entwicklungstendenzen der Wilhelminischen Ära stellte das schnelle und kontinuierliche Wachstum der städtischen Bevölkerung dar. Diesen historischen Sachverhalt belegen eindrucksvoll folgende Zahlen: Zur Zeit der Reichsgründung 1871 lebten lediglich vierzig Prozent aller deutschen Einwohner in Städten mit mehr als 2000 Einwohnern, bis zum Jahre 1910 vollzog sich ein rapider Anstieg auf achtzig Prozent.64 Gerade für die Reichshauptstadt Berlin war eine Folge der Bevölkerungsexplosion nicht nur eine allgemeine Erhöhung der durchschnittlichen Einwohnerdichte, sondem ebenso ein extremer Anstieg der allgemeinen Baudichte.65 Diese Entwicklungen beruhten wiederum vor allem darauf, dass die städtischen Zonen sich während der Hochurbanisierung zwar räumlich ausdehnten, jedoch nicht proportional zu ihrer wachsenden Bevölkerung.66 Durch die Ansiedlung von Stätten des Handels sowie der Verwaltung verwandelten sich die innerstädtischen Wohngebiete im Laufe des 19. Jahrhunderts immer deutlicher zu zentral gelegenen Citygebieten.67 Der Auf- und Ausbau der städtischen Keme zu Geschäftsvierteln schuf dabei die Voraussetzung für neue günstige sowie ungünstige Wohnlagen.68 Dies bestätigen folgende Beobachtungen des Ökonomen Rudolph Eberstadt vor dem ersten Weltkrieg: “Das Zentrum unserer Städte galt bis in unsere Zeit als der beste Wohnbezirk; neuerdings dagegen wird die Innenstadt gerade von den wohlhabenden Ständen verlassen und die Außenbezirke werden als Wohngegend bevorzugt. [...] In dieser Umbildung entwickeln sich einzelne Straßen zu Laufstraßen, Geschäftsstraßen und Hauptverkehrsstraßen, in denen für Läden und Geschäfte die höchsten Mieten gezahlt werden. [...] Der Wohnungsverfall der zentralen Bezirke ist eine allgemeine, in den Verschiebungen der Bodenwerte begründete Erscheinung.“69 Wie aus diesen zeitgenössischen Betrachtungen deutlich wird, war eine Konsequenz der urbanen Umstrukturierungsprozesse die Bildung sozial determinierter Wohnräume.

Auf Grundlage sozio- ökonomischer Mechanismen konzentrierten sich im ausgehenden 19. Jahrhundert immer stärker diejenigen Gruppen in einem spezifischen Raum, die sich in einer ähnlichen sozialen wie auch finanziellen Lage befanden. Während die Arbeiterschaft gezwungen war, in den, nicht zuletzt ökologisch betrachtet, viel schlechteren Wohngegenden zu leben, zogen die oberen Schichten in die Wohnlagen der städtischen Peripherie.70 Vor allem die Angehörigen der unteren bis mittleren Einkommensschichten waren hingegen gezwungen, in Zentrumsnähe oder in der neuen öffentlichen Vorstadt zu wohnen.71 Dabei hing die hohe Konzentration der unteren Schichten in diesen Arealen vor allem mit der räumlichen Nähe zu ihren Arbeitsplätzen zusammen. So siedelte sich die proletarische Klasse vorwiegend in Wohnvierteln an, die sich möglichst in naher Umgebung zur den Industrie- und Gewerbeanlagen beziehungsweise entlang der Verkehrsbauten befanden.72 Eine weitere Ursache lag ferner darin, dass die zentral gelegenen Wohnungen meist einen alten und daher äußerst schlechten Bauzustand hinsichtlich Wohnkomfort, Sauberkeit und Hygiene aufwiesen. Dieser Umstand bewirkte letztlich eine relativ geringe Mietbelastung und dies kam wiederum dem niedrigen Einkommen der meisten Haushalte der unteren und mittleren Klassen entgegen.73 So blieb nach Abzug der lebensnotwendigen Ausgaben für Nahrung und Kleidung nur ein minimaler Betrag für die Wohnungsmiete übrig, der beileibe keine weiten Entscheidungsspielräume zuließ.74 Der unaufhaltsame Aufstieg Berlins zu einem der führenden Industriestandorte Europas hatte schließlich den Preis hoher sozialer Verwerfungen zu zahlen. Vor allem durch die wachsende Konzentration der Imigrantenbevölkerung wurden die Innenstadtareale immer deutlicher zu zwielichtigen Gebieten.75 Im Zuge der Stadterweiterungen etablierten sich im krassen Gegensatz zu den innerstädtischen Quartieren die besonderen Gunstlagen in der städtischen Peripherie.76 Gerade in dem Berliner Raum stellten die Vorortgründungen nicht nur einen räumlichen, sondem auch einen sozialen Gegenpol zu den innerstädtisch bebauten Arealen sowie deren extrem hoher Bebauungs- und Wohndichte dar.77 Dabei konnten es sich vor allem die Angehörigen des finanzkräftigen Großbürgertums leisten, die räumliche Distanz zu jeglicher Immission der hektischen Reichsmetropole aufzusuchen.

Das Wohnen in einem Vorort verhieß ihnen sowohl städtische Abgeschiedenheit als auch eine landschaftlich unberührte und idyllische Wohnumgebung.78 Für diese sprachen schließlich nicht nur gesundheitliche, sondern auch und vor allem psychologische und soziologische Argumente.79 So ließen mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert beispielsweise die Berliner Bauunternehmer vom Tiergarten bis zum Grünewald am Stadtrand ausgedehnte Villenviertel entstehen.80 Die sich nun peripher etablierenden Wohnanlagen waren ein sinnfälliger Ausdruck der Stadtflucht wohlhabender Großbürger nach der baulichen Verdichtung des Berliner Stadtbildes zur “Mietskasemenstadt“. Ein bezeichnender Zug in diesem Zusammenhang ist, dass im ausgehenden 19. Jahrhundert nur wenige Villen im städtischen Zentrum errichtet worden sind.81 Das vorstädtische Wohnensemble stellte letztlich die bauliche Antwort auf die gesellschaftlichen wie politischen Probleme der Großstadt dar, in welcher vor allem die Faktoren der äußeren Wohnqualität von äußerster Wichtigkeit waren. Diesen Aspekt griff auch Theodor Fontane in seinem berühmten Berliner Roman 'Frau Jenny Treiber auf. In diesem beschrieb er eindrucksvoll, dass vor allem Natursehnsucht die großbürgerliche Familie des Kommerzienrates Treibei in eine vorstädtische Villa mit parkartigem Garten ziehen ließen.82 Doch nicht nur die Lage zeichnete den gehobenen Wohnstandard eines Vororts aus, sondern auch der privilegierte Zugang zu weiteren Einrichtungen: “Bei der Gründung eines eigenen Heims [...] , dessen Zinsen bei weitem nicht an die Miethen der Großstadt mit ungesunder schlechter Luft heranreichten, brauchte man das großstädtische Leben nicht zu entbehren, fand andererseits am Orte selbst alles, daß man für das Leben bedarf Г‘83 In diesem Kontext standen vor allem die jeweiligen Kommunikations- und Versorgungsmöglichkeiten sowie die regionale Verfügbarkeit über einen modernen Verkehrsanschluss. Die Anlage exklusiver, außerhalb des städtischen Zentrums, gelegener Wohngegenden vollzog sich im Wesentlichen auf der Grundlage von Bodenspekulation und Wohnreformbewegung. Die Erschließung, Parzellierung und anschließende Bebauung bisher unbekannten Landes wurde vor allem für Terraingesellschaften zu einem lukrativen Geschäft.84 Dabei ging es vorrangig um die systematische Erschließung neuer Stadtteile mit Villencharakter, die einerseits abseits der großen Hauptverkehrswege gelegen waren, andererseits jedoch eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr garantierten.

Nach den Bebauungsphasen zeichneten sich die ausgedehnten grünen Wohnviertel am Rande Berlins durch exklusive Landhäuser und Villen aus. Die Vororte wurden stark von der englischen Gartenstadtbewegung beeinflusst und so trennten diese ausgedehnte Grüngürtel von den proletarischen Quartieren der Innenstadt.85 Da die Vororte zu den teuersten Wohngegenden überhaupt zählten, standen diese Gegenden lediglich den wohlhabenden und finanzkräftigen Besitz- und Einkommensklassen mit einer entsprechend hohen Kaufkraft offen.86 Der Wohnort avancierte auf diese Weise immer deutlicher zum Statusmerkmal, von welchem aus auf die Schichtenzugehörigkeit und somit auch auf die Bonität der Familie geschlossen werden konnte.87 Die Ungleichheit der äußeren Wohnbedingungen spezifischer Stadtteile spiegelte letztlich auch die krassen sozialen Gegensätze zwischen den gesellschaftlichen Schichten der städtischen Gesellschaft wider. Dieser Aspekt machte sich insbesondere anhand eines gehobenen feinen Lebensstils der Vororte bemerkbar, der immer stärker mit den neu entstandenen Wohnarealen assoziiert wurde. So unterlag die Steuerung der räumlichen Wohnordnung sozialer Gruppen nicht nur qualitativen und ökonomischen Gesichtspunkten, sondern vor allem auch den Normen des sozialen Prestiges einer beanspruchten sozialen Rangstellung - und diese war unter anderem von der jeweiligen gesellschaftlichen Stellung der Nachbarschaft abhängig.88 Der besondere Einwohnertypus einer Villenkolonie zeichnete sich durch spezifische kulturelle wie soziale Muster aus. Der soziale Raum erforderte die Ausprägung kultureller Eigenprofile, die durch eine ähnliche Lebensweise, Realitätsdeutungen und Einstellungen des jeweiligen sozialen Typus der Einwohnerschaft gekennzeichnet waren.89 Deren kollektive wie auch subjektive Wertvorstellungen hatten dabei einen enorm hohen Einfluss auf das sozial - kulturelle Milieuprofil des Wohnortes.90 Die kulturellen Codes der Einwohnerschaft wurden wiederum ein wesentlicher Bestandteil des quartierspezifischen Sozialprofils.91 So zeichnete sich dies beileibe nicht nur durch finanzielles, sondern auch und gerade durch kulturelles Kapital aus. Indem der Raum mit individuellen wie auch kollektiven Werten besetzt wurde, entwickelte sich eine symbolische Ortsbezogenheit, welche die Sozialgruppen psychisch wie auch sozio- kulturell an ihren bestimmten Wohn raum band. 92

Diese Tendenzen mündeten in dem Bedürfnis des Großbürgertums gerade im Wohnbereich möglichst “unter sich“ zu bleiben.93 Die Mechanismen der sozialen Segregation waren somit ein räumliches Spiegelbild der hierarchischen Gesellschaftsstruktur, welches unmittelbare Rückwirkungen inne hatte: So gab es neben den bekannten “guten Adressen“ der großbürgerlichen Villenvororte die “weniger guten und schlechten Adressen“, wobei letztere in der Stadtöffentlichkeit häufig als die engen und schmutzigen Mietskasernen der Arbeiterviertel bekannt waren.94 Der Besitz einer “guten Adresse“ gehörte indes zum “kulturellen Kapital“ eines Individuums oder einer Familie. Das enorm hohe ökonomische Kapital des Großbürgertums kam schließlich erst durch seine Umwandlung in entsprechendes “soziales“ und “kulturelles Kapital“ zu seiner optimalen Wirkung.95 Das Privileg, in einer derartigen Gegend wohnen zu dürfen, war dabei für die Selbst- und Fremddefinition von äußerster Wichtigkeit. 96 Für die unteren Schichten, die weder über ein derartiges finanzielles, noch sozial- kulturelles Kapital verfügten, lagen diese besseren Stadtteile quasi jenseits des eigenen Vorstellungshorizonts. So waren die Vororte für Angehörige der proletarischen Schichten beinahe exotische Gebiete, deren Existenz mit der eigenen realen Lebens- und Finanzsituation keinesfalls vereinbar war.97 Die Industriegesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts hatte sich somit als Ganzes zwar in den Städten, in ihren sozialen Schichten allerdings in räumlichen Quartieren ausgebildet.98 Die sozial segregierten Räume können in dieser Hinsicht ohne weiteres als ein relativ lokales Sozialsystem erfasst werden: “Sag mir wo du wohnst, und ich sage dir, wer du bist“ - diese Redensart entpuppte sich beim genaueren Betrachten keinesfalls als eine leere Floskel. Die Adresse diente tatsächlich einer raschen und kommentarlosen Einstufung des sozialen Ranges und der damit verbundenen gesellschaftlichen Stellung der jeweiligen Person.99 Dabei verstärkte der Prozess der sozialen Segregation im großen Maße nicht nur die räumliche, sondern auch und vor allem die soziale sowie kulturelle Distanz zwischen den Menschen und diente so gesehen letztlich der Reproduktion vorhandener Sozial- und Herrschaftsstrukturen.

II. 3. Wohnquartier und soziale Distinktion

Die industrielle Revolution veränderte mehr als die politischen Revolutionen des 19. Jahrhunderts Lebensbedingungen, Strukturen und Bewusstsein der Bevölkerung. Während des Wilhelminischen Zeitalters erfuhren dabei die sich gegenseitig bedingenden ökonomischen, technisch- industriellen sowie kulturell- geistigen Wandlungsprozesse eine rasante Fortsetzung.100 Eine Folge dieser progressiven Entwicklungen war eine kontinuierliche Ausdifferenzierung sozialer Strukturen der wilhelminischen Gesellschaft. Die gewaltige Polarisierung der Lebenslagen fand ihren adäquaten Ausdruck innerhalb der extremen Kontraste privater Wohnverhältnisse. So waren gerade die sich gegenüberstehenden vollkommen unterschiedlichen Wohnsituationen und -erfahrungen eindrucksvolle Spiegelbilder der Klassengesellschaft.101 Die privaten Wohnarchitekturen symbolisierten durch ihre allgemeine Zugänglichkeit die individuellen wie kollektiven Distinktionen jedes Einzelnen, denn schon allein vom äußeren Erscheinungsbild konnte der Gegensatz nicht gewaltiger sein: Auf der einen Seite die in den stickigen Großstädten befindlichen proletarischen Mietskasernen mit ihren unzähligen Stockwerken und den verschachtelten, hintereinander gestaffelten Hinterhöfen. Auf der anderen Seite die weiten großbürgerlichen Häuserensembles mit ihrem stilisierten Fassadenschmuck und dem obligatorischen Garten inmitten einer idyllisch unberührten Landschaft.102 Die hier zum Ausdruck kommenden extremen Wohnkontraste und die damit verbundenen sozialen Differenzen setzten Maßstäbe zur Beurteilung klassenspezifischer Verhältnisse. So nahm bereits um die Jahrhundertwende die Berliner Feuerversicherung Unterscheidungen von drei Wohnungsarten vor: Zur ersten Kategorie zählten die hochherrschaftlichen und herrschaftlichen Wohnungen mit repräsentativen Zimmerfluchten in gediegenster Ausführung. Dazu zählte neben dem verschlossenen Haus mit Portier und Wagenremise zudem die Ausstattung mit einer Dampfheizung und einem Fernsprecher. Die besseren bürgerlichen Wohnungen gehörten zur zweiten Kategorie. Diese umfasste meist solide Wohngebäude mit einer Reihe von Zimmern und dem obligatorischen Nebengelass. Die Wohnungen der dritten Kategorie besaßen meist Räume einfachster Art sowie Küche, Keller und Boden, ansonsten waren diese ohne weiteren Beigelass ausgestattet.103 Die Behausungen in den Arbeitersiedlungen als eine vierte Wohnungskategorie verdienten anscheinend auf Grund ihrer Versicherungsunwürdigkeit erst gar nicht der Erwähnung.

Die Wohnqualität wird aus der heutigen Perspektive in erster Linie an der zur Verfügung stehenden Gesamtwohnfläche sowie anhand der damit eng korrelierenden Wohndichte beziehungsweise der Anzahl der dort Wohnenden gemessen.104 Während die Raumanzahl der großbürgerlichen Wohnungen die Anzahl der Bewohner bei weitem überstieg,105 war ein derartiger idealer Wohnzustand für Großteil der städtischen Bevölkerung unerreichbar. So kennen die Statistiken des ausgehenden 19. Jahrhunderts sogar die Kategorie einer überfüllten Wohnung, die eine Belegung von sechs bis mehr Personen pro beheizbares Zimmer bedeutete.106 Die daraus resultierende viel zu hohe Wohndichte ging mit einer Überlagerung der Funktionen einher, so musste die eine Stube sowohl als Küche als auch als Wohn- und Schlafraum dienen.107 Eine wesentliche Ursache der massiven Wohnungsnot beruhte neben der Enge des Wohnraums vor allem auch auf einem längst veralteten und unhygienischen Häuserbestand.108 Dabei waren im Zeitalter der Hochindustrialisierung keinesfalls nur die untersten sozialen Schichten von der Realität eines derartigen Wohnungselends betroffen, sondem auch die Angehörigen des Heinbürgertums wie Handwerker, Angestellte und untere Beamten. Der Zugang zu besseren Wohnungen war für diese Schichten vor allem aufgrund ihrer instabilen Beschäftigungsverhältnisse und dem äußerst niedrigen Einkommen stark eingeschränkt.109 So waren sie gezwungen eine Wohnsituation zu ertragen, aus der nicht nur erhebliche gesundheitliche Probleme, sondem auch soziale und kulturelle Mangelzustände resultierten.110 Die Wohn- und Existenzbedingungen der unteren und mittleren Bevölkerungsschichten gestatteten weder ein intimes Privatleben noch einen individuellen erholsamen Rückzug. Wer für sich sein wollte war gezwungen, die Wohnung zu verlassen. Somit wurden für die unteren Sozialklassen die Höfe und die Straßen für die Hnder sowie die Kneipen für die Männer zu einem unverzichtbaren Teil des Lebens.111 Die Frauen trafen sich hingegen in der Nähstube, in der Hrche oder in der Waschküche.112 10* Vgl. Häußermann, Ш Seibel, w.: Soziologie des Wohnens, s. 60.

Die disparaten Wohnungsverhältnisse des ausgehenden 19. Jahrhunderts waren jedoch keinesfalls nur eine Frage des zur Verfügung stehenden Wohnraums. Eine weitere soziale Statuszuweisung anhand des entsprechenden Quartiers beruhte ebenfalls auf der schon dargestellten Wohnlage und den damit verbundenen Faktoren der Umweltqualität. Jenseits aller Fragen von Wohnlage und Wohnfläche nahm ferner die technische Ausstattung eine fundamentale Bedeutung ein. So galt die Verfügbarkeit über eine modeme Haustechnik als ein entscheidender Parameter für den Zusammenhang sozialer Distinktion und Wohnquartier. Im wilhelminischen Deutschland wurde vor allem eine zuverlässige Versorgung mit Gas, Elektrizität und Trinkwasser mit einer gehobeneren - meist großbürgerlichen - Wohn- und Lebensqualität in Verbindung gebracht.113 Dies hing damit zusammen, dass bis weit nach der Jahrhundertwende nur eine exklusive Klientel über derartige 'Errungenschaften der Zivilisation' verfügen konnte: noch im Jahre 1910 besaßen in Berlin nur vierunddreißig Prozent der Haushalte einen Gasherd sowie zweiundvierzig Prozent eine Gasbeleuchtung.114 In den Genuss einer Zentralheizung oder gar eines elektrischen Anschlusses kam hingegen nur ein äußerst minimaler Prozentsatz.115 Des Weiteren galt auch die Heizbarkeit der Räumlichkeiten und das Vorhandensein von Toiletten sowie Bäder als Indikatoren eines höheren Wohnstandards.116 Zwar besaßen um die Jahrhundertwende in der Reichshauptstadt fast neunzig Prozent der Wohnungen einen eigenen Wasseranschluss, an den Luxus einer Wassertoilette durfte sich hingegen nur die Hälfte der Bevölkerung gewöhnen.117 Die Verfügbarkeit darüber sprach für einen besonders fortschrittlichen und demzufolge auch gehobeneren Wohnstandard. Auch ein privates Badezimmer stellte bis weit in das 20. Jahrhundert hinein einen außergewöhnlichen Luxus dar, über den die Mehrheit der Bevölkerung nicht verfügen konnte.118 Schon allein die Installation eines solchen funktionalen Zimmers war angesichts der Enge innerhalb der stickigen und unsauberen Mietwohnungen unvorstellbar.

Im krassen Gegensatz zu den innerstädtischen Mietskasernen mit ihrer äußerst minimalen technischen Ausstattung standen die privaten Wohnpaläste des Prunkbürgertums, die meist mit allem erdenklichen modernen Komfort ausgestattet waren. Abgesehen davon, vermochte schon eine reich gegliederte und asymmetrisch gestaltete Fassade die höhere soziale Stellung der hiesigen Einwohnerschaft zu untermauern.119 Als ein Zeichen der bewussten Selbstdarstellung verdeutlichte schon allein die Vorderseite des Wohnhauses den Anspruch auf hohes Sozialprestige. Schließlich vermochte eine repräsentative Fassadengestaltung nicht nur dem hohen gesellschaftlichen Ansehen, sondem auch der ökonomischen Stärke der dahinter Wohnenden einen universell zugänglichen Ausdruck zu verleihen. Vor allem aber wurde der Besitz von Immobilien zu einem unerlässlichen Symbol des gesellschaftlichen Ansehens und somit zu einem fundamentalen Ausweis der Zugehörigkeit zur oberen Klasse.120 Aufgrund der Nähe zur pulsierenden Wirtschafts­und Industriemetropole Berlin hatte dabei der Häusertyp einer Villa vor allem in der umliegenden Siedlungstopographie einen außergewöhnlichen Stellenwert und ein hohes Qualitätsniveau erreicht.121 Ein prunkvolles, vorstädtisches Haus mit Gartengrundstück war geradezu ein Indikator des großbürgerlichen Aufstiegs und der dahinter stehenden Leistungsfähigkeit.122 So avancierten im ausgehenden 19. Jahrhundert die Villen und Landhäuser zu dem bevorzugten Wohnungstyp des vermögenden sowie aufstrebenden Großbürgertums, wobei schon allein der geringe Anteil derartiger prunkvoller Wohnhäuser einen Rückschluss auf die Exklusivität der Einwohnerschaft gestattete.123 Dies bedingte sich durch die extrem hohen Kosten der Unterhaltung und Pflege dieser favorisierten Häusertypen, die lediglich von denjenigen beglichen werden konnten, die über ein entsprechendes gutes sowie gesichertes Einkommen verfügten.124 Der Erwerb sowie die Unterhaltung eines Einfamilienhauses blieb jedenfalls schon deshalb für die arbeitende Klasse ein unerreichbares Ziel.125 Bei den Angehörigen der kapitalkräftigen Bourgeoisie hingegen stellte derjenige, der nicht über ein Landgut mit einer prächtigen Villa verfügte, eine Ausnahme dar. Schließlich war ein derartiger Besitz für das Finanz-, Industrie- und Bildungsbürgertum eine entscheidende Vorstufe zur aristokratischen Welt.126

Da allerdings die Anzahl der hochgeschätzten alten Landhäuser relativ gering war, mussten sich die Parvenüs zunächst Neue bauen lassen, wobei diese natürlich in ihrer architektonischen Gestaltung dem alten stilistischen Repertoire verpflichtet sein sollten.127

Die Wohnungsvorstellungen des Großbürgertums knüpften an das Ganze, das eigene Haus zur Absicherung eines komplexen Wohnbedürfnisses durch die Nutzung mehrerer funktional gegliederter Räume.128 Auf diese Weise avancierte ihr Heim zu einem von der Öffentlichkeit abgeschirmten Ort der Intimität, der vor allem der Häuslichkeit, Geselligkeit und der Familie entgegen kommen sollte. Im krassen Gegensatz zu den innerstädtischen Wohnbedingungen, die 'ein für sich sein' lediglich durch das Verlassen der eigentlichen Wohnung gewährleisteten, war hier die Konstellation umgekehrt: Das großbürgerliche Anwesen gestattete einen vollkommenen Rückzug in die eigene Wohnwelt, die vor allem der individuellen Entfaltung der Persönlichkeit diente. Aufgrund dessen avancierte der Faktor 'Abgeschlossenheit' zu einem ausschlaggebenden Merkmal, welches für höchste häusliche Qualität Stand.129 Ferner diente das großbürgerliche Haus der Bewahrung einer familiären Intimsphäre, wobei diese durch einen ausgedehnten Vorgarten und einen hohen Zaun eine zusätzliche Betonung erfuhr.130 Weitere architektonische Elemente des großbürgerlichen Wohnhauses wie zum Beispiel das Sockelgeschoss oder die Freitreppe zeugen ebenfalls von dem Bestreben, die familiäre Innenwelt von der Außenwelt abzutrennen.131 Mit einem Eigenheim wurden neben Individualeigentum und persönlicher Aneignung auch familiäre Identifikation sowie persönliche Verantwortung für die Angehörigen der Familie impliziert. Die frei stehenden Villen und Landhäuser am Rande der Stadt boten schließlich einen idealen privaten Entfaltungsraum für die ganze großbürgerliche Familie.

II. 4. Sozialprestige und großbürgerliche Wohnkultur

Mit der Industrialisierung erlebte das expansive Großbürgertum einen noch nie zuvor erfahrenen Reichtum und Wohlstand, an dem diese aufstrebende soziale Klasse erstmalig in der Geschichte der Neuzeit vollständig partizipieren durfte. Der enorme wirtschaftliche Aufstieg des Großbürgertums ging jedoch keinesfalls mit einem gebührenden politischen Avancement einher. Da die meisten Führungspositionen und hohen Exekutivstellen durch die Angehörigen des Adels besetzt waren, lag fast die gesamte politische Macht in aristokratischen Händen.132 Indes forderte der starke Anstieg der wirtschaftlichen wie auch gesellschaftlichen Bedeutung des Großbürgertums seine soziale Prämierung. Sichtbare Zeichen des Aufstiegs lagen vor allem in der Kultivierung eines an dem Adel orientierten Wohn - und Lebensstils, von dem sich die Bourgeoisie nicht nur soziales Prestige, sondern auch psychischen Profit versprechen konnte.133 Den Rahmen dazu bot ein prunkvolles Haus, dass rein visuell die hohe ökonomische Macht und den damit verbundenen sozialen Aufstieg der Einwohnerschaft einen universell zugänglichen Ausdruck verlieh.

Das kapitalstarke Großbürgertum bemühte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts im zunehmenden Maße um die Definition einer eigenen Wohnkultur.134 Allerdings besaß die Bourgeoisie keine ästhetisch- baukünstlerische Traditionen, an die sie hätten anknüpfen können.135 Die Entfaltung einer großbürgerlicher Wohnkultur musste sich demzufolge im Wesentlichen durch eine Orientierung an die aristokratischen Normen und den darauf beruhenden symbolischen Darstellungsformen vollziehen.136 Mit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts steuerte das Großbürgertum somit immer deutlicher auf einen aristokratischen anstatt auf einen ausgeprägten bürgerlichen Lebensstil hin. Auf diese Weise erhielten die entlehnten Symbole des höfischen Kommunikationssystems innerhalb der großbürgerlichen Wohnsphäre einen immer weiteren Legitimations- und Ausbreitungsraum, wobei die kulturell- geistigen Grenzen gegenüber dem Adel immer undeutlicher wurden.137 Die traditionellen Anschauungen sowie konventionellen Geschmacksrichtungen spiegelten sich dabei insbesondere in Form eines demonstrativen Statuskonsums wider.

Dabei ermöglichte die Übernahme der aus der Adelswelt stammenden exklusiven Kulturpraktiken dem Großbürgertum innerhalb der eigenen Privatwelt eine Orientierung, wobei die Möglichkeit ständisch orientierter Lebensführung naturgemäß von einer hohen Haushaltsökonomie bestimmt wurde.138 Der Spielraum kultureller Differenzierung war somit vor allem vom Geldvolumen abhängig und dessen reichlichen Umfang musste das Großbürgertum gebührend repräsentieren. Mit der ostentativen Orientierung nach oben konnte ferner die angestrebte Kulturfähigkeit des Großbürgertums deutlich unter Beweis gestellt werden. Zugleich bot sich hiermit die Möglichkeit einer deutlichen Distanzierung zu den unteren Schichten.139

Da die Art und Weise des Wohnens als ein fundamentaler Bestandteil des so dringend benötigten Sozialprestiges begriffen wurde, entwickelte sich dieser existentielle Lebensbereich einerseits zu einem demonstrativen Statussymbol, andererseits wurde dieser zu einer wesentlichen Voraussetzung jeglicher großbürgerlicher Existenz. Die Wohnkultur des Großbürgertums avancierte dabei immer deutlicher zu einem komplizierten Darstellungsspiel, welches vermochte zu signalisieren: “wer man ist und wer man sein möchte“. Der praktizierte Wohnstil gab schließlich auf demonstrative Weise Aufschluss sowohl über die materiellen als auch über die kulturell- geistigen Ressourcen der Einwohnerschaft.140 Den passenden Projektionsraum für die Sehnsucht nach allgemeiner sozialer Anerkennung boten dabei vor allem die konventionellen Umgangsformen und der ausgeprägte Sinn für das Ästhetische.141 Die Flucht in eine inszenierte Wohnkultur, ein Ethos aus altehrwürdigen aristokratischen Traditionen, Bräuchen und Denkweisen, stellte dabei das sozial auszeichnende Element dar.142 In der Ausrichtung auf das soziale Prestige konnte der Sinn für Höheres auf der Grundlage von Möglichkeiten und Notwendigkeiten eine praktische Realisation erfahren. Vor allem die feinen Unterschiede in ihrer sozialen, kulturellen und geistigen Lebensweise waren es, die es in ihrer Gesamtheit vermochten, das Großbürgertum gegenüber den unteren Klassen sozial auszuzeichnen. Der großbürgerliche Wohn- und Lebensstil projektierte sich dabei immer deutlicher um den Kern des Individuums sowie um dessen Normen, Konventionen und geheimen Freuden. Auch und gerade die Kultur der Notwendigkeiten erfuhr auf symbolischer Ebene eine äußere Formation, wobei die jeweiligen Strukturen des Wohnstils auf einem entsprechenden Wahmehmungs-und Wertungsschema basierten.143

[...]


1 Pädagogisches Landesinstitut Brandenburg (Hrsg.): Rahmenlehrplan für das Fach Geschichte, Potsdam 2000, S.4.

2 Vgl. Schücking, Levin: Die Soziologie der literarischen Geschmacksbildung, Leipzig Berlin 1931, S. 5.

3 Vgl. Reulecke, Jürgen: Geschichte des Wohnens, Das bürgerliche Zeitalter, Stuttgart 1997, S. 9.

4 Vgl. Baur, Karl: Zeitgeist und Historie, Versuch einer Deutung, München 1978, S. 228.

5 Vgl. Hobsbawm, Eric J.: Die Blütezeit des Kapitals. Eine Kulturgeschichte der Jahre 1848-1875, Frankfurt 1980, S. 305.

6 Vgl. Hahn, Peter- Michael/ Lorenz, Hellmuth: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz, Kommentierte Neuausgabe des AnsichtsWerkes von Alexander Duncker, Berlin 2000, S. 49.

7 Vgl. Becher, Ursula: Geschichte des modernen Lebensstils, München 1990, S. 18.

8 Коска, Jürgen: Bürgertum und Bürgerlichkeit, In: Piereth, Wolfgang: Das 19. Jahrhundert, München 1997, S. 274.

9 Vgl. Schoeps, Julius: Religion und Zeitgeist im 19. Jahrhundert, Stuttgart Bonn 1983, S. 7.

10 Vgl. Hedler, Marco: Tempus fugit: Die Historie und der Zeitgeist in: Hiery, Joseph (Hg.): Der Zeitgeist und die Historie, Dettelsbach 2001, S. 211.

11 Vgl. Gesellschaft für deutsche Sprache (Hrsg.): Brisante Wörter von Agitation bis Zeitgeist, Berlin / New York 1989, S. 728. [Um die letzte Jahrhundertwende wurde dieser ursprünglich aus der Geschichtsphilosophie des Hegelianischen Idealismus stammende Begriff immer mehr zu einem vagen Mode- und Schlagwort.]

12 Posener, Julius: Berlin auf dem Wege zu einer neuen Architektur, Berlin 1978.

13 Häußermann, Hartmut / Siebei, Walter.: Soziologie des Wohnens, Eine Einführung in Wandel und Ausdifferenzierung des Wohnens, Weinheim München 1996.

14 Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede, Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt a. M. 1987.

15 Vor allem Falke, Jakob von: Die Kunst im Hause, Geschichtliche und kritisch - ästhetische Studien über die Decoration und Ausstattung der Wohnung, Wien 1897.

16 Brandenburgisches Landeshauptarchiv (im Folgenden BLHA), Akte Neubabelsberg, Rep. 2a, Regierung Potsdam. III, Forst - Nummern: 14716/14218.

17 Insbesondere wird herangezogen: Allgemeiner Wohnungs- Anzeiger für die königliche Residenzstadt Potsdam und Umgebung, Erste Überlieferung für Neubabelsberg: 49 (1912 )

18 Trinius, August: Märkische Streifzüge, Band 3, Minden 1887.

19 Societät Neubabelsberg: Neubabelsberg - Werbeschrift, Berlin 1897.

20 Stadtverwaltung Potsdam / Bereich Untere Denkmalpflege (Im Folgenden SvPDP): Aktae specialiae

21 Auch diese Darstellungen entbehren nicht dem 'Ton der Zeit': “Der Kampf um die Entwicklung und für den Sieg der marxistisch- leninistischen Geschichtswissenschaft in der DDR muss auch auf dem Gebiet der Heimatgeschichte geführt werden.“ Vgl. Weiden, Kurt: Villen - Colonie Neubabelsberg, Kur- und Erholungsort am Wald und Wasser, Potsdam 1983/ 84., Stadtarchiv Potsdam WA 6, S. 384.

22 Machule, Dittmar/ Seiberlich, Lutz: Die Berliner Villenvororte, in: Berlin und seine Bauten, Teil IV, Wohnungsbau, Band A, Die Voraussetzungen. Die Entwicklung der Wohngebiete, Berlin 1970.

23 u.a. Brönner, Wolfgang: Bürgerliche Villen in Potsdam, Potsdam 2000.

24 Vgl. Mommsen, Wolfgang: Das Zeitalter des Imperialismus, Frankfurt am Main 1969, S. 1.

25 Vgl. Hamann, Richard/ Jost, Hermand: Epochen deutscher Kunst von 1870 bis zur Gegenwart, Stilkunst um 1900, Band 4, München 1973, S.7.

26 Vgl. Sombart, Nicolaus: “Patterns of Kingship“ und “Sündenbockmechanismus“ Mythenbildung im Wilhelminischen Deutschland - Bismarck versus Wilhelm II., in: Hiery, J.( Hg.): Zeitgeist, S. 85.

27 Vgl. Belfour, Michael: Der Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit, Berlin 1996, insbesondere statistischer Anhang, S. 587.

28 Vgl. Posener, Julius: Berlin auf dem Wege, S. 12.

29 Zit. Rathenau, Walther: Der Kaiser, Eine Betrachtung, Berlin 1921, S. 41 f.

30 Vgl. Röhl, John, C.G. : Kaiser, Hof und Staat, Wilhelm II. und die deutsche Politik, München 1995, S. 18.

31 Zit. Theodor Fontane: Brief an Georg Friedländer vom 05. 04. 1897, in: Heynen, Walter: Das Buch deutscher Briefe, Wiesbaden 1957, S. 837.

32 Vgl. Rennhofer, Maria: Kunstzeitschriften der Jahrhundertwende, Augsburg 1997, S. 17.

33 Vgl. Höcker, Christoph: Einführung in die Architektur, Köln 2000, S. 123.

34 Vgl. Major, Mâté: Geschichte der Architektur, Bd. 3., Berlin 1984, S. 81.

35 Vgl. Höcker, C.: Architektur, S. 122.

36 Vgl. Neumayer, Fritz: Das kunstlose Wort, Gedanken zur Baukunst, Berlin 1986, S. 27.

37 Vgl. Höcker, C.: Architektur, S. 125.

38 Vgl. Pevsner, Nikolaus: Europäische Architektur, München 1994, S. 348.

39 Vgl. Petsch, Joachim: Eigenheim und gute Stube, Köln 1989, S. 94.

40 Zit. Kraemer, Hans: Das 19. Jahrhundert in Wort und Bild, Bd.3, Berlin Leipzig Stuttgart Wien 1899, S. 197.

41 Vgl. Nietzsche, Friedrich: Jenseits von Gut und Böse, in: Schlechta, Karl (Hrsg.): Friedrich Nietzsche, Gesammelte Werke, Bd. 3., Frankfurt a. M. 1976, S. 132.

42 Vgl. Hüter, Karl - Heinz: Architektur in Berlin 1900- 1933, Stuttgart 1988, S. 76.

43 Vgl. Rail, Hans: Wilhelm II., Eine Biographie, Wien Köln 1995, S. 227.

44 Vgl. Sombart, N.: “ Pattern of Kingship“, in: Zeitgeist, S. 87.

45 Zit. Wilhelm II. nach: Doede, Werner: Berlin. Kunst und Künstler seit 1870, Anfänge und Entwicklungen, Recklinghausen 1961, S. 82.

46 Vgl. Nipperdey, Thomas: Arbeitswelt und Bürgergeist, Deutsche Geschichte, 1866- 1918, Stuttgart 1978, S. 721.

47 Vgl. Rennhofer, Maria: Die Voraussetzungen, in: Kunstzeitschriften ..., S. 17.

48 Vgl. Grunow, Alfred: Berlinische Reminiszenzen, Der Kaiser und die Kaiserstadt, Berlin 1968, S. 13.

49 Vgl. Forum der Demokratie (Hrsg.): Der Deutsche Bundestag - Das Reichstagsgebäude- Symbol deutscher Geschichte, Berlin 1999, S. 20.

50 Vgl. Guttmann, Bernhard: Das deutsche Bürgertum und der Wilhelminismus, in: Ritter, Gerhard.: Das 19. Jahrhundert, Göttingen 1992. S. 33.

51 Vgl. Nipperdey, T.: Bürgergeist, S. 716.

52 Vgl. Mayer, A.: Adelsmacht und Bürgertum, Die Krise der europäischen Gesellschaft 1848- 1914, München 1984, S. 189.

53 Vgl. Pevsner, N. Europäische Architektur, S. 347.

54 Vgl. Höcker, C.: Architektur, S. 142.

55 Vgl. Máté, M.: Geschichte der Architektur, S. 262.

56 Vgl. Posener, J.: Berlin auf dem Wege, S. 7.

57 Vgl. Ebd., S. 25.

58 Vgl. Ebd., S. 24.

59 Vgl. Ebd., S. 192.

60 Vgl. Hamann, R. / Jost, H.: Epochen, S.7.

61 Vgl. Nipperdey, T. : Bürgergeist, S. 694.

62 Vgl. Pothorn, Herbert: Das große Buch der Baustile, München 2001, S. 74.

63 Zit. Walther Gropius: Das Bauhaus - Programm aus dem Jahre 1919; aus: Schneede, Uwe (Hrsg.): Die Zwanziger Jahre. Manifeste und Dokumente deutscher Künstler, Köln 1979, S. 31f.

64 Vgl. Hohorst, Gerd / Kocka, Jürgen / Ritter, Gerhard A. (Hrsg.) : Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch,

Materialien zur Statistik des Kaiserreichs 1870-1914, München 1975, S. 43. Hier Tabelle 11; Bevölkerung nach Gemeindeklassen in Bundesstaaten und Preußische Provinzen.

65 Vgl. Zimmermann, Clemens.: Von der Wohnungsfrage zur Wohnungspolitik,Göttingen 1991, S. 80.

66 Vgl. Fritzsche, Bruno: Mechanismen der sozialen Segregation, in: Teuteberg, Jürgen: Homo habitans, Zur Soziologie des städtischen wie ländlichen Wohnens, Münster 1985, S. 157.

67 Schon die wilhelminischen Zeitgenossen prägten die Kurzformel 'City' Vgl. dazu Schott, Sigmund: Die Citybildung in den deutschen Städten seit 1871, in: Neeffe, Moritz (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Städte, Breslau 1907, S. 21 ff.

68 Vgl. Schwippe, Heinrich: Prozesse sozialer Segration und funktionaler Spezialisierung, in: Heineberg, Heinz: Innerstädtische Differenzierungen und Prozesse im 19. Und 20. Jahrhundert Köln Wien 1987, S. 356.

69 Zit. Eberstadt, Rudolf: Handbuch des Wohnungswesens und der Wohnungsfrage, Jena 1910, S.289f.

70 Vgl. Saldern, Adelheid von: Häuserleben, Zur Geschichte des städtischen Arbeiterwohnens vom Kaiserreich bis heute, Bonn 1995, S. 20.

71 Vgl. Fritzsche, B.: Mechanismen der sozialen Segregation, in: Teuteberg, J.: Homo habitans, S. 156.

72 Vgl. Krabbe, Wolfgang.: Die deutsche Stadt im 19. und 20. Jahrhundert, Göttingen 1989. S. 89.

73 Vgl. Fritzsche, B.: Mechanismen, S. 157.

74 Vgl. Saunders, Peter: Soziologie der Stadt, Frankfurt a. Main, S. 115.

75 Vgl. Saldern, A. v.: Häuserleben, S. 20.

76 Vgl. Wischermann, Clemens: Wohnung und Wohnquartier, in: Städteforschung A/25 Innerstädtische Differenzierung und Prozesse im 19. Jahrhundert, Köln Wien 1987, S. 59.

77 Vgl. Posener, Julius: Das steinerne Berlin - das grüne Berlin, in: Arch + 63/64, 7 (1982), S. 44f.

78 Vgl. Wischermann, C.: Innerstädtische Differenzierung, S. 62.

79 Vgl. Reulecke, J. : Geschichte des Wohnens, S. 122.

80 Vgl. Nipperdey, T.: Bürgergeist, S. 138.

81 Vgl. Posener, Julius/ Bergius, Burkhard: : Einfamilienhäuser, in: Berlin und seine Bauten, Berlin München Düsseldorf 1975, S. 3.

82 Vgl. Fontane, Theodor: Frau Jenny Treibel, München 1997, 3. Auflage, S. 17.[ Erstauflage erschien 1892]

83 Zit. Von Carstenn, Johann Anton: Die Zukünftige Entwicklung Berlins, Berlin 1892, S.44.

84 Vgl. Nipperdey, T.: Bürgergeist, S. 136.

85 Vgl. Friedrichs, Jürgen: Stadtanalyse: Soziale und räumliche Organisation der Gesellschaft, Opladen 1980, S. 48

86 Vgl. Häußermann, H./ Siebei, W.: Soziologie des Wohnens, S. 81.

87 Vgl. Saunders, P.: Soziologie der Stadt, S. 113.

88 Vgl. Borscheid, Peter: Städtisches Wohnen und soziale Schichtung, in: Teuteberg, J.: Homo habitans, S. 115.

89 Vgl. Strohmeier, Klaus Peter: Quartier und soziale Netzwerke. Grundlagen einer sozialen Ökologie der Familie, Frankfurt a. M. / New York 1983, S. 15 ff.

90 Vgl. Habermas, Jürgen: Strukturwandel der Öffentlichkeit, Frankfurt am Main 1990, S. 245.

91 Vgl. Saldern, A. v. : Häuserleben, S. 24.

92 Vgl. Teuteberg, Jürgen: Homo habitans, S. 22.

93 Vgl. Saldern, A. v.: Häuserleben, S. 21.

94 Vgl. Ebd., S. 23.

95 Vgl. Bourdieu, Pierre: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in: Kreckel, Reinhard (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten, Göttingen 1983, S. 183ff. [ Bourdieu geht allerdings in diesen Ausführungen auf die “gute Adresse“ selbst nicht ein. ]

96 Vgl. Hobsbawm, Eric, J.: Who is Who oder die Unsicherheiten der Bourgeoisie, in: Das imperiale Zeitalter, Frankfurt New York, S. 211.

97 Vgl. Holzkamp, Klaus: Sinnliche Erkenntnis, Historischer Ursprung und gesellschaftliche Funktion der

Wahrnehmung, Frankfurt a. M 1973, S. 291.

98 Vgl. Lindenberger, Thomas: Zur Sozialgeschichte der öffentlichen Ordnung in Berlin 1900 bis 1914, Bonn 1995, S, 13ff.

99 Vgl. Saldern, A. v.: Häuserleben, S. 114.

100 Vgl. Posener, J.: Berlin auf dem Wege, S. 12.

101 Vgl. Wischermann, C. : Wohnung und Wohnquartier, in: Innerstädtische Differenzierung, S. 83.

102 Vgl. Nipperdey, T.: Bürgergeist, S. 138.

103 Vgl. Lange, Annemarie: Berlin zur Zeit Bebels und Bismarcks. Zwischen Reichsgründung und Jahrhundertwende, Berlin 1972, S. 500.

104 Vgl. Häußermann, H./ Seibel, W.: Soziologie des Wohnens, S. 60.

105 Vgl. Wischermann, C.: Wohnquartier, in: innerstädtische Differenzierungen, S. 71.

106 Vgl. Teuteberg H. J.: Homo habitans, S. 135.

107 Vgl. Wischermann, C.: Anspruch und Wirklichkeit, in: Teuteberg, J.: Homo habitans, S. 176.

108 Vgl. Jacobeit, Sigrid: Illustrierte Alltagsgeschichte, Münster 1995, S. 9.

109 Vgl. Häußermann, H./ Seibel, W.: Soziologie des Wohnens, S. 88.

110 Vgl. Ebd., S. 65.

111 Über die 'Salons der Armen' : Evans, Richard, J.: Kneipengespräche im Kaiserreich, 1892- 1914, Hamburg 1989, S. 62ff.

112 Vgl. Perrot, M.: Formen des Wohnens, in: Geschichte des privaten Lebens, S. 313.

113 Vgl. Wischermann, C.: Anspruch und Wirklichkeit, in: Teuteberg, H. J.: homo habitans, S. 179.

114 Vgl. Petsch, J.: Eigenheim, S. 129.

115 Vgl. Häußermann, W./ Siebei, W. : Soziologie des Wohnens, S. 72.

116 Vgl. Piereth, W.: Das 19. Jahrhundert, S. 49.

117 Vgl. Häußermann, W./ Siebei, W. : Soziologie des Wohnens, S. 74.

118 Vgl. Teuteberg, H.J: Homo habitans, S. 135.

119 Vgl. Reulecke, J.: Geschichte des Wohnens, S.174.

120 Vgl. Ariés, P. / Duby, G.: Geschichte des privaten Lebens, S. 113.

121 Vgl. Röhrbein, Richard: Potsdamer italienische Turmvillen, Nürnberg 1996, S. 42.

122 Vgl. Hobsbawm, E. J.: Das imperiale Zeitalter, S. 211.

123 Vgl. Petsch, J:: Eigenheim, S. 111.

124 Vgl. Posener, J./ Bergius, B.: Einfamilienhäuser, S. 15.

125 Vgl. Zimmermann, C.: Von der Wohnungsfrage, S. 62.

126 Vgl. Mayer, A.: Adelsmacht, S. 85.

127 Vgl. Mayer, A.: Adelsmacht, S. 90.

128 Vgl. Brönner, Wolfgang: Die Bürgerliche Villa in Deutschland, Unter besonderer Berücksichtigung des Rheinlandes, Düsseldorf 1987, S. 25.

129 Vgl. Häußermann, H. / Siebei, W.: Soziologie des Wohnens..., S. 60.

130 Vgl. Habermas, J.: Strukturwandel der Öffentlichkeit, Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft, Frankfurt am Main 1990, S. 226.

131 Vgl. Sieder, Reinhard: Sozialgeschichte der Familie, Frankfurt 1987, S. 140.

132 Vgl. Weber, Max: Die herrschenden Klassen und die mangelnde politische Reife des Bürgertums, in: Ritter, G. A.: Das Deutsche Kaiserreich 1871 - 1914, Göttingen 1992, S. 31f.

133 Vgl. Mayer, A.: Adelsmacht, S. 20.

134 Vgl. Brönner, W.: Die bürgerliche Villa, S. 22.

135 Vgl. Perrot, M.: Privates Leben., S. 344.

136 Vgl. Teuteberg, J.: Homo habitans, S. 6.

137 Vgl. Hahn, P.: Herrenhäuser, S. 49.

138 Vgl. Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft, Grundriss der verstehenden Soziologie, Studienausgabe, Tübingen 1985, S. 534ff.

139 Vgl. Nipperdey, T.: Deutsche Geschichte 1800- 1866. Bürgerwelt und starker Staat, München 1983, S. 255f.

140 Vgl. Häußermann, H./Siebei, W.: Soziologie des Wohnens, S. 44.

141 Vgl. Conze, Wilhelm/ Kocka, Jürgen: Bildungsbürgertum im 19. Jahrhundert, Teil 1, Stuttgart 1985, S. 10.

142 Vgl. Elias, Norbert: Die höfische Gesellschaft, Frankfurt a. Main 1992, S. 85.

143 Vgl. Bourdieu, P: Die feinen Unterschiede, S. 594.

Ende der Leseprobe aus 126 Seiten

Details

Titel
Zeitgeist und Sozialprestige im Spiegelbild der privaten Wohnarchitektur. Das Beispiel der Villenkolonie Neubabelsberg im Wilhelminischen Zeitalter
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
126
Katalognummer
V446164
ISBN (eBook)
9783668824249
ISBN (Buch)
9783668824256
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Examensarbeit wurde mit dem Ziel und Wunsch vor Augen verfasst, Kindern und Jugendlichen die sicht- und damit wahrnehmbare Vergangenheit näher zu bringen. Dabei sollte ihnen möglichst die hohe Relevanz historischer Bedingungen bewusst werden.
Schlagworte
Zeitgeist Sozialprestige Babelsberg Architektur, Geschichte
Arbeit zitieren
Lonny Seyferth (Autor), 2002, Zeitgeist und Sozialprestige im Spiegelbild der privaten Wohnarchitektur. Das Beispiel der Villenkolonie Neubabelsberg im Wilhelminischen Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446164

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