"So träume ich es mir, wie es wäre, was nie sein kann und nie sein wird."
(Peter Altenberg)
Das Gefühl, dass die Männer im Wien des 19. Jahrhunderts in den Mädchen und Frauen nur Objekte sehen, statt deren inneres Wesen zu erkennen, wird zur Quelle der Inspiration des Neuromantikers Peter Altenberg. So widmet der kranke, bettelarme, hoffnungslos schwärmerische Dichter sein Lebenswerk den Mädchenträumen, Träume für und über junge Frauen, hin- und hergerissen zwischen Verehrung und Abscheu gegenüber den weiblichen naiven und doch berechnenden, primitiven und doch zu komplizierten Subjekten, mit dem Ziel, diese und sich selbst aus einem gefangenen Leben zu befreien.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kurzporträt Peter Altenbergs
3 Altenbergs Werk im Kontext der Zeit
3.1 Jahrhundertwende in Wien
3.2 Stellung der Frau in der neuen Wiener Gesellschaft
3.3 Literarische Produktion über und für die Frau
3.3.1 Das Mädchen
3.3.2 Die Frau
4 Exemplarische Textanalyse: Der Abend und Paradies
4.1 Der Abend
4.1.1 Text
4.1.2 Titel des Werks
4.1.3 Aufbau und Struktur
4.1.4 Thema
4.2 Paradies
4.2.1 Text
4.2.2 Titel des Werks
4.2.3 Aufbau und Struktur
4.2.4 Thema
4.3 Zusammenfassende Aussage
4.4 Aktualitätsbezug
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis Peter Altenbergs zu den Frauen seiner Zeit, um seine Einstellung zum Leben und sein literarisches Gesamtwerk besser zu verstehen. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie Altenberg Frauen als Individuen oder Objekte darstellt und welche Rollenbilder er durch seine impressionistische Erzählweise in der Wiener Gesellschaft um die Jahrhundertwende kritisch hinterfragt oder festigt.
- Biografische Prägung und Entwicklung Altenbergs
- Wahrnehmung der Frau in der Wiener Gesellschaft um 1900
- Analyse der Skizzen „Der Abend“ und „Paradies“
- Spannungsfeld zwischen technischem Fortschritt und menschlichen Sehnsüchten
- Die literarische Technik der „Skizze“ als Spiegel der Wirklichkeit
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Text
Acht Uhr abends. Regen, Regen ---.
Es hört ein bißchen auf.
Es duftet nach nassen Kieselsteinen. Oder es scheint so zu sein.
Tioko steht da, in lila Kattun eingehüllt. Wie ein dunkler Teichvogel, der friert. Wie auf einem Fuße steht sie, geduckt in lila Gefieder.
Da gebe ich ihr den ersten Kuß.
Ruhig steht sie ---.
Wie glücklich bin ich ---.
Der Regen hat ein bißchen aufgehört.
Es duftet nach nassen Kieselsteinen.
„Good night, Tioko ---. Tioko ---!? Tioko?!”
“Oh, Sir ---.”
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, das Frauenbild und die Einstellung Peter Altenbergs anhand seiner Biografie sowie der exemplarischen Analyse der Skizzen „Der Abend“ und „Paradies“ zu untersuchen.
2 Kurzporträt Peter Altenbergs: Das Kapitel skizziert den Lebensweg des Autors, von seiner Herkunft als Richard Engländer bis hin zu seiner Karriere als stadtbekannter Wiener Dichter und seiner ambivalenten Persönlichkeit.
3 Altenbergs Werk im Kontext der Zeit: Es wird die historische Identitätskrise der Wiener Gesellschaft um 1900 beleuchtet und der Einfluss auf Altenbergs literarische Produktion in Bezug auf Geschlechterrollen und gesellschaftliche Konventionen dargestellt.
4 Exemplarische Textanalyse: Der Abend und Paradies: Anhand einer detaillierten Analyse der zwei Skizzen wird Altenbergs Umgang mit dem Mann-Frau-Verhältnis, die Symbolik seiner Texte und seine spezifische literarische Form („Skizze“) untersucht.
Schlüsselwörter
Peter Altenberg, Wiener Jahrhundertwende, Frauenbild, Impressionismus, Literaturanalyse, Skizze, Geschlechterrollen, Identitätskrise, Tioko, Ashantee, Wahrnehmung, Gesellschaftskritik, Zwischenmenschliches
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis des Schriftstellers Peter Altenberg zu den Frauen seiner Zeit und wie dieses sein literarisches Schaffen sowie seine Weltsicht geprägt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Wiener Gesellschaft um die Jahrhundertwende, die Rolle der Frau als Individuum oder Objekt sowie der Einfluss technischer und gesellschaftlicher Veränderungen auf die zwischenmenschliche Wahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, das Frauenbild in Altenbergs Werk an konkreten Textbeispielen zu belegen und zu verstehen, wie er als „Frauen-Versteher“ und zugleich ambivalenter Charakter agiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine exemplarische Textanalyse der beiden Skizzen „Der Abend“ und „Paradies“, ergänzt durch eine biografische Einordnung und die Analyse literarischer Motive im historischen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Leben Altenbergs, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seiner Zeit und führt eine detaillierte formale sowie inhaltliche Untersuchung seiner Skizzen durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Peter Altenberg, Wiener Jahrhundertwende, Frauenbild, Impressionismus, Skizze, Geschlechterrollen, Wahrnehmung und Gesellschaftskritik sind die prägenden Begriffe.
Warum spielt das „Ashantee“-Werk eine so zentrale Rolle für den Autor?
Für Altenberg dienten die Ashantee-Frauen als Projektionsfläche für seine „erotischen Träume“ und als Mittel, um die Unterschiede zwischen der als kompliziert empfundenen europäischen Lebensweise und einer vermeintlich natürlicheren Existenz hervorzuheben.
Inwiefern ist das Bild der Frau bei Altenberg widersprüchlich?
Altenberg ist hin- und hergerissen zwischen der Verehrung der unschuldigen Naivität von Mädchen und der gleichzeitigen Verachtung der Berechnung bei Frauen, was zu einer komplexen Hass-Liebe-Struktur in seinen Texten führt.
- Citation du texte
- Jana Dietsch (Auteur), 2004, Die Frau um die Jahrhundertwende - gesehen mit den Augen Peter Altenbergs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44642