Der demographische Wandel in Deutschland


Hausarbeit, 2005

10 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Entwicklung des Geburtenrückgangs
2.1 Das Modell des demographischen Übergangs

3. Erhöhte Lebenserwartung
3.1 Warum leben Frauen länger?

4. Migration

5. Wege in die demographische Zukunftsfähigkeit

6. Anhang

7. Zitate

8. Literaturverzeichnis

Der demographische Wandel in Deutschland

1. Einleitung

Die Deutschen sterben aus! So oder so ähnlich klingen die Befürchtungen der Bevölkerungsforscher, die ihre Prognosen auf den Ergebnissen der neuesten Studien begründen . So findet in den nächsten Jahrzehnten ein tiefgreifender Wandlungsprozess des Gesellschaftsaufbaus in Deutschland statt. Die Ursachen für den demographischen Wandel sind verschieden und sehr komplex, jedoch lassen sich drei Faktoren finden, durch welche dieser Wandel ausgelöst wird: zum Einen ist ein kontinuierlicher Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung zu verzeichnen. Dieser Alterungsprozess wird beschleunigt durch den Trend der Kinderlosigkeit vieler Paare; in weite Ferne gerückt ist dabei bereits die Notwendigkeit von mindestens zwei Kindern pro Familie, statistisch exakt liegt der Wert bei 2,1 Kindern/Frau, um die Alterung der Gesellschaft und auch den Bevölkerungsrückgang entgegenwirken zu können. Der dritte Faktor, welcher zumindest dem Bevölkerungsschwund verlangsamen kann, ist die Immigration. Während ohne Einwanderung von Ausländern die Deutschen laut Prognose bis ins Jahr 2050 um ca. 30mio. Einwohner zurückgehen würden, so wird unter Einberechnung von ca. 200.000 Einwanderungsüberschuss pro Jahr die Bevölkerung bis 2050 lediglich um 10mio. Menschen schrumpfen.

2. Entwicklung des Geburtenrückgangs (siehe Anhang Abb.1)

Der wohl grundlegendste Aspekt des demographischen Wandels in Deutschland ist die geringe Zahl der Neugeborenen. Nun ist diese Erkenntnis nicht erst ein paar Jahre alt, sondern dieser Prozess zeichnet im Verlauf des 20.Jahrhunderts immer stärker ab.

Die durchschnittliche Geburtenzahl pro Frau sinkt mit jedem Jahrgang kontinuierlich ab – eine Ausnahme bilden dabei die Frauen der Jahrgänge um 1935, welche als letzte die zur Bestandserhaltung notwendige Geburtenrate von 2,1 Kindern aufweisen konnten; d.h. die Jahrgänge bis um 1970 waren, bedingt durch den Babyboom in der Wachstumsphase der BRD, noch stabil und ausgeglichen. Doch dann sank ab 1975 der Durchschnittswert auf 1,3 – 1,4 Kinder pro Familie in der BRD. Dieser Trend wurde zum Einen eingeleitet durch den Geburtenausfall während des 2. Weltkriegs und zum Anderen durch die Einführung der Antibabypille Mitte der 60er Jahre. Seitdem ist jede Kindergeneration um ca. ein Drittel kleiner als die ihrer Eltern. So kam es, dass die BRD in den achtziger Jahren die weltweit niedrigste Geburtenrate aufwies. Seit den neunziger Jahren lösten vor allem Spanien und Italien sowie die osteuropäischen Staaten durch noch niedrigere Geburtenzahlen Deutschland von diesem Platz ab.

Die DDR hatte wegen der geburtenfördernden Politik in oben benanntem Zeitraum noch 1,9 Kinder pro Familie, wies jedoch gegen Ende der 80er Jahre nur noch 1,6 Kinder pro Familie auf. Mit Auflösung der DDR sank der Durchschnittswert der neuen Bundesländer teilweise bis auf 0,98 ab und hat sich bis 2001 bei 1,2 Nachkömmlingen eingependelt.

Der Durchschnittswert der heutigen Bundesrepublik hat sich seit dem großen Einschnitt Mitte der Siebziger nur geringfügig verändert und liegt bei 1,37 Kinder/Frau.

Die Gründe für diesen rückläufigen Trend sind vielfältig. Sei es, dass die Entscheidung für oder gegen ein Kind in stärkerem Maße vom damit verbundenen (finanziellen) Mehraufwand, der Karriere oder der sich gewandelten Rolle der Frau abhängig gemacht wird.

2.1 Das Modell des demographischen Übergangs

Ein theoretisches Modell, welches die Bevölkerungsentwicklung eines Landes zu erklären versucht ist das des „Demographischen Übergangs“ von Notestein(1950). Dieses Modell setzt die Geburten- und Sterbeziffer einer Gesellschaft in Zusammenhang mit deren sozio-ökonomischen Entwicklungsgrad. Danach durchläuft jede Bevölkerung fünf Phasen der Entwicklung von einer agrarisch bis zu einer industriell geprägten Gesellschaft:

1. Phase (prätransformativ): Die Geburten- und Sterbeziffern weisen hohe Werte auf, die

natürliche Fruchtbarkeit wird weitgehend ausgeschöpft und die Sterblichkeit ist von den

ökonomischen Rahmenbedingungen bestimmt.

2. Phase (frühtransformativ): Die Sterbeziffer sinkt infolge des medizinischen Fortschritts

und der verbesserten hygienischen Bedingungen, die Geburtenziffer bleibt auf ihrem hohen

Niveau, es kommt zu einem starken Bevölkerungswachstum.

3. Phase (mitteltransformativ): Die Sterbeziffer sinkt weiter und stabilisiert sich am Ende

der Phase auf einem relativ niedrigen Niveau, aber auch die Geburtenziffer geht infolge des

Industrialisierungsprozesses und als Anpassung an die sinkende Sterbeziffer zurück.

4. Phase (spättransformativ): Die Sterbeziffer hat sich auf einem niedrigen, kaum noch zu

senkendem Niveau stabilisiert und die Geburtenziffer sinkt weiter.

5. Phase (posttransformativ): Die Geburten- und Sterbeziffern stabilisieren sich auf einem

niedrigen Niveau.[i]

Die Bundesrepublik hat alle diese Phasen bereits durchlaufen und befindet sich seit der Nachkriegszeit in der Posttransformationsphase mit einer stagnierenden Bevölkerungsentwicklung.

[...]


Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der demographische Wandel in Deutschland
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
10
Katalognummer
V44671
ISBN (eBook)
9783638422246
ISBN (Buch)
9783638750486
Dateigröße
2247 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wandel, Deutschland
Arbeit zitieren
Eric Placzeck (Autor), 2005, Der demographische Wandel in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44671

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