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Armutsrisiko Geschlecht. Die Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Spaltung des Arbeitsmarktes auf die Feminisierung der Armut

Titel: Armutsrisiko Geschlecht. Die Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Spaltung des Arbeitsmarktes auf die Feminisierung der Armut

Hausarbeit , 2018 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts Petra Drewitz (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die These das Armut weiblich ist, wird seit Mitte der 1970er Jahre in der Geschlechterforschung thematisiert. Als geschlechtsspezifische Armutsrisiken für Frauen werden die Strukturen der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und im System der sozialen Sicherungen sowie häusliches Gewaltpotential genannt. Statistische Befunde zeigen auf, dass Frauen über ein deutlich geringeres Durchschnittseinkommen verfügen. Ebenso sind weibliche Gesellschaftsmitglieder überproportional alleinerziehend und Sozialhilfeempfänger. Die Bundesrepublik Deutschland verfügt über ein soziales Sicherungsnetz, das die Bürger auffangen soll. Durch die Maschen dieses Netzes fallen aber immer wieder Bürger. Besonders betroffen sind davon Frauen. Gründe hierfür sind die Verknappung von Arbeitsplätzen und die Arbeitsmarkt-, Sozial- und Familienpolitik des Bundes, die an ein Familienmodel orientiert ist, indem der Mann immer noch die Rolle des Haupternährers einnimmt und die Frau maximal die Rolle des „Dazuverdienens“ erhält. Als Folge dessen werden Frauen in prekäre und schlechtbezahlte Beschäftigungsverhältnisse gedrängt. Dies führt zu einem erhöhten Armutsrisiko für Frauen. Im Jahr 2015 fielen 15,7 % der Bürger der Bundesrepublik Deutschland unter die Armutsgrenze. Als von Armut bedroht wird laut Definition verstanden, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens (2015: 942 Euro) zur Verfügung hat. Auf dem Arbeitsmarkt ist eine geschlechtsspezifische Spaltung zu beobachten. Sie zeigt sich durch vertikale und horizontale Segregation. Die vertikale Segregation bezieht sich auf Ungleichheiten beim Zugang zu Spitzenpositionen in Führungsebenen. Horizontale Segregation spiegelt sich in den unterschiedlichen Berufen und Tätigkeiten von Frauen und Männern wieder. Anne Busch sieht einen Zusammenhang zwischen der beruflichen Geschlechtersegregation und der geschlechtsbedingten Einkommenslücke. dem sogenannten „Gender Pay Gap“. Die These, dass Armut weiblich ist, stammt aus den 1970-er Jahren. Seitdem haben Frauen durch die Bildungsexpansion besser schulische und berufliche Bildungsabschlüsse erzielen können. Regina Becker-Schmidt hat 1995 festgestellt, dass Frauen ihr Bildungskapital nicht im gleichen Maße wie Männer in Erwerbschancen umsetzten können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Armut

2.1 Begriffsdefinition Armut

2.2 Armutsrisikogruppen

2.3 Armutsrisiko Geschlecht

3 Die Arbeitsmarktsituation von Frauen

3.1 Integration im Erwerbssystem

3.2 Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt

3.3 Wert der weiblichen Arbeit

4 Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Arbeitsmarktbedingungen auf die Feminisierung der Armut

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der geschlechtsspezifischen Spaltung des Arbeitsmarktes und der Feminisierung der Armut in Deutschland. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die Segregation des Arbeitsmarktes das Armutsrisiko von Frauen beeinflusst und durch welche Mechanismen dies zur Entstehung von weiblicher Armut beiträgt.

  • Grundlagen des Armutsbegriffs und Identifikation von Armutsrisikogruppen.
  • Analyse der Arbeitsmarktsituation von Frauen, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Erwerbsbeteiligung.
  • Untersuchung der horizontalen und vertikalen Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt.
  • Bewertung des ökonomischen Wertes weiblicher Arbeit und der Rolle des "Gender Pay Gap".
  • Verknüpfung der Arbeitsmarktbedingungen mit dem Armutsrisiko von Frauen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt

Frauen und Männer verteilen sich ungleich auf Berufe und betriebliche Hierarchieebenen verteilt. Daraus resultiert, dass der Arbeitsmarkt nicht geschlechtsneutral ist. Die horizontale und vertikale Segregation des Arbeitsmarktes bringt Benachteiligungen hinsichtlich des Einkommens und der Aufstiegs- und Karrierechancen mit sich. Eine geringe Erwerbsbeteiligung verbunden mit niedrigem Lohn sowie statusniedriger Beschäftigung bei geringer Qualifikation war für Frauen bis Mitte des letzten Jahrhunderts normal und gesellschaftlich akzeptiert. Mit der Bildungsexpansion in den 1970er Jahren hat sich das weibliche Bildungsniveau an das männliche angeglichen und die weibliche Erwerbsbeteiligung, insbesondere von Müttern, ist gestiegen. Die Arbeitsmarktintegration von Frauen hat sich in den letzten Jahren verbessert, die geschlechtsspezifische Segregation von Berufen und betrieblichen Hierarchien bleibt jedoch bestehen (vgl. Gottschall 2018: 361).

Segregation ist ein Konzept, bei dem soziale Gruppen auf Einheiten oder Kategorien verteilt werden, in diesem Fall Frauen und Männer auf Berufe und Berufshierarchien. Werden diese Personengruppen sehr ungleich auf die Einheiten verteilt, liegt Segregation vor. Die gesamte Berufsstruktur des Arbeitsmarktes ist mit der beruflichen Trennung von Frauen und Männern durchzogen. Dieses Merkmal trifft auf alle abgrenzbaren Teilbereiche, wie Teilzeitbeschäftigung oder regionale Arbeitsmärkte, zu. Die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes verläuft auf einer vertikalen und einer horizontalen Trennlinie. Die horizontale Dimension beschreibt die unterschiedlichen Berufe und Tätigkeiten von Männern und Frauen. Die vertikale Dimension bezieht sich auf die rangniedrigeren Positionen und Statusgruppen der weiblichen erwerbstägigen Personen. Die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes zieht sich durch das gesamte berufliche Spektrum. Beispiele für hoch segrierte Berufe sind Assistenzberufe wie Sprechstundenhilfe oder im handwerklichen Bereich der Beruf des Maurers. Diese Berufe werden fast vollständig jeweils von Frauen bzw. von Männern ausgeübt (vgl. Achatz 2018: 403f).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Feminisierung der Armut ein und legt die Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit fest.

2 Armut: In diesem Kapitel werden der Begriff der Armut definiert und relevante Armutsrisikogruppen identifiziert, wobei ein spezifischer Fokus auf das Armutsrisiko durch das weibliche Geschlecht gelegt wird.

3 Die Arbeitsmarktsituation von Frauen: Dieses Kapitel analysiert die Integration von Frauen in das Erwerbssystem, die geschlechtsspezifische Segregation auf dem Arbeitsmarkt und den ökonomischen Wert weiblicher Arbeit.

4 Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Arbeitsmarktbedingungen auf die Feminisierung der Armut: Hier werden die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel zusammengeführt, um aufzuzeigen, wie Arbeitsmarktstrukturen direkt zum Armutsrisiko von Frauen beitragen.

5 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert Implikationen für zukünftige Entwicklungen sowie gesetzliche Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Armutsrisiko, Geschlecht, Feminisierung der Armut, Arbeitsmarkt, Geschlechtersegregation, Gender Pay Gap, soziale Ungleichheit, Erwerbstätigkeit, Teilzeitbeschäftigung, soziale Sicherung, Gender Pension Gap, Lohndiskriminierung, Arbeitsmarktsoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen der geschlechtsspezifischen Struktur des deutschen Arbeitsmarktes und dem Armutsrisiko von Frauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die soziologischen Grundlagen von Armut, die Analyse der Arbeitsmarktsituation von Frauen und die Mechanismen der geschlechtsspezifischen Segregation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, inwieweit die geschlechtsspezifische Spaltung des Arbeitsmarktes die sogenannte Feminisierung der Armut beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte in Kombination mit der Auswertung aktueller statistischer Daten und Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition von Armut, eine Analyse der Armutsrisikogruppen und eine detaillierte Untersuchung der Arbeitsmarktsituation von Frauen, insbesondere im Hinblick auf vertikale und horizontale Segregation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Gender Pay Gap, Armutsrisiko, Geschlechtersegregation und soziale Ungleichheit geprägt.

Wie definiert die Autorin das Armutsrisiko für Frauen?

Das Armutsrisiko wird hier primär durch das verfügbare Einkommen und die Teilhabechancen an der Gesellschaft bestimmt, wobei geschlechtsspezifische Benachteiligungen im Arbeitsmarkt als Hauptursachen angeführt werden.

Welche Bedeutung hat das "Entgelttransparenzgesetz" für die Schlussfolgerung?

Das Gesetz wird als ein Instrument genannt, das in Zukunft dazu beitragen könnte, den Gender Pay Gap und damit das Armutsrisiko von Frauen positiv zu beeinflussen, was jedoch noch weiterer Untersuchungen bedarf.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Armutsrisiko Geschlecht. Die Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Spaltung des Arbeitsmarktes auf die Feminisierung der Armut
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Soziologie)
Note
2,0
Autor
Bachelor of Arts Petra Drewitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V446744
ISBN (eBook)
9783668826922
ISBN (Buch)
9783668826939
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Armutsrisiko geschlechtsspezifische Spaltung des Arbeitsmarktes Armut Geschlecht Arbeitsmarkt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Petra Drewitz (Autor:in), 2018, Armutsrisiko Geschlecht. Die Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Spaltung des Arbeitsmarktes auf die Feminisierung der Armut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446744
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Leseprobe aus  18  Seiten
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