Die Bedürfnisorientierung als finanzwirtschaftlicher Ansatz


Hausarbeit, 2004

11 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen
2.1 Bedürfnis
2.2 Bedürfnisorientierung

3. Bedürfnisorientierung am Beispiel des Firmenkun- dengeschäfts von Banken für den Mittelstand
3.1 Wesen und Merkmale mittelständischer Unterneh- men
3.2 Formen der Bedürfnisorientierung
3.2.1 Bereitstellung von Finanzierungsmitteln
3.2.2 Consulting-Banking
3.2.3 Serviceleistungen durch Electronic Banking

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Warum arbeitet bzw. handelt der Mensch?“ „Wo liegen seine Motive, so zu handeln wie er handelt?“

Diese Fragestellungen beschäftigen seit Urzeiten die Wissenschaft und können bis in die griechische Antike zurückverfolgt werden.

Ins Spiel kommt an dieser Stelle der Begriff Bedürfnis, der mithin als Ursache der Wirtschafttätigkeit angesehen wird. Der Wunsch nach Überbrückung des Missverhältnisses zwischen den Bedürfnissen der Menschen und den beschränkten Möglichkeiten ihrer Befriedigung bildet hiernach die Grundlage allen wirtschaftlichen Handelns.[1]

Auch die Kreditinstitute greifen auf diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zurück und richten ihre Strategien auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft aus. Bevor es jedoch zu dieser so genannten Bedürfnisorientierung kommt, ist zunächst zu untersuchen, was überhaupt Bedürfnisse sind und wie diese konkret in den einzelnen Geschäftsfeldern der Banken aussehen.

Diese Hausarbeit befasst sich auf den nächsten Seiten mit einer kurzen Bestimmung der Begriffe Bedürfnis und Bedürfnisorientierung. Im Anschluss soll am Beispiel der Unternehmensfinanzierung die praktische Relevanz des Grundsatzes der Bedürfnisorientierung aufgezeigt werden.

2. Begriffsbestimmungen

2.1 Bedürfnis

Wie schon eingangs erwähnt, war und ist der Bedürfnisbegriff in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Zum Einstieg in die Begriffsbestimmung wird in der Regel auf die gängige Definition von Hermanns Bezug genommen, der Bedürfnis als „Gefühl eines Mangels mit dem Streben ihn zu beseitigen“[2] beschreibt.

Zurückverfolgt werden kann diese Aussage auf seine biologisch-genetischen Ursprünge. Am unmittelbarsten kommt die biologische Bedürfnisbasis beim gesunden Neugeborenen zum Ausdruck, der – kulturell noch unbeeinflusst – selbständig genetisch übermittelte Verhaltensmuster als Reaktion auf aktivierte Bedürfnistriebe entwickelt.[3]

Es gibt jedoch auch Kritikpunkte und Zweifel an der Zeitmäßigkeit der Bedürfnisdefinition von Hermanns. So wird z.B. bemängelt, dass der Gefühlsbegriff zu eng gefasst ist. Nicht allein ein Mangelgefühl kann Bedürfnisse auslösen, sondern auch nur teilweise befriedigte oder noch ausbaubare Bedürfnisbefriedigungspotenziale – auch Überflusslücken genannt – dürfen in der Definition nicht vernachlässigt werden.[4]

Ferner ist die Begriffsbestimmung noch um zwei weitere Faktoren zu ergänzen: die Weiterentwicklung eigener Bedürfnisse sowie die Einflüsse von Kultur und Gesellschaft. So bilden sich aus einem einmal erfolgreichen Entdecken von Wegen zur Befriedigung eines Bedürfnisses aus der Art und Weise der Befriedigung unmittelbar neue Verhaltensweisen und Bedürfnisse. So entsteht z.B. aus dem ursprünglichen Bedürfnis, Hunger zu stillen, ein komplexes kulturspezifisches Bedürfnissystem mit genauen Vorstellungen darüber, wie und wo bestimmte Nahrungsmittel zubereitet und zu sich genommen werden.[5]

Dieser Prozess der Entwicklung individueller Bedürfnissysteme ist prinzipiell offen und unbegrenzt. Der Spielraum wird jedoch von außen durch besondere Sozialisationsbedingungen und die Werte und Normen der Gesellschaft eingeengt.[6]

[...]


[1] Müller, B.: Bedürfnisorientierte Unternehmensfinanzierung. In: Müller Aspekte zur Bankbetriebslehre II, Aachen, 2001; S. 77

[2] Hermann, F. von: Staatswissenschaftliche Untersuchungen, München, 1870, S. 5ff.

[3] Wagner, B.: Bedürfnisorientierte Unternehmenspolitik, Bern/Stuttgart, 1990, S. 116

[4] B. Müller: Bedürfnisorientierte Unternehmensfinanzierung. In: Müller Aspekte zur Bankbetriebslehre II, Aachen, 2001; S. 78

[5] Wagner, B.: Bedürfnisorientierte Unternehmenspolitik, Bern/Stuttgart, 1990, S. 117

[6] Ebd., S. 116

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Bedürfnisorientierung als finanzwirtschaftlicher Ansatz
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V44681
ISBN (eBook)
9783638422307
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedürfnisorientierung, Ansatz
Arbeit zitieren
Timo Gröttrup (Autor), 2004, Die Bedürfnisorientierung als finanzwirtschaftlicher Ansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44681

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Bedürfnisorientierung als finanzwirtschaftlicher Ansatz



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden