Die demografische Entwicklung in Deutschland und die daraus resultierenden Veränderungen für die Pflege


Hausarbeit, 2004
17 Seiten, Note: Leistungsnachweis

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Demografische Forschung
2.1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland von 1950 bis 2000
2.2 Ausblick über die vermutete Entwicklung bis 2050

3 Auswirkungen für die Pflege

4 Die Rolle der Politik

5 Schlussfolgerungen

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Begriff ‚Demografie’ erfährt in dieser Zeit eine geradezu inflationär häufige Verwendung. Es vergeht kaum eine Polit-Talk-Sendung im Fernsehen, in der nicht von demografischer Entwicklung oder Ähnlichem gesprochen wird. Auch die Tagespresse und die großen Wochenzeitungen berichten laufend über politische Themen, die sich auf die demografische Forschung beziehen.

Die deutsche Legislative beschäftigt sich momentan mit einigen großen Reformvorhaben. Das Rentensystem soll zukunftsfähig gemacht werden, die Gesundheitsversorgung bezahlbar bleiben und auch die Pflegeversicherung steht bereits 8 Jahre nach ihrer Einführung wieder auf dem Prüfstand. Insgesamt muss – so die einhellige Meinung großer Teile unserer Gesellschaft – das gesamte Sozialversicherungssystem den Rahmenbedingungen unserer Zeit und der kommenden Jahre und Jahrzehnte angepasst werden. Diese Überlegungen, welche die politische Diskussion momentan derart dominieren, liegen allesamt in den Analyseergebnissen und Vorausberechnungen der demografischen Forschung begründet.

In den folgenden Kapiteln werde ich zunächst die demografische Entwicklung von 1950 bis heute sowie eine Prognose der Entwicklung bis zum Jahr 2050 aufzeigen. Die große Bedeutung dieses Themas für die Pflege wird herausgestellt. Auch werde ich versuchen, die Rolle der Politik in den nächsten Jahrzehnten im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung darzulegen.

2 Demografische Forschung

Übersetzt in die deutsche Sprache bedeutet Demografie Bevölkerungsforschung. Die Bevölkerung eines Landes, einer Region oder der gesamten Erde ist keine feste Größe, sondern unterliegt einer ständigen Entwicklung. „Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit oder ethnische Herkunft sind die wichtigsten Kriterien, nach denen eine Bevölkerung gegliedert werden kann.“ (Münz & Ulrich, 2000, S. 1) Um die Veränderung der Bevölkerung zu erfassen, beschäftigt sich die demografische Forschung mit unter anderem mit Faktoren wie Geburten und Sterbefällen, Fertilität und Migration. Auch wirtschaftliche und sonstige gesellschaftliche Faktoren werden analysiert, um die oben genannten Hauptfaktoren zu erklären und zu begründen.

In hoch entwickelten Industrienationen wie Deutschland werden eine Vielzahl von Daten über die Bevölkerung des Landes ermittelt. „Wichtigste Informationsquelle der Bevölkerungswissenschaft ist die amtliche Statistik.“ (Münz & Ulrich, 2000, S. 2) In Deutschland liegt die Ermittlung und Verarbeitung dieser Daten in den Händen des statistischen Bundesamtes.

2.1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland von 1950 bis 2000

In der Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg verzeichnete man ein deutliches Bevölkerungswachstum. In den fünfziger Jahren war ein deutlicher Geburtenüberschuss zu beobachten. Zudem setzte die Zuwanderung langsam ein. Bis 1964 kamen etwa 1,2 Millionen Ausländer nach Deutschland (West). Die Entwicklung in Ost- und Westdeutschland verlief in manchen Phasen unterschiedlich voneinander, was durch die Betrachtung der unterschiedlichen politischen Maßnahmen erklärbar ist. Dies will ich jedoch im Folgenden außer Acht lassen, da sich die Zahlen in Ostdeutschland nach 1990 zunehmend an das Westniveau angeglichen haben (siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach 1970 kam es zu einem signifikanten Rückgang der Geburtenrate. Dieses Phänomen erklärt sich zumindest teilweise durch die aufkommenden oralen Kontrazeptiva, aber auch durch einen Anstieg der Anzahl von Frauen, die einer Arbeitstätigkeit nachgingen. In den neunziger Jahren erholte sich die Geburtenrate leicht; mittlerweile sinkt sie jedoch wieder. Insgesamt hat sich die Fertilität – also die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau – von ca. 1,8 im Jahr 1950 auf ca. 1,3 bis 1,4 in den ersten Jahren dieses Jahrtausends - abgesenkt. Die Nettoreproduktionsrate, die angibt, „in welchem Umfang eine Frauenkohorte (= weiblicher Geburtsjahrgang) bei den aktuell beobachteten Fruchtbarkeits- und Sterbewahrscheinlichkeiten durch ihre Töchterkohorte zahlenmäßig ersetzt wird,“ (Herder & Münz, 2000, S. 6) sank zwischen 1960 und 1998 von 1,1 – was noch über Bestandhaltungsniveau liegt – auf 0,65.

Während die Geburtenraten sanken, stieg die Lebenserwartung der Menschen stetig an. Dies erklärt sich vor allem durch die verbesserte Gesundheitsversorgung der Menschen. Aber auch die Verbesserung der Individualhygiene im Wohnumfeld sowie die verbesserte Ernährungslage hat ihres zu dieser Entwicklung beigetragen. Insgesamt wuchs die Lebenserwartung je nach Region und Geschlecht zwischen 1960 und 1998 um 8,5 bis 12 Jahre. Heute liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Neugeborenen bei ca. 74 Jahren (Männer) bis 81 Jahren (Frauen).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung führten dazu, dass ein zunehmender Anteil an älteren Menschen in Deutschland lebt. Dies wird bis dato noch teilweise durch die Migration ausgeglichen. Durch die Zuwanderung wird immer wieder ein Verjüngungseffekt beobachtet, da vermehrt junge Menschen zuwandern, während ältere Menschen eher zurück in die Heimatländer auswandern. Zwischen 1954 und 1998 betrug der Wanderungszuwachs 6,6 Millionen Personen. Trotzdem ist eine deutliche demografische Alterung feststellbar. (siehe Abbildungen 2 und 3) 1950 waren 13,8 % der westdeutschen Bevölkerung 60 Jahre oder älter. 1998 lag dieser Wert bei 22,3 % für Gesamtdeutschland.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die demografische Entwicklung in Deutschland und die daraus resultierenden Veränderungen für die Pflege
Hochschule
Fachhochschule Münster  (Fachbereich Pflege)
Note
Leistungsnachweis
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V44692
ISBN (eBook)
9783638422406
ISBN (Buch)
9783638831482
Dateigröße
628 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Deutschland, Veränderungen, Pflege
Arbeit zitieren
Dipl. Berufspädagoge (FH) Christian Ley (Autor), 2004, Die demografische Entwicklung in Deutschland und die daraus resultierenden Veränderungen für die Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44692

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die demografische Entwicklung in Deutschland und die daraus resultierenden Veränderungen für die Pflege


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden