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Automaten, Monster und Androiden - Der künstliche Mensch in der Literatur

Title: Automaten, Monster und Androiden - Der künstliche Mensch in der Literatur

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 31 Pages , Grade: gut (2,0)

Autor:in: M.A. Nele F.C. Schüller (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Schon in der Antike fasziniert den Mensche n die Idee des selbsterschaffenen Ebenbildes. So taucht in der griechischen Mythologie die Geschichte des Zeussohns Hephaistos auf, der Menschen künstlich fertigt (Drux 1999, S. 31)1. Ist es in der griechischen Mythologie noch Göttern oder Titanen, wie Prometheus vorbehalten, künstliche Menschen zu schaffen, so verlagern sich die Zuständigkeiten in der späteren Literatur und Mystik. Nun wagt sich auch der Mensch selbst an die Erschaffung seines Ebenbildes. Im Mittelalter beginnen namhafte Persönlichkeiten wie Albertus Magnus mit dem Geheimnis des Lebens zu experimentieren- nicht ohne die Repressionen der übermächtigen Kirche zu spüren bekommen, die das Imitieren Gottes auf diese Weise als Ketzerei empfindet (Swoboda 1967, S. 143)2.
Auch in der jüdischen Mythologie taucht das Motiv des künstlichen Menschen auf.„ Der weitaus berühmteste von ihnen ist zweifellos der Golem des Hohen Rabbi Löw, des angesehenen Oberhauptes der Prager Juden im 16. Jahrhundert.“ (Swoboda 1967, S. 157).Ist der Golem noch aus bloßem Lehm geformt, so werden die Materialien aus denen künstliche Menschen gemacht werden in wenig später entwickelten Vorstellungen raffinierter. Die Mechanik wird in den literarisch beschriebenen Prozeß der Menschenbildung einbezogen.
„ Schon im 16. und frühen 17. Jahrhundert lassen sich die ersten mechanischen Menschen in der Dichtung feststellen.“ (Swoboda 1967, S. 211).
1778 befaßte sich Goethe mit dem Thema des künstlichen Menschen, in seiner „dramatischen Grille“Der Triumph der Empfindsamkeit( Swoboda 1967, S. 212) Vom späten 18. Jahrhundert bis zum beginnenden 19. Jahrhundert erlebt das Thema des künstlichen Menschen einen regelrechten „Boom“ (siehe Punkt 1 und 2). Neben den vorgestellten Autoren E.T.A Hoffmann und Mary W. Shelley beschäftigt sich auch Jean Paul in zwei seiner Werke mit dem Thema.
Im 20. Jahrhundert weitet sich das Thema des künstlichen Menschen auf neu entstandene Medienformen aus. Ein Beispiel hierfür sind die zahlreichen Verfilmungen von solchen Geschichten So wird z.B. die Golemsage in Stummfilmform auf die Leinwand gebracht oder die Geschichte von Dr. Frankenstein und seinem Monster wird in zahlreichen Hollywood Verfilmungen nacherzählt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Automate und das Bürgertum: E.T.A Hoffmanns Olimpia und ihre verregelte Umwelt

2. Der Schöpfer und sein verratener Henker: Frankenstein und sein Monstrum

3.„Ich fühle also bin ich?“ – Die Frage nach dem Unterschied zwischen Menschen und Androiden in Phillip K. Dicks Roman Do Androids Dream of Electric Sheep

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung des künstlichen Menschen in drei Schlüsselwerken des 19. und 20. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie diese Kunstfiguren als Spiegelbilder der Gesellschaft fungieren und die grundlegende Frage provozieren, was das Wesen des Menschseins ausmacht und wie es sich von künstlichen Nachbildungen abgrenzt.

  • Historische Entwicklung des Motivs des künstlichen Menschen von der Antike bis zum Science-Fiction
  • Die Rolle der Perfektion und des Scheins bei E.T.A. Hoffmanns "Olimpia"
  • Verantwortung und gesellschaftliche Ausgrenzung bei Mary Shelleys "Frankenstein"
  • Simulation von Gefühlen und Identität in Philip K. Dicks "Do Androids Dream of Electric Sheep"
  • Gesellschaftskritische Ansätze und die Reflexion über menschliche Identität

Auszug aus dem Buch

Der Schöpfer und sein verratener Henker: Frankenstein und sein Monstrum

Als das Wissen schließlich durch langwierige Forschungen erlangt hat und die Erschaffung einer Kreatur aus Leichenteilen plant, an der er es in die Praxis umsetzen will, offenbart sich schnell Frankensteins Größenwahn, der eine Katastrophe in Gang setzt:

„ When I found so astonishing a power placed within my hands, I hesitated a long time concerning the manner in which I should employ it. (...) I doubted at first whether I should attempt the creation of a being like myself, or one of simpler organization; but my imagination was too much exalted by my first success to permit me to doubt of my ability to give life to an animal as complex and wonderful as man. (...) I resolved, contrary to my first intention, to make the being of a gigantic stature; that is to say, about eight feet in height, and proportionably large. (...) Life and death appeared to me ideal bounds, which I should first break through, and pour a torrent of light into our dark world. A new species would bless me as ist creator and source; many happy and excellent natures would owe their being to me. No father could claim the gratitude of his child so completely as I should deserve theirs.“ (Shelley 1994, S. 51 f.).

Frankenstein gibt sich nicht damit zufrieden, sein Wissen zunächst im kleinen Ausmaß anzuwenden. Als er die Möglichkeit hat, Leben zu erschaffen träumt er sogleich von der Erschaffung einer neuen Spezies. Sobald sein Werk vollendet ist, sieht man, daß er seine Fähigkeiten überschätzt hat. Statt die Verantwortung für seine Kreatur zu übernehmen, flüchtet er vor ihr, weil sie häßlich ist:

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das mythologische und literarische Motiv des künstlichen Menschen ein und skizziert die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung.

1. Die Automate und das Bürgertum: E.T.A Hoffmanns Olimpia und ihre verregelte Umwelt: Dieses Kapitel analysiert E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" als Parabel auf ein bürgerliches Leben, das durch Konventionen und den Schein von Perfektion mechanisiert ist.

2. Der Schöpfer und sein verratener Henker: Frankenstein und sein Monstrum: Der Fokus liegt auf der ethischen Verantwortung des Schöpfers bei Mary Shelley und der Transformation einer Kreatur durch gesellschaftliche Ablehnung.

3.„Ich fühle also bin ich?“ – Die Frage nach dem Unterschied zwischen Menschen und Androiden in Phillip K. Dicks Roman Do Androids Dream of Electric Sheep: Hier wird die Grenze zwischen menschlicher Identität und technologischer Simulation in einer dystopischen Zukunft untersucht.

4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung führt die Ergebnisse der drei Werke zusammen und resümiert die Bedeutung des "künstlichen Doppelgängers" für die Selbstreflexion des Menschen.

Schlüsselwörter

Künstlicher Mensch, Automaten, Androiden, Literaturwissenschaft, Frankenstein, Olimpia, Identität, Simulation, Gesellschaftskritik, Ethik, Wissenschaft, Maschinenmensch, Entfremdung, Menschsein, Spiegelbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Auseinandersetzung mit der Erschaffung künstlicher Menschen und deren Konsequenzen für das menschliche Selbstverständnis.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die menschliche Identität, die Verantwortung von Schöpfern, der Einfluss von Simulationen auf das soziale Leben und die Abgrenzung zwischen Natur und Technik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand von drei literarischen Werken aufzuzeigen, wie künstliche Menschen als Spiegel fungieren, die den Menschen zur kritischen Reflexion über seine eigene Existenz und Gesellschaft zwingen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Untersuchung von Textauszügen, Vergleichen der Werke und der Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann", Mary Shelleys "Frankenstein" und Philip K. Dicks "Do Androids Dream of Electric Sheep" unter den Aspekten von Künstlichkeit, Schöpferethik und Identitätsverlust untersuchen.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die zentralen Begriffe sind Künstlicher Mensch, Identität, Simulation, Frankenstein, Androiden und Gesellschaftskritik.

Warum spielt das Thema der "künstlichen Augen" bei Hoffmann eine Rolle?

Es dient als Symbol für die manipulative Wahrnehmung, durch die Nathanael die künstliche Olimpia erst als perfekt menschlich und liebeswürdig wahrnehmen kann.

Wie unterscheidet sich die Motivation der Schöpfer bei Frankenstein und den Androiden-Produzenten?

Während Frankenstein aus einem utopischen und ehrgeizigen Antrieb handelte, um den Tod zu besiegen, dient die Produktion der Androiden bei Dick primär ökonomischen und funktionalen Zwecken als Sklaven.

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Details

Title
Automaten, Monster und Androiden - Der künstliche Mensch in der Literatur
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Course
Hauptseminar Fakt-Fiktion-Simulation
Grade
gut (2,0)
Author
M.A. Nele F.C. Schüller (Author)
Publication Year
2002
Pages
31
Catalog Number
V44704
ISBN (eBook)
9783638422505
Language
German
Tags
Automaten Monster Androiden Mensch Literatur Hauptseminar Fakt-Fiktion-Simulation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Nele F.C. Schüller (Author), 2002, Automaten, Monster und Androiden - Der künstliche Mensch in der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44704
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