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Zur Konversion ehemaliger Militärflächen durch Festivals

Eine Analyse am Beispiel des Festivals "Nature One"

Title: Zur Konversion ehemaliger Militärflächen durch Festivals

Term Paper , 2018 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Miriam Kazmaier (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous
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„Ja, das nennt man Konversion, nämlich Umwandlung einer Todesbasis in zumindest für vier, fünf Tage eine Lebensbasis.“ Dies sagt Karl-August von Dahl in der Doku „Kastellaun und die Nature One“. Karl-August von Dahl, ein evangelischer Pfarrer, wurde 1986 zur Symbolfigur der Hunsrücker Friedensbewegung, die gegen die Stationierung von US-amerikanischen Atomraketen in Westdeutschland demonstrierte.

An diesen vier, fünf Tagen, an denen sich die „Todesbasis“ Pydna in eine „Lebensbasis“ umwandelt, findet das Nature One Festival statt. Laut von Dahl wird durch die Nature One die Raketenbasis umgewandelt. Daraus leite ich folgende These ab: Durch Festivals kommt es zur Konversion ehemaliger Militärflächen. Diese Seminararbeit steht unter folgender Fragestellung: Inwiefern kann von einer Raumkonversion ehemaliger Militärflächen durch Festivals gesprochen werden? Inwieweit findet durch das Stattfinden von Festivals auf ehemaligen Militärflächen eine Raumkonversion statt? Und inwieweit lässt sich diese durch Abbildnisse des Festivalgeschehens beobachten? Eine Analyse am Beispiel der Nature One.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Methodisches Vorgehen

3 Physisch-materieller Raum

3.1 Nature One – das Festival

3.2 Raketenbasis Pydna – der Ort

3.3 Kastellaun – die Gemeinde

4 Raum in der Kulturanthropologie

4.1 Forschungsstand

4.2 Die Raumtriade nach Johanna Rolshoven

4.3 Zur Konversion von Raum

5 Analyse des Raumes

5.1 Der geographische Ort

5.2 Die Location Map

6 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These, ob durch die Durchführung von Musikfestivals eine Raumkonversion auf ehemaligen Militärflächen stattfindet. Am Beispiel des Nature One Festivals auf der Raketenbasis Pydna wird analysiert, inwieweit eine solche Umwandlung des Ortes durch die festivaltypische Nutzung beobachtbar ist und wie sich diese in der Raumerfahrung niederschlägt.

  • Analyse der Raumkonversion von Militärflächen durch Festivals.
  • Anwendung der Raumtriade nach Johanna Rolshoven zur theoretischen Einordnung.
  • Untersuchung des Nature One Festivals und seiner Nutzung der Pydna.
  • Kulturelle Bedeutung von Raum und Raumerfahrung im Kontext von Großveranstaltungen.
  • Unterscheidung zwischen kurzfristiger, temporärer Nutzung und langfristiger städtebaulicher Konversion.

Auszug aus dem Buch

3.2 Raketenbasis Pydna – der Ort

Die Pydna ist ein wichtiger Ort der Geschichte des Kalten Krieges zwischen den Alliierten und der UdSSR. Sie ist eine ehemalige Raketenstation der NATO im Hunsrück bei Kastellaun. Bei der Bezeichnung Pydna handelt es sich um einen Decknamen für die militärische Anlage, unter dem diese 1978 umgebaut wurde.

1938 wurde im Zuge des Ausbaus der Hunsrück-Höhenstraße ein Feldflugplatz errichtet. Dieser war während des Zweiten Weltkrieges in Gebrauch und sollte weiter ausgebaut werden. Nach dem Ende des Westfeldzuges 1940 wurde der Platz nicht mehr benötigt und fungierte als Waffenlager und Übungsplatz für die Hitlerjugend. Das Lager wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bei einem Bombenangriff zerstört. Nach dem Krieg begann die Wiederaufforstung des Geländes durch die Alliierten. Ab 1958 wurden das US-amerikanische 38th Bomber Wing und Raketen auf der Pydna stationiert. Die Einheit wurde 1966 aufgelöst und das Gelände von der U.S. Air Force geräumt. Danach „war die Liegenschaft bis 1983, also nahezu 20 Jahre, ungenutzt.“

In Folge des NATO-Doppelbeschlusses sollten unter dem Decknamen Pydna 96 abschussbereite, mit Atomsprengköpfen ausgerüstete Cruise-Missiles (Marschflugkörper) auf der Basis gelagert werden. Die US-amerikanische Bezeichnung der Pydna war Wüschheim Air Station. Die Umbauten der Basis begannen 1984 mit dem Bau der Bunkeranlagen. Der geplante Fertigstellungstermin Ende 1986 konnte nicht eingehalten werden, da die Stationierung der Atomraketen politisch und in der Öffentlichkeit stark umstritten war und es zum Teil sehr heftigen Widerstand in Form von zahlreichen Demonstrationen und Ostermärschen gab. „Ein besonderer Ort des Widerstandes war das Gelände um die ‚PYDNA‘, wo Rüstungsgegner im Rahmen einer Großdemonstration am 12.10.1986 an der Hunsrück-Höhenstraße 96 Holzkreuze als Mahnmal errichteten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Raumkonversion durch Festivals und Vorstellung der zentralen Fragestellung anhand des Nature One Festivals.

2 Methodisches Vorgehen: Erläuterung der literaturbasierten Methodik sowie der Nutzung von Location Maps, Satellitenbildern und audiovisuellen Quellen zur Analyse.

3 Physisch-materieller Raum: Vorstellung des Nature One Festivals, der historischen Bedeutung der Raketenbasis Pydna und der regionalen Einbettung in die Gemeinde Kastellaun.

4 Raum in der Kulturanthropologie: Theoretische Fundierung durch den Forschungsstand der Raumkulturforschung, die Einführung der Raumtriade nach Rolshoven und die Definition von Konversion.

5 Analyse des Raumes: Anwendung der theoretischen Konzepte auf den konkreten Standort der Pydna unter Verwendung der Location Map und geographischer Gegebenheiten.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass im Falle des Nature One Festivals keine dauerhafte militärische Konversion vorliegt, sondern eine temporäre, sinnbildliche Umdeutung stattfindet.

Schlüsselwörter

Raumkonversion, Militärkonversion, Nature One, Raketenbasis Pydna, Kulturanthropologie, Raumtriade, Johanna Rolshoven, Raumkulturforschung, Festivalgelände, Kastellaun, temporäre Umnutzung, Raumerfahrung, Sozialraum, Kulturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Festivals auf ehemaligen Militärgeländen zu einer echten Raumkonversion beitragen oder ob es sich lediglich um temporäre Nutzungsänderungen handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Raumkonzepte in der Kulturanthropologie, die historische Nutzung der Pydna sowie die spezifische Raumanalyse im Rahmen eines Musikfestivals.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, inwieweit durch das Stattfinden von Festivals auf ehemaligen Militärflächen eine dauerhafte Raumkonversion stattfindet und wie diese beobachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist literaturbasiert und stützt sich auf eine visuelle Raumanalyse mithilfe von Kartenmaterial, Satellitenbildern und Festival-Medien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die Vorstellung des Festivalstandorts, die theoretische Einbettung durch die Raumtriade nach Rolshoven und die praktische Analyse des Geländes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Raumkonversion, Pydna, Nature One, Raumtriade und Kulturraumforschung sind die prägenden Begriffe.

Warum wird die Pydna als "Todesbasis" und "Lebensbasis" bezeichnet?

Der Begriff stammt von einem Zeitzeugen und spielt auf die Transformation des ehemaligen Standorts für Atomraketen in einen Ort der friedlichen Feierlichkeit während des Festivals an.

Erfolgt durch das Festival eine dauerhafte Konversion der Pydna?

Nein, die Analyse kommt zu dem Schluss, dass es sich nur um eine temporäre, sinnbildliche Umwandlung für die Dauer des Festivals handelt, da das Gelände weiterhin militärisch genutzt wird.

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Details

Title
Zur Konversion ehemaliger Militärflächen durch Festivals
Subtitle
Eine Analyse am Beispiel des Festivals "Nature One"
College
University of Freiburg  (Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie)
Course
"All the World's a Festival" - zum Zusammenspiel von Raum und Festivals
Grade
1,0
Author
Miriam Kazmaier (Author)
Publication Year
2018
Pages
21
Catalog Number
V447059
ISBN (eBook)
9783668840874
ISBN (Book)
9783668840881
Language
German
Tags
Konversion Raum Festivals Militärflächen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Kazmaier (Author), 2018, Zur Konversion ehemaliger Militärflächen durch Festivals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447059
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