Das Metadatenmodell
DUBLIN CORE
1. Einleitung
Nachschlagewerke sind das Basiswerkzeug einer jeden Bibliothek - schon die ersten Büchersammlungen besaßen Aufzeichnungen über ihre Bestände, die sowohl bibliographische Angaben über die einzelnen Bücher als auch deren jeweilige Standorte enthielten. Solche Nachschlagewerke werden in der Fachsprache Kataloge genannt.(1) Im Laufe der technischen Entwicklungen haben sich immer wieder neue Formen der Kataloge entwickelt, um deren Inhalte bestnutzerfreundlich zu präsentieren:
„Die Verzeichnisse der Bücherbestände einer Bibliothek werden [...] als Kataloge bezeichnet. Sie sind entweder in Buchform (Bandkatalog), in Karteiform (Zettelkatalog), auf Mikrofiches oder als Online-Kataloge vorhanden.“(2)
Letztgenannte Form hat sich im Zuge des Web- Zeitalters und der fortschreitenden weltweiten Digitalisierung sehr rasant entwickelt und ist heute die wichtigste vor allen anderen. Die Arbeit wird sich im Folgenden fast ausschließlich mit dieser elektronischen Form der Informationsfindungsressource auseinandersetzen.
[...]
_______
(1) Hiller, Helmut und Stephan Füssel: Wörterbuch des Buches. Vittorio Klostermann, Frankfurt a. M. 2002; S.45f. und S. 173
(2) ebd. S.173
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Metadaten
2.1. Herkunft
2.2. Verwendung
2.3. Speicherung und Übertragung
3. Metadatenformate
3.1. MAB
4. Interoperable Metadaten
5. Dublin Core
5.1. Ziele/ Vision
5.2. Aufbau
5.3 Inhalte
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Metadatenmodell Dublin Core als Lösung für die wachsende Herausforderung, digitale Informationen im World Wide Web effizient auffindbar zu machen. Das primäre Ziel besteht darin, die Funktionsweise, den Aufbau und den Nutzen dieses Standards zu erläutern und aufzuzeigen, wie er eine Interoperabilität zwischen verschiedenen Informationssystemen und Bibliotheken ermöglichen kann.
- Grundlagen und Definition von Metadaten
- Problematik des "Information Overload"
- Anforderungen an interoperable Metadatenstandards
- Vorstellung der Dublin Core Metadata Initiative (DCMI)
- Struktur, Elemente und Prinzipien des Dublin Core Modells
Auszug aus dem Buch
5.2. Aufbau
Den Grundstock des Dublin Core Standard Modells, der bereits beim aller ersten Treffen 1995 in groben Zügen erarbeitet wurde, bildet das sogenannte „Dublin Core Metadata Element Set“. Der Kern (= „Core“) wird dabei von 15 Datenfeldern (= „Elements“) geformt. In dieser einfachen („simple“) Version des Modells sind alle Felder optional und können auch mehrfach vorkommen. Einige Elemente haben auch in dieser einfachen Version bereits Einschränkungsfunktionen, die gleich noch näher erläutert werden.
In einer zweiten, erweiterten („qualified“) Version beinhaltet das Metadatenmodell ein weiteres, sechzehntes Datenfeld. Außerdem enthält es sogenannte „Qualifiers“ (die bereits erwähnten Einschränkungen, Verfeinerungen), welche die Kernbedeutungen der einzelnen Datenfelder verfeinern oder einschränken können. Die Initiative selbst drückt den Aufbau verkürzt so aus:
“The Dublin Core standard includes two levels: Simple and Qualified. Simple Dublin Core comprises fifteen elements; Qualified Dublin Core includes an additional element, Audience, as well as a group of element refinements (also called qualifiers) that refine the semantics of the elements in ways that may be useful in resource discovery.”
Als Beispiel zum besseren Verständnis wird das Modell auch mit einer kleinen Sprache verglichen, die bestimmte Aussagen über Ressourcen trifft. In dieser Sprache wären die Datenfelder dann die Nomen und die Qualifiers die Adjektive.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung von Bibliothekskatalogen und leitet zur aktuellen Problematik der Informationsauffindbarkeit im digitalen Zeitalter über.
2. Metadaten: Definiert Metadaten als strukturierte Daten zur Beschreibung von Ressourcen und erläutert ihre Herkunft, Verwendung sowie Speicherungs- und Übertragungsaspekte.
3. Metadatenformate: Differenziert zwischen Datenformaten und Datenmodellen und stellt das bibliothekarische Austauschformat MAB als Anwendungsbeispiel vor.
4. Interoperable Metadaten: Erläutert die Notwendigkeit interoperabler Standards für die Suche in unterschiedlichen Informationsquellen und beschreibt die Komponenten Identifikation, Semantik, Datenmodell und Syntax.
5. Dublin Core: Stellt die Entstehung, Vision, den strukturellen Aufbau sowie die inhaltliche Ausgestaltung der Dublin Core Initiative dar.
6. Fazit: Fasst den Dublin Core als kostengünstiges, interoperables und zukunftsfähiges Verfahren zusammen, das eine wichtige Alternative für moderne Bibliothekssysteme darstellt.
Schlüsselwörter
Metadaten, Dublin Core, DCMI, Bibliothek, Katalog, Information Overload, Interoperabilität, Informationsressourcen, MAB, Standardisierung, Datenmodell, Datenformat, Informationsauffindung, Web-Zeitalter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Metadatenmodell Dublin Core und seine Bedeutung für die strukturierte Erschließung und effiziente Auffindbarkeit digitaler Informationsressourcen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Metadaten, die Herausforderungen durch den "Information Overload", der Vergleich zwischen Datenformaten und -modellen sowie die spezifische Vorstellung des Dublin Core Standards.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, zu analysieren, wie der Dublin Core Standard dazu beiträgt, Informationen in einer digitalisierten Welt besser auffindbar zu machen und welche Rolle er dabei für Bibliotheken spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Methode, bei der bestehende theoretische Grundlagen der Informationstheorie sowie internationale Standards der Dublin Core Metadata Initiative analysiert und zusammengefasst werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Metadaten, die Erläuterung der Interoperabilität von Metadatenformaten und die detaillierte Vorstellung der Dublin Core Initiative mit ihren Zielen, ihrem Aufbau und ihren Kernprinzipien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Metadaten, Dublin Core, Interoperabilität, Informationsauffindung, digitale Bibliothek und Standardisierung.
Was unterscheidet ein Datenformat von einem Datenmodell laut Text?
Laut Text gibt das Datenformat die inhaltliche Aufbereitung (Struktur) vor, während das Datenmodell den Rahmen beschreibt, wie Daten verarbeitet werden und "fließen" (die Grammatik der Aussagen).
Was besagt das "One-to-One-Principle" bei Dublin Core?
Es besagt, dass jede Version oder Form einer Informationsressource als eigenständiges Objekt betrachtet wird, ohne zwangsläufig auf das Original verweisen zu müssen.
- Quote paper
- Michaela Rhino (Author), 2004, Das Metadatenmodell Dublin Core, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44714