Das Metadatenmodell Dublin Core


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Metadaten
2.1. Herkunft
2.2. Verwendung
2.3. Speicherung und Übertragung

3. Metadatenformate
3.1. MAB

4. Interoperable Metadaten

5. Dublin Core
5.1. Ziele/ Vision
5.2. Aufbau
5.3 Inhalte

6. Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Nachschlagewerke sind das Basiswerkzeug einer jeden Bibliothek - schon die ersten Büchersammlungen besaßen Aufzeichnungen über ihre Bestände, die sowohl bibliographische Angaben über die einzelnen Bücher als auch deren jeweilige Standorte enthielten. Solche Nachschlagewerke werden in der Fachsprache Kataloge genannt.[1] Im Laufe der technischen Entwicklungen haben sich immer wieder neue Formen der Kataloge entwickelt, um deren Inhalte bestnutzerfreundlich zu präsentieren:

„Die Verzeichnisse der Bücherbestände einer Bibliothek werden [...] als Kataloge bezeichnet. Sie sind entweder in Buchform (Bandkatalog), in Karteiform (Zettelkatalog), auf Mikrofiches oder als Online-Kataloge vorhanden.“[2]

Letztgenannte Form hat sich im Zuge des Web- Zeitalters und der fortschreitenden weltweiten Digitalisierung sehr rasant entwickelt und ist heute die wichtigste vor allen anderen. Die Arbeit wird sich im Folgenden fast ausschließlich mit dieser elektronischen Form der Informationsfindungs-ressource auseinandersetzen.

Die technischen Möglichkeiten einer globalen, digitalisierten Welt haben gerade der Informationsverbreitung neue Wege geebnet, sie haben jedoch in deren Auffindung auch neue Schwierigkeiten aufgeworfen:

„Anyone who has attempted to find information online using one of today’s popular Web search services has likely experienced the frustration of retrieving hundreds, if not thousands, of “hits” with limited ability to refine or make a more precise search.”[3]

Bibliotheken besitzen zur Informationseinspeisung und deren digitaler Präsentation standardisierte Bibliotheksregelwerke wie MAB oder MARC (Vgl. siehe 3.1). Diese können durch ihre Komplexität und aufgrund von mangelndem Personal und zu wenig öffentlichen Geldern die Fülle an täglich wachsender und sich ändernder digitaler Information jedoch unmöglich aufnehmen.[4] An diesem Punkt setzt die Arbeit an. Sie möchte eine Initiative vorstellen, die diese Probleme erkannt hat und versucht, Lösungen auf internationaler Ebene dafür zu erarbeiten. Dabei geht sie jedoch nicht nur von Bibliotheken aus, sondern allgemein von jedem Nutzer, der Informationen finden oder sie adäquat und auffindbar ins Netz stellen möchte, was sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen etc. betreffen kann. Die Initiative nennt sich „DUBLIN CORE METADATA INITIATIVE“, kurz DCMI. Um die von der Gemeinschaft herausgearbeiteten Ansätze und Inhalte jedoch genau verstehen zu können, beginnt die Arbeit damit, einige grundlegende Begriffe aus der Informationstheorie zu klären. Ausgangspunkt und gleichzeitig wichtigster Gegenstand ist dabei der Begriff der „Metadaten“, der in Kapitel 2 vorgestellt und genau erklärt wird. In Kapitel 3 folgen dann kurze Einführungen in weitere Fachbegriffe wie „interoperable Metadaten, Metadatenformate, Datenmodelle, sogenannte Rahmenwerke und ihr theoretischer Aufbau“. Da eine Kompletteinführung in das Thema den Rahmen dieser Arbeit jedoch bei weitem sprengen würde, können hier nur einige direkt relevante Fachbegriffe erklärt werden, es wird also ein gewisses Basiswissen im Bereich ‚Elektronisches Publizieren’ und ‚Informationstheorie’ zum Verständnis der Arbeit vorausgesetzt.

Nach dem theoretischen Einführungsteil kommt die Arbeit zu ihrem Hauptthema, der Vorstellung der Dublin Core Initiative. Nach einer kurzen Einführung die Historie betreffend stellt sie die Ziele (5.1.), den Aufbau (5.2.) und die Inhalte (5.3) der Organisation dar. Das Fazit fasst schließlich die wichtigsten Fakten noch einmal zusammen und gibt einen Ausblick auf den möglichen Nutzenfaktor für Bibliotheken.

2. Metadaten

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, benutzen Bibliotheken Kataloge, um Informationen über Bücher und deren Standorte aufzulisten. Diese Informa-tionen nennt man auch Meta-Daten. Aber was - genau definiert, sind Metadaten?

2.1. Herkunft

Das Wort Meta stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich soviel wie ‚zwischen, inmitten, nach, später’ und dient als Bestimmungswort für Zusammensetzungen.[5] Im Englischen und Lateinischen wird es jedoch oft im Sinne von ‚über, übergeordnet, transzendental’ verwendet und so ist die Verwendung auch bei dem Begriff der Meta-Daten zu sehen.

Heute sind Metadaten im allgemeinen Daten, die Informationen über andere Daten enthalten und bei denen es sich oft um größere, strukturierte Datensammlungen handelt.[6] Eine bzw. gleich zwei andere Begriffsbestim-mungen, die zweite in Klammern genau von der ursprünglichen Bedeutung des Wortes abgeleitet , sagen:

„Unter Metadaten („Daten über Daten“) versteht man strukturierte Daten, mit deren Hilfe eine Informationsressource beschrieben und dadurch besser auffindbar gemacht wird.“[7]

Metadaten existieren also eigentlich schon, seit „the first librarian made a list of the items on a shelf of handwritten scrolls.”[8] Die Bezeichnung dafür ist jedoch relativ neu. Sie entstand zwar vor dem digitalen Zeitalter, fand jedoch erst durch die im Zuge der Verbreitung und Integrierung des Internet entstandene Wissenschaft der Informationstheorie hohe Anwendung, also innerhalb der letzten 25 Jahre. So ist es nicht verwunderlich, das eine weitere bekannte Definition der neueren Zeit von Tim Berners-Lee, dem Erfinder der World Wide Web stammt. Er begreift Metadaten als maschinenlesbare Informationen über elektronische Ressourcen oder andere Dinge.[9] Eine lexikalisch und allgemein gültige Definition des Begriffes „Metadaten“ existiert allerdings bisher nicht. Diese Arbeit folgt daher der zu Beginn des letzten Abschnitts vorgestellten Definition der Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Als besonders bekannte Beispiele für Metadaten seien hier Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Auflage, Verlag und ISBN für das Buch oder untern anderen Dateiname, Erstellungs- und letztes Änderungsdatum, Autor und Zugriffsrechte bei einer Computerdatei genannt.

Metadaten dienen also der Beschreibung von Informationsressourcen jeglicher Art. Der Nutzer selbst trennt dabei jedoch meist Ressourcen- und Metaebene geistig nicht. Jemand der die Metadaten eines Objektes sucht, sucht in den meisten Fällen eigentlich das Objekt selbst. „Bei der Verwendung von Metadaten wird oft erwartet, dass sie durch direkte Koppelung mit den Nutzdaten untrennbare Bestandteile eines abgeschlossenen, sich selbst beschreibenden Systems sind.“[10]

2.2. Verwendung

Wie in 2.1 bereits erwähnt, finden Metadaten die größte Verwendung in der Auffindung der von ihnen beschriebenen Ressourcen. In Datenbanken, Katalogen, Suchmaschinen etc. kann nur durch das Anlegen von Metadaten für die einzelnen Dokumente gezielt und effizient nach Informationen gesucht und so das schnelle Finden einer gewünschten Information garantiert werden, ohne dafür die gesamten Ressourcen sichten zu müssen.

Ein sich der ersten Verwendung anschließender Zweck von Metadaten ist folglich, dass durch sie vermieden werden kann, dass große Mengen an Informationen eventuell unbrauchbar werden bzw. nicht optimal genutzt werden können. Gerade bei großen Unternehmen häufen sich beispielsweise oft riesige Datenmengen an, von denen Großteile jedoch für die gesamten Mitarbeiter außer dem jeweils einen, der sie angelegt hat, nicht nutzbar sind, wenn sie eine bestimmte Information suchen, da sie nicht wissen, wo sie suchen sollen.

„Um dem vorzubeugen und eine langfristige Werterhaltung von Daten, die Datenfitness, zu gewährleisten, sind Metadaten unverzichtbar. Dazu gehören auch Informationen wie die Gültigkeit der Daten, um zu erkennen ob diese noch aktuell sind und wann sie ggf. aktualisiert werden müssen. Außerdem kann es auch nützlich sein Informationen über die Qualität der Daten zu speichern, um die Daten besser einschätzen zu können.“[11]

Der zweite wichtige Verwendungszweck von Metadaten besteht darin, dass man durch sie Beziehungen zwischen den einzelnen Ressourcen herstellen kann und somit die Informationen nicht mehr für sich stehen, sondern in ein Netzwerk von gleichen, ähnlichen, vorangehenden und weitergehenden Informationsquellen eingebunden werden können und so dem Nutzer einen höchstmöglichen Informationswert bieten.

[...]


[1] Hiller, Helmut und Stephan Füssel: Wörterbuch des Buches. Vittorio Klostermann, Frankfurt a. M. 2002; S.45f. und S. 173

[2] ebd. S.173

[3] Hillmann, Diane: Using Dublin Core, Kapitel 1.1. What is Metadata? (27.12.2004) URL: http://www.dublincore.org/documents/2003/08/26/usageguide/ (30.01.2005)

[4] Metadata Server: Einführung in Metadaten, Abschnitt: Was sind Metadaten? (???) URL:http://www2.sub.uni-goettingen.de/intrometa.html (19.11.2004)

[5] Anger, Eberhard (Hrsg.): Meyers Taschenlexikon in 10 Bänden. 2. Auflage, Mannheim u.a. 1992; Band 6, S. 228

[6] Vgl. Wikipedia: Metadaten, Abschnitt 1. (07.12.2004) URL: http://de.wikipedia.org/wiki/ Metadaten (21.01.2005)

[7] Metadata Server: Einführung, Abschnitt: Was sind Metadaten? URL: http://www2.sub.uni-goettingen.de/intrometa.html

[8] Hillmann: Dublin Core, Kapitel 1.1. What is Metadata? URL: http://www.dublincore.org/ documents/2003/08/26/usageguide/

[9] Vgl. Metadata Server: Einführung, Abschnitt: Was sind Metadaten?

[10] Wikipedia: Metadaten, Abschnitt: Verwendung von Metadaten

[11] Meyer, Thorsten: Metadaten, Einleitung: Wofür werden Metadaten gebraucht? (21.03.2000) URL: http://www.informatik.unioldenburg.de/~totti/metadaten/node1.html (04.04.2005)

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Details

Titel
Das Metadatenmodell Dublin Core
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Buchwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar: Die digitale Bibliothek
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V44714
ISBN (eBook)
9783638422598
ISBN (Buch)
9783640858200
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metadatenmodell, Dublin, Core, Hauptseminar, Bibliothek
Arbeit zitieren
Michaela Rhino (Autor:in), 2004, Das Metadatenmodell Dublin Core, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44714

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