Nachhaltiger Tourismus in der Hotellerie. Die Bedeutung der Ökologie, Ökonomie und des sozialen Umfelds

Das Scandic Hotel Potsdamer Platz in Berlin


Einsendeaufgabe, 2018
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. B1 - Bedeutung der Ökologie
1.1 Definition und Bedeutung
1.2 Hotel Scandic Potsdamer Platz – Ökologische Maßnahmen

2. B2 - Bedeutung der Ökonomie
2.1 Definition und Bedeutung
2.2 Hotel Scandic Potsdamer Platz – Ökonomische Maßnahmen

3. B3 - Bedeutung des sozialen Umfelds
3.1 Definition und Bedeutung
3.2 Hotel Scandic Potsdamer Platz – Soziale Maßnahmen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Hotel Scandic Potsdamer Platz

Abbildung 2: Zahlungsbereitschaft deutscher Touristen für nachhaltiges Handeln

Abbildung 3: Bausteine des nachhaltigen Managements in der Scandichotelgroup

Abbildung 4: Altersverteilung der Beschäftigten in nachhaltigen Unternehmen

1. B1 - Bedeutung der Ökologie

1.1 Definition und Bedeutung

Bei der ökologischen Nachhaltigkeit geht es um die Erhaltung und den Schutz ursprünglicher Ressourcen. Diese gilt es möglichst sparsam einzusetzen, um das Bestehen für zukünftige Generationen zu sichern. Die Nutzung von erneuerbaren Energien und Rohstoffen oder eine erhöhte Energieeffizienz unterstreicht dieses Vorhaben. Um Gefahren für Mensch und Umwelt zu verringern, oder gar abzuwenden, sollten Gefahrenstoffe in der Warenproduktion vermieden und Güter in umweltfreundlichen Herstellungsverfahren angefertigt werden.[1] Wenn die natürlichen Ressourcen nicht genügend geschont werden, ist ein menschenwürdiges Leben auf der Welt mittel- und langfristig nicht denkbar. Positive Resultate, in Hinblick auf den Kampf gegen die Armut, sind ohne ökologisch nachhaltiges Handeln nur von kurzer Weile. Es ist wichtig, dass die Menschen ihren eigenen Rohstoffverbrauch kennen, ihn überdenken und dementsprechend ihren Lebensstil anpassen. Obwohl es genug Ressourcen für jeden Einzelnen auf der Welt gibt, verhungern viele Menschen und führen ein Leben in Armut. Der Verbrauch ist quasi eine Gerechtigkeitsfrage. Daher haben die Regierungen von 189 Ländern die UN-Erklärung im Jahr 2000 unterzeichnet. Mit ihrer Unterschrift haben sie ein Versprechen gegeben und wollen somit Armut bekämpfen. Um dies umzusetzen ist die Hilfe der Industrieländer von Nöten. Sie sind in der Pflicht ihre gesammelten Erfahrungen mit Umweltproblemen, wie belasteten Böden und verdrecktem Trinkwasser, an andere Länder weiterzugeben. Die reichen Länder sind die größten Verschmutzer und müssen mit den fortschrittlichen technischen Methoden dringend ihre Umweltpolitik verbessern. Die Konsummuster der Menschen haben enorme negative Konsequenzen für die Umwelt. Lebensmittel werden gedankenlos verbraucht, Elektrogeräte und Kleidung wenig oder ungenutzt weggeworfen. Bei der Herstellung und Entsorgung kommt es häufig zu schweren Verletzungen des Menschrechts. Wer also nicht ökologisch nachhaltig handelt, verschärft die Armut und dies wiederum trägt zum Klimawandel bei. Es entsteht ein Teufelskreis, denn arme Menschen sind nicht in der Lage alternative Energien zu nutzen.[2]

1.2 Hotel Scandic Potsdamer Platz – Ökologische Maßnahmen

Viele sind für nachhaltigeres Handeln, gerade in der Hotelbranche. Die Realität in der Umsetzung sieht leider ganz anders aus. Der größte Teil der Appartements sind z.B. nicht für Allergiker geeignet, da sie mit Teppichen ausgelegt sind. Dazu kommt unsere Wegwerfgesellschaft, erlesene mehrgängige Menüs erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Gästen. Dafür werden die exotischen Getränke und Lebensmittel aus weit entfernten Ländern über ellenlange Transportwege beschafft. Das Problem an der Sache: die Hälfte bleibt auf den Tellern und wird weggeschmissen. Zu Hause begnügt man sich meistens mit einer Scheibe Brot zum Abendessen, im Urlaub darf es dann gerne etwas extravaganter sein. Viele Hotels bieten Buffets mit einer riesigen Auswahl an. Dort ist garantiert für jeden etwas dabei. Doch leider bleibt, wo viel angeboten wird, auch viel übrig. Im Durschnitt werfen Hotels bis zu 30 % der Lebensmittel weg. Um dies zu vermeiden, sind sowohl Hotelbesitzer als auch Gäste angehalten, nachhaltiger zu handeln. Hoteliers sollten das Essen am Buffet besser an den tatsächlichen Bedarf anpassen und Hotelgäste sich nur so viel auf den Teller füllen, wie auch geschafft werden kann. Auf diesem Wege wird die Umwelt geschont und Ausgaben gesenkt. Insgesamt kostet in der Hotelbranche ein Liter Abfall zwei bis vier Euro.[3] 2014 wurden die Scandic Hotels in Deutschland, aufgrund ihres überzeugenden Konzepts, mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Bei den fünf relevanten Feldern Energie, Angestellte, Lebensmittel, Ressourcen und gemeinnützigem Engagement punkteten sie mit ihren messbaren und eingehaltenen Zielen.[4] Scandic ist ein Vorläufer auf dem Gebiet CSR. Der größte Teil der Hotels ist nach den Voraussetzungen des Nordic Ecolabel zertifiziert.[5] In Blick auf den kompletten Lebenszyklus bewertet das Nordic Ecolabel die Folgen der Produktherstellung auf die Umwelt. Es ist ein freiwilliges Umweltsiegel, welches unter anderem CO2-Emissionen einschränkt und Klimakriterien beachtet.[6] Unternehmen tragen die Verantwortung für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Dies nennt man CSR. In Verträgen zur Unternehmensverantwortung sind ökologische, soziale und ökonomische Gesichtspunkte festgehalten. Im Vordergrund stehen dabei der Schutz von Umwelt und Klima, ein sparsamer Einsatz von Ressourcen, ehrliche Geschäftspraktiken, eine auf die Angestellten ausgerichtete Personalpolitik und die Verantwortung in der Lieferkette.[7] Im Herzen von Berlin liegt das Hotel Scandic Potsdamer Platz, es macht mit seinem modernen Stil nicht unbedingt einen nachhaltigen Eindruck. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch viele gut durchdachte ökologische Aspekte rum um die Anlage fest.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: AWD Ingenieure (o.J.)

Abbildung 1: Hotel Scandic Potsdamer Platz

Die Scandic Hotelgruppe verringert mit den einfachsten Methoden Müll. Es werden weitestgehend Einwegverpackungen vermieden. Anstatt Seifen oder Shampoo-Fläschchen findet man dort Spender vor, befüllt mit der Naturkosmetik-Ware FACE Stockholm. Im Scandic Berlin Potsdamer Platz liegt der Fokus besonders auf der Trennung des Mülls. Nicht nur im Hintergrund wird darauf geachtet auch in den Hotelzimmern werden die Gäste dazu angehalten den Müll zu sortieren. Die Appartements sind mit besonderen Mülleimern ausgestattet, welche drei einzelne Fächer aufweisen. Je Übernachtung entsteht, dank solcher Maßnahmen, bei einem Gast nur etwa 0,35kg unsortierter Abfall. Im Scandic werden sogar die Speisereste recycelt und im Anschluss Strom aus ihnen hergestellt. Das ein oder andere Fahrzeug fährt, dank der umfangreichen Speiseresteverwertung mit Biodiesel, welcher aus den Fettresten der Fritteusen aufbereitet wird. Die Hotelzimmer werden Eco Rooms genannt. 90% der genutzten Materialien sind wiederverwertbar. Sie müssen in Hinblick auf den Transport, Herstellung, Unterhaltung, Recycling und Lebensdauer bestimmten Merkmalen bezüglich der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gerecht werden. Bei der Einrichtung der Zimmer wird auf Teppiche verzichtet, da diese für Allergiker ungeeignet sind. Anstatt dessen setzt man auf pflegeleichtes Parkettlaminat. Gereinigt werden die Böden unter anderem mit speziellen stromfreien Staubsaugern. Wer Wert auf Tischdecken legt, wird bei Scandic ebenfalls nicht fündig. Geschirr und Besteck muss sich jeder Gast am Buffet holen. Die Hotelgruppe reduziert mit diesen Maßnahmen den Wasserverbrauch, da nur das Geschirr gewaschen wird, welches auch tatsächlich benutzt wurde. Beim Frühstück werden den Gästen über 100 unterschiedliche Produkte aus biologischem Anbau angeboten. Besonders auf Allergiker abgestimmt gibt es ebenfalls eine große Auswahl an laktose- und glutenfreien Lebensmitteln. Viele wundern sich über die großen Butterstücke, auch dort wird an Verpackungen gespart.[9] Auch im Bereich Energieversorgung setzt Scandic mit ausschließlich 100%igen Ökostrom von Greenpeace Energy neue Maßstäbe in der Hotelbranche. Regionalität ist ebenso wichtig für diese Hotelkette. Für die angebotenen Gerichte werden primär Produkte aus der näheren Umgebung und der entsprechenden Jahreszeit genutzt. Bei den Getränken haben die Gäste unter anderem die Wahl zwischen Fair Trade-Tee und Kaffee sowie selbstaufbereitetem Leitungswasser. Das Wasser wird selbstverständlich in Flaschen aus eigens recyceltem Glas angeboten. Zu den weiteren Highlights zählt Honig aus eigener Imkerei, welche sieben auf dem Hoteldach befindliche Bienenstöcke betreibt. In ihnen leben seit 2011 ca. 700.000 Bienen, welche von einem professionellen Imker umsorgt werden. Dem Honig, genannt „Bee Amongst Friends“, wurde aufgrund der hervorragenden Qualität das Bio-Siegel verliehen. Er dient als besonderes Gastgeschenk und kann zudem zusätzlich käuflich im hoteleigenen Laden erworben werden. Auch in der Küche wird der Honig gern zum Verfeinern diverser Speisen genutzt. Auf Wunsch können die Gäste gern ihren Tee an der Hotelbar mit ihm versüßen. Um den Gesamtbedarf des Hotels zu decken, reichen 700.000 Bienen natürlich nicht aus. Aus Platz- und Umweltgründen ist eine Kapazitätsaufstockung leider nicht möglich.[10] Diese Besonderheiten locken viele Touristen an. Wie sich aus der nachfolgenden Grafik entnehmen lässt, sind nicht viele Menschen bereit dafür mehr zu zahlen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2014, möchten über ein Drittel der Deutschen ökologisch nachhaltig verreisen. Nur etwa zwölf Prozent der Befragten sind allerdings bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.

[...]


[1] Vgl. BUND-BIN (2017)

[2] Vgl. GEMEINSAM FÜR AFRIKA e.V. (o.J.)

[3] Vgl. Hotelreservierung (2017)

[4] Vgl. Mey-Gordeyns (2017)

[5] Vgl. Scandic Hotels Group AB (o.J.)

[6] Vgl. Nordic Ecolabelling (o.J.)

[7] Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (o.J.)

[8] Vgl. Kayak (2017)

[9] Vgl. Mey-Gordeyns (2017)

[10] Vgl. Lilli Green (2018)

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Nachhaltiger Tourismus in der Hotellerie. Die Bedeutung der Ökologie, Ökonomie und des sozialen Umfelds
Untertitel
Das Scandic Hotel Potsdamer Platz in Berlin
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V447163
ISBN (eBook)
9783668829367
ISBN (Buch)
9783668829374
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltig, Tourismus, Hotellerie, Nachhaltigkeit, Hotel Scandic Potsdamer Platz
Arbeit zitieren
Frances Schult (Autor), 2018, Nachhaltiger Tourismus in der Hotellerie. Die Bedeutung der Ökologie, Ökonomie und des sozialen Umfelds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447163

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