Die Unterrichtsreihe „Gewalt“ im Philosophieunterricht ist für eine siebte oder achte Klasse eines Gymnasiums oder einer Gesamtschule im Bundesland Nordrhein-Westfalen konzipiert und umfasst acht Einzelstunden á 45 Minuten. In diesen Jahrgangsstufen sind die Themen Lust und Pflicht, sowie Gewalt und Aggression im Kernlehrplan Nordrhein-Westfalen der Sekundarstufe I im Fach Philosophie verankert. Diese sind speziell im Fragenkreis drei: „Die Frage nach dem guten Handeln“ (Kernlehrplan Sekundarstufe I Philosophie Nordrhein-Westfalen 2008: 23) zu verorten. Hier werden Handlungs- und Haltungsweisen des Menschen hinterfragt und in der Theorie optimiert, um ein friedliches und nachhaltiges Miteinander zu fördern.
Das Unterrichtsthema Gewalt und dessen Behandlung ist besonders relevant für die Schülerinnen und Schüler. Sie werden tagtäglich mit verschiedenen Arten und Erscheinungsformen von Aggression und Gewalt konfrontiert und / oder müssen selbst Erfahrungen mit diesen machen. Daher ist es von besonderer Bedeutung, Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren, auch um ihr eigenes Verhalten gegenüber anderen reflektieren zu können. Sie sollen Gewalt erkennen und die Ursachen einschätzen und reduzieren können. Des Weiteren nutzen Schülergruppen vermehrt das Internet und Soziale Netzwerke, wodurch Gewalt provoziert und verbreitet wird. Besonders durch die Anonymität im Internet wird dieses zudem begünstigt. Auch der Umgang mit sogenannten „Ballerspielen“ und Egoshootern muss adressiert werden. Insofern bedarf es der Vermittlung von Ursachen und Gründen von Aggression und Gewalt, sowie Präventionsmöglichkeiten und Verhaltensalternativen in kritischen Situationen. Ebenso ist die Thematisierung der Schlichtungsmöglichkeiten und Lösungshilfen von Konflikten essentiell. Darüber hinaus müssen Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Handeln reflektieren und Gefühle angemessen einschätzen können, um so Gewalt zu mindern.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Unterrichtsreihe
2. Didaktischer Kommentar
2.1 Lernziele und Kompetenzen
3. Verlauf der Unterrichtsreihe
3.1 Tabellarische Übersicht
3.2 Erläuterungen zum Ablauf
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtsreihe ist die Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern für das Thema „Gewalt“ im Kontext ihres eigenen Lebensalltags sowie die Förderung ihrer personalen und sozialen Kompetenzen durch die gezielte Reflexion eigener Gefühle und die Übernahme fremder Perspektiven. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Jugendliche befähigt werden können, Ursachen von Aggression zu erkennen, gewaltfreie Lösungsstrategien für Konflikte zu entwickeln und ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen.
- Analyse von Erscheinungsformen und Ursachen von Gewalt und Aggression
- Methodische Textarbeit und Erschließung philosophischer Problemstellungen
- Auseinandersetzung mit Gewalt in Medien und sozialen Netzwerken
- Förderung von Empathie-Fähigkeit durch Perspektivwechsel (z.B. Podiumsdiskussion)
- Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien und Kennenlernen von Streitschlichtungsangeboten
Auszug aus dem Buch
3.2 Erläuterungen zum Ablauf
Die erste Stunde beschäftigt sich mit dem Thema „Was ist Gewalt?“ und stellt den Einstieg in die Unterrichtsreihe dar. Zu Beginn wird im Unterrichtsgespräch eine Wortfeldanalyse des Begriffs Gewalt vorgenommen um zunächst die Begrifflichkeit und den Bedeutungsumfang dieser zu klären. Dies ist wichtig damit die Lernenden die Thematik und dessen Umfang vollständig verstehen. Dies wird mit einem Brainstorming an der Tafel durchgeführt und abschließend von den Schülerinnen und Schülern verschriftlicht. Im Anschluss soll der Text „Aggression und Gewalt“ aus dem Lehrbuch auf der Seite 110 in Einzelarbeit gelesen werden und die Aufgabe vier der folgenden Seite (siehe rechts) bearbeitet werden. Daraufhin sollen sich die Lernenden in Zweiergruppen zusammen-finden und ihre Stichpunkte miteinander vergleichen, sodass sich die Schülerinnen und Schüler austauschen und gegebenenfalls Unklarheiten klären können.
Hierbei wird eine Differenzierung gewährleistet, da stärkere Schüler ihren schwächeren Mitschülern helfen können die Inhalte zu verstehen. In der letzten Phase dieser Unterrichtsstunde werden die Punkte der Lernenden am OHP durch die Lehrkraft gesichert. Mit den verschiedenen Arbeitsschritten in Formen von Einzel- und Partnerarbeit, sowie die anschließende Sicherung im Plenum wird die „Think-Pair-Share“-Methode angewandt. Die Zielstellung für diese Stunde ist es, die Schülerinnen und Schüler zu dem Thema „Gewalt“ hinzuführen und sie für die Vielschichtigkeit des Themas zu sensibilisieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption der Reihe für die Sekundarstufe I und begründet die Relevanz des Themas Gewalt im Hinblick auf den Kernlehrplan und die Lebensrealität der Lernenden.
2. Didaktischer Kommentar: Hier werden die angestrebten Kompetenzen dargelegt und die Auswahl der methodischen Ansätze sowie der Medien im Hinblick auf die Lernziele theoretisch fundiert begründet.
3. Verlauf der Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte tabellarische Übersicht sowie ergänzende textliche Erläuterungen zu den acht Unterrichtsstunden, einschließlich der jeweiligen Arbeitstechniken und Lernziele.
Schlüsselwörter
Gewalt, Aggression, Philosophieunterricht, Sekundarstufe I, Kernlehrplan, Konfliktlösung, Think-Pair-Share, Medienkompetenz, Computerspiele, Empathie, Perspektivwechsel, Textarbeit, Schlichtung, Personale Kompetenz, Unterrichtsreihe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft eine achtstündige Unterrichtsreihe zum Thema „Gewalt“ für den Philosophieunterricht in der Sekundarstufe I, die darauf abzielt, Schüler für die verschiedenen Formen von Aggression zu sensibilisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Reihe?
Die Schwerpunkte liegen auf der Klärung des Gewaltbegriffs, der Analyse von Gewaltursachen, dem kritischen Umgang mit medialer Gewalt sowie der Erarbeitung von Konfliktlösungsstrategien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Unterrichtsreihe?
Das Hauptlernziel ist die Stärkung der personalen und sozialen Kompetenz, damit Schüler lernen, ihre eigenen Gefühle zu reflektieren und die Perspektiven anderer Menschen besser nachzuvollziehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt schwerpunktmäßig zum Einsatz?
Es werden verschiedene didaktische Methoden kombiniert, insbesondere die „Think-Pair-Share“-Technik, Wortfeldanalysen, Plakaterstellung im Rahmen von Museumsgängen sowie die Simulation einer Podiumsdiskussion.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil der Ausarbeitung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte tabellarische Planung der Unterrichtsstunden sowie ausführliche Erläuterungen zum didaktischen Ablauf jeder einzelnen Einheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gewalt, Aggression, Philosophieunterricht, Konfliktlösung, Empathie und Medienkompetenz geprägt.
Warum wird die „Think-Pair-Share“-Methode so häufig verwendet?
Diese Methode wird eingesetzt, um eine effektive Differenzierung zu ermöglichen, da sie den Schülern Raum für eigene Gedanken bietet, den Austausch mit Mitschülern fördert und Artikulationsfähigkeiten schult.
Welchen Stellenwert nehmen Computerspiele in der Reihe ein?
Computerspiele werden in der sechsten und siebten Stunde thematisiert, um die Schüler für die Gefahren gewalthaltiger Inhalte zu sensibilisieren und eine reflektierte Haltung gegenüber solchen Medien zu entwickeln.
Wie werden die Ergebnisse der Unterrichtsreihe gesichert?
Die Schüler führen ein Schulheft, in dem sämtliche Arbeitsergebnisse festgehalten werden; dieses dient am Ende der Reihe als finales Lernprodukt für die Bewertung durch die Lehrkraft.
- Quote paper
- Lisa-Marie Osterhaus (Author), 2018, Eine Unterrichtsreihe zum Thema "Gewalt" im Philosophieunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447239