Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Der Hilfe- und Kontrollauftrag der Bewährungshilfe in der Arbeit mit Sexualstraftätern

Title: Der Hilfe- und Kontrollauftrag der Bewährungshilfe in der Arbeit mit Sexualstraftätern

Diploma Thesis , 2005 , 135 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Stefan Maschack (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Kaum eine Verbrechensart beschäftigt die öffentliche Meinung so sehr, wie Sexualstraftaten. 1995 gingen die schrecklichen Missbrauchs- und Mordtaten von Marc Dutroux um die Welt. Auch die Verbrechen von Mark Hoffmann in Niedersachsen in der jüngsten Vergangenheit sind hier keine Ausnahme. In Deutschland bewegten und erregten die Vergewaltigungen und Morde an Natalie Astner, Kim Kerkow oder Christiane Evers die Öffentlichkeit. Als Konsequenz dieser scheinbar gestiegen Anzahl von Sexualstraftaten hat der Gesetzgeber reagiert und am 26. Januar 1998 das „Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen schweren Straftaten“ erlassen. In diesem Gesetz ist u.a geregelt worden, dass Sexualstraftäter, die zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden sind, auch ohne ihr Einverständnis zu einer psychotherapeutischen Behandlung mittels einer Weisung gezwungen werden können. Diese veränderte Gesetzeslage stellt die Arbeit der Bewährungshilfe vor gänzlich neue Herausforderungen. Die, aufgrund von Sexualstraftaten verurteilten Probanden der Bewährungshilfe benötigen oftmals wegen der besonderen Umstände der Sexualdelinquenz und einer unter Umständen höheren Rückfallgefahr eine weitaus intensivere Betreuung als andere Probanden. Hinzu kommt das viele Bewährungshelfer aufgrund unterschiedlicher Faktoren (Ausbildung, praktisches Wissen, hohe Fallbelastung oder auch Vorbehalte gegen den Täterkreis) mit dieser Arbeit überfordert sind. Ich möchte mit dieser Arbeit zeigen, dass das System der Bewährungshilfe im Rahmen der gestellten Aufgabenstellung, nämlich Hilfe anzubieten und Kontrolle auszuüben, gerade aufgrund seiner besonderen Einbindung in den justiziellen und sozialarbeiterischen Kontext in der Lage ist, einen substantiellen Beitrag zur Verringerung der Sexualdelinquenz zu leisten. Dabei wird von der Grundannahme ausgegangen, dass die Beschäftigung mit Sexualstraftätern im sozialarbeiterischen Kontext in erster Linie ein Beitrag ist, um weitere Sexualdelinquenz zu verhindern und zukünftige Opfer zu schützen. Verkürzt ausgedrückt bedeutet dies, ergeben. Im Weiteren soll gezeigt werden, welche Schritte zu unternehmen sind bzw. von Beteiligten schon unternommen worden sind, um diesem Auftrag gerecht zu werden. Dazu wird gezeigt, wie sich der Hilfe und Kontrollauftrag in Zusammenarbeit mit dem Probanden genutzt werden kann, um dem Probanden die „erfolgreiche“ Erfüllung der Bewährungszeit mit ihren Auflagen und Weisungen zu ermöglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Bewährungshilfe: Entwicklung, institutioneller Rahmen und Aufgaben

1.1 Die geschichtliche Entwicklung bis 1949

1.2 Die geschichtliche Entwicklung ab 1949 bis heute

1.3 Der Auftrag der Bewährungshilfe

1.4 Der Hilfe- und Kontrollauftrag

1.4.1 Der Hilfe- und Betreuungsauftrag

1.4.2 Der Kontroll- und Überwachungsauftrag

1.5 Die gesetzlichen Grundlagen der Bewährungshilfe und ihre organisatorische Umsetzung am Beispiel der Sozialen Dienste der Justiz im Land Bremen

2. Sexueller Missbrauch: Begriffe, rechtlicher Rahmen, Ausmaß und Rückfallforschung

2.1 Sexualstraftaten in verschiedenen Kontexten

2.2 Sexueller Missbrauch – Begriffe und Definitionen

2.3 Der strafrechtliche Rahmen

2.4 Das Ausmaß von Sexualstraftaten und das Rückfallrisiko

2.4.1 Das Hellfeld

2.4.2 Das Dunkelfeld

2.5 Die Rückfallgefahr von Sexualstraftätern

3. Sexualstraftaten: Erklärungsansätze und Möglichkeiten der Therapie

3.1 Die Sexualstraftäter

3.2 Die Täterstrategien

3.2.1 Die Kontaktaufnahme

3.2.2 Der Beziehungsaufbau

3.2.3 Die Verpflichtung des Opfers zum Schweigen

3.3 Theoretische Erklärungsansätze und -modelle für sexuellen Missbrauch

3.3.1 Der Psychoanalytische Ansatz

3.3.2 Der Familiendynamische Ansatz

3.3.3 Der Sozialisationstheoretische Ansatz

3.3.4 Das Modell der vier Voraussetzungen von Finkelhor

3.3.5 Das Drei-Perspektiven Modell sexueller Gewalt

3.4 Die Folgen des sexuellen Missbrauchs

3.4.1 Methodische Probleme der Folgenforschung

3.4.2 Einteilung der Missbrauchsfolgen

3.5 Therapie von Sexualstraftätern

3.5.1 Erfolg von Therapie

3.5.2 Divergierende Therapiekonzepte

3.5.3 Ambulante Therapiemodelle für Sexualstraftäter am Beispiel des „Rotterdamer Modells“

4. Arbeit mit Sexualstraftätern: Hilfe und Kontrolle durch die Bewährungshilfe

4.1 Die Zusammenarbeit auf der Grundlage eines Arbeitskontraktes

4.2 Problemlagen bei der ambulanten Behandlung von Sexualstraftätern

4.2.1 Die Kostenfrage

4.2.2 Die Therapiemotivation

4.2.3 Die Zusammenarbeit mit der Justiz

4.3 Mögliche Lösungsansätze

4.3.1 Die Stuttgarter Psychotherapie-Ambulanz

4.3.2 Die Kooperation der Beratungsstelle im Packhaus mit der Bewährungshilfe in Schleswig Holstein

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Hilfe- und Kontrollauftrag der Bewährungshilfe in der Arbeit mit Sexualstraftätern. Ziel ist es aufzuzeigen, wie das System der Bewährungshilfe in der Lage ist, durch eine professionelle Einbindung in den justiziellen und sozialarbeiterischen Kontext einen Beitrag zur Verringerung von Sexualstraftaten und zum Schutz zukünftiger Opfer zu leisten.

  • Rechtliche und institutionelle Grundlagen der Bewährungshilfe in Deutschland
  • Theoretische Erklärungsansätze und Therapiekonzepte für Sexualstraftäter
  • Methodische Herausforderungen in der Arbeit mit Sexualstraftätern
  • Praktische Lösungsansätze für die Kooperation zwischen Justiz und Bewährungshilfe
  • Bedeutung der Fallarbeit und Risikoprognose im Zwangskontext

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Kontaktaufnahme

Die Beziehungsaufnahme zu den Kindern ist lange vor der Tat geplant. Dabei wird von den Tätern gezielt Kontakt zu potentiellen Opfern aufgenommen und erkundet, welche sozialen Kontakte, Gewohnheiten, Abneigungen, Vorlieben, Ängste und Wünsche vorliegen. Dieses Wissen wird dann verwendet, um die Opfer in den Missbrauch zu verwickeln und zum Schweigen zu zwingen. Eine Befragung von 91 überführten Missbrauchern (19-74 Jahre) durch Michelle Elliot hatte zum Ergebnis, das 35% der Täter, die den sexuellen Missbrauch außerfamiliär begangen hatten, Orte aufsuchten, an denen sich Kinder oft aufhalten (Schulen, Einkaufszentren, Parks, Schwimmbäder u.ä.). 38% versuchten im Anschluss daran, sich mit der Familie des Kindes anzufreunden und übernahmen bspw. als Babysitter, Nachhilfelehrer oder Sporttrainer Tätigkeiten, die sie in die Nähe von Kindern brachten und ihnen ermöglichte, die Kontakte auszudehnen (vgl. ENDERS 2001, S. 58). Auch das Internet als Möglichkeit der Kontaktaufnahme wird in Form von Chatrooms immer häufiger genutzt. Missbraucher haben oftmals ein sehr gutes Gespür für Kinder, die verletzlich sind und sie nutzen diese Verletzlichkeit für sich aus.

HEILIGER sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den Defiziten eines Kindes in Bezug auf Sicherheit, Anerkennung, Liebe und Wärme und der Gefahr, für bestimmte Annäherungsstrategien von Tätern besonders anfällig zu sein (vgl. HEILIGER 2000, S. 16).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bewährungshilfe: Entwicklung, institutioneller Rahmen und Aufgaben: Das Kapitel erläutert die historische Genese sowie die gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der Bewährungshilfe in Deutschland.

2. Sexueller Missbrauch: Begriffe, rechtlicher Rahmen, Ausmaß und Rückfallforschung: Hier werden Definitionen und der rechtliche Kontext des sexuellen Missbrauchs sowie statistische Daten zu Ausmaß und Rückfallgefährdung dargestellt.

3. Sexualstraftaten: Erklärungsansätze und Möglichkeiten der Therapie: Dieses Kapitel analysiert Täterstrategien, verschiedene theoretische Erklärungsmodelle und aktuelle Ansätze zur ambulanten Therapie von Sexualstraftätern.

4. Arbeit mit Sexualstraftätern: Hilfe und Kontrolle durch die Bewährungshilfe: Der praktische Umgang mit Sexualstraftätern im Bewährungsdienst wird hier anhand von Fallbeispielen, Kontraktmodellen und Kooperationsstrategien mit der Justiz verdeutlicht.

5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit politischer Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Täterarbeit.

Schlüsselwörter

Bewährungshilfe, Sexualstraftäter, sexueller Missbrauch, Hilfe- und Kontrollauftrag, Rückfallprävention, Resozialisierung, Strafvollzug, Tätertherapie, soziale Arbeit, Fallarbeit, Opferschutz, Deliktrekonstruktion, Risikoprognose, Strafgesetzbuch, Jugendgerichtsgesetz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den gesetzlichen Auftrag der Bewährungshilfe, Hilfe anzubieten und zugleich Kontrolle auszuüben, speziell in der komplexen Arbeit mit Sexualstraftätern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Bewährungshilfe, die strafrechtlichen Rahmenbedingungen, Erklärungsmodelle für Sexualstraftaten sowie praktische Interventionsstrategien im ambulanten Zwangskontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird aufgezeigt, dass die Bewährungshilfe aufgrund ihrer spezifischen Einbindung in den justiziellen und sozialarbeiterischen Kontext einen wesentlichen Beitrag zur Rückfallverhinderung und zum Opferschutz leisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des Forschungsstandes, der Auswertung amtlicher Statistiken sowie der Darstellung praktischer Fallbeispiele aus der Bewährungshilfegeschäftstelle Bremerhaven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Täterdynamik (Täterstrategien), verschiedenen theoretischen Erklärungsansätzen (z.B. Finkelhor-Modell) und der praktischen Umsetzung von Therapieangeboten in Kooperation mit der Justiz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bewährungshilfe, Sexualstraftäter, Rückfallprävention, Resozialisierung und Tätertherapie sind zentrale Begriffe der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Arbeit mit Sexualstraftätern von der allgemeinen Bewährungsarbeit?

Die Arbeit mit Sexualstraftätern erfordert eine intensivere fachliche Auseinandersetzung, da Täter ihre Verantwortung oft durch komplexe Strategien abwehren und aufgrund der besonderen Deliktart erhöhte Anforderungen an den Opferschutz gestellt werden.

Warum ist das sogenannte "Rotterdamer Modell" für die Arbeit so relevant?

Es gilt als zukunftsweisendes Modell der ambulanten Tätertherapie, das durch die enge Verzahnung von Justiz, Therapie und Bewährungshilfe eine effektive Rückfallprävention ermöglicht.

Welche Rolle spielt die "Deliktrekonstruktion" in der Bewährungsarbeit?

Die Rekonstruktion hilft dabei, den Täter mit den Fakten seines Handelns zu konfrontieren, kognitive Verzerrungen aufzubrechen und eine tatsächliche Verantwortung für die Tat zu entwickeln.

Excerpt out of 135 pages  - scroll top

Details

Title
Der Hilfe- und Kontrollauftrag der Bewährungshilfe in der Arbeit mit Sexualstraftätern
College
University of Applied Sciences Bremen  (Hochschule)
Grade
1,1
Author
Stefan Maschack (Author)
Publication Year
2005
Pages
135
Catalog Number
V44724
ISBN (eBook)
9783638422680
ISBN (Book)
9783638707190
Language
German
Tags
Hilfe- Kontrollauftrag Bewährungshilfe Arbeit Sexualstraftätern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Maschack (Author), 2005, Der Hilfe- und Kontrollauftrag der Bewährungshilfe in der Arbeit mit Sexualstraftätern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44724
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  135  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint