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Die Darstellung der Altersthematik in "Die unwürdige Greisin" von Bertolt Brecht

Title: Die Darstellung der Altersthematik in "Die unwürdige Greisin" von Bertolt Brecht

Seminar Paper , 2004 , 9 Pages , Grade: Sehr gut (1,0)

Autor:in: Tobias Schneider (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Jede Phase des Lebens bringt bestimmte Normen und Verhaltensweisen mit sich. Auch an das Alter hat die Gesellschaft bestimmte Erwartungen hinsichtlich Auftreten und Erscheinungsbild. Wenn nun ein Mensch gegen diese Rolle aufbegehrt und aus dem abgesteckten Rahmen ausbricht, kann das die Gesellschaft reglementieren. Bertolt Brecht präsentiert in seiner Kalendergeschichte „Die unwürdige Greisin“ eine Protagonistin, die nach dem Tod ihres Mannes mit 72 Jahren noch einmal den Sprung ins Leben wagt und damit ihr soziales Umfeld verwirrt und verärgert. Ist sie damit wirklich diejenige, die ihre Würde verliert?
Die Hausarbeit beschäftigt sich damit, wie das Thema Altern in der Erzählung dargestellt wird. Es soll deutlich gemacht werden, wie weit Erwartungen und Rollenklischees von der Wirklichkeit entfernt liegen können. Abschließend sollen dann noch einige kurze Vergleiche zu den anderen im Seminar behandelten Texten angestellt werden, zum Beispiel zu der Hauptfigur in Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

Hauptteil:

2) Die Verwandlung der Frau B.

3) Die gesellschaftlichen Erwartungen und Reaktionen

4) Zusammenfassung: Das gelebte Alter

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Darstellung des Alterns in Bertolt Brechts Erzählung "Die unwürdige Greisin". Ziel ist es, den Kontrast zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen an eine ältere Frau und der tatsächlichen Selbstverwirklichung der Protagonistin aufzuzeigen sowie durch Vergleiche mit anderen literarischen Werken die Konventionen des Alterns kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse der Transformation von Frau B. nach dem Tod ihres Mannes.
  • Untersuchung gesellschaftlicher Normen und Rollenklischees im Kontext des Alterns.
  • Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft und ihren Unterdrückungsmechanismen.
  • Gegenüberstellung mit Protagonisten anderer literarischer Texte zur Altersthematik.
  • Reflektion über Selbstbestimmung und Würde im letzten Lebensabschnitt.

Auszug aus dem Buch

3) Die gesellschaftlichen Erwartungen und Reaktionen

Während Frau B. das erste Mal in ihrem Leben zufrieden zu sein scheint, stößt sich ihr soziales Umfeld an ihrem Wandel, weil er nicht in das gängige und gefällige Altersbild passt. Die für sie wichtige und erfreuliche Entdeckung der Unabhängigkeit deckt sich nicht mit den gesellschaftlichen Konventionen und Erwartungen, die man an eine Frau in ihrem Alter stellt. „Die Großmutter, wie sie etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts besteht, ist die ideale auf häusliche Geborgenheit und emotionale Bedürfnisse ausgerichtete Integrationsfigur.“2 In dem von Gerd Göckenjan skizzierten soziokulturellen Großmutterbild gibt es zwar einige Variationen bei den von ihm vorgestellten Literaturbeispielen, die Begriffe „Moral“, „Autorität“, „sittliche Einstellung“ „uneigennützig“, „ehrwürdig“ sind jedoch Schlüsselwörter, die sich häufig wiederfinden lassen. Von einer Großmutter wird also ein bescheidenes, ehrenhaftes, vorbildliches Auftreten erwartet.

Gegen dieses Wunschbild verstößt Frau B. in den Augen der Gesellschaft, weil sie sich mit Leuten trifft, „die jedenfalls kein Verkehr für meine Großmutter“ (ÜG 428) sind, sich an ungehörige Orte (Kino, Pferderennen...) begibt oder Geld verschwendet (Kino, Gasthaus), was sich für eine reife Frau ihres Alters nicht gehört. Was für sie ein Fortschritt an Lebensqualität bedeutet, interpretieren ihre Familienangehörigen sowie die Bewohner ihres Heimatortes als Verlust des Anstandes. Besonders der Buchdrucker zeigt sein unverhohlenes Missfallen über das Benehmen seiner Mutter. Anstatt sich mit ihr zu freuen, hebt er den moralischen Zeigefinger. Vor allem mit dieser Figur entlarvt Brecht repräsentativ die Verlogenheit der bürgerlichen Gesellschaft, die sich gerne dann auf Normen und Verhaltensregeln beruft, wenn sie selbst daraus Nutzen ziehen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Alterns ein und stellt die Fragestellung zur Darstellung der Protagonistin in Brechts "Die unwürdige Greisin" vor.

2) Die Verwandlung der Frau B.: Dieses Kapitel rekonstruiert die Lebensgeschichte der Protagonistin und ihren plötzlichen Ausbruch aus einem durch Armut und Unterordnung geprägten Leben.

3) Die gesellschaftlichen Erwartungen und Reaktionen: Hier wird der Konflikt zwischen dem individuellen Freiheitsdrang der Protagonistin und den starren Konventionen ihrer bürgerlichen Umwelt beleuchtet.

4) Zusammenfassung: Das gelebte Alter: Das Kapitel vergleicht die Protagonistin mit Figuren aus anderen literarischen Texten und bilanziert die Möglichkeiten eines selbstbestimmten Lebens im Alter.

Schlüsselwörter

Altern, Literaturwissenschaft, Bertolt Brecht, Die unwürdige Greisin, gesellschaftliche Konventionen, Altersbild, Selbstbestimmung, Würde, Rollenklischees, Hausarbeit, bürgerliche Gesellschaft, Lebensqualität, literarischer Vergleich, Emanzipation, soziale Normen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Altern in Bertolt Brechts Erzählung „Die unwürdige Greisin“ dargestellt wird und inwieweit die Protagonistin gegen gesellschaftliche Erwartungen verstößt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der gesellschaftliche Wandel des Altersbildes, die Diskrepanz zwischen individueller Freiheit und sozialen Konventionen sowie die Kritik an bürgerlichen Moralvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Frau B. durch ihr Verhalten die Verlogenheit der gesellschaftlichen Erwartungen entlarvt und ein selbstbestimmtes Alter führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext eng interpretiert und durch Vergleiche mit anderen Werken der Seminarlektüre ergänzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Transformation der Protagonistin, den Reaktionen ihres Umfeldes auf ihren "unwürdigen" Lebensstil und der kritischen Reflexion ihres Alterns im Vergleich zu anderen literarischen Figuren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Altern, Gesellschaftsnormen, Selbstbestimmung, Literaturanalyse und Brechts Kalendergeschichten.

Warum wird der Sohn, der "Buchdrucker", als so wichtig für die Analyse betrachtet?

Er dient als Repräsentant einer bürgerlichen Gesellschaft, die ihre eigenen Interessen hinter moralische Forderungen verbirgt und das Verhalten der Mutter als "unwürdig" abwertet.

Wie unterscheidet sich Frau B. von literarischen Figuren wie Gustav Aschenbach?

Während Aschenbach an den Konventionen und seiner inneren Isolation zugrunde geht, gelingt es Frau B., diese Normen hinter sich zu lassen und ihre restliche Lebenszeit aktiv zu gestalten.

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Details

Title
Die Darstellung der Altersthematik in "Die unwürdige Greisin" von Bertolt Brecht
College
University of Paderborn
Course
Altern in der europäischen Literatur nach 1945
Grade
Sehr gut (1,0)
Author
Tobias Schneider (Author)
Publication Year
2004
Pages
9
Catalog Number
V44727
ISBN (eBook)
9783638422710
Language
German
Tags
Darstellung Altersthematik Greisin Bertolt Brecht Altern Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Schneider (Author), 2004, Die Darstellung der Altersthematik in "Die unwürdige Greisin" von Bertolt Brecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44727
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