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Policy-Transfer im Bildungssytem. Inwiefern kann Deutschland von Finnland lernen?

Ein Diskussionspapier im Feld der Arbeitsmarktpolitik

Titel: Policy-Transfer im Bildungssytem. Inwiefern kann Deutschland von Finnland lernen?

Diskussionsbeitrag / Streitschrift , 2016 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Karin Meyer (Autor:in)

Didaktik - Politik, politische Bildung
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Policy-Lernen oder auch Policy-Transfer gewinnt heutzutage zunehmend an Bedeutung für politische Entscheidungsprozesse. Gründe hierfür seien unter anderem die Globalisierung und das rapide Wachstum der Kommunikationssysteme auf der Welt, welches den schnellen Aus-tausch von Ideen und Wissen stark vereinfacht. Policy-Akteure orientieren sich mit steigender Tendenz an anderen politischen Systemen, um Informationen über Institutionen, Programme und Policies zu erhalten.

Lernen solle hierbei angemessene und schnelle Reaktionen auf neue gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Herausforderungen ermöglichen. Durch politisches Lernen solle Politik verbessert werden, indem Entscheidungen rationaler begründet, Konflikte vermieden und Probleme gelöst werden können.
Der Ansatz des Policy-Lernens beziehungsweise Policy-Transfers soll in diesem Diskussionspapier auf das Bildungssystem bezogen werden. Konkret steht im Mittelpunkt der Betrachtung inwiefern Deutschland von Finnland durch Policy-Transfer im Bildungssystem lernen kann.

Insgesamt wurde sich auf einen unidirektionalen Policy-Transfer fokussiert, da die Vorbildfunktion Finnlands im internationalen Bildungsvergleich zum Ausgangspunkt der Untersuchung genommen wurde. Dies soll die Möglichkeit eines Transfers in die andere Richtung nicht ausschließen, jedoch ist dies nicht der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit.

Zunächst werden die für das weitere Verständnis notwendigen theoretischen Grundlagen gelegt, indem Begriffsdefinitionen von Policy-Lernen und Policy-Transfer aufgezeigt werden und ein für diese Arbeit gültiges Begriffsverständnis festgelegt wird. Im weiteren Verlauf wird das Kontinuum des Policy-Transfers von Dolowitz und Marsh dargestellt und die an dem Transfer beteiligten Akteure, sowie Gegenstände und Grade des Transfers thematisiert. Es folgt ein Kapitel über das Versagen des Policy-Transfers, bevor ein kurzer Vergleich des finnischen und deutschen Bildungssystems vorgenommen wird. Anschließend wird anhand der theoretischen Grundlagen diskutiert, inwiefern ein Policy-Transfer vom finnischen zum deutschen Bildungssystem möglich ist. Im Fazit folgt zunächst eine Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse, um im Anschluss daran einen Ausblick geben zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Policy-Transfer

2.1.1 Begriffsdefinitionen: Policy-Lernen oder Policy-Transfer?

2.1.2 Das Kontinuum des Policy-Tranfers

2.1.3 Beteiligte Akteure, Gegenstände und Grade des Transfers

2.1.4 Versagen des Policy-Transfers

2.2 Das Finnische und Deutsche Bildungssystem im Vergleich

3. Diskussion: Inwiefern kann Deutschland von Finnland lernen?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen eines Policy-Transfers im Bildungswesen unter besonderer Berücksichtigung des finnischen Modells als Vorbild für Deutschland. Dabei wird analysiert, inwiefern institutionelle und politische Merkmale erfolgreich übertragen werden können, wobei die länderspezifischen Kontexte und die Komplexität des Transferprozesses im Vordergrund stehen.

  • Theoretische Fundierung des Policy-Lernens und Policy-Transfers.
  • Vergleichende Analyse der finnischen und deutschen Bildungssysteme.
  • Diskussion der Transfermöglichkeiten basierend auf dem Modell von Dolowitz und Marsh.
  • Analyse potenzieller Hindernisse und Ursachen für das Versagen von Policy-Transfers.
  • Bewertung der Umsetzbarkeit internationaler Best-Practice-Beispiele.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Das Kontinuum des Policy-Tranfers

Dolowitz und Marsh haben, basierend auf ihrem Verständnis des Policy-Transfers, mit den beiden Idealtypen des voluntary und coercive transfer ein Kontinuum erstellt (vgl. ebd.).

Lesson-Drawing wird als rein freiwillige Form des Policy-Transfers verstanden. Hier suchen die rational handelnden Entscheidungsträger aufgrund einer Problemlage nach neuen Ideen zur Problemlösung. Von einem Perceptual-Policy-Transfer wird gesprochen, wenn die politischen Akteure, angetrieben von der Wahrnehmung, dass sie im Vergleich zu ihren Hauptmitbewerbern ‚zurückfallen‘, in diesen Ländern nach best practices suchen, wobei oftmals die Lösungsansätze anderer nicht ausreichend in ihrem länderspezifischen Kontext verstanden werden. Die Handlung erfolge nicht mehr ausschließlich freiwillig, sondern aufgrund von spezifischen Befangenheiten (vgl. ebd.). Wenn Entscheidungsträger durch externe Akteure oder Ereignisse zur Aufnahme eines bestimmten Modells gedrängt werden, handelt es sich um einen eher erzwungenen Policy-Transfer. Der Grad des Zwanges erhöhe sich im Falle von Transfers, zu denen Regierungen durch transnationale Konzerne oder durch internationale Organisationen ‚genötigt‘ werden oder sich Regierungen aufgrund von Vertragsverpflichtungen Politik-Transfers nicht verwehren können. Werden bestimmte Politiklösungen oder Strukturen durch externe Akteure aufgezwungen, wird von der direktesten Form des erzwungenen Transfers ausgegangen (vgl. Fleckenstein 2004: 652).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Policy-Lernens ein und definiert den Untersuchungsgegenstand der Arbeit, der sich auf den Transfer vom finnischen zum deutschen Bildungssystem konzentriert.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe des Policy-Transfers nach Dolowitz und Marsh, differenziert zwischen verschiedenen Transfertypen und vergleicht die bildungspolitischen Systeme Finnlands und Deutschlands.

3. Diskussion: Inwiefern kann Deutschland von Finnland lernen?: Es wird diskutiert, unter welchen Bedingungen der Transfer einzelner Elemente möglich ist und welche Barrieren aufgrund länderspezifischer Unterschiede und gesellschaftlicher Grundhaltungen bestehen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine ganzheitliche Übertragung des Modells nicht möglich ist, jedoch eine gezielte Inspiration und Beratung durch Experten wertvolle Impulse für Reformen bieten kann.

Schlüsselwörter

Policy-Transfer, Policy-Lernen, Bildungssystem, Finnland, Deutschland, Pisa-Studie, Chancengleichheit, Inklusion, Lesson-Drawing, Perceptual-Policy-Transfer, Bildungsreform, Bildungsdebatte, Bildungsmanagement, Bildungspolitik, Systemvergleich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Policy-Transfer-Ansatzes auf den Bildungssektor, um zu prüfen, inwieweit das als erfolgreich geltende finnische Bildungssystem als Modell für Deutschland dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen theoretische Grundlagen der Politikfeldanalyse, den Vergleich von Bildungssystemen, die Analyse von Transferbarrieren und die Bedeutung von gesellschaftlichen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen zu geben, Bildungselemente oder -strukturen zwischen Ländern zu übertragen, ohne dabei den länderspezifischen Wirkungskontext zu vernachlässigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch einschlägige Fachliteratur, insbesondere das Modell von Dolowitz und Marsh, und führt eine vergleichende Analyse der finnischen und deutschen Bildungssysteme durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition des Policy-Transfers, einen detaillierten Systemvergleich der beiden Länder und eine Diskussion über die Umsetzbarkeit von Reformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Policy-Transfer, Bildungsreform, Systemvergleich, Chancengleichheit und der länderspezifische Wirkungskontext.

Inwiefern beeinflussen Pisa-Studien den Transferprozess?

Die Ergebnisse der Pisa-Studien fungieren oft als Auslöser für den sogenannten Perceptual-Policy-Transfer, da politische Akteure bei schlechtem Abschneiden unter Druck geraten und nach Modellen in erfolgreicheren Ländern suchen.

Warum kann das finnische Modell nicht einfach kopiert werden?

Aufgrund tiefer historischer Verwurzelung, unterschiedlicher föderaler Strukturen sowie verschiedener gesellschaftlicher Werte und Bildungsmaximen ist eine ganzheitliche Kopie in der Praxis kaum umsetzbar.

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Details

Titel
Policy-Transfer im Bildungssytem. Inwiefern kann Deutschland von Finnland lernen?
Untertitel
Ein Diskussionspapier im Feld der Arbeitsmarktpolitik
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Autor
Karin Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V447353
ISBN (eBook)
9783668829718
ISBN (Buch)
9783668829725
Sprache
Deutsch
Schlagworte
policy-transfer bildungssytem inwiefern deutschland finnland diskussionspapier feld arbeitsmarktpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karin Meyer (Autor:in), 2016, Policy-Transfer im Bildungssytem. Inwiefern kann Deutschland von Finnland lernen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447353
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Leseprobe aus  12  Seiten
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