Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Gestion d'entreprise - Politique économique

Die Reform der Tarifpolitik in Deutschland

Titre: Die Reform der Tarifpolitik in Deutschland

Mémoire (de fin d'études) , 2005 , 79 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Uwe Wiedenhöft (Auteur)

Gestion d'entreprise - Politique économique
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Nach dem zweiten Weltkrieg erschuf die Gründergeneration der Bundesrepublik Deutschland, getrieben von dem Wunsch, Wirtschaft und Politik sowie Wirtschaft und Staat voneinander unabhängig zu machen, ein System, dass es den großen gesellschaftlichen Gruppierungen erlaubte, Arbeits- und Wirtschaftsbeziehungen selbst auszugestalten. Durch Teilung der Kompetenzen bekamen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zukünftig jene Freiheiten zugestanden. Das System der Tarifautonomie in seiner jetzigen Form entstand. Einige Jahrzehnte hindurch war dieses Modell Garant wirtschaftlichen Aufschwungs und wurde vor allem wegen seiner friedensstiftenden Funktion gelobt. Unter Rechtfertigungsdruck geriet es Anfang der neunziger Jahre. Globalisierung und verschärfter internationaler Wettbewerbsdruck, gepaart mit Massenarbeitslosigkeit und strukturellen Problemen des Standorts Deutschland stellten es zunehmend in Frage. In Wirtschaft und Politik begann eine Debatte um die Grundstrukturen des deutschen Tarifsystems, die bis heute andauert.
Kritikpunkte bildeten sich hauptsächlich drei heraus:
•Undifferenziertheit, erkennbar an einer bloßen Orientierung an Branchen und Regionen einerseits und einer weitgehende Gleichbehandlung von Arbeitnehmergruppen andererseits,
•Inflexibilität, die sich vor allem in der ungenügenden Anpassungsfähigkeit des Systems an veränderte Bedingungen zeigt und schließlich noch,
•die durch zu hohe Arbeitskosten bedingte Kostenintensivität des Systems.
Obwohl aus einigen Teilen der Wirtschaft und Politik Stimmen laut wurden, die aufgrund dieser Zustände eine vollständige Abschaffung dieses Tarifsystems zugunsten betrieblicher Regelungen fordern, blieb das jetzige System um den Verbandstarifvertrag (VTV) bis zum heutigen Tag prägende Ordnungsgröße deutscher Arbeitsbeziehungen. Unbestritten bleibt allerdings die mehrheitliche Meinung, dass die Tarifstruktur in Deutsch- land verkrustet sei und einer grundlegenden Reform bedarf. Professor Franz, Mitglied des
- 6 -Sachverständigenrats unterstrich diese verbreitete Anschauung einst mit folgendem Zitat: „Der Flächentarifvertrag ist nicht überholt, aber er ist dringend überholungsbedürftig.“ Tatsache ist dabei aber auch, dass sich das Tarifsystem seit nunmehr rund fünfzehn Jahren in einem stetigen Wandelprozess befindet und sich den Reformerfordernissen zu stellen versucht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Vorgehensweise

1.3 Die Transaktionskostentheorie

2 Das Tarifvertragssystem in Deutschland - Begriffserklärungen

2.1 Rechtsgrundlagen und Aufbau

2.2 Die Tarifvertragsparteien

3 Das Problemfeld Verbandstarifvertrag

3.1 Einordnung in den Rahmen des Tarifvertragssystems

3.2 Argumente für Verbandstarifverträge

3.3 Verbandstarifverträge in der Kritik

3.4 Die Abkehr vom Tarifvertrag

4 Reformgedanken und Lösungsansätze der Tarifvertragsparteien

4.1 Öffnungsklauseln

4.1.1 Tarifvertragliche Öffnungsklauseln

4.1.2 Gesetzliche Öffnungsklauseln

4.1.3 Der Standpunkt der Gewerkschaften

4.1.4 Der Standpunkt der Arbeitgeber

4.1.5 Transaktionskostentheoretische Betrachtungen

4.2 Günstigkeitsprinzip

4.2.1 Neudefinition des Günstigkeitsprinzips durch reformierten Sachgruppenvergleich

4.2.1 Der Standpunkt der Gewerkschaften

4.2.2 Der Standpunkt der Arbeitgeber

4.3 Begleitende Reformmaßnahmen

4.3.1 Begrenzung der Tarifgebundenheit

4.3.2 Einschränkung der Nachwirkung von Tarifnormen

4.3.3 Tariftreuegesetz und Allgemeinverbindlichkeitserklärung

4.3.4 Der Standpunkt der Gewerkschaften

4.3.5 Der Standpunkt der Arbeitgeber

4.4 Änderungen im Streikrecht zur Unterstützung des Reformprozesses

4.4.1 Das Ungleichgewicht der Kampffähigkeit der Tarifvertragspartner

4.4.2 Der Standpunkt der Arbeitgeber

4.4.3 Der Standpunkt der Gewerkschaften

5 Reformen am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie

5.1 Branchenüberblick und Entwicklung des VTV

5.2 Reaktionen, Konzepte und Gegenmaßnahmen der Verbände

6 Die Sichtweise der Betriebs- und Personalräte zum Wandelprozess

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den Reformbedarf des deutschen Tarifvertragssystems vor dem Hintergrund struktureller Probleme, wie Inflexibilität und hoher Kosten. Ziel ist es, Möglichkeiten der Reform aufzuzeigen, den aktuellen Stand der Diskussionen darzulegen und die gegensätzlichen Positionen von Gewerkschaften und Arbeitgebern zu beleuchten.

  • Strukturwandel im deutschen Tarifvertragssystem
  • Die Rolle der Transaktionskostentheorie bei der Flexibilisierung
  • Reforminstrumente wie Öffnungsklauseln und Günstigkeitsprinzip
  • Konfliktlinien zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden
  • Branchenbeispiel: Metall- und Elektroindustrie

Auszug aus dem Buch

1.3 Die Transaktionskostentheorie

Da in der Arbeit der transaktionskostentheoretische Ansatz verwendet wird, sollen in diesem Abschnitt die Grundlagen sowie zentrale Begriffe dieser Theorie umrissen werden.

Als Begründer der Transaktionskostentheorie gilt Coase, der erstmals 1937 diesen Begriff in die Ökonomie einführte. Er behauptete, dass die Nutzung des Preismechanismus mit Kosten verbunden ist und die Unternehmung als eine effiziente Koordinationsform wirtschaftlicher Aktivitäten eine Alternative zum Markt darstellt. Er ging der Frage nach, warum nicht alle Transaktionen über Märkte, sondern auch unternehmensintern abgewickelt und organisiert werden. Der Begriff Transaktion wird in der Literatur unterschiedlich definiert. Picot bezeichnet Transaktionen im Rahmen der Transaktionskostentheorie als eine Übertragung von Verfügungsrechten. Verfügungsrechte „... sind die mit materiellen und immateriellen Gütern verbundenen, institutionell legitimitierten Handlungsrechte eines oder mehrerer Wirtschaftssubjekte.“

Dieser Auffassung folgend sind die „... im Zusammenhang mit der Bestimmung, Übertragung und Durchsetzung von Verfügungsrechten entstehenden Kosten ...“ Transaktionskosten. Dazu gehören hauptsächlich „... Informations- und Kommunikationskosten, die bei der Anbahnung, Vereinbarung, Kontrolle und Anpassung wechselseitiger Leistungsbeziehungen auftreten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext des deutschen Tarifsystems sowie die zentralen Kritikpunkte wie Inflexibilität und Kostenintensivität, die einen Reformbedarf begründen.

2 Das Tarifvertragssystem in Deutschland - Begriffserklärungen: Definiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Tarifautonomie und die Anforderungen an die beteiligten Tarifvertragsparteien.

3 Das Problemfeld Verbandstarifvertrag: Erläutert die Rolle des Flächentarifvertrags und dessen Vor- und Nachteile sowie die Gründe für die zunehmende Abkehr von diesem Modell.

4 Reformgedanken und Lösungsansätze der Tarifvertragsparteien: Diskutiert Instrumente zur Flexibilisierung, wie Öffnungsklauseln und das Günstigkeitsprinzip, sowie die unterschiedlichen Positionen der Tarifpartner dazu.

5 Reformen am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie: Analysiert die praktische Umsetzung von Reformprozessen in der bedeutendsten Industriebranche Deutschlands.

6 Die Sichtweise der Betriebs- und Personalräte zum Wandelprozess: Untersucht die zunehmende Rolle betrieblicher Akteure und deren Einschätzung zur Verschiebung von Kompetenzen auf die Betriebsebene.

7 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Reformen im vollen Gange sind und primär durch praktische Notwendigkeiten sowie eine schleichende Verbetrieblichung geprägt werden.

Schlüsselwörter

Tarifvertragssystem, Tarifautonomie, Flächentarifvertrag, Öffnungsklauseln, Günstigkeitsprinzip, Transaktionskostentheorie, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Flexibilisierung, Verbetrieblichung, Betriebsräte, Arbeitskampf, Metall- und Elektroindustrie, Reformprozess, Wettbewerbsfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Reformbedarf des deutschen Verbandstarifvertragssystems und beleuchtet die Möglichkeiten zur Flexibilisierung angesichts struktureller wirtschaftlicher Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Schwerpunkte sind die rechtlichen Rahmenbedingungen von Tarifverträgen, die Debatte um Flexibilisierungsinstrumente sowie die konträren Positionen von Arbeitgebern und Gewerkschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, dem Leser die Reformmöglichkeiten des Tarifsystems näherzubringen und den aktuellen Stand der Veränderungen durch die Gegenüberstellung der Standpunkte der Tarifparteien zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Transaktionskostentheorie, kombiniert mit einer Analyse aktueller Reformansätze und deren Auswirkungen auf die Tariflandschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt konkrete Reforminstrumente wie Öffnungsklauseln, das Günstigkeitsprinzip und Begleitmaßnahmen, sowie deren Einbettung in die Branche Metall- und Elektroindustrie.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Tarifautonomie, Flächentarifvertrag, Öffnungsklauseln, Transaktionskostentheorie und Verbetrieblichung.

Wie bewerten die Arbeitgeber die aktuelle Situation des Tarifsystems?

Arbeitgeber fordern eine weitgehende Flexibilisierung und kritisieren die derzeitigen Öffnungsklauseln als unzureichend, da sie zu bürokratisch seien und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen einschränkten.

Welche Rolle spielen Betriebsräte in der aktuellen Tarifpolitik?

Betriebsräte werden zunehmend in Tarifthemen eingebunden, stehen dieser Entwicklung jedoch oft kritisch gegenüber, da sie eine Arbeitsüberforderung befürchten und eine stärkere Machtverschiebung zugunsten der Arbeitgeber sehen.

Fin de l'extrait de 79 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Reform der Tarifpolitik in Deutschland
Université
TU Bergakademie Freiberg
Note
2,0
Auteur
Uwe Wiedenhöft (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
79
N° de catalogue
V44741
ISBN (ebook)
9783638422819
Langue
allemand
mots-clé
Reform Tarifpolitik Deutschland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Uwe Wiedenhöft (Auteur), 2005, Die Reform der Tarifpolitik in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44741
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  79  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint