Die Erweiterung der Eu um 10 neue Mitglieder wirft berechtigterweise eine Vielzahl von Fragen auf, die zum größten Teil schon lange vor dem Beitritt in der Öffentlichkeit diskutiert wurden. Angst vor Lohn- und Auftragsdumping auf der einen, Skeptizismus vor Eurokratie und Bevormundung auf der anderen Seite. Angesichts so vieler offener Fragen lohnt sich nach meiner Ansicht ein Blick zurück in die Geschichte. Welche Schlussfolgerungen können eventuell aus den Erfahrungen der vergangenen Erweiterungen der Europäischen Gemeinschaft gezogen werden?
Diese Arbeit soll sich im Besonderen mit den Beitritten der drei Mittelmeerstaaten befassen, da der Anschluss Griechenlands 1981 und Spaniens und Portugals 1986 an die EG am ehesten Vergleiche zur jetzt geschaffenen Situation zulassen. Nichtsdestoweniger ist zunächst nötig zu prüfen inwieweit ein Vergleich möglich ist. Weiterhin soll ein Ausblick gegeben werden, wie sich die EU in den nächsten Jahren unter dem Aspekt der Erweiterung entwickeln wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgangslage: Vergleich der Situationen vor dem Beitritt
3. Auswirkungen der Süderweiterung
4. Mögliche Entwicklungen nach der Osterweiterung
Zielsetzung und Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Parallelen zwischen den historischen Süderweiterungen der Europäischen Gemeinschaft (Griechenland 1981, Spanien und Portugal 1986) und der EU-Osterweiterung von 2004, um Schlussfolgerungen für die Handlungsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung der erweiterten Union zu ziehen.
- Historischer Vergleich der politischen und wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen
- Analyse der Reformprozesse und Anpassungsschwierigkeiten in den Beitrittsstaaten
- Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen (Handelsbilanz, Investitionen, Strukturwandel)
- Diskussion über die Handlungsfähigkeit der EU bei gestiegener Anzahl an Mitgliedern
- Prognose möglicher ökonomischer und struktureller Konsequenzen nach 2004
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Erweiterung der Eu um 10 neue Mitglieder wirft berechtigterweise eine Vielzahl von Fragen auf, die zum größten Teil schon lange vor dem Beitritt in der Öffentlichkeit diskutiert wurden. Nicht immer finden sich zufriedenstellende und abschließende Antworten; insbesondere die Frage nach der Handlungsfähigkeit der erweiterten EU bleibt (noch) unbeantwortet. In den beigetretenen Staaten, wie auch den ihnen angrenzenden „alteingesessenen“ EU-Staaten stellt sich vor allem die Frage der Wirkung des Beitritts auf die wirtschaftliche Situation. Hier lassen sich neben Aufbruchstimmung und Beitrittseuphorie auch Stimmungen feststellen die der Marktvergrößerung der EU nach Osten äußerst kritisch gegenüberstehen. Angst vor Lohn- und Auftragsdumping auf der einen Skeptizismus vor Eurokratie und Bevormundung auf der anderen Seite. Angesichts so vieler offener Fragen lohnt sich nach meiner Ansicht ein Blick zurück in die Geschichte. Welche Schlussfolgerungen können eventuell aus den Erfahrungen der vergangenen Erweiterungen der Europäischen Gemeinschaft gezogen werden? Wie wird das Gesicht der EU der 25, ab 2007 der 27 und schon in der nächsten Dekade das der 30 aussehen? Welche unmittelbaren Entwicklungen schließen sich an einen derart weitreichende Erweiterung an?
Diese Arbeit soll sich im Besonderen mit den Beitritten der drei Mittelmeerstaaten befassen, da der Anschluss Griechenlands 1981 und Spaniens und Portugals 1986 an die EG am ehesten Vergleiche zur jetzt geschaffenen Situation zulassen. Nichtsdestoweniger ist zunächst nötig zu prüfen inwieweit ein Vergleich möglich ist. Weiterhin soll ein Ausblick gegeben werden, wie sich die EU in den nächsten Jahren unter dem Aspekt der Erweiterung entwickeln wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die kritische Ausgangslage der EU-Erweiterung 2004 dar und begründet die methodische Wahl, historische Lehren aus der Süderweiterung der 1980er Jahre zu ziehen.
2. Ausgangslage: Vergleich der Situationen vor dem Beitritt: Dieses Kapitel vergleicht die geographischen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Mittelmeerstaaten mit denen der osteuropäischen Beitrittsländer und arbeitet Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede heraus.
3. Auswirkungen der Süderweiterung: Hier werden die spezifischen Anpassungsprozesse Griechenlands, Spaniens und Portugals sowohl vor als auch nach ihrem Beitritt analysiert und die ökonomischen Folgen für die Gemeinschaft bewertet.
4. Mögliche Entwicklungen nach der Osterweiterung: Das Abschlusskapitel überträgt die historischen Erkenntnisse auf die Zukunftsperspektiven der EU-25 und diskutiert Risiken wie den Strukturwandel und die Herausforderung der Konsensfindung.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Osterweiterung, Süderweiterung, Europäische Gemeinschaft, Integration, Strukturwandel, Wirtschaftsraum, Beitrittsverhandlungen, Transformation, Europäische Integration, Wettbewerb, Marktöffnung, Handelsbilanz, Reformpolitik, Vetospieler
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die EU-Osterweiterung von 2004 vor dem Hintergrund der historischen Erfahrungen mit der Süderweiterung in den 1980er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind wirtschaftliche Transformation, Demokratisierungsprozesse, europäische Integration und die Handlungsfähigkeit der EU bei steigender Mitgliederzahl.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aus den Erfahrungen der Beitritte von Griechenland, Spanien und Portugal Schlussfolgerungen für die Folgen und Herausforderungen der Osterweiterung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode (historisch-vergleichende Analyse), um Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Ausgangslagen und Auswirkungen zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Ausgangslage, den wirtschaftlichen Anpassungsprozessen der Mittelmeerstaaten und der Prognose für die Entwicklung nach 2004.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind EU-Erweiterung, Integration, Strukturreformen, ökonomische Aufholjagd, Wettbewerbsfähigkeit und institutionelle Handlungsfähigkeit.
Warum wird Griechenland in der Analyse gesondert betrachtet?
Griechenland dient als Fallbeispiel, bei dem trotz früherem Beitritt die wirtschaftliche Anpassung und der Strukturwandel im Vergleich zu Spanien und Portugal schwieriger verliefen.
Worin liegt laut Autor der große Unterschied der Erweiterung von 2004 zu 1986?
Der Unterschied liegt primär im Ausmaß der zu bewältigenden Probleme und der Anzahl der neuen Mitglieder, was die institutionelle Entscheidungsfindung und den Reformdruck massiv verschärft.
- Quote paper
- Erik Pester (Author), 2004, Die Osterweiterung 2004. Rückschlüsse aus den Süderweiterungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44769