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Der Sprung ins vaterländische Schiff - die Motive der SPD-Reichstagsfraktion für die Zustimmung zu den Kriegskrediten am 4. August 1914

Título: Der Sprung ins vaterländische Schiff - die Motive der SPD-Reichstagsfraktion für die Zustimmung zu den Kriegskrediten am 4. August 1914

Trabajo Escrito , 2003 , 18 Páginas , Calificación: Sehr gut

Autor:in: Johannes Huhmann (Autor)

Historia de Alemania - 1848, Imperio alemán, Imperialismo
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In dieser Arbeit möchte ich untersuchen, was die deutsche Sozialdemokratie im August 1914 dazu bewog, den Kriegskurs der deutschen Reichsleitung zu unterstützen und dadurch gleichzeitig den internationalistischen Pfad der Kriegsvermeidung zu verlassen. Laut Butterwege und Hofschen ist dies eine der meistdiskutierten Fragen in der Geschichtsschreibung zur Arbeiterbewegung. In der Einleitung zu seinem Buch „War, Peace and Revolution“ schreibt David Kirby, dass viele Historiker die ideologischen Annahmen oder Emotionen der damaligen Protagonisten teilten und deshalb aus Parteinahme eher anhand von polemischem oder ethischen Kriterien über die Vorgänge urteilen würden statt sich dem Thema nüchtern anzunähern: „What the movement ought to have done, rather than what it actually did, is an underlying theme of such analysis.“ Mich interessiert eher, wie und warum die Arbeiterbewegung in bestimmter Art und Weise handelte, als was sie von bestimmten Standpunkten aus hätte tun sollen. Dabei werde ich mich Positionen anschließen, die mir bei der Rezeption der Forschungsliteratur am plausibelsten erschienen. Im ersten Abschnitt der Arbeit untersuche ich die Positionen von Marx und Engels zur Frage nach Krieg und Frieden. Ihre Schriften zu diesem Thema beeinflussten die Theoriebildung der deutschen Sozialdemokratie und der zweiten Internationale naturgemäß von Anfang an. Inwieweit sie der deutschen Sozialdemokratie wirklich als Richtschnur dienten, möchte ich unter anderem im zweiten Abschnitt untersuchen. In den drei Zusammenhängen Verhältnis zum Staat und der Landesverteidigung, Stellung zu Parlament und parlamentarischen Maßnahmen zur Kriegsverhinderung sowie der Rolle der Partei in der zweiten Internationale möchte ich Entwicklungen in der Partei untersuchen, die einen Einfluss auf den Ausgang der Reichstagsabstimmung gehabt haben könnten. Die in diesem Abschnitt erarbeiteten Erkenntnisse möchte ich in der Schlussbetrachtung zusammenzufassen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Die Positionen von Marx und Engels in der Frage von Krieg und Frieden

2 Die Entwicklungen in der deutschen Sozialdemokratie in der Frage von Krieg und Frieden

2.1 Das Verhältnis zum Staat und dessen Verteidigung

2.2 Das Verhältnis zu Parlament und parlamentarischen Maßnahmen zur Kriegsverhinderung

2.3 Die Rolle der SPD in der zweiten Internationale

3 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Motive, die die deutsche Sozialdemokratie dazu bewogen, am 4. August 1914 den Kriegskurs der deutschen Reichsleitung zu unterstützen und damit ihren langjährigen internationalistischen Friedenskurs aufzugeben.

  • Die ideologische Entwicklung der SPD im Kaiserreich in der nationalen Frage.
  • Das Verhältnis der Partei zum Staat und zur Landesverteidigung.
  • Die Rolle der parlamentarischen Arbeit und der Budgetpolitik als Mittel der Kriegsverhinderung.
  • Der Einfluss der theoretischen Wurzeln von Marx und Engels auf die Parteipraxis.
  • Die Dynamik der SPD innerhalb der zweiten Internationale angesichts drohender kriegerischer Auseinandersetzungen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Verhältnis zum Staat und dessen Verteidigung

Dadurch, dass die kapitalistische Gesellschaftsordnung international war, konnte ihre Beseitigung nach marxistischer Auffassung nur durch internationalen Kampf der Arbeiterklasse geschehen. Die nationalstaatlichen Verfassungen der Länder standen diesem übergreifenden Kampf jedoch im Wege: Wenn die Arbeiterbewegungen der verschiedenen Länder also überhaupt Erfolg haben wollten, so mussten sie innerhalb ihrer staatlichen Grenzen kämpfen.

Schon bald war klar, dass die SPD im Kaiserreich nicht darauf aus war, in Fundamentalopposition zum bestehenden System zu agieren. Vor allem in der parlamentarischen Arbeit der Sozialdemokraten, auf die ich weiter unten genauer eingehen werde, wurde dies deutlich: Die Partei wollte den Staat nach ihren Vorstellungen umwandeln – aus Konsequenz der sozialreformerischen Tätigkeit bestand in der deutschen Sozialdemokratie ein Interesse am Staat. Im Zusammenhang mit dieser sozialreformerischen Tätigkeit, die der Arbeiterbewegung viele Rechte erkämpft hätte, schrieb Eduard Bernstein 1910, dass weiterhin alte Gesetze abgeschafft werden sollten, nicht jedoch das Gesetz überhaupt. Und weiter: „Wo aber diese Stellung zum Gesetz da ist, da ist auch staatsbürgerliches Bewusstsein.“

Die Arbeiter waren also durch ihre Interessen an den Staat gebunden – obwohl das kommunistische Manifest behauptet, dass die Arbeiter kein Vaterland hätten. Hinzu kommt, dass sie sich der bürgerlichen, nationalstaatlichen Ideologie des 19. Jahrhunderts nicht entziehen konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bewilligung der Kriegskredite durch die SPD am 4. August 1914 als historischen Wendepunkt und formuliert die Forschungsfrage nach den Motiven für diese Abkehr vom Internationalismus.

1 Die Positionen von Marx und Engels in der Frage von Krieg und Frieden: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Marxismus hinsichtlich der Rolle von Kriegen und der Bedeutung des internationalen Klassenkampfes für die Friedenssicherung.

2 Die Entwicklungen in der deutschen Sozialdemokratie in der Frage von Krieg und Frieden: Hier wird der Prozess analysiert, in dem sich die SPD durch parlamentarische Arbeit und eine zunehmende Akzeptanz des Nationalstaates und der Landesverteidigung in das System des Kaiserreichs integrierte.

2.1 Das Verhältnis zum Staat und dessen Verteidigung: Dieses Unterkapitel beleuchtet den Wandel der SPD-Haltung, weg von einer grundsätzlichen Ablehnung staatlicher Strukturen hin zur Anerkennung der Notwendigkeit nationaler Verteidigung unter patriotischen Vorzeichen.

2.2 Das Verhältnis zu Parlament und parlamentarischen Maßnahmen zur Kriegsverhinderung: Hier wird untersucht, wie die praktische Arbeit im Reichstag die Partei dazu zwang, Kompromisse einzugehen und schließlich ihre schärfsten Mittel zur Kriegsverhinderung, wie die Budgetverweigerung, aufzugeben.

2.3 Die Rolle der SPD in der zweiten Internationale: Das Kapitel beschreibt, wie die deutsche Sozialdemokratie ihren Einfluss innerhalb der internationalen Arbeiterbewegung nutzte, um radikale Kampfmaßnahmen gegen den Krieg zu verhindern und ihren Fokus auf Reformen innerhalb der bestehenden Ordnung zu legen.

3 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Zustimmung zu den Kriegskrediten das Ergebnis eines schleichenden Prozesses war, bei dem die Schere zwischen marxistischer Theorie und der parlamentarischen Praxis der Partei immer weiter auseinanderklaffte.

Schlüsselwörter

Sozialdemokratie, SPD, 4. August 1914, Kriegskredite, Erster Weltkrieg, Landesverteidigung, Parlamentarismus, Marxismus, Klassenkampf, Zweite Internationale, August Bebel, Revisionismus, Burgfrieden, Sozialistische Internationale, Nationalstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historischen Motive der SPD-Reichstagsfraktion für die folgenschwere Zustimmung zu den Kriegskrediten am 4. August 1914.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis der SPD zum deutschen Staat, die Bedeutung des Parlamentarismus für die Partei und der Umgang mit der Frage der Landesverteidigung innerhalb der sozialistischen Bewegung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, welche politischen und ideologischen Entwicklungen die SPD dazu bewegten, ihren internationalistischen Friedenskurs aufzugeben und das bürgerliche System des Kaiserreichs zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse der historischen Forschungsliteratur sowie zeitgenössischer Dokumente und Schriften, um die theoretische Positionierung und die praktische politische Entwicklung der SPD nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Wurzeln durch Marx und Engels, die Verschiebung der SPD hin zur staatlichen Integration und die Rolle der Partei innerhalb der internationalen sozialistischen Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem SPD, Kriegskredite, Landesverteidigung, Sozialismus, Parlamentarismus und die Transformation der Arbeiterbewegung im Deutschen Kaiserreich.

Welche Rolle spielte August Bebel bei der Haltung zur Landesverteidigung?

Bebel versuchte lange, eine Unterscheidung zwischen dem Patriotismus des Proletariats und dem der herrschenden Klassen zu ziehen, befürwortete jedoch das Prinzip einer Verteidigung gegen äußere Aggression, um die Bedingungen für den Klassenkampf zu erhalten.

Warum wird der Begriff "Sprung ins vaterländische Schiff" verwendet?

Der Begriff beschreibt den finalen Schritt der SPD-Fraktion, die jahrzehntelange Tradition der Budgetverweigerung zu beenden und sich aktiv dem nationalen Konsens für den Ersten Weltkrieg anzuschließen.

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Detalles

Título
Der Sprung ins vaterländische Schiff - die Motive der SPD-Reichstagsfraktion für die Zustimmung zu den Kriegskrediten am 4. August 1914
Universidad
University of Hamburg  (Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaft)
Curso
Einführung in die Geschichtswissenschaft. Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918
Calificación
Sehr gut
Autor
Johannes Huhmann (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
18
No. de catálogo
V44774
ISBN (Ebook)
9783638423069
ISBN (Libro)
9783638902359
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sprung Schiff Motive SPD-Reichstagsfraktion Zustimmung Kriegskrediten August Einführung Geschichtswissenschaft Deutsche Kaiserreich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Johannes Huhmann (Autor), 2003, Der Sprung ins vaterländische Schiff - die Motive der SPD-Reichstagsfraktion für die Zustimmung zu den Kriegskrediten am 4. August 1914, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44774
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