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Stieffamilien. Strukturen, Beziehungen, Aussichten

Title: Stieffamilien. Strukturen, Beziehungen, Aussichten

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Nicole Burghardt (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Im Jahr 2001 wurden in Deutschland 389 429 Ehen geschlossen und 197 498 geschieden, dabei waren 153 000 minderjährige Kinder betroffen (Pressemitteilung statistisches Bundesamt, 27.08.2002, auf www.stieffamilien.de). Von den minderjährigen Kindern leben aktuell 6% mit einem Stiefelternteil zusammen, wobei Ostdeutsch-land mit etwas mehr als 10% einen doppelt so hohen Anteil an Stiefkindern wie Westdeutschland aufweist. Dabei leben Zwei Drittel der Kinder in ehelichen Stieffamilien, der Rest in Lebensgemeinschaften (www.cgi.dji.de).
In der vorliegenden Arbeit wird es hauptsächlich um die Form der primären Stieffamilie (Erklärung hierzu im zweiten Teil) gehen, da diese die Hauptform in Deutschland darstellt und ich selber in solch einer aufgewachsen bin. Ich werde erläutern was eine Stieffamilie ist, wie sie sich entwickelt, ihre „Vor- und Nachteile “, die einzelnen Mitglieder sowie deren Positionen und Beziehungen zueinander und welche Rolle der außerhalb lebende Elternteil spielt.
2. Was ist eine Stieffamilie?
Um auf das Thema der Stieffamilie einzugehen, muss erst einmal klar sein, was eine Stieffamilie überhaupt ist, was sie ausmacht und was sie kennzeichnet.
„Stief“ ist abgeleitet aus der althochdeutschen Vorsilbe „stiof“ und bedeutet soviel wie „hinterblieben“, „verwaist“ und „beraubt“.
Visher und Visher (1987, S. 27) definieren Stieffamilien als jene Familien „in der mindestens ein Erwachsener ein Stiefelternteil ist“. Ein weiteres Merkmal ist nach Friedl/Meier-Aichen (1991), das ein leiblicher Elternteil des Kindes außerhalb der Stieffamilie lebt und das neben der schon bestehenden Eltern- Kind- Beziehung der Stiefelternteil eine eigenständige Beziehung zu seinem Stiefkind aufbauen muss. Die Stieffamilie ist eine „familiäre Lebensgemeinschaft, die in einer Phase des Wandels für sich eine neue Struktur suchen und neue Formen der Alltagsorganisation entwickeln muss“.
Zentrale Themen der meisten Stieffamilien sind die Übernahme der Stiefelternrolle sowie die Gestaltung der Stiefelternteil- Stiefkind - Beziehung. Stiefelternteile haben Schwierigkeiten, ein stabiles Muster dafür zu entwickeln, wie sie für ihre Stiefkinder fühlen, wie sie über sie denken und wie sie sich ihnen gegenüber verhalten sollen. Häufig sind beide Parteien nicht bereit, eine enge Beziehung zueinander aufzubauen. Gute oder schlechte Rollenerfüllung hängt im Wesentlichen davon ab, ob Stiefkind und Ehepartner diese Rollenübernahme akzeptieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist eine Stieffamilie

2.1. Sekundäre und primäre Stieffamilien

2.2. Die Unterschiede zur Kernfamilie

2.3. Die Entwicklung einer Stieffamilie

3. Stieffamilien als Problem

4. Stieffamilie als Gewinn

5. Die Beziehung zwischen Kindern und ihren Stiefeltern

5.1. Die Stiefmutter

5.2. Der Stiefvater

5.2.1. Die Position des Stiefvaters in der Familie

5.3. Das Stiefkind

6. Der leibliche Elternteil

6.1. Der externale Elternteil

6.2. Der internale Elternteil

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Stiefelternschaft mit dem primären Ziel, die strukturellen Gegebenheiten, Beziehungsdynamiken und Entwicklungsperspektiven in Stieffamilien zu beleuchten und den Einfluss des leiblichen sowie des sozialen Elternteils auf das Kind zu analysieren.

  • Definition und Formen der Stieffamilie (primär vs. sekundär)
  • Die psychologische und soziale Rolle von Stiefmüttern und Stiefvätern
  • Entwicklungsphasen und Systemumstrukturierungen in Stieffamilien
  • Der Einfluss des externen leiblichen Elternteils auf die Stiefbeziehung
  • Kritische Auseinandersetzung mit defizitorientierten Ansätzen gegenüber Stieffamilien

Auszug aus dem Buch

5.2.1. Die Position des Stiefvaters in der Familie

Laut Friedl/Meier-Aichen (1991) gibt es vier Möglichkeiten, wie sich die Position eines Stiefvaters in der Familie entwickeln kann:

? Der Stiefvater übernimmt das Ruder.

? Er wird von der Mutter- Kind- Gruppe assimiliert.

? Sowohl der Stiefvater als auch die Mutter- Kind- Gruppe ändern Verhaltensgewohnheiten und entwickeln eine neue Ebene des Miteinanders.

? Der Stiefvater wird von der Mutter- Kind- Gruppe nicht akzeptiert und aus der Gemeinschaft wieder ausgestoßen (vgl. Friedl/Meier-Aichen 1991, S. 97).

Befunde einer Studie von 1993 weisen auf, dass Stiefväter ihre Beziehung zu ihren Stiefkindern anfänglich als weniger eng bezeichneten. Sie brachten ihren Stiefkindern gegenüber weniger positive Gefühle zum Ausdruck, äußerten aber gleichzeitig auch weniger Kritik, verbrachten viel Zeit mit ihnen und versuchten eine neue Beziehung aufzubauen.

Während die Söhne das kameradschaftliche Verhältnis zu ihren Stiefvätern genossen, woraus sich nach ca. zwei Jahren ein freundschaftliches und unterstützendes Verhältnis entwickelt hat und dies mit den Jahren auch immer erfolgreicher wurde, nahmen die Spannungen zwischen den Stiefvätern und den Töchtern im Laufe der Zeit kontinuierlich zu. Möglicherweise brachte der neue Partner den Verlust der Mutter mit sich, da das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter nach der Scheidung als sehr eng beschrieben wird.

Man kann also feststellen, dass in Stieffamilien ein geringeres Maß an emotionaler Verbundenheit sowie weniger klare Rollenerwartungen, jedoch größere Flexibilität im Umgang mit Veränderungen und eine geringere Kontrolle der Kinder durch den Stiefvater als durch den leiblichen Vater vorhanden sind. Es lassen sich jedoch keine Unterschiede hinsichtlich der affektiven Qualität der Interaktionen oder weitere nennenswerte Unterschiede feststellen (vgl. Walper/Wild in Hofer u. a. 2002, S.345f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Bietet einen statistischen Überblick zur Häufigkeit von Stieffamilien in Deutschland und erläutert die Motivation der Autorin.

2. Was ist eine Stieffamilie: Definiert den Begriff der Stieffamilie, grenzt diese zur Kernfamilie ab und erläutert deren verschiedene Entwicklungsphasen.

3. Stieffamilien als Problem: Analysiert wissenschaftliche Erklärungsansätze, die Stieffamilien als defizitär oder als unvollständige Institution betrachten.

4. Stieffamilie als Gewinn: Diskutiert die sozialen Aspekte der Stieffamilie, einschließlich der Vorteile durch zusätzliche Interaktionspartner und finanzielle Stabilität.

5. Die Beziehung zwischen Kindern und ihren Stiefeltern: Untersucht die differenzierten Rollen von Stiefmüttern, Stiefvätern und die spezifische Situation der Stiefkinder.

6. Der leibliche Elternteil: Unterscheidet zwischen externen und internen leiblichen Elternteilen und deren Auswirkungen auf die familiäre Dynamik.

7. Fazit: Reflektiert kritisch über die in der Literatur vorherrschenden Vorurteile gegenüber Stieffamilien und betont die Bedeutung individueller Lebenskontexte.

Schlüsselwörter

Stieffamilie, Stiefeltern, Stiefkind, Primäre Stieffamilie, Sekundäre Stieffamilie, Sozialisation, Familiendynamik, Familienzyklus, Stiefvater, Stiefmutter, Leiblicher Elternteil, Rollenerfüllung, Familienstruktur, Scheidung, Erziehung

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Wesen der Stieffamilie zu definieren, die komplexen Beziehungsstrukturen innerhalb dieser Familienform zu analysieren und kritische Vorurteile durch eine differenzierte Betrachtung der individuellen Kontexte zu hinterfragen.

Welche Hauptthemen werden in der Untersuchung behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Stiefelternschaft, der Unterscheidung zwischen verschiedenen Familienebenen, der Analyse von Stief-Beziehungen (Stiefvater/Stiefmutter/Stiefkind) sowie dem Einfluss leiblicher Elternteile.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage wird verfolgt?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Struktur einer Stieffamilie von der Kernfamilie unterscheidet und welche Faktoren, wie das Alter des Kindes oder die Rolle des leiblichen Elternteils, für eine gelingende Stiefelternschaft entscheidend sind.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Studien und theoretische Ansätze zur Familiendynamik zusammengetragen, verglichen und kritisch reflektiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Phasen der Stieffamilienbildung, die Problematik und die Chancen dieses Familienmodells sowie spezifische Rollenbilder und Kommunikationsstrukturen zwischen allen beteiligten Familienmitgliedern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Stieffamilie", "Sozialisation", "Familiendynamik", "Rollenübernahme" und "individuelle Lebenskontexte" geprägt.

Warum wird in der Arbeit zwischen primären und sekundären Stieffamilien unterschieden?

Die Unterscheidung erfolgt, da sich diese Familientypen in der Dauer des Zusammenlebens mit den Kindern des Partners unterscheiden, was maßgeblichen Einfluss auf die Alltagsorganisation und Rollenfindung hat.

Welche Rolle spielt der "externale" leibliche Elternteil laut der Autorin?

Der externale Elternteil nimmt eine zentrale Rolle ein, da die Qualität der Beziehung zwischen Kind und diesem Elternteil maßgeblich bestimmt, wie leicht ein Stiefvater in die familiäre Dyade integriert werden kann oder ob er als "Eindringling" wahrgenommen wird.

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Details

Title
Stieffamilien. Strukturen, Beziehungen, Aussichten
College
University of Erfurt
Grade
1,2
Author
Nicole Burghardt (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V44795
ISBN (eBook)
9783638423243
Language
German
Tags
Stieffamilien Strukturen Beziehungen Aussichten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Burghardt (Author), 2004, Stieffamilien. Strukturen, Beziehungen, Aussichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44795
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