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Wieviel Boden hat das Land?

Title: Wieviel Boden hat das Land?

Term Paper , 2002 , 13 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Kai Oppel (Author)

Geography / Earth Science - Miscellaneous
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„Es liegt in der Natur des Menschen, ein Haus zu bauen“, heißt es allabendlich in der Fernsehwerbung der Sparkasse. Im nächsten Spot fährt Michael Schumacher mit einem roten Cabriolet von seinem idyllischen Landhaus zum Bäcker, um frische Brötchen und Zentis für seine glückliche Familie zu kaufen. Und noch einen Clip drauf schäumt sich Verona Feldbusch mit einem Schwarzkopf-Produkt ihre Haare ein – natürlich in einem großen Bad mit freistehender Dusche und freistehendem Waschbecken.
Die Welt im Fernsehen scheint glücklich und erstrebenswert. Doch der reale Weg zu einem eigenem großen Heim im Grünen kostet. Während der Mensch scheinbar nur Geld dafür zahlen muss, bezahlt die Natur mit ihrer Ressource Boden. „Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat die Siedlungsfläche einschließlich der Verkehrsflächen um durchschnittlich 120 ha pro Tag zugenommen.“
Ein Blick auf die Funktionen des Bodens wiederum zeigt, dass er kein beliebig reproduzierbares Konsumgut ist, das es in einem Selbstbedienungsladen zu kaufen gibt. Laut Haberland2 leistet der Boden eine Handvoll Aufgaben. Der Boden ist nicht nur ein Lieferant für Baugrund. Auf Boden wächst Nahrung für die Menschen (Produktion). Boden nimmt Stoffe und Energie auf. Er regelt damit einen Teil des lebensnotwendigen Wasserhaushaltes und bestimmt in gewissem Maße das Klima mit. Der Boden ist Lebensraum für Flora und Fauna. Ebenso ist der Boden ein Archiv für die Geschichte, indem er durch seine unterschiedliche Ausbildung von Nutzungsschichten Informationen preis gibt.

Diese Hausarbeit will das Spannungsfeld zwischen Wachstum, Umwelt und Ethik am Beispiel des Landschaftsverbrauches in Deutschland beleuchten. Die Arbeit erhebt explizit den Anspruch, nur erklärend und aufzeigend zu sein. Das Spannungsfeld soll nicht streng wissenschaftlich allumfassend unter einem Gesichtspunkt erörtert werden.
Vielmehr soll an ausgewählten Beispielen und Fragestellungen gezeigt werden: Inwieweit nimmt der Mensch beim Landschaftsverbrauch eine anthropozentrische Rolle ein? Welchen Einfluss haben Gesellschaft, Mode und Medien auf den Anthropozentrismus und auf die Ethik der Menschen und damit auf den Landschaftsverbrauch? Wie hat sich der Flächenverbrauch in Deutschland in Zahlen und Fakten in verschiedenen Zeiten entwickelt? Welche Folgen zieht die Entwicklung nach sich? Wie kann Flächenverbrauch eingedämmt werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II.1.Flächenverbrauch durch Wohnungswachstum

II.1.1. Flächenverbrauch durch Suburbanisierung

II.1.2. Wirtschaftswachstum = Flächenverbrauch

II.1.3. Weitere Gründe und Ursachen für die Suburbanisierung

II.2. Flächenverbrauch und Ethik

II.2.1. Flächenverbrauch als Tribut an die Gesellschaftsform?

II.2.2. Folgen und Bewertung der Suburbanisierung

II.3. Folgen für die Ressource Boden: Bodenversiegelung

II.3.1. Folgen durch Bodenversiegelung

II.3.2. Vermeidung und Reduktion von Versiegelung

II.3.2.1. Mit Ethik und Moral gegen Bodenverbrauch?

III. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Wachstum, ökologischen Auswirkungen und ethischen Fragestellungen am Beispiel des Landschaftsverbrauchs in Deutschland. Ziel ist es, den anthropozentrischen Umgang mit der Ressource Boden kritisch zu beleuchten und Wege zur Reflexion über den eigenen Konsum sowie mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.

  • Die anthropozentrische Rolle des Menschen beim Landschaftsverbrauch
  • Einfluss von Gesellschaft, Medien und Statusdenken auf den Bodenverbrauch
  • Die ökologischen Folgen der Bodenversiegelung für Mensch und Natur
  • Ethische Leitlinien und moralische Verantwortung im Umgang mit Boden als endliche Ressource

Auszug aus dem Buch

II.2.2. Folgen und Bewertung der Suburbanisierung

Ein Blick in die Statistik belegt eindrucksvoll, wofür ein Teil der Gesamtfläche Deutschlands (alte Bundesländer) in den vergangen 50 Jahren zunehmend verbraucht wurde. Die Siedlungsfläche hat sich danach von 1950 bis 1985 von 7,5 Prozent auf 12,5 Prozent erhöht. Die Fläche für Verkehr ist dabei in diesem Zeitraum von 3,5 Prozent auf 4,9 Prozent angestiegen. Die Fläche für Gebäude hat sich von 3,2 Prozent auf 6,2 Prozent fast verdoppelt.

Das Einfamilienhaus gilt als ein wichtiger Katalysator in dieser Entwicklung. Zusammenfassend lässt sich sagen: „Wofür nach Umfragen zu Wohnwünschen vier Fünftel der Deutschen bereits sind, sich umzulegen, hat unter Intellektuellen wenig Freunde. Stadtplanern und Ökologen gilt das Einfamilienhaus am Stadtrand als Feind Nummer Eins. Es ist die energie- und flächenverbrauchenste Wohnform, es führt zur Zerstörung der stadtnahen Erholungsgebiete, zur Zersiedlung und Versiegelung der Landschaft, und seine Bewohner vermehren die schädlichste Form der Mobilität, den Pkw-Verkehr.“ Das Einfamilienhaus im Vorort sei der Inbegriff der städtischen Verantwortungslosigkeit und eine aufwendige Form der Asozialität.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des stetigen Flächenverbrauchs ein und thematisiert das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Fortschritt und ökologischer Notwendigkeit.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Treiber des Flächenverbrauchs wie das Wohnungswachstum und die Suburbanisierung und verknüpft diese mit ethischen sowie ökologischen Fragestellungen zur Bodenversiegelung.

III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und appelliert an ein gesteigertes Bewusstsein für den ökologischen Preis des Konsums sowie die Notwendigkeit einer ethischen Neubewertung des Bodens.

Schlüsselwörter

Flächenverbrauch, Suburbanisierung, Bodenversiegelung, Anthropozentrismus, Nachhaltigkeit, Wohnungsbau, Landschaftsverbrauch, Umweltethik, Konsumgesellschaft, Stadtplanung, Ökologie, Ressourcenmanagement, Bodenversiegelung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Konflikt zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach Wachstum und Konsum sowie dem damit verbundenen, fortschreitenden Verbrauch und der Versiegelung der natürlichen Ressource Boden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Suburbanisierung, der Rolle des Einfamilienhauses als Flächenfresser, den ökologischen Folgen der Versiegelung und der ethischen Verantwortung der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Streben nach Wohlstand und Prestige direkt mit dem Landschaftsverbrauch korreliert, und eine ethische Reflexion über den Umgang mit der endlichen Ressource Boden anzuregen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die soziologische, ökologische und kommunikationswissenschaftliche Ansätze zusammenführt, um das Spannungsfeld „Umwelt, Ethik und Wachstum“ zu explizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen des Flächenverbrauchs durch Wohnungswachstum, die kritische Beleuchtung des gesellschaftlichen Prestige-Denkens und die detaillierte Darstellung der ökologischen Auswirkungen durch Bodenversiegelung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Flächenverbrauch, Bodenversiegelung, Umweltethik, Suburbanisierung, Anthropozentrismus und Konsumverhalten.

Warum wird das Einfamilienhaus in der Arbeit kritisch hinterfragt?

Das Einfamilienhaus wird als Katalysator der Zersiedlung und als energie- sowie flächenintensivste Wohnform identifiziert, die zudem den PKW-Verkehr und die Zerstörung stadtnaher Naturräume fördert.

Welche Rolle spielen die Medien beim Flächenverbrauch?

Die Arbeit führt die „Kultivierungsthese“ an, wonach Medien den Menschen ein Bild von Glück und Erfolg vermitteln, das untrennbar mit dem Besitz eines großen, freistehenden Hauses im Grünen verknüpft ist.

Gibt es praktische Lösungsansätze gegen den Bodenverbrauch?

Ja, als Lösungsansätze werden das Brachflächenrecycling („Innenentwicklung vor Außenentwicklung“), finanzielle Anreizsysteme wie Bodenverbrauchsabgaben sowie die Etablierung ethischer Leitlinien im Umgang mit Boden als „Gabe“ diskutiert.

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Details

Title
Wieviel Boden hat das Land?
College
University of Erfurt  (Geografie)
Grade
2,5
Author
Kai Oppel (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V4480
ISBN (eBook)
9783638127691
Language
German
Tags
Geografie Bodenverbrauch Flächenversieglung Flächenversiegelung Boden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kai Oppel (Author), 2002, Wieviel Boden hat das Land?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4480
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