Arbeit 4.0. Sollten wir weniger arbeiten?


Projektarbeit, 2018

25 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Problemstellung und Einleitung

2 Vor Gottes Gnaden und dem Geld - Die Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland
2.1 Religiöse und utilitaristische Denkmuster

3 Von der Agrargesellschaft zur Industriegesellschaft
3.1 Die Fabrik - Entstehung der Arbeitszeit (Industrie 1.0)
3.2 Industrie 2.0 - Elektrizität als Antriebskraft
3.3 Industrie 3.0 - Automatisierung durch Elektronik und IT-Technologie
3.4 Industrie 4.0 - Die digitale Revolution
3.5 Zusammenfassung

4 Arbeitszeit und Arbeitsproduktivität
4.1 Effizienz und Lebensqualität
4.2 Rückgang der Arbeitsproduktivität – viel ist nicht gleich viel
4.3 Flexibilisierung vs. Verkürzung der Arbeitszeit

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Eine Familie zu Beginn des 20. Jh., die auf knappen Raum arbeitet, kocht und wohnt; hier bei der Schürzenproduktion

Abb. 2: Die Badische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF) in Ludwigshafen auf einer Postkarte von 1881

Abb. 3: Feldlinien des elektrischen Feldes zwischen den positiven und negativen Ladungen

Abb. 4: Durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland im Zeitraum 1800 bis 1950

Abb. 5: Industrieroboter bei der Fließbandarbeit

Abb. 6: Beschäftigte in Wirtschaftsbereichen in Prozent von 1950 bis 2016

Abb. 7: Entwicklung Wochenarbeitszeit in Ost- und West-Deutschland von 1950 bis 2014

Abb. 8: Die langfristige Entwicklung der Arbeitsproduktivität in den G7-Volks- wirtschaften seit 1970

Abb. 9: Einkommen von digitalen Arbeitern (englisch: Crowd Worker) im Haupt- und Nebenerwerb

Abb. 10: Gegensatzpaare am Beispiel der Pole Plus und Minus

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung und Einleitung

„Weniger arbeiten“ war eine der ersten Forderungen einer sich organisierenden Sozialbewegung zu Beginn der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Hundert Jahre später, nach zwei Weltkriegen im Zeitraum 1914 bis 1945, konnte der Achtstundentag im Jahr 1965 bei einer 5-Tage-Woche in Deutschland eingeführt werden, mit dem Slogan „Samstags gehört Vati mir!“[1]

In dieser Arbeit wird versucht darzulegen, dass durch immer schneller werdende Ausbringungsmengen in der Produktion, Beschleunigungen von Informationen von einem zum anderen Ende der Welt, ermöglicht durch digitale Software und damit neuen Dienstleistungstechnologien, die Arbeitszeit verkürzt werden muss, bei gleichbleibenden Einkommen als neue Vollzeitbasis. Mit der Digitalisierung ist eine Entwicklung entstanden, die seit Jahren kritiklos unter dem SchlagwortWandeleingeleitet und von deutschen Politikern als „Industrie 4.0“ bezeichnet wird.

Kapitel zwei beschreibt die Denkmuster eines Zeitgeistes, der geprägt ist durch religiöse und absolutistische Denkmuster. In Kapitel drei werden die Entwicklung und der Wandel, von der Agrar- zur Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft aufgezeigt. Die Forderung nach einer Verkürzung der Arbeitszeit scheiterte in der ersten Phase der Industrialisierung in Deutschland an der geistigen Grundhaltung des Kaiserreichs. Erst im Laufe der Zeit setze sich bei zunächst einzelnen Unternehmern die Erkenntnis durch, dass nur ausgeruhte und gesunde Arbeitskräfte den Unternehmenserfolg steigern. Die sogenannte Industrie 4.0, gemeint ist die Digitalisierung, die in einen immer größer werden Dienstleistungssektor führte, hat nach Auffassung der Autorin, keine Verbesserung der Lebensqualität mit sich gebracht, sondern lediglich Beschleunigungen im Sinne von Daten- und Informationsverarbeitungen.

Kapitel vier widmet sich aufgrund dem Erkenntnisgewinn dieser Arbeit den Arbeitszeiten im Zusammenhang mit der Arbeitsproduktivität und schaut auf technologische und wirtschaftspolitische Entwicklungen.

Im Fazit (Kapitel fünf) wird ein Vergleich mit einer Oben- und Unten-Gesellschaft im Zusammenhang mit der Digitalisierung gezogen. Es wird verdeutlicht, wie die Menschen in „neuen Kleidern“ in alte Denkmuster und Zustände zurückgeworfen werden.

2 Von Gottes Gnaden und dem Geld - Die Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland

2.1 Religiöse und utilitaristische Denkmuster

Die Entwicklung des Wortes Arbeit (lat. arvum: Ackerland) rührt vom Ursprung der Arbeit auf dem Acker her und ist mit Mühsal und Not besetzt.[2]Faulheit oder Trägheit zählt in der christlichen Theologie zu den sieben Hauptlastern, den „Wurzeln“ von Todsünden. Ausdruck dieser Einschätzung ist das Sprichwort „Müßiggang ist aller Laster Anfang“.

Nicht nur religiöse oder adlige Führer, die sich für auserwählt ansahen, sondern auch andere Zeitgenossen bedienten und bedienen sich der Sprüche eines altertümlichen Denkmusters.[3]Der Utilitarismus[4]des aufkommenden Industriezeitalters, der von England ausging, stellte das Arbeitshaus im 19. Jahrhundert unter den altbiblischen Leitsatz "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen", um die aufkommenden Fabriken durch eine „Fabrikdisziplin“ gesellschaftlich durchsetzen zu helfen. Adlige und religiöse Kreise sahen in dieser Ansicht ihr Auserwähltsein von einem hohen Podest aus, d.h. nicht arbeiten zu müssen. Die Arbeit sollten die Untertanen für sie tun - Arbeit adelt, nur wer arbeitet, ist ein „guter Mensch“ und hat es verdient zu leben. Arme haben keinen Nutzen, deshalb müssen sie gezwungen werden zu arbeiten, wenn sie überleben wollen.

Der Begründer des Utilitarismus, der Brite Jeremy Bentham, bediente sich im 18. Jh. der allgemein bekannten Formel vom „Glück der größten Zahl“ um verantwortliches Regieren als oberstes Leitprinzip zu kennzeichnen. Vereinfacht ausgedrückt: Um eine Nutzenwirkung für eine zu erwartende Wohlfahrtswirkung zu ermitteln, werden sogenannte Glücksgrößen zu einem Gesamtbetrag addiert. Dabei bediente Bentham sich des Nettoüberschussbetrags an Lust oder Unlust. Jener Netto-Lustüberschussbetrag, der den vergleichsweise höchsten Nutzen erreicht, ist zu verwirklichen.

Bentham war auch dafür bekannt, Sklavenarbeit, Arbeitshäuser (Zwangsarbeit) und Kriege in Kauf zu nehmen, um einen Netto-Lust-Überschuss zu erreichen. Konkret: Wenn ein bestimmter Teil der Bevölkerung zur Arbeit gezwungen wird oder zu Billiglöhnen arbeiten muss, kommt dies einer „Mehrheit“ zugute. Die Kosten-Nutzen-Analyse ist auf den Utilitarismus zurückzuführen.[5]

In einer Zeit, in der die Sozialversicherung, zumindest in Deutschland, für Alter, Krankheit und Arbeitslosigkeit noch in weiter Ferne lag, hatten weder das Individuum, noch der kranke und alte Mensch einen selbstverständlichen Platz.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1:Eine Familie zu Beginn des 20. Jh. die auf knappen Raum arbeitet, kocht und wohnt; hier bei der Schürzenproduktion.[7]

Abb. 1 zeigt das Foto einer „Heimarbeiterfamilie“, das repräsentativ für die damalige Mehrheitsgesellschaft steht. Das Bild in dunklen Tönen gehalten, spiegelt die Tristesse der damaligen Zeit für viele Menschen wider.

[...]


[1]Schallmey, Elke: „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ Der Arbeitsmarkt im freien Fall des Shareholder Value? Eine kritische Betrachtung; Seite 20. Diplomarbeit aus dem Jahr 2013; Betriebswirtin (VWA)ebd. Seite 18 bis 20; veröffentlicht im Grin-Verlag, München 2014.

[2]Höffe, Otfried, Lexikon der Ethik, Seite 16, Verlag C. H. Beck, München 1992 und Weigand, Friedrich L.:Deutsches Wörterbuch. Hrsg.: Herman Hirt. 5. Auflage. Band 1. Walter de Gruyter, 1968, S.81.

[3]August Bebel, dem Gründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP): "Der Sozialismus stimmt mit der Bibel darin überein, wenn diese sagt: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." (1883) Adolf Hitler Gründer der NSDAP (1925): "Wer nicht arbeitet, soll nicht essen. Und wer nicht um sein Leben kämpft, soll nicht auf dieser Erde leben. Adolf Hitler Gründer der NSDAP (1925). Die Stalin-Verfassung von 1936 sah es als oberste Pflicht an: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

[4]Der Utilitarismus (lat.: Utilitas = Nutzen/Vorteil) ist eine Form der zweckorientierten Ethik, die in verschiedenen Varianten auftritt. Auf eine klassische Grundformel reduziert besagt er, dass eine Handlung genau dann moralisch richtig ist, wenn sie den aggregierten Gesamtnutzen, d.h. die Summe des Wohlergehens aller Betroffenen, maximiert. Der Utilitarismus ist auch in der Sozialphilosophie sowie den Wirtschaftswissenschaften von Bedeutung. Als Begründer gilt der Brite Jeremy Bentham (1748-1832.

[5]Die Kosten-Nutzen-Analyseist ein Überbegriff für unterschiedliche Analysen, die Nutzen und Kosten vergleichen und wird in zahlreichen Bereichen der öffentlichen Daseinsfürsorge zur Entscheidungsunterstützung eingesetzt; Grenznutzen = zusätzlicher Nutzen, der entsteht, wenn eine zusätzliche Einheit eines Gutes oder einer Dienstleistung konsumiert wird vs. abnehmender Grenznutzen, der Konsum eines Gutes stiftet mit zunehmender Menge einen immer geringeren Zusatznutzen von 1854 – Regeln den Volkswirtes Hermann Heinrich Gossen (1810–1858).

[6]Das Arbeitshaus war eine der wesentlichen Merkmale Mitte des 16. Jahrhunderts. Von Armut betroffene Menschen wurden dort aufgenommen, um sie aus der Öffentlichkeit zu entfernen, sie mussten ihre Arbeitskraft der manufakturellen Produktionsweise zur Verfügung stellen, die unter anderem die Haupteinnahme des absolutistischen Staats bildete. Außerhalb der Großfamilie war kein Leben möglich. Die „Familie“ musste für sich selbst sorgen, verbunden mit vielen Kindern, Zwängen und großer Armut.

[7]https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/bismarck-aera-elend-der-arbeiterfamilien.html.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Arbeit 4.0. Sollten wir weniger arbeiten?
Note
2.0
Autor
Jahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V448166
ISBN (eBook)
9783668828469
ISBN (Buch)
9783668828476
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeit 4.0, Hartz IV, Wandel der Arbeitswelt, Digitalisierung und Arbeitszeit, Industrieroboter, Reduzierung des Denkens, Oben- und Untengesellschaft, Arbeitszeitverkürzung, Flexible Arbeitszeiten, weniger arbeiten, Digitalisierung
Arbeit zitieren
Elke Schallmey (Autor), 2018, Arbeit 4.0. Sollten wir weniger arbeiten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448166

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