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Transgender und Intersexualität als Themen des Biologieunterrichts

Eine kriteriengeleitete Analyse von Unterrichtskonzepten

Titel: Transgender und Intersexualität als Themen des Biologieunterrichts

Bachelorarbeit , 2018 , 56 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ella Zemke (Autor:in)

Didaktik - Biologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigte sich, basierend auf der Queer Theory und den Gender Studies, mit der Frage, inwiefern Unterrichtskonzepte vielfältigkeitsorientiert sind, sodass sie jedes Individuum, losgelöst von geschlechtlichen Vorschreibungen, miteinbeziehen und respektieren. Die Analyse bezog sich auf Konzepte der Sekundarstufe I in NRW. Untersucht wurden wissenschaftliche Arbeiten zur Sexualerziehung, die Richtlinien zur Sexualerziehung und der Kernlehrplan für Nordrhein-Westfalen sowie gängige Lehrbücher aus dem Jahr 2017. Als Hauptkriterium der Analyse wurde eine queere Grundeinstellung ausgewählt, um die Anpassung an die aktuellen gesellschaftlichen Diskurse messen zu können. Eine Miteinbeziehung von Inter*sexualität und Trans*gender bedingt eine Loslösung von der vorherrschenden Vorstellung von Geschlecht, vor allem für jene Individuen, welche sich in der Gesellschaft außerhalb einer Geschlechtergrenze positionieren, in welcher einzig Mann* und Frau* existieren und gelten. In wissenschaftlichen Arbeiten wird die aktuelle Problematik wiederholt benannt, jedoch durch die mindere Behandlung von Trans*gender und Inter*sexualität auch produziert. Selbiges gilt für Richtlinien und den Kernlehrplan. Hier wird auf eine Individualentwicklung besonderen Wert gelegt, jedoch nur im Sinne einer Entwicklung hin zu einem Mann* oder einer Frau*. Auf benannte vielfältige Individuen wird kein Bezug genommen.

Die Untersuchung der Lehrbücher zeigte auf, dass sich isoliert eine Entkopplung von biologischem und psychischem Geschlecht verzeichnen lässt. Ferner findet eine Auseinandersetzung mit benannten Themen einzig durch eine Benennung, welche partiell diskriminierend und negativ besetzt ist, statt. In einem weiteren Schulbuch finden weder vielfältige Geschlechtsidentitäten, weder noch vielfältige sexuelle Orientierungen Beachtung.

Demnach herrschen für Individuen, welche Trans*gender oder inter*sexuell sind, fortwährend diskriminierende Grundbedingungen und Einstellungen, aus welchen praktischer Schulunterricht hervorgeht. Die Konstruktion von Lösungsansätzen gestaltete sich vielseitig, wie zum Beispiel durch den Vorschlag eines Begriff-Inventars, welcher eine neutrale Benennung von Personen ermöglicht, wodurch jedes Subjekt Beachtung in Unterrichtskonzepten finden kann. Im Verlauf der Untersuchung war festzustellen, dass die Gesellschaft sich in einer Umbruchsphase befindet, welcher es vor allem bei dieser Thematik an Sensibilisierung bedarf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Abstract

2.) Einleitung

3.) Theoretischer Hintergrund

3.1.) Soziales Konstrukt der Heteronormativität

3.2.) Gender Studies

3.3.) Queer Theory

3.4.) Definition von Inter*sexualität und Trans*gender

3.5.) Sexualerziehung

4.) Forschungsstand und Hinführung zur Pädagogik

5.) Analyse vorherrschender Unterrichtskonzepte NRW’s der Sekundarstufe I

5.1.) Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule

5.2.) Vielfältigkeit der Queer Theory als Basiskonzept des Schulwesens und als Kriterium der Untersuchung

5.2.1.) Untersuchung wissenschaftlicher Arbeiten

5.2.2.) Untersuchung der Richtlinien der Sexualerziehung in NRW

5.2.3.) Untersuchung des Kernlehrplans NRW

5.2.4.) Untersuchung der Sexualerziehung in Lehrbüchern

5.3) Lösungsansätze

6.) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht auf Basis der Queer Theory und Gender Studies, inwiefern aktuelle Unterrichtskonzepte in der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen vielfältigkeitsorientiert gestaltet sind. Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, ob diese Konzepte die Bedürfnisse von Trans*- und Inter*personen berücksichtigen oder weiterhin von heteronormativen Strukturen geprägt sind, die eine vollständige Einbeziehung dieser Individuen behindern.

  • Analyse der theoretischen Fundierung durch Queer Theory und Gender Studies.
  • Untersuchung der gesetzlichen Richtlinien und des Kernlehrplans für NRW hinsichtlich geschlechtlicher Vielfalt.
  • Kritische Analyse aktueller Biologie-Lehrbücher auf diskriminierende oder vielfältigkeitsorientierte Darstellung.
  • Entwicklung von Lösungsansätzen für eine diversitätssensible und queere Sexualerziehung im schulischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.1.) Soziales Konstrukt der Heteronormativität

„Der Begriff der ‚Heteronormativität‘ ist aus gegenwärtigen gender- und queerpolitischen Diskursen und Praxen nicht mehr wegzudenken.“ Heteronormativität beschreibt die Grundzüge eines schematischen, menschlichen Denkens. Die theoretischen Ansätze der beiden folgenden Kapitel basieren auf diesem Konzept. Auch in der Zusammenbringung mit didaktischen Ansätzen spielt der damit verbundene Terminus der Normalität eine prägnante Rolle.

Der Terminus -hetero impliziert eine binäre Geschlechterkultur. Gemeint sind Geschlechter, welche sich voneinander abgrenzen. Den Begriff fest auf eine Definition zu begrenzen wäre paradox, da es sich hier um ein wandelbares Konzept, welches abhängig von gesellschaftlichen Diskursen und Ereignissen ist, handelt. Das Konzept selbst „soll als dynamisch betrachtet werden.“ Eine passende Beschreibung liefern und Klesse und weitere:

Der Begriff der Heteronormativität beschreibt Heterosexualität als ein zentrales Machtverhältnis, das alle wesentlichen gesellschaftlichen und kulturellen Bereiche, ja die Subjekte selbst durchzieht. In der gängigen Rezeption referiert der Begriff auf die wechselseitige Verwiesenheit von Geschlecht und Sexualität und hebt die Erkenntnis hervor, dass vorherrschende Geschlechterdiskurse in mehrfacher Weise heterosexualisiert sind: Sie basieren zum einen auf der Annahme von zwei klar voneinander abgrenzbaren, sich ausschließenden Geschlechtern und zum anderen auf der Setzung von heterosexuellem Begehren als natürlich und normal.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Abstract: Zusammenfassung der zentralen Forschungsfrage und der methodischen Herangehensweise der Analyse queerer Konzepte in NRW.

2.) Einleitung: Einführung in die Relevanz geschlechtlicher Vielfalt und die rechtlichen sowie gesellschaftlichen Herausforderungen für Trans*- und Inter*menschen.

3.) Theoretischer Hintergrund: Darstellung der zentralen Konzepte Heteronormativität, Gender Studies und Queer Theory sowie Definitionen von Inter*sexualität, Trans*gender und Sexualerziehung.

4.) Forschungsstand und Hinführung zur Pädagogik: Einblick in historische Entwicklungen der Sexualerziehung und die Rolle der Schule im Spannungsfeld zwischen Elternrecht und pädagogischem Auftrag.

5.) Analyse vorherrschender Unterrichtskonzepte NRW’s der Sekundarstufe I: Detaillierte Untersuchung von Bildungsauftrag, Richtlinien, Kernlehrplänen und Lehrbüchern auf ihre Inklusivität und queere Ausrichtung.

6.) Fazit: Zusammenfassende Bewertung der lückenhaften Unterrichtskonzepte und Ausblick auf notwendige Veränderungen für eine inklusivere Bildungspraxis.

Schlüsselwörter

Queer Theory, Gender Studies, Heteronormativität, Sexualerziehung, Trans*gender, Inter*sexualität, Biologieunterricht, Geschlechterkonstruktion, Diversität, Diskriminierung, Schulpädagogik, Vielfältigkeit, Schulbücher, Identität, Lehrplan

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie vielfältigkeitsorientiert Unterrichtskonzepte in der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen sind, insbesondere in Bezug auf die Themen Trans*gender und Inter*sexualität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Queer Theory, der Bedeutung von Heteronormativität in Schulen, sowie der Analyse von offiziellen Richtlinien, Lehrplänen und gängigen Biologie-Lehrbüchern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern Unterrichtskonzepte so vielfältigkeitsorientiert gestaltet sind, dass sie jedes Individuum losgelöst von starren geschlechtlichen Vorschreibungen einbeziehen und respektieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine kriteriengeleitete Analyse von Unterrichtskonzepten, fundiert auf den theoretischen Rahmen der Queer Theory und Gender Studies.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Bildungsauftrag der Schule, die Richtlinien zur Sexualerziehung in NRW, den Kernlehrplan Biologie sowie konkret eingesetzte Lehrbücher aus dem Jahr 2017.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Queer Theory, Heteronormativität, Trans*gender, Inter*sexualität und Diversität definiert.

Warum ist der Begriff der „Heteronormativität“ für die Analyse so wichtig?

Er dient als kritischer Analyseraster, um zu zeigen, wie Schulen durch die binäre Unterscheidung von Mann und Frau unbewusst andere Identitäten ausschließen oder als „Abweichung“ markieren.

Welche Kritik übt die Autorin an aktuellen Lehrbüchern?

Die Autorin kritisiert, dass viele Schulbücher Trans* und Inter*themen entweder gar nicht behandeln oder nur als „Störung“ bzw. biologische Abweichung pathologisieren, anstatt sie als Teil normaler menschlicher Vielfalt darzustellen.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Transgender und Intersexualität als Themen des Biologieunterrichts
Untertitel
Eine kriteriengeleitete Analyse von Unterrichtskonzepten
Hochschule
Universität Münster  (Didaktik der Biologie)
Note
1,0
Autor
Ella Zemke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
56
Katalognummer
V448263
ISBN (eBook)
9783668829282
ISBN (Buch)
9783668829299
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transgender intersexualität themen biologieunterrichts eine analyse unterrichtskonzepten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ella Zemke (Autor:in), 2018, Transgender und Intersexualität als Themen des Biologieunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448263
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Leseprobe aus  56  Seiten
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