Durch die Emanzipation der Frauen hat sich die Frauenrolle in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Die Forderung des Feminismus nach Gleichberechtigung hat ihren Lauf genommen. Das Leben der Frau dreht sich nicht mehr nur um die berühmten, aber veralteten „drei K: Kinder, Küche, Kirche“.
Frauen sind selbstbewusst, wissen, was sie wollen und verfolgen ihre Ziele konsequent, manchmal ohne Rücksicht auf Verluste. In allen Lebensbereichen sind Frauen vertreten, sie stehen den Männern um fast nichts nach.
„… feminism was the single most powerful political discourse of the twentieth century, shaping up to have an even greater impact in the twenty-first.“ (Whitehead/Barrett, 2001, S. 3)
Frauen haben sich verändert, da sie vieles zu gewinnen hatten und haben, auch Männer haben sich geändert, nicht so rasant wie Frauen, denn nach wie vor leben sie bevorzugt ihre alte, traditionelle Geschlechterrolle, sie sehen sich als Ernährer der Familie und teilweise werden Frauen immer noch unterdrückt, vor allem in nicht-westlichen Ländern.
Zwischen den Geschlechtern herrschen nach wie vor Ungleichheit, gegenseitige Beschuldigungen und große Missverständnisse, die oftmals auch auf Klischees, Vorurteilen und Irrtümern bauen.
Bis zur Gleichberechtigung ist es noch ein langer Weg und die Emanzipation der Frauen ist nach wie vor im Gange, doch nun ist auch die Männerbewegung im Vormarsch, was man/frau sehr begrüßen kann.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Männern und ihrer Männlichkeit, ihrer Geschlechterrolle, die sich im Wandel befindet, ihrer Sozialisation, ihrer Rolle in der Gesellschaft und wie sie (teilweise!) von Frauen oder Feministinnen gesehen werden. Deshalb werde ich auch Themen aufgreifen, die selten oder nie in Verbindung mit Frauen erwähnt werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
2. MÄNNERARBEIT – MÄNNERBEWEGUNG – MÄNNERFORSCHUNG – MÄNNLICHKEIT
2.1. Definition
2.2. Die Rolle des Feminismus
2.3. Vertreter
2.4. Themen und Ziele
3. BIOLOGIE DER GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE
3.1. Wechselwirkung von Anlage und Umwelt
4. THEORIEN DER GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE
4.1. Psychoanalytische Theorie
4.2. Kognitionspsychologische Theorie
4.3. Erziehung – Lerntheoretische Erklärung
4.4. Feministisch-konstruktivistische Theorie
5. GESCHLECHT: MANN
5.1. Männer – Männlichkeiten
5.2. Die Bedeutung der Mutter
5.3. Die Bedeutung des Vaters
5.4. Buben in der Schule
5.5. Die Bedeutung von Gleichaltrigen im Kindes und Jugendalter
5.6. Die Bedeutung von Mädchen und Frauen
5.7. Männer unter sich
5.8. Überlieferte Prinzipien des Mannseins, die auf seine Lebensbewältigung wirken
5.8.1. Innenwelt und Außenwelt
5.8.2. Männer und Gefühle
5.8.3. Männer und Gewalt
5.8.4. Männer und Macht
5.8.5. Männer und Homophobie
5.8.6. Männer und Sexualität
5.9. Gesundheit
5.10. Suizid
5.11. Die Bedeutung der Arbeit
5.11.1. Technik und Wirtschaft
5.12. Partnerschaft, Familie, Kinder
5.12.1. Die Angst des Mannes vor der (starken) Frau
5.12.2. Scheidung und Sorgerecht
5.13. Das Bild des Mannes in den Medien
6. DER FEMINISTISCHE BLICK AUF MÄNNER
6.1. Ist Gewalt männlich?
6.2. Begünstigt Pornographie sexuelle Gewalt?
6.3. Sexueller Missbrauch – War’s der Vater, Onkel, Nachbar oder der Fremde mit den Süßigkeiten?
6.4. Sexualtrieb – Männer wollen immer nur das „Eine“!?
6.5. Die Unlust des Mannes – „Ich glaub’, ich bekomme Migräne!“
6.6. Verhütung ist Frauensache und außerdem will ich nur ein Kind!
7. DIALOG ZWISCHEN FRAUEN UND MÄNNERN
7.1. Kritik am Feminismus und Maskulismus
8. WEGE ZUM “NEUEN” MANN
9. WOHIN FÜHRT UNS DIE MÄNNERBEWEGUNG?
10. FORSCHUNG UND INTERPRETATION
10.1. Entstehung der Forschung
10.2. Untersuchungsgegenstand
10.3. Aufbau des Fragebogens
10.4. Ergebnisse
10.5. Interpretation
10.6. Fazit
11. SCHLUSSWORTE
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Identität, Sozialisation und gesellschaftliche Rolle des modernen Mannes im Kontext des Feminismus sowie der sich wandelnden Geschlechterverhältnisse, um ein differenzierteres Verständnis männlicher Identitätsfindung zu fördern.
- Männerforschung und die Entwicklung der Männerbewegung
- Biologische und psychologische Grundlagen der Geschlechtsunterschiede
- Die Rolle von Familie, Vaterschaft und Erziehung bei der Identitätsbildung
- Die Auswirkungen traditioneller Männlichkeitsbilder auf Gesundheit und Partnerschaft
- Analyse männlicher Erfahrungen in einer sich wandelnden Gesellschaft mittels empirischer Forschung
Auszug aus dem Buch
5.1. Männer – Männlichkeiten
Bevor eine Darstellung vom Mann beginnen kann, ist es wichtig, erstmals zwischen Formen von Männlichkeit zu unterscheiden, da eine Generalisation zu einfach wäre. Hierunter fallen Faktoren wie Rasse, soziale Schicht, Hetero- sowie Homosexualität u.a. Zu erwähnen ist, dass Männer aus der Mittelschicht sich im Gegensatz zu Männern aus den unteren Schichten mehr für die weibliche Gleichberechtigung einsetzen. (vgl. Hollstein, 1995, S. 94) Innerhalb der verschiedenen Formen gibt es jedoch auch „Beziehungen zwischen Männlichkeiten“ (Connell, 1999, S. 97), worunter das Geschlechterverhältnis unter Männer verstanden wird. Oder anders ausgedrückt ist es eine „Form von Männlichkeit, die in einer gegebenen Struktur des Geschlechterverhältnisses die bestimmende Position einnimmt, eine Position allerdings, die jederzeit in Frage gestellt werden kann.“ (ebd.) Diese Konzepte sind „Handlungsmuster, die in bestimmten Situationen innerhalb eines veränderlichen Beziehungsgefüges entstehen.“ (ebd., S. 102)
Connell unterscheidet hier vier Konzepte:
1. Hegemonie
2. Unterordnung
3. Komplizenschaft
4. Marginalisierung
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Die Autorin reflektiert die Entstehung ihrer Diplomarbeit und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der Frauenemanzipation auf die Rolle des Mannes.
2. MÄNNERARBEIT – MÄNNERBEWEGUNG – MÄNNERFORSCHUNG – MÄNNLICHKEIT: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Männerforschung und beschreibt die Entstehung der Männerbewegung als Reaktion auf den Feminismus.
3. BIOLOGIE DER GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE: Hier werden die biologischen Grundlagen der Geschlechtsdifferenzierung und deren Einfluss auf die menschliche Entwicklung und das Verhalten beleuchtet.
4. THEORIEN DER GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE: Das Kapitel stellt verschiedene psychologische und konstruktivistische Ansätze vor, die erklären sollen, wie sich Geschlechtsidentität und Sozialisation entwickeln.
5. GESCHLECHT: MANN: Dieser umfangreiche Abschnitt analysiert das soziale Geschlecht und die Identität des Mannes unter Berücksichtigung von Sozialisation, Vaterschaft, Bildung, Beruf und Partnerschaft.
6. DER FEMINISTISCHE BLICK AUF MÄNNER: Eine kritische Auseinandersetzung mit feministischen Perspektiven auf Männlichkeit, Gewalt und Machtstrukturen.
7. DIALOG ZWISCHEN FRAUEN UND MÄNNERN: Das Kapitel plädiert für einen konstruktiven, kritischen Dialog zwischen den Geschlechtern zur Überwindung eingefahrener Opfer-Täter-Narrative.
8. WEGE ZUM “NEUEN” MANN: Hier werden Prioritäten und Wege für eine qualitativ bessere Lebensgestaltung des modernen Mannes vorgeschlagen.
9. WOHIN FÜHRT UNS DIE MÄNNERBEWEGUNG?: Ein Ausblick auf die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung hinsichtlich Geschlechtergerechtigkeit und Machtverhältnissen.
10. FORSCHUNG UND INTERPRETATION: Die Autorin präsentiert die methodische Vorgehensweise ihrer eigenen Studie sowie deren empirische Ergebnisse und Interpretationen.
11. SCHLUSSWORTE: Ein abschließendes Fazit zur Relevanz des Dialogs über Geschlechterrollen in der modernen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Männerforschung, Männlichkeit, Sozialisation, Geschlechterrolle, Identitätsfindung, Feminismus, Männerbewegung, Partnerschaft, Vaterschaft, Geschlechtsunterschiede, Machtverhältnisse, Gewalt, Gender Mainstreaming, Soziale Konstruktion, Lebensbewältigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit thematisiert die Rolle des modernen Mannes in einer Gesellschaft, die durch den Feminismus und tiefgreifende Veränderungen der traditionellen Geschlechterrollen geprägt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Männerforschung, biologische und soziale Grundlagen von Männlichkeit, Einflüsse von Familie und Erziehung sowie die kritische Reflexion des Geschlechterdialogs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die veränderte Identität des Mannes zu erforschen und Ansätze für ein sinnerfülltes Mannsein aufzuzeigen, das sich von veralteten patriarchalen Stereotypen löst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung psychologischer und soziologischer Fachliteratur sowie einer eigenen empirischen Fragebogenerhebung im Internet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Theorien zur Identitätsentwicklung, die Bedeutung von Familie und Vaterschaft, psychologische Aspekte wie Angst und Gewalt sowie die Auswirkungen dieser Faktoren auf die moderne Partnerschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am treffendsten durch Begriffe wie Männerbewegung, Männlichkeitskonzepte, Geschlechtergerechtigkeit, Sozialisation und Identitätswandel beschreiben.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Vaters?
Die Arbeit betont die signifikante Bedeutung des Vaters als Identifikationsfigur und Partner, der eine aktive Rolle in der Erziehung übernehmen sollte, um eine gesunde emotionale Entwicklung der Söhne zu fördern.
Welche Rolle spielt die Gewalt im Kontext männlicher Identität?
Gewalt wird in der Arbeit als dysfunktionales Mittel der Männlichkeitsbestätigung interpretiert, das oft aus erlernten patriarchalen Mustern und dem Mangel an emotionalen Ausdrucksformen resultiert.
Wie werden die empirischen Ergebnisse interpretiert?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die befragten Männer mehrheitlich moderne Rollenbilder bevorzugen, bei denen Gleichberechtigung, Familie und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben im Vordergrund stehen.
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- Syzane Berisha (Author), 2005, Feminismus vs. Maskulismus - der aus dem Blick geratene Mann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44831