Im Werk Schnurres findet sich sehr häufig das Thema Schuld als zentraler Begriff. Daher spoll „Schnurres Grundkonstante“ ein wenig näher betrachtet werden. Das Thema Schuld im gesamten Werk Schnurres zu beleuchten, ist sicherlich schwer zu realisieren, daher soll sich diese Arbeit an zwei Beispielen orientieren, und zwar an den beiden Kurzgeschichten „Die Tat“ und „Auf der Flucht“. Ziel dieser Arbeit ist es, das Motiv „Schuld“ bei Schnurre an diesen Werken zu belegen und die Art der Schuld, welche Schnurre thematisiert, zu konkretisieren. Dazu soll in kurzer Form der Inhalt der Kurzgeschichten wiedergegeben, gegebenenfalls die Struktur erläutert und der Begriff der Schuld an beiden Beispielen beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Kurzgeschichte "Die Tat"
2.1. Hintergrund der Kurzgeschichte
2.2. Inhalt der Kurzgeschichte
2.3. Struktur der Kurzgeschichte
2.3.1. Zeitebenen der Kurzgeschichte
2.3.2. Die Erzählperspektiven der Kurgeschichte
2.4. Das Schuldmotiv in "Die Tat"
3. Die Kurzgeschichte "Auf der Flucht"
3.1. Hintergrund der Kurzgeschichte
3.2. Inhalt der Kurzgeschichte
3.3. Das Schuldmotiv in "Auf der Flucht"
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Schuldmotivs im literarischen Schaffen von Wolfdietrich Schnurre. Anhand der Kurzgeschichten „Die Tat“ und „Auf der Flucht“ wird analysiert, wie die Protagonisten mit Schuld umgehen, welche Rolle das Gewissen bei der Verarbeitung einnimmt und ob eine tatsächliche Sühne in den jeweiligen Kontexten möglich ist.
- Analyse des Schuldbegriffs im Kontext der Nachkriegsliteratur
- Strukturelle Untersuchung von Zeitebenen und Erzählperspektiven
- Vergleich der Gewissensverarbeitung zwischen den beiden Werken
- Untersuchung von Verdrängungsmechanismen versus Selbsterkenntnis
- Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen von Sühne
Auszug aus dem Buch
2.4. Das Schuldmotiv in „Die Tat“
„Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht die Frage, wie ein schuldig gewordener Mensch mit seiner Schuld leben kann und ob es überhaupt so etwas wie Sühne gibt.“
Die Schuld, um welche es sich handelt, sieht Kalex (1970) im Mitläufertum. Sie legt dar, dass Zabel sich zwar nicht als Initiator des Katzenmordes, jedoch ob seiner Unfähigkeit, die Handlungsweise seines Freundes Erwin zu unterbinden und seiner Übernahme des aggressiven Verhaltens dennoch schuldig gemacht hat.
„Im persönlichen Mitläufertum Zabels spiegelt sich das politische Mitläufertum des Anwalts. Auf Disziplin und Kriegsrecht gestützt, mit zusätzlicher Rückendeckung durch Sachverständigengutachten, meinte der Anwalt, als Kriegsgerichtsrat der unangenehmen Verpflichtung einer persönlichen Gewissensentscheidung entgehen zu können.“
Diesem Zitat entnehmen wir den Begriff des „Gewissens“, der auch in der Betrachtung Schnurres eine große Rolle spielt. Das Gewissen als Verarbeitungsinstanz der Schuld und Initiator des Schuldgefühls erscheint in der Kurzgeschichte des Öfteren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Autors Wolfdietrich Schnurre und Hinführung zur zentralen Forschungsfrage bezüglich der Thematik Schuld in seinem Werk.
2. Die Kurzgeschichte "Die Tat": Analyse des Hintergrunds, Inhalts und der komplexen Erzählstruktur, die das Schuldmotiv von Zabel und dem Anwalt beleuchtet.
2.1. Hintergrund der Kurzgeschichte: Erläuterung der Entstehungsgeschichte und der biografischen Bezüge zur traumatischen Kindheitserfahrung des Autors.
2.2. Inhalt der Kurzgeschichte: Darstellung der Handlung, in der ein Anwalt die Geschichte eines Soldaten und dessen Schuld am Mord einer Katze reflektiert.
2.3. Struktur der Kurzgeschichte: Untersuchung der zeitlichen Verschränkungen und der narrativen Ebenen.
2.3.1. Zeitebenen der Kurzgeschichte: Systematisierung der chronologischen Ereignisse und der Erzählzeit gegenüber der erzählten Zeit.
2.3.2. Die Erzählperspektiven der Kurgeschichte: Analyse der verschiedenen Ich-Erzähler-Instanzen und deren Wirkung auf den Rezipienten.
2.4. Das Schuldmotiv in "Die Tat": Diskussion über Mitläufertum, die Rolle des Gewissens und die Frage nach der Sühne im Werk.
3. Die Kurzgeschichte "Auf der Flucht": Analyse der Schuldproblematik in einer extremen Notlage durch Hunger und Entbehrung.
3.1. Hintergrund der Kurzgeschichte: Betrachtung der Entstehung und der autobiografischen Einflüsse auf die Erzählung.
3.2. Inhalt der Kurzgeschichte: Beschreibung des verzweifelten Kampfes einer Familie um das nackte Überleben und die Entscheidung des Vaters.
3.3. Das Schuldmotiv in "Auf der Flucht": Untersuchung der Frage, ob in einer absoluten Ausnahmesituation moralische Schuld überhaupt existieren kann.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur Schuldverarbeitung und zum Stellenwert des individuellen Gewissens bei Schnurre.
Schlüsselwörter
Wolfdietrich Schnurre, Schuldmotiv, Kurzgeschichte, Gewissen, Nachkriegsliteratur, Sühne, Die Tat, Auf der Flucht, Mitläufertum, Schuldgefühl, Erzählperspektive, Schuldverarbeitung, Selbsterkenntnis, Verdrängung, moralische Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das zentrale Thema der „Schuld“ in den Kurzgeschichten von Wolfdietrich Schnurre und analysiert, wie seine Figuren mit ihrer moralischen Verantwortung umgehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Schuld, Sühne, das Gewissen als moralische Instanz, sowie die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen und Mitläufertum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Motiv der Schuld in den Werken „Die Tat“ und „Auf der Flucht“ zu belegen und zu konkretisieren, wie Schnurre das Verhältnis von Schuld und Sühne darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse, inklusive der Untersuchung von Erzählstrukturen, Zeitebenen und der Einbeziehung literaturkritischer Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der beiden Kurzgeschichten, wobei jeweils Hintergrund, Inhalt und die spezifische Ausprägung der Schuldproblematik erläutert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schuldmotiv, Gewissen, Schuldverarbeitung, Sühne, Mitläufertum und die erzähltechnische Gestaltung von Schnurres Kurzgeschichten.
Wie unterscheidet sich die Schuld in „Die Tat“ von der in „Auf der Flucht“?
In „Die Tat“ geht es um ein bewusstes oder verdrängtes Mitläufertum, das durch eine Tat aufgearbeitet werden soll. In „Auf der Flucht“ steht der Protagonist in einer extremen Überlebensnotlage, in der die moralische Schuld fraglich bleibt.
Welche Rolle spielt das Gewissen bei den Charakteren?
Das Gewissen dient als innere Instanz, die Schuldgefühle initiiert. Während Zabel in „Die Tat“ aktiv versucht, sein Gewissen zu entlasten, zeigt der Anwalt eine Abwehrhaltung, und der Mann in „Auf der Flucht“ erlebt eine stille, moralische Zerrissenheit.
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- Stefan Altschaffel (Author), 2003, Das Schuldmotiv bei Wolfdietrich Schnurre am Beispiel der Kurzgeschichten "Die Tat" und "Auf der Flucht", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44833