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Sexualität im Alter / Altenheim

Title: Sexualität im Alter / Altenheim

Term Paper , 2005 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanna Simmerl (Author)

Psychology - Social Psychology
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Ich arbeite seit 11 Jahren als Heilpädagogin im Sozialen Dienst in einem Seniorenpflegeheim bei einem konfessionellen Trägerverein.
In all den Jahren ist niemals bei Teamgesprächen oder Dienstleitersitzungen intensiv über den Umgang mit Sexualität älterer pflegebedürftiger Menschen im Pflegeheim gesprochen worden oder ein Leitfaden zu dieser Thematik entstanden. „Niemand wird daran zweifeln, dass alte Menschen noch Bedürfnisse haben: Essen, Trinken, Schlafen ... - aber Sex? Gibt es bei älteren Menschen ein Verlangen nach Lust und Liebe oder endet Sexualität mit dem Alter?“.
Der Bewohner, der in einer stationären Einrichtung lebt, muss ständig damit rechnen, gestört zu werden, das heißt: dass entweder das Pflegepersonal, unangemeldeter Besuch oder andere Mitbewohner in seine Wohnung kommen. Zahlreiche Untersuchungen belegen die Existenz von Alterssexualität. Wenn dies so ist, dann dürfte auch Sexualität in Heimen eine Rolle spielen. Es ist anzunehmen, dass sie heimlich und mit Ängsten behaftet gelebt oder eben auch unterdrückt wird.
Ein weiteres Problem ergibt sich aus dem Zusammenleben der Paare in Seniorenpflegeheimen.
Verheiratete dürfen mittlerweile in einem Doppelzimmer leben, wogegen noch nicht verheiratete Paare oft räumlich getrennt leben müssen.
In den heutigen Pflegeeinrichtungen leben vorwiegend 80 Prozent Frauen und 20 Prozent Männer.
Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in stationären Einrichtungen nimmt aufgrund der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahren rapide zu. Schon jetzt sprießen die stationären Altenpflegeeinrichtungen wie `Pilze aus dem Boden´. In diesem Zusammenhang wird auch die Qualität der Einrichtungen mehr und mehr in den Vordergrund rücken. Im Qualitätsmanagement versteht man unter Qualität vor allem Kundenzufriedenheit bzw. die Fähigkeit, Kundenerwartungen zu erfüllen oder gar zu übertreffen.
Es ist zu erwarten, dass die oben skizzierte Thematik auch als eine Facette der Qualität wichtiger werden wird, gerade auch unter den Bedingungen zunehmender Konkurrenz. Sexualität in Altenheimen als Teil der Sexualität im Alter ist bis heute gesellschaftlich weitgehend tabuisiert. Diese Arbeit möchte einen Überblick geben über wichtige Ergebnisse der Forschung, über die Rahmenbedingungen der Alterssexualität insbesondere in Heimen und sie möchte einige Forderungen aufstellen, die ein besseres menschenwürdiges Selbstverständnis in Heimen unter Einbeziehung der Sexualität erst möglich machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Problemstellung

1. Geschichtliche Aspekte der Thematik

1.1 Geschichtlicher Abriss der Entstehung der Heime

2. Definition Sexualität

2.1 Sexuelle Bedürfnisse

2.2 Sexuelles Verlangen/Libido

2.3 Kommunikation

2.4 Zärtlichkeit

3. Einstellungen zur Sexualität und Auswirkungen

4. Gesellschaft

4.1 Die frühere gesellschaftliche Einstellung zur Sexualität

4.2 Kulturhistorische Tabus

4.3 Gesellschaftliche Tabus

4.4 Die heutige Einstellung zur Sexualität als Ergebnis der letzten 45 Jahre

4.5 Sexualmythen im Alter

5. Sexualität im Alter

5.1 Geschlechtsspezifische Unterschiede

5.2 Was bedeutet das

5.3 Empirische Untersuchungen

5.4 Bevorzugte Formen der Sexualität im Alter

5.5 Tabuisierung

6. Sexualität in Heimen

6.1 Sexualität der Bewohner/Innen

6.2 Pflegefachkräfte und Sexualität

6.3 Sexualität an demenz Erkrankter

7. Zukunft – Aussichten

7.1 Demographische Entwicklung

7.2 Qualitätsmanagement im Pflegebereich Unternehmensphilosophie, Kundenzufriedenheit

7.3 Forderungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit dem tabuisierten Thema der Sexualität älterer pflegebedürftiger Menschen im stationären Pflegeheim. Ziel ist es, die bestehenden Rahmenbedingungen kritisch zu beleuchten und Forderungen zu erarbeiten, die ein menschenwürdiges Selbstverständnis unter Einbeziehung der Sexualität in Heimen ermöglichen.

  • Wissenschaftliche Grundlagen der Sexualität und deren Definition im Alter
  • Einfluss gesellschaftlicher und kulturhistorischer Tabus auf die Alterssexualität
  • Psychologische und biographische Aspekte des Sexualverhaltens im Alter
  • Herausforderungen für Pflegefachkräfte im Umgang mit der Sexualität der Bewohner
  • Integration von Sexualität in das Qualitätsmanagement stationärer Einrichtungen

Auszug aus dem Buch

2.4 Zärtlichkeit

Zärtlichkeit ist auch eine tiefe Sehnsucht nach menschlicher Nähe, um im Körper das Angenommen-sein erleben zu können.

Sie ist ein starker Ausdruck der Sinnlichkeit, und Sinnlichkeit heißt nicht nur mit den fünf Sinnen oder nur sexuell triebhaft empfinden, sondern ganzheitliche Liebe erfahren.

Mit der Zärtlichkeit, die der Mensch über die Haut erfährt, kann er spüren, aber auch selber weitergeben, was er oder der Partner fühlt. Das füreinander Dasein lässt den Menschen in Glücksmomente versetzen.

Ein Mensch ohne Hautkontakte, kann auf Dauer nicht überleben. Der Mensch vereinsamt und stirbt letztendlich an seelischer Verkümmerung.

„Zärtlichkeit ist eine Kommunikation der Liebe.“

Durch Zärtlichkeiten können Leiden und Schmerzen gelindert werden. Zärtlichkeiten brauchen Zeit, um übermittelt zu werden, und gerade die geht oft im Pflegealltag durch betriebswirtschaftlich reglementierte Pflegearbeitsabläufe unter.

Zärtlichkeit ist auch ein Bestandteil der Sexualität, ohne sie würde die Sexualität nur zum bloßen Akt, zum Machtkampf bis zur Vergewaltigung.

Sie ermöglicht Intimität in tiefer Begegnung bis zur sexuellen Vereinigung.

Ältere Männer und Frauen meiden Zärtlichkeiten, weil sie kein Recht auf Lust beanspruchen dürften, sie nicht über ihre Bedürfnisse sprechen oder eine falsch verstandene Rücksichtnahme leben.

Zusammenfassung der Kapitel

Problemstellung: Die Autorin identifiziert die Vernachlässigung des Themas Sexualität im Pflegealltag und formuliert die Notwendigkeit, dieses Bedürfnis als Bestandteil menschlicher Würde anzuerkennen.

1. Geschichtliche Aspekte der Thematik: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Sexualforschung und die historische Entwicklung der stationären Altenpflegeheime.

2. Definition Sexualität: Hier wird Sexualität als ganzheitlicher Teil der Persönlichkeit definiert, der weit über die reine Fortpflanzungsfunktion hinausgeht.

3. Einstellungen zur Sexualität und Auswirkungen: Das Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen positiver Einstellung zur Sexualität, Gesundheit und Lebensqualität.

4. Gesellschaft: Eine Analyse gesellschaftlicher Tabus und der Auswirkungen von Pille, Feminismus und sexueller Aufklärung auf das heutige Verständnis.

5. Sexualität im Alter: Dieses Kapitel thematisiert die geschlechtsspezifischen Biographien sowie empirische Befunde zum Sexualverhalten älterer Menschen.

6. Sexualität in Heimen: Ein kritischer Blick auf die institutionellen Rahmenbedingungen, die Sexualität erschweren, sowie den Umgang von Pflegekräften damit.

7. Zukunft – Aussichten: Es wird diskutiert, wie demographischer Wandel und Qualitätsmanagement eine neue Perspektive für Sexualität in Pflegeheimen eröffnen könnten.

Schlüsselwörter

Alterssexualität, Altenpflege, Stationäre Einrichtung, Intimsphäre, Biografiearbeit, Qualitätsmanagement, Zärtlichkeit, Sexualmoral, Tabuisierung, Pflegequalität, Menschenwürde, Bedürfnisse, Sexualforschung, Demenz, Altersheime.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die oft tabuisierte Thematik der Sexualität von älteren Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen biographische Prägungen, gesellschaftliche Vorurteile, institutionelle Barrieren und die Rolle des Pflegepersonals.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse älterer Menschen im Heim zu schaffen und Wege für eine menschenwürdige Einbeziehung der Sexualität in die Pflege aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Einbezug empirischer Studien sowie der praktischen Erfahrung der Autorin als Heilpädagogin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Hintergründe, Definitionen von Sexualität, Einflüsse von Mythen und Normen sowie die spezifischen Rahmenbedingungen im Pflegeheim.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Alterssexualität, Intimsphäre, Pflegealltag, Biografie und Qualitätsmanagement.

Warum ist das Thema Sexualität bei Demenz besonders sensibel?

Bei Demenz kann das Ausdrucksverhalten beeinträchtigt sein, weshalb Pflegekräfte besonders feinfühlig zwischen sexuellem Verlangen und anderen Bedürfnissen unterscheiden müssen.

Welchen Einfluss hat das Qualitätsmanagement auf das Thema?

Eine moderne Unternehmensphilosophie im Heim kann dazu beitragen, individuelle Bedürfnisse wie Sexualität als Teil der Kundenzufriedenheit in die Pflegequalität zu integrieren.

Welche konkreten Forderungen stellt die Autorin?

Sie fordert u.a. bessere Ausbildung der Pflegekräfte, mehr Rückzugsmöglichkeiten wie Einzelzimmer, Akzeptanz von Paarbeziehungen und die Einbindung der Thematik in das Leitbild.

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Details

Title
Sexualität im Alter / Altenheim
Grade
1,0
Author
Susanna Simmerl (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V44834
ISBN (eBook)
9783638423526
ISBN (Book)
9783656529972
Language
German
Tags
Sexualität Alter Altenheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanna Simmerl (Author), 2005, Sexualität im Alter / Altenheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44834
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