Adipositas als Problem in der Intensivstation


Bachelorarbeit, 2012
46 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Begriffe

2 Methodik
2.1 Fragestellung
2.2 Literaturrecherche
2.3 Suchprotokoll

3 Darstellung der Ergebnisse
3.1 Probleme für den adipösen Intensivpatienten
3.1.1 Mortalität
3.1.2 Dauer des Aufenthaltes
3.1.3 Dauer der Beatmung
3.1.4 Komplikationen
3.2 Probleme für die Betreuung der adipösen Patienten
3.2.1 Allgemeine Probleme
3.2.2 Ausstattung und Einrichtung
3.2.3 Bauliche Hindernisse
3.2.4 Mehraufwand an Pflege und Pflegepersonal
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.3.1 Erste Forschungsfrage: Welche Probleme ergeben sich bei adipösen
3.3.2 Zweite Forschungsfrage: Welche Probleme ergeben sich für das Pflegepersonal beim Umgang mit adipösen Patienten?

4 Diskussion, Limitationen mit Ausblick

5 Tabellenverzeichnis

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Zahl der adipösen Personen steigt in den Industriestaaten. So- mit auch die Anzahl der Patienten die im Krankenhaus und auch in der Intensiv- station betreut werden müssen. Sowohl für die Patienten als auch für das Pflege- personal stellen die besonderen Anforderungen adipöser Personen eine besonde- re Herausforderung dar. Sie sind mit verschiedenen Problemen konfrontiert.

Ziel der Untersuchung: Die Forschungsfragen „Mit welchen Problemen sind adi- pöse Patienten auf der Intensivstation konfrontiert?“ und „Welche Probleme erge- ben sich für diplomiertes Pflegepersonal?“ mittels geeigneter Literatur zu beant- worten.

Methodik: Durch eine Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken im Inter- net und per Handsuche konnte relevante Literatur ermittelt werden. Nach einer groben Selektion nach Schlagwörtern und Verfügbarkeit eines EMED Formates wurden Abstracts durchgelesen und anschließend 14 relevante Studien gefunden.

Ergebnisse: Bei den Autoren besteht Uneinigkeit bezüglich Mortalität und Dauer des Aufenthaltes. Die Länge der Beatmung ist aber bei der Mehrheit der Autoren nicht verlängert. Jedoch bringt Adipositas andere Probleme mit und es gibt vielerlei Komplikationen.

Für die Pflege gibt es Probleme beim Heben/Umlagern der Patienten und bauliche Hindernisse. Jedoch sind Hilfsmittel sehr hilfreich, wenn das Personal eingeschult und darüber in Kenntnis ist, dass diese vorhanden sind.

Schlussfolgerungen mit Implikationen für die Praxis: Studien die im europäischen Raum durchgeführt wurden, wären von Vorteil. Jedoch gibt es mehr Probleme für die Pflege als für den Patienten. Schulungen und Fortbildungen im Umgang mit adipösen Patienten wären wichtig.

Schlüsselwörter: Adipositas, Intensivstation, Problem, Herausforderung

Abstract

Background: The number of obese people is increasing in industrialized coun- tries. The number of those who need care in the hospital and in the intensive care unit has increased. The special needs of obese people are a particular challenge for both, the patient and the nurses. Both are faced with various problems.

Purpose: The research questions "What are the problems faced obese patients in the ICU?" And "What are the problems for qualified nursing staff?" Answer using appropriate literature.

Methods: Through a literature research in various databases on the internet and a manually search, relevant studies could be found. After a rough selection for terms and availability of an EMED format abstracts were read and then 14 relevant studies could be found.

Result: Disagreement among the authors regarding mortality and length of stay. The length of ventilation was not extended. However, obesity brings other problems and many complications. There are also problems when lifting/repositioning the patient and structural obstacles. However tools are very helpful, if the staff knows how to work and that they are available.

Discussion and Implication for Practice: Studies conducted in Europe would be an advantage. However there are more problems for the nursing staff than to the patient. Training and education in dealing with obese patients would be important.

Keywords: obesity, intensive care unit, problem, challenge

1 Einleitung

Adipositas hat sich in den Industriestaaten zu einer Epidemie entwickelt (Eisenberg et al., 2011). Die Zahl der adipösen Personen in Europa verdreifachte sich seit 1980 (WHO, 2012). Abhängig vom jeweiligen Land sind 25 bis 70 Prozent der erwachsenen Personen übergewichtig und fünf bis 30 Prozent adipös (WHO, 2010). In Österreich sind zwölf Prozent der Männer ab 15 Jahren betroffen, bei den Frauen ab 15 Jahren sind es 13 Prozent (Statistik Austria, 2010). Weltweit leiden 300 Millionen Menschen an Adipositas, wobei Amerika mit 55 Prozent an der Spitze liegt (Esteban et al., 2008).

Eine adipöse oder fettleibige Person ist in ihrer körperlichen und ihrer mentalen Gesundheit sehr stark eingeschränkt und hat eine viel geringere Lebenserwartung im Vergleich zur normalgewichtigen Person. Der Anteil des Körperfettes beträgt bei der normalgewichtigen Frau zwischen 20-30 Prozent und bei einem normalgewichtigen Mann 18-25 Prozent, wobei ein Marathonläufer nur mehr sieben Prozent an Körperfettanteil hat (Adams, Murphy, 2000).

Adipöse Menschen sind einem erhöhten Krankheitsrisiko ausgesetzt als normal- gewichtige Personen: So leiden sie unter anderem häufiger an Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ II, Bluthochdruck, chronischen Lungener- krankungen, Krebs und Arthritis. In Amerika sterben circa 300.000 Personen im Jahr an den Folgen von Adipositas. Doch auch die Behandlungskosten zum Bei- spiel im amerikanischen Gesundheitswesen sind wesentlich höher, denn zwei bis sechs Prozent der Gesundheitskosten werden für Fettleibige benötigt (Esteban et al., 2008). Durch die steigende Zahl adipöser Patienten wird es zukünftig so sein, dass Krankheiten die auf Adipositas zurückzuführen sind immer häufiger vorkom- men (Ray et al., 2005). Dadurch müssen immer mehr adipöse Patienten auf Inten- sivstationen betreut werden, wodurch sowohl die Patienten als auch das Personal mit zusätzlichen Problemen konfrontiert werden (Aldawood et al., 2006). Die Intu- bation ist erschwert, die Wundheilung verzögert, die Beatmung beansprucht deut- lich mehr Zeit und möglicherweise verlängert sich der Krankenhausaufenthalt all- gemein. Außerdem können durch Adipositas eher Komplikationen auftreten als bei normalgewichtigen Patienten (Druml, 2008). Ängste und Depressionen sind bei

adipösen Patienten weit verbreitet was mit sozialen Problemen zusammenhängt (Winkelman et al., 2009, zit. aus Mustard et al., 2011, S.55). Ziel dieser Arbeit ist es Probleme die durch Adipositas auftreten, einerseits für die Pflege andererseits für die Patienten, aufzuzeigen.

Zum leichteren Lesen des Fließtextes wurde in dieser Bachelorarbeit bei sämtlichen personenbezogenen Bezeichnungen die männliche Form verwendet. Diese bezieht sich jedoch auf beide Geschlechter gleichermaßen.

1.1 Begriffe

BMI (Body Mass Index)

Eine übergewichtige Person hat einen BMI ≥ 25 kg/m² und eine adipöse Person hat einen BMI ≥ 30 kg/m² (WHO, 2011). Steigt der BMI auf > 35 kg/m² oder > 40 kg/m² so ist die betreffende Person morbid adipös. Sinkt der BMI unter 20 kg/m² bedeutet dies, dass die betroffene Person an Untergewicht leidet. Der Normalwert liegt zwischen 20 und 24,9 kg/m² (Adams, Murphy, 2000). BMI bedeutet „Body Mass Index“ und wird folgendermaßen berechnet: Gewicht in Kilogramm/(Größe in Meter)². Der BMI ist ein reliables Messinstrument, das sehr oft angewendet wird, um Adipositas festzustellen. Weiters gewährleistet der BMI eine sehr gute Ver- gleichbarkeit zwischen verschiedenen Messungen (Aldawood et al., 2006). Aller- dings hat der BMI auch Grenzen: Hat eine Person sehr viele Muskeln, ist sie laut dem BMI übergewichtig, was jedoch unglaubwürdig ist (Adams, Murphy, 2000). Bei Personen die älter als 65 Jahre sind wird der BMI abweichend definiert: Somit liegt hier das Normalgewicht zwischen 22 und 26,9 kg/m². Über diesem Wert wird von einer Präadipositas gesprochen. Wird der Wert unterschritten, so hat die be- troffene Person ein Risiko eine Malnutrition zu entwickeln (ESPEN, 2000, zit. aus Hintermüller, 2009).

Adipositas

Das Wort „Adipositas“, in englischer Sprache „obesity“, leitet sich vom lateinischen Wort „obesus“ ab. „Obesus“ wird mit fett, beleibt, wohlgenährt übersetzt (Adams, Murphy, 2000). Adipositas bedeutet eine vermehrte Fettansammlung im Gewebe und in den Organen, die vor allem durch einen bewegungsarmen Lebensstil und den Verzehr von fettreicher Nahrung und Fast Food hervorgerufen wird (Rexford, 2011). Der Unterschied zwischen einer übergewichtigen und adipösen Person wird durch den BMI definiert. Eine übergewichtige Person hat einen BMI ≥ 25 kg/m² und eine adipöse Person hat einen BMI ≥ 30 kg/m² (WHO, 2011). Im An- hang eins befindet sich eine Tabelle die die BMI Gruppen schematisch unterteilt. Im Anhang zwei ist eine Einteilung der BMI Werte ab dem 65. Lebensjahr nach ESPEN (2000) angeführt.

2 Methodik

In diesem Abschnitt wird die systematische Recherche nach aktuellen Studien näher beschrieben. Nach der Definition der Forschungsfrage wird erklärt wie vorgegangen wurde um passende Literatur zu finden.

2.1 Fragestellung

Folgende Forschungsfragen wurden im Rahmen der Literaturrecherche bearbeitet:

- Welche Probleme ergeben sich für adipöse Patienten auf der Intensivstati- on?
- Welche Probleme ergeben sich für Pflegepersonal?

2.2 Literaturrecherche

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine systematische Literatur- recherche im Zeitraum von Mai bis September 2012 durchgeführt. Zur Identifizie- rung relevanter Publikationen erfolgte eine Recherche im Internet und per Hand- suche. Bei der Suche nach passender Literatur wurde in folgenden Datenbanken und Suchmaschinen recherchiert: Academic Search Premier, Cinahl, Medline, Medscape und Google Scholar. Ebenso wurde Quellenverweisen nachgegangen um weitere Literatur zu finden. Falls eine relevante Studie nicht im Volltext verfüg- bar war, wurde die E-Mail-Adresse des Autors ausfindig gemacht und dieser gebe- ten die Volltextversion zu schicken. Für die Suche nach relevanter Literatur wur- den die englischen Suchbegriffe obesity, intensive care, ICU, mortality, patient care management, attitude, nursing und impact sowie die Begriffe Adipositas, In- tensivpflege, ICU, Mortalität, Pflegemanagement, Einstellung, Pflege und Auswir- kung in deutscher Sprache in die jeweilige Suchmaschine beziehungsweise Da- tenbank eingepflegt. Weiters wurden die Bool’schen Operatoren „AND“ und „NOT“ bei der Literatursuche verwendet. Um die Aktualität der Literatur zu gewährleisten, wurden Studien die zwischen 2000 und 2012 veröffentlicht wurden eingeschlos- sen. Nach Finden relevanter Literatur durch Schlagwörter folgte eine Überprüfung der Titel. Danach wurden die Abstracts durchgelesen und auf EMED-Format und Ein- und Ausschlusskriterien überprüft. Bezüglich der Population wurden Personen wie adipöse Jugendliche oder Kinder bis 18 Jahre, von der Studie ausgeschlossen. Weiters wurden Patienten mit Erkrankungen wie zum Beispiel Influenza A (H1N1) ausgeschlossen. Auch eine Kinder- oder Jugendlichenintensivstation wurde als ungeeignetes Setting erkannt.

Weitere Recherchen nach deutschsprachige Literatur erfolgten über die Homepa- ge vom Verlag Hans Huber (http://www.verlag-hanshuber.com), jene der Österrei- chischen Pflegezeitschrift (http://www.oegkv.at), der Internetseite der Zeitschrift Pflegewissenschaft (http://www.printernet.info) sowie über den Springerlink (http://www.springerlink.com) mit den Suchbegriffe Adipositas, Intensivpflege, ICU, Mortalität, Pflegemanagement, Einstellung, Pflege und Auswirkung. Schlussend- lich wurden 13 Studien ausgeschlossen, da diese ein ungeeignetes Setting auf- wiesen oder aus dem asiatischen Raum kamen. Der genaue Prozess der schluss- endlich verwendeten Studien ist im Flowchart nachzuvollziehen.

Flowchart (modifiziert nach Hackl, 2012)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Suchprotokoll

In diesem Auszug aus dem Suchprotokoll wird der Suchvorgang der Studien tabellarisch dargestellt. Es wird aufgezeigt mit welchen Schlagwörtern in den jeweiligen Datenbanken die relevanten Studien gefunden wurden.

Tab. 1: Kleines Suchprotokoll nach Kleibel und Mayer (2005, S.59), (*Doppeltreffer)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Darstellung der Ergebnisse

Dieser Abschnitt enthält die Ergebnisse der Literaturrecherche. Beide Forschungs- fragen werden beantwortet. Zum besseren Verständnis werden die verwendeten Studien zuerst in tabellarischer Form dargestellt und anschließend im Fließtext synthetisiert. Da die Autoren keine einheitliche Einteilung des BMI verwendeten, ist jeweils in der tabellarischen Beschreibung die in der Studie verwendete Eintei- lung eingefügt.

Tab. 2: Auflistung der verwendeten Studien zur Beantwortung der ersten Forschungsfrage

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Adipositas als Problem in der Intensivstation
Hochschule
UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik
Note
2
Autor
Jahr
2012
Seiten
46
Katalognummer
V448469
ISBN (eBook)
9783668835238
ISBN (Buch)
9783668835245
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adipositas, Intensivstation
Arbeit zitieren
Belinda Ortner (Autor), 2012, Adipositas als Problem in der Intensivstation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448469

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