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Entwicklung eines Präventionskonzeptes zur Vorbeugung von sportartspezifischen Verletzungen in der leichtathletischen Disziplin Speerwurf

Titel: Entwicklung eines Präventionskonzeptes zur Vorbeugung von sportartspezifischen Verletzungen in der leichtathletischen Disziplin Speerwurf

Examensarbeit , 2018 , 131 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maximilian Kiczinski (Autor:in)

Sport - Sportmedizin, Therapie, Ernährung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bekanntlich sind Überkopfsportarten für den Handlungs- und Bewegungsapparat des menschlichen Körpers unzuträglich. Diese Erfahrung machen nicht nur Sportler im Profibereich. Durch die jeweilige Trainingsspezifik werden die anatomischen Areale des Bewegungssystems unterschiedlich belastet, woraus differenzierte Verletzungsmuster resultieren. Die klassische leichtathletische Disziplin Speerwurf nimmt im weiten Feld der Überkopfsportarten eine gesonderte Rolle ein. Während Überkopfaktionen anderer Sportarten durch zusätzliche Bewegungsanforderungen bspw. Springen, Laufen u.v.m. weitestgehend kompensiert werden, steht eine einzelne maximale und explosive Überkopfbewegung, verbunden mit einer großen Kraftentfaltung, im Mittelpunkt des Speerwurfs. Aus dieser Sportartspezifität resultieren einheitliche Verletzungserscheinungen der aktiven sowie passiven Strukturen des Organismus. Um als Athlet im Profisport bestehen zu können, bedarf es neben der Leistungsfähigkeit einer kontinuierlichen Einsatzfähigkeit. Erst durch fortdauernde Leistungsbereitschaft des Bewegungssystems kann eine Leistungssteigerung erfolgen. Umso wichtiger ist es für den Speerwerfer, sich frühzeitig und regelmäßig mit präventiven Maßnahmen auseinanderzusetzen und diese in das Athletentraining einzubauen.

Diese Arbeit entwickelt schrittweise auf der Grundlage einer qualitativen Befragung und des Forschungsstandes ein umfassendes Präventionskonzept speziell für Speerwerfer.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Theoretische Grundlagen zur Speerwurftechnik

2.1 Der Bewegungsablauf

2.1.1 Die Zyklische Anlaufbewegung

2.1.2 Die Azyklische Anlaufbewegung

2.1.3 Die Azyklische Abwurfbewegung

2.1.4 Das Abfangen des Körpers

2.2 Anforderungen an die sportmotorischen Hauptbeanspruchungsformen

2.3 Technische Fehler als Quelle für Verletzungen

3 Sportartspezifische Verletzungen im Speerwurf

3.1 Sportverletzung und Sportschaden als Begrifflichkeiten

3.2 Lokalisierung der Verletzungen

3.2.1 Schulter

3.2.2 Ellenbogen

3.2.3 Rumpf

3.2.4 Untere Extremität

3.3 Stellenwert der Verletzungsprävention für die Sportpraxis

4 Methodik

4.1 Untersuchungsverfahren

4.2 Untersuchungspersonen

4.3 Studienergebnisse

4.4 Untersuchungsauswertung

5 Diskussion

5.1 Darstellung und Vergleich der Ergebnisse

5.2 Diskussion der Präventionsstrategien

5.2.1 Kräftigung

5.2.2 Dehnungs- bzw. Beweglichkeit

5.2.3 Physiotherapeutische Behandlungsformen

5.2.4 Koordination und Propriozeption

5.2.5 Erwärmung

5.2.6 Sonstige Maßnahmen

5.3 Ableitung eines Präventionskonzeptes

6 Fazit

7 Literatur

8 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, auf Basis einer qualitativen Expertenbefragung sowie des aktuellen Forschungsstandes ein umfassendes Präventionskonzept für Speerwerfer zu entwickeln, um langfristig auftretende Verletzungen und Überlastungsschäden in dieser komplexen Wurfdisziplin zu vermeiden und eine nachhaltige Leistungsfähigkeit der Athleten zu sichern.

  • Biomechanische Phasenstruktur und Fehlerbilder der Speerwurftechnik
  • Klassifizierung und anatomische Lokalisierung von Verletzungsmustern
  • Empirische Untersuchung von Präventionsstrategien durch Experteninterviews
  • Analyse von Trainingsschwerpunkten wie Kräftigung, Beweglichkeit und Koordination
  • Entwicklung einer praxisorientierten Handreichung für die Verletzungsprophylaxe

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Azyklische Anlaufbewegung

Nach erster Beschleunigung des Gesamtsystems Körper-Speer, wird die Geschwindigkeit in der zweiten Anlaufphase weiter gesteigert (Lenz & Losch, 1991). Im Inneren des Körpers dient der azyklische Anlaufteil der Erhaltung bzw. weiteren Steigerung der muskulären Vorspannung. Es wird eine günstige Positionierung der Glieder und des Wurfgerätes angestrebt, um eine Voraussetzung für die größtmögliche Energieübertragung für die darauffolgende Abwurfaktion gewährleisten zu können (Lenz & Losch, 1991). Speerwurftechnisch erfolgt dies über einen Fünf-Schritt-Rhythmus. Erweitert werden kann diese Technik durch eine Vorschaltung von weiteren Kreuzschritten zu einem Sieben- oder Neun-Schritt-Rhythmus (Strüder et al., 2013). Da die Mehrzahl der Speerwurfelite den Fünfschritt-Rhythmus ausführt und diese Technik für alle erweiternden Rhythmen grundlegend ist, wird eine Beschränkung auf diese Technik als zielführend erachtet.

Der azyklische Teil wird durch die Zurückführung des Wurfgerätes eröffnet. Mit Speerzurücknahme wird der Ellenbogen gestreckt und der Wurfarm befindet sich in Verlängerung der Schulter. Der Nicht-Wurfarm hingegen wird in Schulterhöhe angehoben und zeigt in Wurfrichtung (Strüder et al., 2013). Mit ihm wird die Beschleunigung weiterhin unterstützt sowie die Zielrichtung anvisiert. Während dieser Phase wird die Frontalpositionierung aufgelöst und der gesamte Körper zur Wurfarmseite hin geöffnet. Die Schulterachse rotiert nach außen um die Körperlängsachse bis auf 90° (Strüder et al., 2013). Dabei ist der Humerus horizontal eingestellt und um ca. 160° nach außen rotiert (Bramhall et al., 1997). Auch die Hüfte folgt dieser Bewegung und wird aus der frontalen Position herausgelöst (Strüder et al., 2013). Insgesamt entsteht eine leichte Rumpfneigung entgegen der Laufrichtung (Lenz & Losch, 1991). Der Speer wird aus der nahezu waagerechten Position leicht gekippt sodass die Speerspitze ca. 40° gen Vertikale zeigt. Die Speerspitze befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Schläfe (Strüder et al., 2013). Diese Position der Speerwurfrücknahme muss spätestens mit dem dritten Fußaufsatz des Fünf-Schritt-Rhythmus eingenommen werden, um eine angemessene Wurfauslage zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Dieses Kapitel identifiziert die hohe körperliche Belastung im Speerwurf und definiert die Forschungsfrage bezüglich der notwendigen Strategien für ein umfassendes Präventionskonzept.

2 Theoretische Grundlagen zur Speerwurftechnik: Hier wird die Phasenstruktur der Bewegung detailliert analysiert, um technische Fehler und biomechanische Belastungsursachen als Verletzungsquellen aufzuzeigen.

3 Sportartspezifische Verletzungen im Speerwurf: Dieses Kapitel kategorisiert typische Verletzungsbilder anatomisch und erläutert deren Entstehung in Zusammenhang mit den extremen Anforderungen der Wurftechnik.

4 Methodik: Es wird der Aufbau der empirischen Expertenbefragung dargelegt, inklusive des Auswahlverfahrens der Untersuchungspersonen und der qualitativen Inhaltsanalyse der Daten.

5 Diskussion: Die Ergebnisse der Experteninterviews werden systematisiert, mit dem Forschungsstand abgeglichen und in spezifische Präventionsstrategien wie Kräftigung, Koordination und Regeneration unterteilt.

6 Fazit: Das Fazit fasst den Wandel im Speerwurf zu einem stärkeren Präventionsbewusstsein zusammen und bestätigt die Notwendigkeit einer Kombination aus konditionellem und funktionellem Training.

Schlüsselwörter

Speerwurf, Verletzungsprävention, Überkopfsportart, Biomechanik, Sportverletzung, Sportschaden, Schnellkraft, Koordination, Propriozeption, Faszientraining, Rumpfstabilität, Trainingsmethodik, Leistungssteigerung, Beweglichkeit, Athletiktraining.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines ganzheitlichen Präventionskonzepts für Speerwerfer, um die typischen sportartspezifischen Verletzungen zu minimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Analyse der Wurftechnik, die anatomische Lokalisierung von Verletzungsrisiken sowie evidenzbasierte Präventionsstrategien wie Kraft-, Koordinations- und Faszientraining.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Welche Strategien und Prinzipien müssen in einem Präventionskonzept für Speerwerfer enthalten sein, um eine umfassende Verletzungsprophylaxe zu gewährleisten?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine qualitative Forschungsstudie durchgeführt, die Experteninterviews mit vier erfahrenen Sportlern, Trainern und Physiotherapeuten beinhaltet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die biomechanische Phasenstruktur des Speerwurfs, beschreibt anatomische Verletzungsherde (z.B. Schulter, Ellenbogen) und diskutiert Präventionsstrategien basierend auf den Interviews und der Fachliteratur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Speerwurf, Verletzungsprävention, Überlastungsschäden, Biomechanik und funktionelles Training charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Rumpfstabilität im Präventionskonzept?

Die Rumpfstabilität wird als Grundvoraussetzung identifiziert, da sie als proximales Stabilitätszentrum die distale Dynamik der Wurfbewegung schützt und Verletzungen an Wirbelsäule und ISG verhindert.

Warum wird heute ein Wandel im Training von Speerwerfern beobachtet?

Der Wandel beruht auf der Erkenntnis, dass ein reiner Fokus auf Maximalkraft nicht ausreicht; stattdessen gewinnen funktionell-koordinative Ansätze an Bedeutung, um den steigenden Leistungsanforderungen verletzungsfrei zu begegnen.

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Details

Titel
Entwicklung eines Präventionskonzeptes zur Vorbeugung von sportartspezifischen Verletzungen in der leichtathletischen Disziplin Speerwurf
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Sportmedizin)
Note
1,0
Autor
Maximilian Kiczinski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
131
Katalognummer
V448470
ISBN (eBook)
9783668850460
ISBN (Buch)
9783668850477
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Speerwurf Prävention Verletzungen Wurfsportarten Leichtathletik Sportmedizin Physiologie Schulterverletzungen shoulder injury injury javelin prevention overhead sports Überkopfsportarten Präventionskonzept ellbow injury koordinatives Training anatomische Grundlagen Technik imSpeerwurf Faszientraining Foam-Rolling
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Kiczinski (Autor:in), 2018, Entwicklung eines Präventionskonzeptes zur Vorbeugung von sportartspezifischen Verletzungen in der leichtathletischen Disziplin Speerwurf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448470
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