Zusammenhänge zwischen Wertewandel und imaginierten Erholungserfahrungen in Abhängigkeit vom Lebensalter


Masterarbeit, 2017
122 Seiten, Note: 1,6

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einführung und Entwicklung der Forschungsfrage

2. Theorie
2.1. Werte
2.1.1 Verschiedene Perspektiven zur Annäherung an das Konstrukt „Werte“
2.1.2 Werte in der empirischen Forschung
2.1.3 Der Wert der Arbeit über die Zeit betrachtet
2.1.4 Die Entwicklung der Freizeit über die Zeit
2.1.5 Arbeit und Freizeit, ein Zusammenspiel auf Augenhöhe
2.1.6 Anhaltspunkte für einen altersbedingten Unterschied im Umgang mit Arbeit und Freizeit
2.2 Erholungserfahrungen
2.2.1 Erholungstheorien und -erfahrungen
2.2.2 Aktivitäten zum Erlangen der vorgestellten Erholungserfahrungen
2.2.3 Anhaltspunkte für einen altersbedingten Unterschied im Umgang mit
Erholung
2.3 Theorieumfassende Leitfragen

3. Erhebung
3.1 Messverfahren bei der Erhebung zum Thema „Werte“
3.2 Messverfahren bei der Erhebung zum Thema Erholungserfahrungen
3.3 Erhebungsdesign
3.4 Pre-Test
3.5 Vorgehen bei der Auswertung
3.6 Grenzen des Vorgehens

4. Darstellung der Ergebnisse

5. Diskussion und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abstract

Diese Arbeit zeigt Zusammenhänge zwischen Werten, imaginierten Erholungserfahrungen und dem Alter auf. Dafür werden in einer Querschnittsstudie 402 Teilnehmer zu ihren Werten in Form von Lebensprioritäten, politischen Zielen, Berufsmerkmalen sowie motivationalen Zielen befragt. Dabei kommen u.a. Messverfahren von Schwartz (1992) und Ingelhart (1977) zum Einsatz. Des Weiteren wird abgefragt, inwieweit die Teilnehmer imaginieren können, vier Erholungserfahrungen durch bestimmte Aktivitäten zu erreichen. Hierbei wird der „Recovery Experience Questionnaire“ nach Sonnentag und Fritz (2007) eingesetzt. 38 Variablen werden in statistischen Verfahren wie z. B. Varianzanalyse bezüglich Kohortenunterschieden bei den Variablen, Faktorenanalyse sowie univariaten und multiplen Regressionen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen u. a., dass der Anteil an Teilnehmern mit postmaterialistischer Einstellung nach Inglehart (1972) in dieser nicht repräsentativen Umfrage im Vergleich zum ALLBUS 2016 um 10% geringer ist. Die Lebenspriorität und das Berufsmerkmal mit der höchsten Wichtigkeit für die Teilnehmer sind „Gesundheit“ und „Eine Arbeit, die Spaß macht“. Je höher die Werte-Faktoren „Sinn“, „Balance“, „Helfen“ oder Flexibilität bewertet werden, desto eher können sich diese Teilnehmer altersunabhängig vorstellen, den Erholungserfahrungs-Faktor „Entspannung“ zu erreichen. Es zeigt sich deutlich, dass die Generation Y andere Einstellungen zu den abgefragten Werten hat. Des Weiteren kann sie sich eher vorstellen, bestimmte Erholungserfahrungen mit den vorgeschlagenen Aktivitäten zu erreichen als andere Kohorten. Der Einfluss des Wertewandels zeigt sich am deutlichsten dadurch, dass der Generation Y die Balance zwischen Beruf und Freizeit am wichtigsten ist und sie gleichzeitig am ehesten durch Videospiele imaginierte Erholungserfahrungen erreicht.

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungen

Abbildung 1: Zusammenhänge auf dem Weg zur Forschungsfrage (eigene Darstellung).

Abbildung 2: Abgrenzung von Werten zu ähnlichen Konzepten (Henninger et al., 2016, S. 9).

Abbildung 3: Die steigende Wichtigkeit von Familie, Kindern und Ehe (Opaschowski, 2008, S. 606).

Abbildung 4: Itembatterie 2 nach Inglehart (Hagstotz, 1985, S. 17).

Abbildung 5: Itembatterie 1 nach Inglehart (Hagstotz, 1985, S. 17).

Abbildung 6: Mehrdimensionales Wertesystem (Schwartz, 1992, S. 14).

Abbildung 7: Grafische Darstellung der Korrelationen zwischen denVariablen der Gruppe "Werte" (eigene Darstellung).

Abbildung 8: Grafische Darstellung der Korrelationen zwischen den Variablen der Gruppe "Erholungserfahrungen" (eigene Darstellung).

Abbildung 9: Verlauf der prozentualen Verteilung der Einordnungen nach dem Inglehart-Index bei vier unterschiedlichen Erhebungen in der Zeit von 2002 bis 2017 (Andreß et al., 2011, S. 123; Diekmann et al., 2013, S. 107; Bauernschuster et al., 2017, S. 168) (eigene Darstellung).

Abbildung 10: Übersetzter Fragebogen zur Erfassung von Erholungserfahrungen (Sonnentag & Fritz, 2007). A

Abbildung 11: Anschreiben an die Studenten der FOM (eigene Darstellung)

Abbildung 12: Einführungsseite Online-Umfrage (eigene Darstellung)

Abbildung 13: Abfrage der Wichtigkeit der Lebensprioritäten (eigene Darstellung)

Abbildung 14: Aufforderung zu einem Ranking von politischen Aussagen nach Inglehart (1977) (eigene Darstellung)

Abbildung 15: Abfrage der Wichtigkeit von Berufsmerkmalen (eigene Darstellung)

Abbildung 16: Abfrage der Ähnlichkeit zu einer Person bezüglich motivationaler

Ziele nach Schwartz (1992) (eigene Darstellung)

Abbildung 17: Abfrage des Zutreffens von Aussagen bezüglich der Erholungserfahrung „Kontrolle in der Freizeit 1“ (eigene Darstellung)

Abbildung 18: Abfrage des Zutreffens von Aussagen bezüglich der Erholungserfahrung „Mastery 1“ (eigene Darstellung)

Abbildung 19: Abfrage des Zutreffens von Aussagen bezüglich der Erholungserfahrung „Entspannung 1“ (eigene Darstellung)

Abbildung 20: Abfrage des Zutreffens von Aussagen bezüglich der Erholungserfahrung „Abschalten von der Arbeit 1“ (eigene Darstellung)

Abbildung 21: Abfrage des Zutreffens von Aussagen bezüglich der Erholungserfahrung „Kontrolle in der Freizeit 2“ (eigene Darstellung)

Abbildung 22: Abfrage des Zutreffens von Aussagen bezüglich der Erholungserfahrung „Mastery 2“ (eigene Darstellung)

Abbildung 23: Abfrage des Zutreffens von Aussagen bezüglich der Erholungserfahrung „Entspannung 2“ (eigene Darstellung)

Abbildung 24: Abfrage des Zutreffens von Aussagen bezüglich der Erholungserfahrung „Abschalten von der Arbeit 2“ (eigene Darstellung)

Abbildung 25: Persönliche Angaben und Abschlussseite Online-Umfrage

Tabellen

Tabelle 1: Verwendete Studien zur Konzipierung des Fragebogens (eigene Darstellung)

Tabelle 2: Bestimmung der Einordnung nach Inglehart (1977) anhand der beiden wichtigsten Ziele (eigene Darstellung).

Tabelle 3: Mögliche Ergebnis der Mustervariablen und der dazugehörigen Einordnung nach Ingelhart (1977) (eigene Darstellung).

Tabelle 4: Vereinfachte Legende für alle Variablen aus dem Fragebogen (eigene Darstellung)

Tabelle 5: Einteilung der verschiedenen Kohorten und die Häufigkeit des Auftretens bei den Teilnehmern (eigene Darstellung)

Tabelle 6: Beschäftigungsstatus der Teilnehmer (eigene Darstellung)

Tabelle 7: Darstellung der Häufigkeitsverteilung der Aussagen nach Inglehart (1977) auf den ersten drei Rangplätzen (eigene Darstellung)

Tabelle 8: Verteilung der politischen Einstellung nach Inglehart (1977) (eigene Darstellung)

Tabelle 9: Signifikante Zusammenhänge zwischen der Einordnung beim Ingelhart-Index und den Werten bzw. Erholungserfahrungen (univariate Regressionen) (eigene Darstellung)

Tabelle 10: Rangfolge der Variablen nach Mittelwerten innerhalb der Gruppen (unterste Ebene) (eigene Darstellung)

Tabelle 11: Ergebnisse der univariaten Regressionen zwischen dem Alter und den übrigen Variablen der Gruppen "Werte" und "Erholungserfahrungen" (eigene Darstellung)

Tabelle 12: Darstellung signifikanter Unterschiede zwischen den relevanten Kohorten bezogen auf die Variablen (Ergebnisse der Varianzanalyse) (eigene Darstellung)

Tabelle 13: Univariate Regressionen zwischen Werten und Erholungserfahrungen mit gleichen Tendenzen bei der Varianzanalyse (eigene Darstellung)

Tabelle 14: Spearman-Korrelationen zwischen allen Variablen der Gruppe "Erholungserfahrungen (eigene Darstellung)

Tabelle 15: Paarweise dargestellte Signifikanzwerte (p) der Korrelationen in Tabelle 14 (eigene Darstellung)

Tabelle 16: Paarweise dargestellte Signifikanzwerte (p) der Korrelationen in Tabelle 14 nach Alphafehlerkumulierung (eigene Darstellung)

Tabelle 17: Festlegung der Anzahl der Faktoren in der Gruppe "Werte" nach dem Kaiser-Kriterium (eigene Darstellung)

Tabelle 18: Festlegung der Anzahl der Faktoren in der Gruppe "Erholungserfahrungen" nach dem Kaiser-Kriterium (eigene Darstellung)

Tabelle 19: Gebildete Faktoren in der Gruppe "Werte" anhand der Ladungen der einzelnen Variablen auf den jeweiligen Faktor (eigene Darstellung)

Tabelle 20: Gebildete Faktoren in der Gruppe "Erholungserfahrungen" anhand der Ladungen der einzelnen Variablen auf den jeweiligen Faktor (eigene Darstellung)

Tabelle 21: Faktorbezeichnungen (eigene Darstellung)

Tabelle 22: Multivariate Regressionen von W-Faktoren zu EE-Faktoren mit und ohne Berücksichtigung des Alters (eigene Darstellung)

Tabelle 23: Univariate Regressionen zwischen dem Alter und allen Faktoren (eigene Darstellung)

Tabelle 24: Legende Datensatz (Teil 1)

Tabelle 25: Legende Datensatz (Teil 2)

Tabelle 26: Legende Datensatz (Teil 3)

Tabelle 27: Legende Datensatz (Teil 4)

Tabelle 28: Legende Datensatz (Teil 5)

Tabelle 29: Spearman-Korrelationen zwischen allen Variablen der Gruppe Werte (Teil 1) (eigene Darstellung)

Tabelle 30: Spearman-Korrelationen zwischen allen Variablen der Gruppe Werte (Teil 2) (eigene Darstellung)

Tabelle 31: Paarweise dargestellte Signifikanzwerte (p) der Korrelationen in Tabelle 29 (eigene Darstellung)

Tabelle 32: Paarweise dargestellte Signifikanzwerte (p) der Korrelationen in Tabelle 30 (eigene Darstellung)

Tabelle 33: Paarweise dargestellte Signifikanzwerte (p) der Korrelationen in Tabelle 29 nach Alphafehlerkumulierung (eigene Darstellung)

Tabelle 34: Paarweise dargestellte Signifikanzwerte (p) der Korrelationen in Tabelle 30 nach Alphafehlerkumulierung (eigene Darstellung)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung und Entwicklung der Forschungsfrage

Erholung von der Arbeit ist in der heutigen Zeit ein viel diskutiertes Thema. Es macht den Anschein, als ob es immer schwieriger wird, sich von den stressigen Arbeitsbedingungen angemessen zu erholen. Innerhalb der letzten 20 Jahre ist das Bewusstsein gewachsen, dass Erholung eine entscheidende Rolle in der Beziehung zwischen stressvollen Merkmalen der Arbeit auf der einen Seite und Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsvermögen auf der anderen Seite spielt (Sonnentag & Geurts, 2009). Arbeitsbedingter Stress ist zur Epidemie in der modernen Arbeitswelt geworden. Stress hat negative Auswirkung auf die Gesundheit von Arbeitnehmern, führt zu erhöhten Ausfallzeiten und einer verringerten Produktivität (Siu, Cooper & Phillips, 2014).

In der Gesundheitspsychologie wird Stress als ein Geschehen verstanden. Zu diesem Geschehen gehören anfänglich Reize, Objekte, Situationen und Ereignisse aus der Umwelt oder des eigenen Körpers, die eine Stressreaktion nach sich ziehen. Diese können interindividuell sehr verschieden sein (Reimann & Pohl, 2006). Wie stark die Stressreaktion ist, hängt von vielen Einflussgrößen im Menschen, wie z.B. Einstellungen, Werten und Motiven ab. Es sind diese Aspekte, welche die Motivation beeinflussen, einen verbesserten Umgang mit inneren Stressoren zu erlernen (Struhs-Wehr, 2017).

In ihrer Stressstudie weist eine der größten deutschen gesetzlichen Krankenkassen, die Techniker Krankenkasse (2016), darauf hin, dass die stressbedingten Krankschreibungen in den letzten 15 Jahren stetig zugenommen haben. Ganz vorne bei den Stressauslösern stehen dabei u.a. der Job und die eigenen Ansprüche.

Koch, Lehr und Hillert (2015) weisen darauf hin, dass chronischer Stress im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit unzweifelhaft von vielen Menschen erlebt wird. Die Begriffe Stress und Burnout werden oft zusammen gebraucht. Es wird davon ausgegangen, dass andauernder Stress die Ursache für ein gesundheitliches Problem darstellt, welches als Burnout bezeichnet wird. Burnout wurde das erste Mal von Freudenberger (1974) im Zusammenhang mit ehrenamtlich tätigen Menschen einer Hilfsorganisation beschrieben. Dabei hatten diese mit „lodernder“ Begeisterung begonnen, wirkten jedoch nach einigen Monaten wie „abgebrannt“. An Stelle der Begeisterung waren jetzt Symptome wie z. B. Erschöpfung, Reizbarkeit oder Zynismus zu beobachten (Freudenberger, 1992). Eine sehr einflussreiche Beschreibung stammt in der Folge von Maslach (1982). In dieser beschreibt er Burnout als ein Syndrom der emotionalen Erschöpfung, Depersonalisierung und reduzierten Leistungsfähigkeit bzw. -zufriedenheit, das unter Individuen auftreten kann, welche in irgendeiner Art und Weise mit Menschen arbeiten. Die Einschränkung auf soziale Berufe wurde nicht lange beibehalten. Als Beispiel seien Pines und Aaronson (1988) genannt, die Burnout als ein Übermüdungssyndrom betrachteten, welches bei jeder Berufsgruppe sowie außerhalb der Erwerbstätigkeit auftreten kann. Sonneck (1994) fügte dem Symptom-Trias von Maslach noch „vitale Instabilität“ als eine Vorentwicklung in eine Art präsuizidalen Zustand hinzu. Freudenberger (1992) unterteilte die Entwicklung des Burnout in 12 Stadien.

Als Ursache des Burnout-Syndroms muss von individuellen Aspekten ausgegangen werden. Ausgehend von beruflichem Stress identifizierten Maslach und Leiter (2008) sechs Merkmale aus der Arbeitsumgebung als bedeutsam. Ein Merkmal ist dabei eine empfundene Inkongruenz der eigenen Werte und den Werten, welche auf der Arbeit gelten. Empirische Studien haben auch gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Arbeitsbelastung und dem Bedarf an Erholung gibt (Zohar, Tzischinski, & Epstein, 2003; Els, Mostert, & De Beer, 2015; De Raeve, Vasse, Jansen, van der Brandt & Kant, 2007).

Für einen besseren Umgang mit Stress und einer Prävention für das Burnout-Syndrom kann schrittweise vorgegangen werden, indem man z. B. Stressoren sowie Gedanken und Gefühle wahrnimmt, bis hin dazu, dass man sich seiner Werte, Einstellungen und Motive bewusst wird und sich mit ihnen auseinandersetzt. Unter Stressoren werden dabei Merkmale der äußeren Arbeitsumgebung verstanden, welche die Wahrscheinlichkeit von Anspannungszuständen erhöhen. Im Anschluss werden Ziele gesetzt und Verhaltensänderungen geplant und umgesetzt. Wenn Phasen der Erholung auf Stress folgen, kann der Mensch gesund bleiben. Zum Beispiel gelten Aktivitäten wie Muskelentspannungsübungen als hilfreiche Präventionsmaßen bei übermäßigen Stress und beugen der Gefahr eines Burnout vor (Struhs-Wehr, 2017).

Nicht nur Stress bei der Arbeit, auch unzureichende Erholung steigern das Stresserleben auf der Arbeit und erhöhen die Burnout-Gefahr (Jansen, Kant, & Van den Brandt, 2002; Westman & Eden, 1997). Es besteht die Gefahr, aufgrund von wertebasierten Entscheidungen erholsame Aktivitäten zu vernachlässigen. Dies ist z. B. der Fall, wenn der berufliche Lebensbereich zu sehr in den Vordergrund gestellt wird. Erholsame Aktivitäten können z. B. sein, Freunde zu treffen oder Sport zu treiben, also Aktivitäten, welche z. B. das Abschalten von der Arbeit begünstigen (Koch et al., 2015). Wirksamkeitsstudien in der Erholungsforschung konzentrieren sich dabei auf die Facetten Erholungsaktivitäten, Erholungserfahrungen, Erholungsdauer und Maße der Erholung (Sonnentag & Geurts, 2009). Laut Sonnentag und Fritz (2007) sind es nicht nur die Aktivitäten, sondern eher die erlebten Erfahrungen, welche zum Erreichen von Erholung relevant sind.

In Abbildung 1 sind die dargestellten Zusammenhänge zum besseren Verständnis bildlich dargestellt. Es wird deutlich, dass ein Zusammenhang von Werten, Motiven und Einstellungen mit Stress und darüber dem Thema Burnout besteht. Es gibt weitere Zusammenhänge, ausgehend von Werten, Motiven und Einstellungen. Es besteht ein Zusammenhang zur Arbeit beziehungsweise zur Arbeitsbelastung und dem Erholungsverhalten. Die Arbeitsbelastung hat sowohl Einfluss auf den Erholungsbedarf, als auch auf das Stresserleben. Unzureichende Erholung steigert das Stresserleben. Ebenso steigern Aspekte der Arbeit wie auch die Arbeitsbelastung das Stresserleben. Als Auswirkungen von zu viel Stress gilt das sogenannte gesundheitliche Problem Burnout bzw. das Burnout-Syndrom. Ausgehend von Werten, Einstellungen und Motiven werden diese Zusammenhänge bezüglich der Einflussfaktoren und Auswirkungen meist im negativen Sinn dargestellt. In der vorliegenden Arbeit wird eine andere Verbindung der dargestellten Aspekte betrachtet. Dabei handelt es sich um einen möglichen positiven Zusammenhang zwischen Werten bzw. dem Wertewandel, Eistellungen und Motiven mit dem Thema Erholung. Hierbei wird konkret folgender Frage nachgegangen: Welche Zusammenhänge existieren zwischen Werten bzw. dem Wertewandel, auch in Form von Einstellungen und Motiven, mit dem Thema Erholung, wenn vorwiegend positive Zusammenhänge aufgezeigt werden können? Dies bedeutet, es gibt eine Erweiterung von negativen Zusammenhängen, welche in der Folge das Stresserleben erhöhen, hin zu möglichen positiven Zusammenhängen, welche die Wahrscheinlichkeit auf gelungene Erholung erhöhen. Dabei werden die etablierten vier Erholungserfahrungen nach Sonnentag und Fritz (2007) als Verbindung zum Thema Erholung eingesetzt. Ein mögliches Ergebnis wäre somit: Je wichtiger ein bestimmter Wert X für die Teilnehmer ist, desto eher können sie Erholung bzw. eine bestimmte Erholungserfahrung Y imaginieren. Welche positiven Auswirkungen dies auf das Thema Stress bzw. das Stresserleben und damit auch auf das Thema Burnout hat, wird in dieser Arbeit nicht betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Zusammenhänge auf dem Weg zur Forschungsfrage (eigene Darstellung).

Des Weiteren wird die Abhängigkeit vom Alter mit einbezogen. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zum einem gibt es Zusammenhänge zwischen demographischen Faktoren wie dem Alter und dem Thema Burnout (Schaufeli & Enzmann, 1998). Zum anderen tritt bei den später behandelten Werten das Thema Wertewandel auf. Dieser tritt in der Regel in Verbindung mit jüngeren Generationen auf (Köthemann, 2014; Frey, Henninger, Lübke & Kluge, 2016). Im Nachfolgenden wird sich dem Thema Werte und Erholungserfahrungen theoretisch genähert, die Erhebung erläutert sowie Ergebnisse dargestellt, diskutiert und ein Ausblick gegeben. Hierbei findet eine Art schrittweises Vorgehen bezogen auf die Leitfragen statt. Als erstes werden Annahmen für die Ergebnisse der Einschätzungen von Werten getroffen. Des Weiteren werden Zusammenhänge von Werten bzw. Erholungserfahrungen und dem Alter gesucht. Die letzten Annahmen beziehen sich auf den Zusammenhang zwischen Werten und Erholungserfahrungen unter Berücksichtigung des Alters. In Kapitel 3.5 „Vorgehen bei der Auswertung“ und 4. „Darstellung der Ergebnisse“, werden die Schritte des Vorgehens detailliert beschrieben und begründet. Der Wertewandel wird dabei durch die abgefragten Werte berücksichtigt. Für ein komfortableres Lesen sind drei Lesezeichen in der Arbeit vorhanden. Die Lesezeichen zeigen die „Legender der Variablen des Datensatzes“, „Leitfragen“ sowie „Faktoren und deren Einflussvariablen“.

2. Theorie

2.1. Werte

2.1.1 Verschiedene Perspektiven zur Annäherung an das Konstrukt „Werte“

Werte gelten als normative, auf die Ausrichtung des Denkens und Handelns gerichtete Konzepte des Wünschenswerten, welche Individuum und Gesellschaft verbinden (Six, 2017). In diesem Kapitel werden unterschiedliche Definitionen und Konzepte vorgestellt und eine Abgrenzung vorgenommen.

Historisch ist in allen Gesellschaften eine Orientierung an Werten zu beobachten (Frey et al., 2016). Der Begriff Werte kommt ursprünglich aus der Philosophie und beschreibt ein von den Menschen als übergeordnet Anerkanntes, zu dem man sich anschauend, anerkennend, verehrend oder strebend verhalten kann (Schmidt, 1982).

Rokeach (1973) vertritt die Auffassung, dass alle Menschen nur über wenige Werte verfügen und diese, z. B. durch die Kultur, unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Er geht von Werten als handlungsgeleiteten Überzeugungen aus, nach denen eine Handlungsweise oder ein Zielzustand jeweils anderen vorgezogen wird. Dies beeinflusst u. a. Einstellungen, Urteile und Sozialvergleiche. Werte sind aus seiner Sicht demnach situationsübergreifende Ziele, welche Personen oder soziale Gruppen lenken und die sich in ihrer Wichtigkeit unterscheiden. Rokeach (1973) sieht Werte als Orientierungshilfen zur Auswahl von Verhaltensstandards.

Es gibt einige weitere zentrale Bestimmungsmomente des Wertebegriffs. Kluckhohn (1985) versteht unter einem Wert eine Konzeption des Wünschenswerten. Hierbei erscheint der Begriff „Wert“ im Definiendum sowie im Definiens. Diese viel übernommene Definition hat zwei Komponenten. Zum einen sieht sie Werte als Ideen, Vorstellungen oder Ideale, welche nicht direkt beobachtet werden können. Zum anderen handelt es sich um die Differenz von faktisch vorhandenen und gerechtfertigten Wünschen. Zwischen Wünschen und Wünschenswertem besteht ein deutlicher Unterschied: Einige Wünsche sind durchaus als schädlich einzustufen und somit nicht wünschenswert. Wenn ich z. B. den Wunsch habe viel Alkohol zu trinken, ist dies für meinen Körper aus gesundheitlicher Sicht als schädlich einzustufen. Hierbei spielt die begriffliche Unterscheidung von leibgebunden Bedürfnissen und Werten eine Rolle. Teilweise sieht man sich genötigt oder hat selber das Bedürfnis, die Wahl eines bestimmten Objekts als Handlungszweck zu rechtfertigen. Es empfiehlt sich jedoch, Objekt und Zweck zu trennen. Erst dadurch können Werte als Objekte von Bewertungen auftreten (Thome, 2003).

Das Konzept der Werte lässt sich nicht durch eine strikt nominale Definition definieren. Es ist jedoch möglich zu beschreiben, was gemeint ist und den Zusammenhang der Bedeutung aufzuzeigen (Deth & Scarbrough, 1995).

Werte sind ein Bestandteil der „Vokabeln der Motivation“, welche nicht nur für zukünftige, sondern auch für schon vollzogene Handlungen als Rechtfertigung vor sich selbst oder vor anderen dienen. In Konversationen kriegen Werte somit eine konstitutive Funktion für persönliche und kollektive Identitäten. In ihrer sozialen Dimension werden sie häufig auf moralische Werte reduziert. Durch das „Sollen“ wird Werten ihre positive Attraktivität geraubt. Der klassische Wertetrias des Wahren, Schönen und Guten sind heute dabei sicherlich stärker ausdifferenziert als in früherer Zeit (Thome, 2003).

Luhmann (1984) definiert Werte als allgemeine, einzeln symbolisierte Gesichtspunkte des Vorziehens von Zuständen oder Ereignissen. Sie werden unter zwei ergänzenden Perspektiven, der des Handelns und der des Erlebens betrachtet. Werte fungieren dabei als Selektionsregel, um aus möglichen Handlungszwecken eine Wahl zu treffen. Der Zweckbegriff bezeichnet dabei eine spezifisch gewollte Wirkung. Eventuelle Nebenwirkungen treten dabei in den Hintergrund. Die Reduktion von Komplexität bzw. die Selektion muss vorgenommen und kommuniziert werden. Damit sichergestellt ist, dass dies beim betroffenen Empfänger ankommt, haben sich in sozialen Systemen symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien problemspezifisch herausgebildet. Werte überzeugen, da in der Kommunikation die Einwände fehlen. Sie ermöglichen einen Verzicht auf Begründungen und sind ein Medium für eine Gemeinschaftsunterstellung. Handlungen sind werteabgängig. Sie werden als eigenes und fremdes Erleben beobachtet. Sie vollziehen, was das über ihnen stehende Prinzip gebietet oder wozu sie ein Ideal begeistert. Werte in ihrer Rolle als Kommunikationsmedium sind auf ihre selbstverständliche Rolle unter den Kommunikationspartnern angewiesen (Luhmann, 1998). Jedes sinnhafte Geschehen ist gekennzeichnet durch eine Wiedererkennbarkeit. Damit ist ein Geschehen als etwas Bestimmtes, eine klar abgrenzbare Einheit charakterisiert, welche über Situationen, die Zeit oder Personenkonstellationen hinweg wieder mental verfügbar ist. Dabei löst die Nennung des Wortes in der Regel eine komplexe Assoziation aus, welche durch Explikationen nur unvollständig eingefangen werden kann (Kaufmann, 1973). Kommunikationsmedien sind ferner symbiotischen Mechanismen zugeordnet, wie z. B. bei Macht die Gewalt sowie bei Liebe die Sexualität (Luhmann, 1974).

Problematisch bei der Selektions- und Orientierungsfunktion von Werten ist, dass alles Handeln in seinen Folgen die verschiedensten Werte berührt. Dabei stehen die Werte in Konflikt miteinander, so dass ad hoc über ihre relative Dringlichkeit entschieden werden muss. Wertegesichtspunkte lassen sich zwar in Worten und Begriffen abstrahieren; Wertrangbeziehungen können jedoch nur im Kausalkontext der Wirklichkeit gebildet werden. Bei einer Veränderung der Wirklichkeit ändert die Dringlichkeit der Bedürfnisse die Dringlichkeitsordnung der Werte (Luhmann, 1968).

Handlungen gelten als Mittel, welche unterschiedlichen Werten dienen, über die man sich uneins ist. Ein Streit kann entschärft werden, indem man sich auf höherrangige Werte einigt. Werte sind als Kommunikationsmedium unverzichtbar, da sie die verschiedenen Funktionssysteme überspannen. Dies bedeutet, es ist mit einer Kumulation standardisierter Situationen mit unterschiedlichen Verteilungen in verschiedenen Ländern und Gruppen zu rechnen (Thome, 2003).

Werte beeinflussen die Auswahl verfügbarer Handlungen und Ziele und sind somit nicht nur für Unternehmen und den Unternehmenserfolg wichtig (Spiess, 2000), sondern auch für die Möglichkeit, Erholung über bestimmte Handlungen zu erreichen.

Werte sind wichtig, da sie uns zwingen darüber nachzudenken, wie wir leben in unserer Gesellschaft fördern wollen. Werte, Bedürfnisse, Motive und Persönlichkeitseigenschaften leiten unser Denken und Handeln. Verschiedene Konzepte können dabei voneinander abgegrenzt werden. Werte sind eher abstrakte Handlungsrichtlinien oder Zielzustände, wobei Normen konkrete Erwartungen wiedergeben. Präferenzen kommen dem Begriff sehr nahe, wobei sich hinter ihnen meistens abstrakte Werte wie wünschenswerte Zustände verbergen. Auch Motive und Bedürfnisse beeinflussen unser Handeln (Frey et al., 2016). Es gibt dabei Defizit- und Wachstumsmotive. Werden Defizitmotive nicht befriedigt, entsteht ein Mangelzustand. Dies passiert, wenn Grundbedürfnisse, z.B. nach Nahrung oder Sicherheit, nicht erfüllt werden. Wachstumsmotive beschreiben den Hang zur Selbstverwirklichung (Maslow, 1954). Dasselbe Motiv kann unterschiedliche Bedürfnisse hervorrufen. Bedürfnisse und Motive sind bewusst und kognitiv repräsentiert. Dies gilt für Werte nicht immer, wodurch der Austausch über sie erschwert wird. Bei der Persönlichkeit fällt die Abgrenzung schon schwerer. Persönlichkeit wie auch Werte sind über verschiedene Situationen stabil und drücken sich im Handeln von Individuen aus. Unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale können gleichzeitig nebeneinander existieren, wohingegen Werte eher in Konflikt miteinander stehen. Die Persönlichkeit ist des Weiteren zu großen Teilen genetisch bedingt und relativ stabil über die Lebensspanne, wohingegen Werte sich durch Lernerfahrungen kontinuierlich an neue Lebenssituationen anpassen (Henninger et al., 2016). In Abbildung 2 ist die Abgrenzung noch einmal bildlich dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. Abgrenzung von Werten zu ähnlichen Konzepten (Henninger et al., 2016, S. 9).

2.1.2 Werte in der empirischen Forschung

Seit ungefähr drei Jahrzehnten häufen sich die Aufsätze zum Thema Wertewandel. Grundlegend beeinflusst wurde diese Entwicklung von dem vielfach diskutierten Ingelhart-Index, welcher Menschen mit materialistischer und postmaterialistischer politischer Einstellung unterscheidet (Inglehart, 1977). Bereits 1971 brachte Inglehart die „silent revolution“ ins Spiel. Dabei handelt es sich seiner Meinung nach um eine Transformation von materialistischen hin zu postmaterialistischen Werteprioritäten. Der Wandel findet Ausdruck in der Entwicklung von Prioritäten wie ökonomischem Wohlergehen und physischer Sicherheit hin zu individuellen Entfaltungsmöglichkeiten, Selbstbestimmung und Lebensqualität. Inglehart sammelte empirische Daten für seine Behauptung und präsentiert Umfragedaten aus sechs europäischen Ländern. Als grundlegende Voraussetzung dieser Entwicklung identifiziert er eine anhaltende wirtschaftliche Prosperität (Inglehart, 1971). Auf der Grundlage dieser Behauptung werden nachhaltige Konsequenzen für die Politik und die Gesellschaft prognostiziert (Dalton, 2004; Inglehart, 1997).

Nach Kaina und Deutsch (2006) wurde dieser Wandel seit den 1980er Jahren jedoch aufgrund vieler Unsicherheiten und vorhandenen Zukunftsängsten gestoppt. Als Beispiele nennen sie unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit, die Überalterung der Gesellschaft sowie den globalen Terrorismus. Seit den 1990er Jahren hat sich der Wertewandel möglicherweise umgekehrt und ist selbst im Wandel begriffen. Dabei ist dies weniger eine Rückbesinnung als vielmehr eine pragmatische Verknüpfung von materialistischen Werthaltungen der Selbstkontrolle mit Werten der Selbstentfaltung. Insbesondere das wachsende Sicherheitsbedürfnis gilt dabei als eine Reaktion auf die wachsenden Finanzierungsprobleme des deutschen Wohlfahrtsstaates und die anhaltende hohe Arbeitslosigkeit. Den Anfang des Rückgangs postmaterialistischer Wertehaltungen begann offenbar in der Kohorte von 1965 bis 1975. Die Abwendung vom Postmaterialismus konnte empirisch belegt werden (Klein, 2003).

Die These der stillen Revolution von Inglehart (1977) bestätigt sich von 1980 bis 2002 mit einem Anstieg an Menschen mit postmaterialistischer Einstellung um 14 auf 28 %. Im gleichen Zeitraum sinkt die Anzahl der Menschen mit einer materialistischen Einstellung um 20 auf 17 %. Die Mehrheit der Bevölkerung bevorzugt jedoch eine Synthese beider Wertepole. Auch der Mischtyp „Tendenziell postmaterialistisch“ steigt seit den 1990er Jahren, was als Unterstützung der These von Inglehart (1977) gewertet werden kann. Genauer betrachtet ergibt sich jedoch ein sehr viel differenzierteres Bild. Die Zunahme an Menschen mit postmaterialistischer Einstellung in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre ist unterdurchschnittlich. Die Zunahme in den Altersjahrgängen ab 30 Jahren ist überdurchschnittlich (Kaina & Deutsch, 2006).

Durch eine spezielle Methode, in der die relativen Anteile von 1980 genommen und auf jeden Zeitpunkt übertragen wurden, wird der demografische Wandel ausgeblendet. Hier zeigt sich, dass bei jungen Erwachsenen (jünger als 30 Jahre), der Anteil an Menschen mit postmaterialistischer Einstellung sehr deutlich, um ca. 20 %, bis 2002 zurückgeht, sich also fast halbiert hat. Im Alter ab 30 Jahren ist hingegen ein Zuwachs zu erkennen. Hiermit kann Ingleharts These, dass der Anteil an Menschen mit postmaterialistischer Einstellung in der jüngeren Bevölkerung steigt, nicht unterstützt werden. Der „silent revolution“ könnte somit der Atem ausgehen. Die jungen Erwachsenen verknüpfen zunehmend materialistische Werte der Sicherheit mit politischer Mitbestimmung (Kaina & Deutsch, 2006). Auch in Verbindung mit der formalen Bildung, welche Inglehart (1977) als bestimmende Determinante für eine postmaterialistische Wertehaltung angibt, werden vorgenannte Ergebnisse bestätigt. Bei der postmaterialistischen Werteorientierung hat das Jungsein als Bedeutungsgrund deutlich verloren. Da im gleichem Atemzug ein höherer Bildungsgrad an Bedeutung gewonnen hat, lässt sich eine Entkoppelung von hoher Bildung und Jugend schlussfolgern (Kaina & Deutsch, 2006). Um den Rahmen dieser Arbeit einzuhalten, wird im Folgenden der Einfluss hoher Bildung auf den Wertewandel nicht weiter berücksichtigt und nur der Einfluss des Alters genauer betrachtet.

Inglehart versucht, die abnehmende postmaterialistische Einstellung der jüngeren Generation mit einem bestimmten Sättigungsgrad bzw. einem bestimmten Wohlstandsniveau zu erklären. Dies scheint jedoch nicht plausibel, da es Bedürfnisse nach einem materiell höheren Lebensstandard und damit eine Tendenz zu einer materiellen Unersättlichkeit gibt. Die Jugend von heute möchte mehr haben als ihre Eltern und ist abhängig von einer konsumorientierten Wirtschaft. Solange die Wirtschaft prosperiert, ergibt sich auf individueller Ebene eine Wertesynthese, welche jedoch genau von dem Umstand einer guten wirtschaftlichen Situation abhängig ist und durch sie gesteuert wird. Wird die wirtschaftliche Situation nachhaltig schlechter, so gewinnt die materialistische Werteorientierung wieder sehr schnell an Bedeutung (Klein & Ohr, 2004).

Inglehart hat bei seinem Ansatz mit Hilfe einer grenznutzentheoretisch fundierten Knappheitsthese und einer empirischen Generalisierung aus der Sozialforschung sein Theoriegerüst so gestaltet, dass es einem nomologischen Erklärungsmodell nahekommt. Er zog seine Thesen dabei ursprünglich aus einer Fehlinterpretation der Maslowschen Bedürfnistheorie und nutzte die interpretatorischen Spielräume so extensiv, dass er seine nicht-deterministische Theorie praktisch gegen Kritik immunisiert hat. Weder theoretische Argumente noch empirische Belege führten zu einer nennenswerten Revision seines Modells (Thome, 2003).

Thome (2003) erklärt des Weiteren, dass Rangbeziehungen sich nicht in gleicher Weise generalisieren lassen wie einzelne Wertegesichtspunkte. Um dies tun zu können, muss unter anderem der Grad der Spezifizierung der einzelnen Items gleich sein. Den Ingelhart-Index hat Thome in seiner Arbeit einmal im Rating und einmal als Ranking-Verfahren abgefragt und das Rating-Verfahren in ein Ranking umgewandelt. Er kam zu der Schlussfolgerung, dass es im Ergebnis erstaunlich geringe Unterschiede gibt.

Trotz der Kritik am Inglehart Index wird er in dieser Arbeit angewandt. Dieser Index hat über viele Jahre hinweg die soziologische Wertemessung geprägt wie kein anderer und verdient alleine dadurch eine gewisse Aufmerksamkeit.

Folgende Leitfragen werden gestellt:

1 a) Welche Ergebnisse der Rangfolge der vier Aussagen nach Inglehart lassen sich durch die Theorie nachvollziehen?

1 b) Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus der Einordnung der Teilnehmer nach dem Inglehart-Index ziehen?

2) Welche Zusammenhänge weisen die Einordnung nach dem Inglehart-Index zu a) den anderen Werten bzw. b) den Erholungserfahrungen auf?

Eine ernstzunehmende Alternative zu Inglehart ist der Ansatz von Klages (1984), welcher seine Kategorien nicht aus einer soziologischen Theorie, sondern vorwiegend induktiv aus empirischen Beobachtungen gewinnt. Alte und neue Daten werden dabei immer wieder neu in Bezug zueinander gesetzt und variiert.

Es kommt bis heute zu einer ständig wachsenden Anhäufung von Daten, empirischen Korrelationen und Diskussionen über das geeignete Messverfahren und die dimensionale Struktur des Werteraumes. Hierbei gibt es auch Diskussionen über die angewandten Messverfahren (Rating oder Ranking) oder ob es sich bei der gemessenen Werteorientierung nicht doch um Meinungen oder Einstellungen handelt. Eine Theorieentwicklung oder eine empirische Werteforschung ist dabei nicht erkennbar (Thome, 2003). In einem späteren Kapitel wird noch näher auf die verwendeten Messverfahren eingegangen.

Laut Thome (2003) ist es forschungspraktisch wichtig, die sachliche, zeitliche und die soziale Generalisierungsdimension der Werte simultan zu betrachten. Bei der sachlichen Generalisierung geht es um die inhaltliche Konsistenz und die thematische Abgrenzung der Sinn- und Handlungszusammenhänge im Hinblick auf die sinnhafte Intention oder die Themen sinnhafter Kommunikation. In der soziologischen Werteforschung geht es fast ausschließlich um diese Dimension. Werte können nach dem Grad ihrer Generalisierung differenziert werden. Sie haben Einfluss auf die Einstellungen. Andererseits beeinflussen diese Einstellungen, wie Menschen von ihren eigenen und Erfahrungen anderer lernen (Deth & Scarbrough, 1995). Werte sind als evaluative Kriterien oder Gesichtspunkte zu verstehen und Einstellungen als Resultate der Bewertung von Objekten mit Hilfe dieser Kriterien oder Gesichtspunkte. In dieser Dimension gibt es die Subdimensionen Spezifikation und Abstraktion, wobei sich nur Spezifisches abstrahieren lässt. Die Abstraktion berücksichtigt einen komplexen Folgehorizont und nicht nur die Sinnfülle des konkreten Ereignisses. Sie ist damit abgelöst von ursächlichen Handlungen (Thome, 2003).

Bei der zeitlichen Generalisierung geht man von einer Art Gewohnheitsbildung aus. In der soziologischen Wertetheorie wird allgemein vorausgesetzt, dass Werte über die Zeit relativ stabil bleiben. Man spricht von kontrafaktisch stabilisierten Erwartungen, welche auch im Enttäuschungsfall beibehalten werden. Werte und Normen bieten auf unterschiedliche Weise diese Erwartungssicherheit. Werte bieten diese Sicherheit aufgrund ihrer nicht begründungspflichtigen Geltung, wohingegen bei Normen prinzipiell mit einer Enttäuschung zu rechnen ist. Normen sind durch Entscheidungen zugänglich, Werte dagegen nicht. Werte implizieren grundsätzlich ein positives Streben, wohingegen Normen primär durch die erwartbaren Folgen bei Nichtbeachtung motivieren. Der normative Gehalt von Normen und Werten liegt in einem hohen Geltungsanspruch und einer hohen Aussicht nach Anerkennung beliebiger Personen (ebd., 2003).

Die soziale Generalisierung besagt, dass Erwartungen nur dann gegen Enttäuschung stabilisiert werden können, wenn ein gewisses Maß an Konsens vorhanden ist, welcher viele andere Menschen miteinschließt. In hochdifferenzierten Gesellschaften wird mehr Konsens benötigt als faktisch vorhanden ist. Das heißt, der faktische Konsens muss durch fiktiven ergänzt werden. Institutionen haben ihre Funktion weniger in der Beschaffung, als in der Ökonomie des Konsenses (Luhmann, 1972). Nach Scheff (1967) können tatsächliche und perzipierte Übereinstimmungen unabhängig voneinander variieren. Das Verhalten wird dabei von einer korrekt perzipierten Übereinstimmung ebenso beeinflusst wie von einer falsch perzipierten Übereinstimmung.

Der Kern einer Institutionalisierung ist die gelungene Kombination normativer und sozialer Generalisierung, welche in modernen Gesellschaften eine sachliche Generalisierung voraussetzt. Werte sind dabei in allen drei Sinndimensionen hoch, Einstellungen dagegen niedrig generalisiert (Thome, 2003). Laut Luhmann (1998) sind Werte deshalb sozial stabil, da sie psychisch labil sind.

2.1.3 Der Wert der Arbeit über die Zeit betrachtet

Die folgende Darstellung ist überwiegend die Wiedergabe eines Kapitels aus dem Buch „Eigenverantwortlich und leistungsfähig. Das selbständige Individuum in der sich wandelnden Arbeitswelt“ von K. Kaudelka und G. Kigler (Hrsg.). Bei den alten Griechen der Antike galt das Ideal der Muße, Gewinn zu erwirtschaften als unnatürlicher Drang (Czwalina, 2013). Aristoteles unterschied zwei Arten von Menschen. Zum einen den „bios politikos“, welcher um ein gutes Leben bemüht war, und zum anderen den „bios chrematikos“, welcher der zielpervertierten, zweckentfremdeten Erweiterung des Reichtums um des Reichtums willen nachgierte. Er war der Meinung, dass dieses Denken die Existenz einer harmonischen Gemeinschaft zerstöre (Gigon, 1986).

In der Bibel wird die Arbeit als Folge des Sündenfalls betrachtet. Sie gilt auf der einen Seite als Grundrecht, Segen und wesentlicher Baustein zur Gestaltung eines lebenswerten Lebens, da man durch sie sein Potential entfalten und zu sich selbst finden kann. Auf der anderen Seite bedeutet die Arbeit Anstrengung und birgt auch Gefahr der Habsucht und Arbeitswut (Czwalina, 2013).

Das Mittelalter war im Wesentlichen durch die drei Tätigkeiten beten, arbeiten und kämpfen gekennzeichnet. Der Arbeit wurde dabei zeitweilig ein heiliger Platz zugesprochen und sie somit zu einer Art Sakrament aufgewertet. Der Leitspruch „ora et labora“ (bete und arbeite) ist bis heute bekannt. Im christlichen Lebensbild stand über Jahrhunderte der moralische Wert der Arbeit über dem der Früchte der Arbeit. Erstaunlicherweise wurde so oft eine überraschende materielle Fülle erzielt. Damals schon suchten erschöpfte Menschen Klöster auf, um unter dem dort gelebten „ora et labora“ ihr seelisches Gleichgewicht zurückzuerlangen. Auch hier war das egoistische Prinzip des Raffens verpönt. Mit Gründung der „Medici Bank“ wurde 1397 ein Grundstein für den heutigen Kapitalismus gelegt. Handelshäuser wurden in dieser Zeit immer mehr zu Geldhäusern und die Zinspolitik wurde eingeführt, welche bis dahin durch die katholische Morallehre streng untersagt war (ebd., 2013).

Zur Zeit der Klassik und im Pietismus galt Arbeit als eigenständiger Wert, unabhängig von ihrem materiellen Nutzen. Sie wurde als Segen und Zierde sowie als Grundlage für ein erfülltes Dasein betrachtet. Dies zeigt sich u.a. in dem Gedicht „Die Glocke“ von Friedrich Schiller. Die Arbeit galt im Pietismus als Medium der schöpferischen Entfaltung, welche zur Ausbreitung der Bildung diente. Dabei galt das pietistische Grundprinzip der Liebe zu den Kindern, Armen und Entrechteten als die Antwort auf die sozialen Probleme der damaligen Zeit (ebd., 2013).

In Zeiten des preußischen Staates galt Arbeit in erster Linie als Pflicht gegenüber der Allgemeinheit. Es gab jedoch keine Wertigkeit oder Hierarchie, so dass die Arbeit des Richters genauso hoch geschätzt wurde wie die des einfachen Arbeiters. Die Konzentration der Arbeitsethik lag dabei auf Werten wie z. B. Gehorsam, Treue und Wahrhaftigkeit und nicht auf materiellem Gewinn (Burneleit, 1981).

Ungefähr ab dem 17. Jahrhundert verschwand der göttliche Auftrag in Verbindung mit der Arbeit. Arbeit galt spätestens im 18. Jahrhundert als Quelle für Selbstbewusstsein, Eigentum und Wohlstand. Dieses Jahrhundert war u. a. durch blutige Konflikte und Kampf zwischen oben und unten sowie zwischen materialistischen Machtblöcken gekennzeichnet. Mit Aufstellung der ersten Dampfmaschine und der folgenden Einführung der industriellen Produktion wurde Arbeit auf Lohnarbeit reduziert. Die Maschine diktiert die Zeit und das Maß menschlicher Arbeit, eine Verbindung von Arbeit und Lebenssinn war kein Thema mehr (Stirner, 2013).

Im 19. und 20. Jahrhundert reduziert sich Arbeit immer mehr auf den Aspekt der Erwerbsarbeit und ist somit Gegenstand marktwirtschaftlicher Tauschvorgänge. Menschen werden oft in die Gruppen Sieger und Verlierer unterteilt. Der Mensch ist nur noch ein Objekt oder Produktionsfaktor. Es herrscht das Prinzip der Gewinnmaximierung, der Mensch wird auf den Gebrauchswert seiner Arbeit reduziert (Landshut, 1971). Es entsteht eine flutartige Zunahme von Automatisierung und Digitalisierung. Dies verstärkt die Gefahr einer eindeutig negativen Arbeitsplatzbilanz für den Einzelnen (Czwalina, 2013).

2.1.4 Die Entwicklung der Freizeit über die Zeit

Dieses Kapitel entstammt weitestgehend dem Buch „Geschichte und Entwicklung der Freizeit“, von R. Freericks und D. Brinkmann (Hrsg.). Die sogenannte Freizeit ist stark durch die Geschichte der Zeit, also den jeweiligen Zeitvorstellungen, -definitionen und -messungen geprägt. Zeit konstituiert Gesellschaften. Dies geschieht vor allem dann, wenn Interaktionen oder wirtschaftliche Austauschbeziehungen koordiniert werden müssen. In historisch bekannten Gesellschaften haben sich Zeitregime entwickelt, welche mehr oder minder feste Regeln für die Verwendung von Zeit festlegten. Die jeweiligen Zeitregime ergaben sich aus Traditionen, Gewohnheiten, wohl auch aus zufälligen Konstellationen, aber immer auch aus Herrschaftsmechanismen. Die dann noch unbestimmten Zeitmengen konnten individuell oder kollektiv mehr oder minder frei genutzt werden. Aus historisch-analytischer Sicht ist es dabei nicht entscheidend, ob diese restliche Zeit bereits als Freizeit angesehen wurde. Es hängt von der jeweils vorherrschenden Ideologie oder begrifflichen Besetzung ab. In der Gegenwart gibt es in den verschiedenen Ländern und Kulturen unterschiedliche Urlaubsansprüche und unterschiedlich lange Arbeitszeiten. Für die Geschichte der Freizeit sind also die dominierenden Zeitregime von ausschlaggebender Bedeutung (Hawking, 1988; Levine, 1998; Prahl, 2002).

In den frühen Stammesgesellschaften unterschied man Zeit in Jetzt und Nichtjetzt, letzteres konnte in der Vergangenheit oder der Zukunft liegen. Die Arbeitsrhythmen wurden von der Natur bestimmt. Die Arbeit wurde dabei nicht von allen Menschen in gleicher Art oder gleichem Umfang erfüllt und hing vom Stand in der Gesellschaft ab. Im Dienste dieser Herrschaft wurde dem natürlichen ein gesellschaftliches Zeitmaß hinzugefügt. Rituale, Zeremonien, Festtage, Spiele und Veranstaltungen gliederten den Ablauf der Zeit (Prahl, 2015).

In frühen Hochkulturen wie z. B. in Ägypten oder China entstanden präzise Vorstellungen und Messungen von Zeit. In China gab es ein Kalenderministerium. Dieses kontrollierte das Herrschaftssystem, indem es Feiertage nach Geburts- und Sterbedaten der herrschenden Familie festlegte. Die Herrscherfamilie und deren Stab waren von harter körperlicher Arbeit befreit und lebten der arbeitenden Bevölkerung „Sinn“ vor. In dieser Zeit wurde die Grundlage für ein zyklisches Zeitbewusstsein gelegt (ebd., 2015).

Im klassischen Altertum entwickelte sich ein deutlicher Gegensatz von Arbeit und Muße, wie es im Kapitel über die zeitliche Entwicklung der Arbeit dargelegt ist. Im Mittelalter entstand durch christlichen Einfluss ein linear-geschlossenes Zeitverständnis. Die Zeitverwendung war starr und durch die sozialen Rollen genau festgelegt. Der Inhalt der freien Zeit wurde durch die kirchliche und weltliche Herrschaft bestimmt. In dieser Epoche tauchte der Begriff „frey zeyt“ erstmals auf. Er beschreibt eine Zeit, in welcher Märkte und Reisende vor Angriffen und Störungen sicher sein sollten. Muße wurde im Sinne von „Nicht-Aktivität“ oder „Ruhe“ verstanden, wo Musik gemacht oder gedichtet wurde. Es wurde auch wissenschaftlichen Tätigkeiten in dieser Zeit nachgegangen. Die körperlich hart arbeitende Landbevölkerung war dabei stark abhängig von den Jahreszeiten, da es in ihren Behausungen an Licht- und Wärmequellen mangelte. Die Feudalherren hingegen konnten das ganze Jahr ihre freie Zeit in Burgen und Schlössern mit Turnieren, repräsentativen Auftritten, Festen oder Musik gestalten. Ehrenhafte Berufe organisierten sich in Zünften oder Gilden und die Menschen verbrachten ihre freie Zeit gemeinschaftlich in Kneipen oder auf Märkten. Diese boten oft auch kulturelle Darbietungen. Bis ins 18. Jahrhundert war mehr als die Hälfte des Jahres von kirchlichen und weltlichen Feiertagen durchzogen, was eine kontinuierliche Arbeit unmöglich machte. Arbeitszeiten im Handel und Handwerk lagen aufgrund von klimatischen Schwankungen, dem Hell-Dunkel-Rhythmus und der Öffnung und Schließung der Stadttore unter den heutigen (ebd., 2015).

Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert wurde in der Renaissance durch den Humanismus der Entfaltung des Individuums der Weg geebnet. Das Individuum konnte nun selbst über seine Zeit verfügen. Durch das aufkommende Verlagswesen wurden die Manufakturen geschwächt. Wohnen und arbeiten wurde durch die entstehenden größeren Betriebe getrennt. Der Weg der Lohnarbeit wurde beschritten, die Arbeitskraft wurde austauschbar. Auf dem Lande veränderte sich weniger als in der Stadt (ebd., 2015). Reiche in der Stadt verbrachten ihre Zeit stilvoll und kulturbeflissen mit Hausmusik, Literatur und Empfängen. Theater, Cafés und Konzerte entfalteten sich zusehends (Habermas, 1962). Durch die aufkommenden Massenmedien, wie z. B. Zeitungen, wurde in der Öffentlichkeit über Publikationen in Kaffeehäusern diskutiert. Die Verbreitung des Bildungswesens und die mögliche Bildung von Jedermann in Verbindung mit Einflüssen aus fremden Ländern führten zu einer tiefgehenden Veränderung des Weltbildes. Im städtischen Bereich wurde die Messung der Zeit mit Messinstrumenten und Kalendarien verbessert und exakter bestimmt. Der Hell-Dunkel-Rhythmus konnte durch künstliche Beleuchtung überwunden werden und Maschinen gaben den Takt der Arbeit vor. Nach Lewis Mumford (2010) war die Bedeutsamkeit der Uhr, durch abzustimmende Lieferketten etc., die eigentliche Triebkraft der industriellen Entwicklung. Abendliche Geselligkeit im eigenen Haus wurde durch den Gang ins Wirtshaus abgelöst. Es gab eine aufkommende kommerzielle Freizeitbranche, in welcher die Menschen ihre Freizeit regelmäßig auf Jahrmärkten verbrachten. Darbietungen und auch Gaukler, kamen zu mehr Ansehen. Die Hochkultur, welche ihre Freizeit z. B. mit Geige spielen verbrachte, grenzte sich ab von der Volkskultur, in welcher z. B. Volkslieder gesungen wurden. Das Mußemonopol des Adels bröckelte und die bürgerliche Kultur wurde durch Literatur, Kunst und Architektur sichtbar. Im Caféhaus trafen sich debattierende Intellektuelle. Durch den Kapitalismus wurde die Leistung des Einzelnen in den Mittelpunkt gerückt. Jeder war seines Glückes Schmied und die Bürger hatten „freie Zeit“ (Prahl, 2015).

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Ende der Leseprobe aus 122 Seiten

Details

Titel
Zusammenhänge zwischen Wertewandel und imaginierten Erholungserfahrungen in Abhängigkeit vom Lebensalter
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Note
1,6
Autor
Jahr
2017
Seiten
122
Katalognummer
V448590
ISBN (eBook)
9783668838420
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erholungserfahrungen, Wertewandel, Erholung nach der Arbeit, Werte, Ingelhart, Recovery Experience Questionnaire, Kohorten
Arbeit zitieren
André Motzkus (Autor), 2017, Zusammenhänge zwischen Wertewandel und imaginierten Erholungserfahrungen in Abhängigkeit vom Lebensalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448590

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