Exchange Traded Funds. Eine Darstellung


Seminararbeit, 2018

18 Seiten, Note: 148


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

2. Abkurzungs- und Symbolverzeichnis

3. Einleitung

4. Exchange Traded Funds
4.1. Definition
4.2. Funktionsweise
4.3. Geschichte
4.4. Creation-Redemption-Prozess

5. Vor- und Nachteile der Exchange Traded Funds - im Vergleich mit klassischen Publikumsfonds
5.1. Vorteile
5.2. Nachteile

6. Aktuelle Entwicklung des ETF-Markts

7. Schlussbemerkung

8. Literaturverzeichnis

1. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 - ETF-Vermogen weltweit.

Abbildung 2 - Creation-Redemption-Prozess

Abbildung 3 - Europaischer ETF-Markt 2017 nach Anbieter

Abbildung 4 - Erklarung Smart Beta-ETF

2. Abkurzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Einleitung

„Neun Jahre nach Ausbruch der jungsten Finanzkrise wandern Risiken von Banken in we- niger regulierte Markte. Ausgerechnet ein Kleinanlegerinstrument entwickelt sich dort zur Gefahr.“[1]Heike Buchter, Im Schatten der Aufseher, in: Zeit Online vom 13.09.2017 Mit diesem Zitat mochte ich meine Seminararbeit zu dem Thema Exchange Traded Funds beginnen.

In dieser beschaftige ich mich zunachst mit der Definition und der Funktionsweise dieser Anlageform. Im Anschluss gehe ich auf die Historie sowie die Entwicklung des Vermogens ein. Ein letzter Bestandteil des ersten Kapitels ist die Entstehung und Zurucknahme von ETF-Anteilen innerhalb des Creation-Redemption-Prozesses.

Im 2. Kapitel erortere ich Vor- und Nachteile der passiv gemangten Indexfonds. Ich werde hier den Vergleich mit klassischen Investmentfonds anstellen. Da oft nur die Vorteile be- kannt sind mochte ich vor allem die Nachteile naher beleuchten. Hierzu haben ich den Ar- tikel „Im Schatten der Aufseher“ herangezogen, welcher auf Missstande im Hinblick auf die Regulatorik aufmerksam macht. Ebenso gewahrt er einen Einblick hinter die Kulissen eines ETFs[2].

Im darauffolgenden Kapitel gebe ich einen Einblick in die aktuelle Entwicklung des ETF- Markts in Europa. Dabei mochte ich mit aktuellen Zahlen die Aufteilung der Marktanteile innerhalb der ETF-Anbieter darstellen. Neben den klassischen ETFs mochte ich den Trend zu „Smart Beta-ETFs“ aufzeigen und Unterschiede deutlich machen. Hierzu habe ich ein- Beispiel ausgewahlt.

In der Schlussbemerkung mochte ich eine kurze Zusammenfassung der rechechierten Dar- stellungen geben. Abschlieftend mochte ich meine eigene Meinung zu Indexfonds schil- dern.

4. Exchange Traded Funds

4.1. Definition

Exchange Traded Funds (kurz ETFs) sind borsengehandelte Wertpapiere. Ihr Kurs ist ab- hangig von Angebot und Nachfrage an der jeweiligen Borse. ETFs haben einen Aufbau wie klassische Investmentfonds ohne aktives Management. Man spricht oftmals auch von pas- siv gemangten Indexfonds, da ETFs ihren Vergleichsindex eins zu eins abbilden.[3]ETFs notieren ahnlich wie Aktien an einer Borse und sind aus diesem Grund taglich verfugbar. Beim Kauf wird im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds kein Ausgabeaufschlag be- rechnet und der Kurs wird sekundlich festgestellt.

Rechtlich gesehen unterstehen die ETFs dem Investmentgesetz (InvG). Ebenso sind sie als Sondervermogen der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) zu sehen. Dies hat zur Folge, dass im Insolvenzfall der KAG das Kapital im Besitz des Investors/Anlegers verbleibt.[4]

4.2. Funktionsweise

Der aktiv gemangte Investmentfonds versucht mit einer klar definierten Strategie seinen Vergleichsindex/Benchmark zu schlagen. Der ETF hingegen orientiert sich auch an einem vorgegebenen Index. Hierbei ist aber eine Replizierung des Index oberste Prioritat[5]. Die Abweichungen im Vergleich zum Vergleichsindex werden anhand der Kennzahl Tracking Error (TE) gemessen.[6]

Bei der Replizierung des Indizes gibt es zwei gangig Methoden. Diese unterscheiden sich in physische (auch direkt genannt) und synthetische (auch indirekt genannt) Replikation.[7]

Bei einer direkten Replikation werden die enthaltenen Titel des Indexes in der entsprechen- den Gewichtung in den Fonds gekauft. „Der ETF befindet sich dadurch im physischen Be- sitz der Indexkomponenten und ist so ein genaues Abbild des Index.“[8]ETFs mit physischer Replizierung zeichnen sich durch einen niedrigen T racking-Error (kurz TE) aus. Man spricht hierbei auch von der „Full-Replication-Methode“.[9]

Werden lediglich nur die Aktien mit der hochsten Gewichtung, bzw. einer „reprasentativen“ Gewichtung, gekauft spricht man von der sog. ..Representative Sampling Strategie“. Da tendenziell weniger Einzeltitel in diesem Portfolio sind sind die Kosten niedriger.[10]

Die zweite Moglichkeit der Nachbildung ist die synthetische Replikation. Im Gegensatz zur direkten Replikation basiert diese Variante uberwiegend auf Derivaten, wie, z.B. Swap- o­der Future-Geschaften. Diese Instrumente dienen zur Nachbildung der Wertentwicklung des Index. Bei einem Swap-ETF sichert der Swap-Partner die Wertentwicklung des ETF- Portfolios zu und erhalt dafur die Wertentwicklung des ETF, welcher sich mit einem Sicher- heitenkorb entsprechend absichert. Durch Swap-Geschafte lassen sich Indizes exakter ab- bilden. Dies hat einen niedrigen Tracking Error zur Folge. Ebenso lassen sich anhand der physischen Replikation manche Basiswerte „nicht okonomisch kaufen“, sodass eine Nach­bildung nur anhand einer synthetischen Replikation erfolgen kann.[11]

4.3. Geschichte

Bei den ETFs handelt es sich um eine Anlageform, die Ihren Ursprung in den 1970er Jahren hat. Doch bereits im Jahr 1952 legte Harry Markowitz mit seiner modernen Portfoliotheorie einen ersten Grundstein. Bei dieser Theorie geht es nicht um die Auswahl einzelner Anla- gen und Titel, sondern um das Zusammenspiel und die Interaktion der Einzeltitel innerhalb eines festgelegten Portfolios. Diese Grundidee hat auch heute noch Bestand, da man ge- rade mit ETFs ein stark diversifiziertes Portfolio kaufen kann.[12]

Anfang der70er Jahre stellen die Experten an den Finanzmarkten immerhaufigerfest, dass das aktive Management oftmals seinen Vergleichsindex nicht ubertreffen kann. Die Finanz- experte William Sharpe (Erfinderder Kennzahl Sharpe-Ratio) und Bill Fouse legen damals den sog. „Samsonite Pension Fund" auf. Dabei handelte es sich urn einen Indexfonds, der die gesamten Aktien der New Yorker Borse abbildete. Bereits funf Jahre spater grunden John Bogle und Burton Malkiel die Investmentgesellschaft Vanguard und legen den „Van- guard 500“ auf. Dabei handelt es sich urn einen Indexfonds auf den S&P 500. Mitte der 1980er Jahren waren „Cash Index Participations" und Jndex Participation Shares" gangige Bezeichnungen fur ETFs. In Deutschland wurde im Jahre 1988 mit dem „CE3 German Index Fund" der erste Indexfonds eingefuhrt. Dieser war lediglich fur institutionelle Anleger kauf- lich. Der richtige Durchbruch gelang allerdings erst urn das Jahr2000 als ETF’s in Deutsch­land und weiteren europaischen Landern zugelassen wurden. Fur Privatanleger wurde diese Anlageklasse erst vier Jahre spater zuganglich. Ab sofort wurde die Auswahl konti- nuierlich grower und es wurden mehrere Marktbereiche abgedeckt.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - ETF-Vermogen weltweit

Daten entnommen aus: statista: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/219372/umfrage/weltweit-in-etfs- verwaltetes-vermoegen-seit-1997/

Die Abbildung „Entwicklung des in ETF“s verwalteten Vermogens" zeigt auf, dass sich ETFs in den letzten Jahren zu einer attraktiven Geldanlageform entwickelt haben. Das verwaltete

Vermogen ist seit der Finanzkrise 2008 um mehr als das Vierfache an Volumen angestie- gen. Gemessen an den Jahren 2007 bis 2016 kommen durchschnittlich 22,1% Volumen pro Jahr hinzu. Lediglich von 2007 bis 2008 flossen 10,5 % an Volumen aus den ETFs. Im Gegenzug ist bemerkenswert, dass das Volumen selbst in schwierigen Jahren wie in 2010 und 2011 wiederum angestiegen ist. Grundsatzlich stellt sich anhand der Abbildung test, dass sich ETFs zu einer attraktiven Geldanlageform entwickelt haben, was man anhand des verwalteten Vermogens deutlich erkennen kann.

4.4. Creation-Redemption-Prozess

Da ETFs borsengehandelte Wertpapiere sind[14]mussen standig ETF-Anteile geschaffen und zuruckgenommen werden. Im sog. Creation-Prozess werden Anteile erschaffen, wo- hingegen im Redemption-Prozess ETF-Anteile zuruckgenommen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Creation-Redemption-Prozess

Daten entnommen aus: https://www.mackenzieinvestments.com/en/investor-education/guide-funds/etfs/liqui- dity

Der Creation-Prozess beginnt im sog. Primarmarkt in dem bspw. ein Broker (oftmals auch Market Maker Oder autorisierter Marktteilnehmer) dem ETF-Anbieter die im Fonds enthal- tenen Wertpapiere Oder einen Geldbetrag liefert. Im Gegenzug erhalt der Market Maker ETF-Anteile, die er am Sekundarmarkt weiterverkaufen oder in den eigenen Bestand neh- men kann. Der Redemption-Prozess funktioniert exakt gegensatzlich, d.h. der ETF-Anbie­ter nimmt die Fondsanteile vom autorisierten Marktteilnehmer gegen Wertpapierlieferung oder Barausgleich zuruck. Die Anteile, die der autorisierte Martteilnehmer als

[...]


[1]Zeit-Online, ETFs - Im Schatten der Aufseher, von Heike Buchter, 13.09.2017: https://www.zeit.de/2017/38/etfs-indexfonds-aktien-finanzmarkt-banken-geldanlage/komplettansicht (Zu- griff 29.05.2018)

[2]Ebd.

[3]Vgl. Vogt, E., Kraus, S., Wojcik, D, in: Deutsche Borse AG (Hrsg.), ETF Handbuch, Ausgabe Februar 2014 Frankfurt, S. 2ff: http://proxy.dbagproject.de/mediacenter/publikationen/etf_handbuch_02_2014.pdf (Zugriff 31.05.2018)

[4]Vgl. VZ VermogensZentrum GmbH, Definition und Eigenschaften von ETFs: https://finanzportal.vermoegenszentrum.de/Wissen-Tools/Wissen-Tools/Wissen/Finanzwissen/ETF/ETF- Definition-und-Eigenschaften.html (Zugriff 10.05.2018)

[5]Vgl. Vogt, E., Kraus, S., Wojcik, D, in: Deutsche Borse AG (Hrsg.), ETF Handbuch, Ausgabe Februar 2014 Frankfurt, S. 2ff: http://proxy.dbagproject.de/mediacenter/publikationen/etf_handbuch_02_2014.pdf (Zugriff 31.05.2018)

[6]Vgl. boerse.de: https://www.boerse.de/boersenlexikon/Tracking-Error (Zugriff 10.05.2018)

[7]Vgl. UBS AG: Replikationsstrategien - physische und synthetische Replikation: https://www.ubs.com/de/de/asset-management/etf-institutional/about/replication-strategies.html#partex- timage961688307 (Zugriff 10.05.2018)

[8]UBS AG: Replikationsstrategien - physische und synthetische Replikation: https://www.ubs.com/de/de/as- set-management/etf-institutional/about/replication-strategies.html#partextimage961688307 (Zugriff 10.05.2018)

[9]Gerd Kommer, Souveran investieren mit Indexfonds und ETFs, Frankfurt am Main 2018, S. 617

[10]Ebd. S. 618

[11]Vgl. scalable Vermogensverwaltung GmbH: https://de.scalable.capital/boerse/synthetische-vs-physische- replikation-etfs (Zugriff 22.05.2018)

[12]Vgl. boerse.de: Die Geschichte der ETFs - https://www.boerse.de/grundlagen/etf/Die-Geschichte-der-ETFs- 26 (Zugriff 22.05.2018)

[13]Vgl. Godmode-Trader.de, Geschichte der ETFs als Anlageinstrument: https://www.godmode-tra- der.de/know-how/geschichte-der-etfs-als-anlageinstrument,3804480 (Zugriff 20.05.2018)

[14]Vgl. Vogt, E., Kraus, S., Wojcik, D, in: Deutsche Borse AG (Hrsg.), ETF Handbuch, Ausgabe Februar2014 Frankfurt, S. 2ff: http://proxy.dbagproject.de/mediacenter/publikationen/etf_handbuch_02_2014.pdf (Zugriff 31.05.2018)

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Exchange Traded Funds. Eine Darstellung
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
148
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V448614
ISBN (eBook)
9783668830875
ISBN (Buch)
9783668830882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ETF, Exchange traded funds, Frankfurt School, Investmentfonds, Indexfonds, Bankbetriebswirt, Seminararbeit
Arbeit zitieren
Andreas Farda (Autor), 2018, Exchange Traded Funds. Eine Darstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448614

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