Dokumentation der Entwicklung einer Skala zur Erfassung der Charakterstärke Vorsicht


Hausarbeit, 2016
27 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1 Definition: Charakterstärken

2 Definition: Charakterstärke Vorsicht

3 Itemkonstruktion

4 Nomologisches Netzwerk

5 Methode
5.1 Stichprobenbeschreibung
5.1.1 Soziodemografische Variablen (Häufigkeiten)
5.1.2 Bildung
5.2 Messinstrumente
5.3 Durchführung
5.4 Item- und Skalenanalyse
5.4.1 Skala Gewissenhaftigkeit der MRS-25
5.4.2 Skala Vorsicht der Character Strength Scales (CSS)

6 Validität

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Definition: Charakterstärken

- Definieren Tugenden; Tugenden umfassen jeweils mehrere Charakterstärken
- Deshalb: verschiedene Wege eine Tugend auszudrücken
- Positive Eigenschaften, die sich im Denken, Fühlen und Verhalten widerspiegeln
- Universell als erstrebenswert anerkannt
- Trait-ähnlich: individuelle stabile Unterschiede in der Ausprägung, die jedoch auch von der Umwelt geformt werden
- Manche Charakterstärken können nur in spezifischen Situationen angewendet werden (z. B. Tapferkeit)
- Charakterstärken sind eindeutig unterschiedlich voneinander
- Kein Mensch verkörpert alle Charakterstärken
- Kriterien für Charakterstärken (nicht alle müssen erfüllt werden):
- Sollen Erfüllung bringen
- Moralischer Wert (nicht nur das Ergebnis wichtig)
- Inspirieren andere Menschen
- Keine Formulierung des gegenteiligen Begriffs möglich
- Generalisierung über Situationen und Zeit hinweg
- Eindeutige Abgrenzung zu anderen Charakterstärken
- Von Vorbildern vorgelebt
- Charakter-„Wunderkinder“
- Menschen ohne diese Charakterstärke existieren
- Institutionen/Praktiken vorhanden, um Charakterstärken zu lernen und aufrecht zu halten

(Peterson & Seligman, 2004, S. 3-32)

2 Definition: Charakterstärke Vorsicht

- Zählt zur Tugend Mäßigung
- Kritisch reflektierter kognitiver Prozess, der sich auf zukünftige Handlungen bezieht und das große Ganze betrachtet
- Handlungen und Entscheidungen sind vernünftig und erfolgen nur nach kritischem Abwägen der damit verknüpften Konsequenzen; unnötige Risiken werden nicht eingegangen
- Verschiedene Ziele bzw. Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten werden in eine stabile, kohärente, konfliktfreie Form gebracht, die dem Handeln Stabilität und Form geben; dabei wird auf eine Balance zwischen Vorsicht und Risikoverhalten geachtet (Flexibilität)
- Langfristige Ziele werden durch Selbstmanagement (Impulskontrolle, Selbstdisziplin) nicht zugunsten kurzfristiger Ziele aufgegeben; Abwägen von Kosten und Nutzen
- Schutz vor Maßlosigkeit, gefährlichen Situationen, peinlichen Momenten, Schuldgefühlen
- Unterschied zu moralischen Richtlinien: Moral eher auf soziale Regelungen bezogen (auf die anderen Menschen), bei Vorsicht geht es eher um das Individuum (also Konsequenzen von Handlungen für einen selbst, persönliche Regeln, Autonomie, weniger external motiviert)
- ABER: Entscheidungen werden nicht ohne den Einbezug moralischer Überlegungen und der Übernahme von Verantwortung für das Wohl anderer getroffen
- Messung:
- NEO-PI-R (Costa & McCrae, 1992):
- Skala zu Gewissenhaftigkeit
- sehr gute psychometrische Kennwerte
- NEO-FFI (Costa & McCrae, 1992):
- Kurzversion des NEO-PI-R
- Skala zu Gewissenhaftigkeit
- sehr gute interne Konsistenz
- sehr gute konvergente Validität (mit Gewissenhaftigkeits-Skala von BFI und TDA)
- sehr gute diskriminante Validität (mit anderen Big Five-Faktoren)
- BFI (John & Srivastava, 1999):
- Big Five Inventory
- Skala zu Gewissenhaftigkeit
- sehr gute interne Konsistenz
- sehr gute konvergente Validität (mit Gewissenhaftigkeits-Skala von TDA und NEO-FFI)
- sehr gute diskriminante Validität (mit anderen Big Five-Faktoren)
- HPI (Hogan & Hogan, 1992):
- Hogan Personality Inventory
- Skala zu Gewissenhaftigkeit
- Gute interne Konsistenz
- TDA (Goldberg, 1992):
- Trait Descriptive Adjectives
- Skala zu Gewissenhaftigkeit
- sehr gute interne Konsistenz
- sehr gute konvergente Validität (mit Gewissenhaftigkeits-Skala von BFI und NEO-FFI)
- sehr gute diskriminante Validität (mit anderen Big Five-Faktoren)

(Peterson & Seligman, 2004, S. 438-442 & 477-497)

3 Itemkonstruktion

Die Itemkonstruktion erfolgte anhand der rationalen Strategie (mit Hilfe der Theorie über Charakterstärken von Seligman und Peterson) und dem Act Frequency Approach. Der Großteil der Items ist durch gemeinsames Arbeiten, weniger durch Einzelarbeit entstanden. In Tabelle 1 sind die Definitionsbestandteile des Konstrukts Vorsicht und mögliche Items in den Kategorien Gedanken, Gefühle und Verhalten aufgelistet. Die präferierten Items sind blau markiert.

Zur Beantwortung der Items wird eine fünf-stufige Skala mit den Antwortankern „trifft nicht zu“, „trifft selten zu“, „trifft manchmal zu“, „trifft oft zu“, „trifft völlig zu“ vorgeschlagen. Dieses Format ist zur Beantwortung der Items gut geeignet und verständlich für alle Versuchspersonen. Keines der Items muss rekodiert werden.

Tabelle 1

Mögliche Items zur Messung von Vorsicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2

Items der Skala Vorsicht der Character Strength Scales (CSS)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 Nomologisches Netzwerk

Für die Literaturrecherche wurden die Datenbanken PsycINFO, PsycARTICLES und Google Scholar verwendet. Die Recherche brachte einen Überblicksartikel zur Stärke Vorsicht von Haslam (1991) hervor. Alle anderen Artikel beschäftigten sich vor allem mit der Persönlichkeitseigenschaft Gewissenhaftigkeit, die Vorsicht inhaltlich ähnelt. Die Skala Gewissenhaftigkeit des NEO-FFI könnte zur Messung der konvergenten Validität herangezogen werden.

Die Definition von Vorsicht wurde nur geringfügig überarbeitet, da diese überwiegend die im Artikel von Haslam (1991) enthaltenen Aspekte beinhaltet.

Vorsicht korreliert mit:

- Positiver Zusammenhang mit Intelligenz, Kooperation, interpersoneller Wärme, Optimismus, Durchsetzungsvermögen, positiver Emotionalität, Geselligkeit, Neugier, Einfallsreichtum, Einsichtigkeit, psychischem Wohlbefinden, körperlicher Gesundheit, internaler Kontrollüberzeugung, Leistung in Beruf und Studium, Produktivität, zwanghafter Persönlichkeitsstörung

- Negativer Zusammenhang mit Hoffnungslosigkeit, negativer Emotionalität, internalisierender/externalisierender Psychopathologie, Kriminalität, antisozialer Persönlichkeitsstörung

- Überdurchschnittliche Werte bei Verträglichkeit, Extraversion und Offenheit

- Unterdurchschnittliche Werte bei Neurotizismus

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Dokumentation der Entwicklung einer Skala zur Erfassung der Charakterstärke Vorsicht
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
27
Katalognummer
V448868
ISBN (eBook)
9783668832350
ISBN (Buch)
9783668832367
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dokumentation, entwicklung, skala, erfassung, charakterstärke, vorsicht
Arbeit zitieren
Marie-Rose Degg (Autor), 2016, Dokumentation der Entwicklung einer Skala zur Erfassung der Charakterstärke Vorsicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448868

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