Dieses erste Kapitel soll einen Überblick und eine Einführung in die Problemstellung dieser Seminararbeit geben. Dabei ist zu klären, was Szenarien sind (dazu werden Definitionen angegeben) und wie sich diese klassifizieren respektive charakterisieren lassen, was Architektur ist und wie diese evaluiert werden kann.
Szenarien werden in vielen Bereichen des Software Engineerings genutzt. Dazu zählt auch das Requirements Engineering und die Architekturevaluierung. Im Requirements Engineering werden Szenarien wie folgt definiert : „A scenario is a concrete description of system usage which provides a clear benefit for the actor of the system“ (nach Pohl et al. 2005) In der Architekturevaluierung wird ein Szenario definiert als eine kurze Aussage, die die Interaktion von Stakeholdern mit dem System beschreibt (nach Clements et al. 2001). Auf den ersten Blick sich die beiden Definitionen ähnlich. Beide Definitionen legen fest, dass es sich bei einem Szenario um eine Beschreibung der Benutzung eines Systems (also einer Interaktion) handelt. Bei genauerem Lesen der Definitionen fallen jedoch Unterschiede auf:
• in der Architekturevaluierung wird von einer kurzen Aussage gesprochen, während im Requirements Engineering von einer konkreten Beschreibung die Rede ist
• im Requirements Engineering muss der Akteur des Szenarios einen klaren Nutzen von diesem System haben, in der Architekturevaluierung hingegen nicht.
Daraus lässt sich schlussfolgern, dass eine genauere Untersuchung der Verwendung von Szenarien notwendig ist. Eine Grundlage für einen Vergleich zwischen der Szenarien bietet das CREWSFramework in Rolland et al. (1998). Mit Hilfe des CREWS-Frameworks wurden auch schon mehrere Szenarien im Requirements Engineering klassifiziert (siehe dazu Alexander 2004). Hier soll das CREWS-Framework auf die Szenarien in der Architekturevaluierung angewendet werden. Ursprünglich wurde das CREWS-Framework für Szenarien im Requirements Engineering entwickelt, ist jedoch aufgrund seiner Allgemeinheit auch für die Szenarien in der Architekturevaluierung anwendbar: innerhalb des CREWS-Frameworks werden zum Beispiel keine Attribute genannt, die sich explizit auf das Requirements Engineering beziehen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung der Arbeit
1.1 Szenarien
1.1.1 Gründe für das CREWS-Framework
1.2 Architekturevaluierung
1.3 Szenarien in der Architekturevaluierung
1.4 Problemstellung der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Das CREWS-Framework
2.1.1 Unterschiedliche Sichten
2.1.2 Form view
2.1.3 Contents view
2.1.4 Purpose view
2.1.5 Lifecycle view
2.2 Methoden der szenario-basierten Architekturevaluierung
2.2.1 SAAM
2.2.2 ATAM
2.2.3 ARID
2.2.4 CBAM
2.2.5 WinCBAM
2.2.6 PASA
2.2.7 ALMA
2.2.8 FAAM
3 Betrachtung des Szenario-Begriffs in den Methoden
3.1 ATAM als Fallbeispiel
3.1.1 Szenarientypen in ATAM
3.1.2 Einschränkung der Betrachtung
3.1.3 Einordnung der unterschiedlichen Szenarientypen
3.2 SAAM
3.3 ARID
3.4 CBAM
3.5 WinCBAM
3.6 PASA
3.7 ALMA
3.8 FAAM
4 Beziehung der szenario-basierten Architekturevaluierung zu Szenarien im RE
4.1 Szenarien innerhalb des Requirements Engineering Prozesses
4.2 Szenarien in der Architekturevaluierung und dem Requirements Engineering
4.2.1 Form der Szenarien
4.2.2 Ziele der Szenarien
4.3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Requirements Engineering und Architekturevaluierung, um einen durchgehenden, szenario-basierten Softwareentwicklungsprozess zu ermöglichen. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie Szenarien, die im Requirements Engineering genutzt werden, für eine effektive Evaluierung von Softwarearchitekturen vergleichbar und wiederverwendbar gemacht werden können.
- Klassifizierung und Charakterisierung von Szenarien mittels des CREWS-Frameworks.
- Vergleich verschiedener szenario-basierter Architekturevaluierungsmethoden, insbesondere ATAM.
- Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Szenario-Verständnis der verschiedenen Disziplinen.
- Untersuchung der Wiederverwendbarkeit von Anforderungen aus dem Requirements Engineering für Evaluierungszwecke.
Auszug aus dem Buch
1.1 Szenarien
Szenarien werden in vielen Bereichen des Software Engineerings genutzt. Dazu zählt auch das Requirements Engineering und die Architekturevaluierung.
Im Requirements Engineering werden Szenarien wie folgt definiert :
„A scenario is a concrete description of system usage which provides a clear benefit for the actor of the system“ (nach Pohl et al. 2005)
In der Architekturevaluierung wird ein Szenario definiert als eine kurze Aussage, die die Interaktion von Stakeholdern mit dem System beschreibt (nach Clements et al. 2001).
Auf den ersten Blick sich die beiden Definitionen ähnlich. Beide Definitionen legen fest, dass es sich bei einem Szenario um eine Beschreibung der Benutzung eines Systems (also einer Interaktion) handelt.
Bei genauerem Lesen der Definitionen fallen jedoch Unterschiede auf:
• in der Architekturevaluierung wird von einer kurzen Aussage gesprochen, während im Requirements Engineering von einer konkreten Beschreibung die Rede ist
• im Requirements Engineering muss der Akteur des Szenarios einen klaren Nutzen von diesem System haben, in der Architekturevaluierung hingegen nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung der Arbeit: Einführung in die Thematik der Szenarien im Software Engineering und Definition des Untersuchungsgegenstands.
2 Grundlagen: Vorstellung des CREWS-Frameworks zur Klassifizierung von Szenarien sowie ein Überblick über verschiedene Methoden zur szenario-basierten Architekturevaluierung.
3 Betrachtung des Szenario-Begriffs in den Methoden: Anwendung des CREWS-Frameworks auf ausgewählte Methoden, wobei ATAM als zentrales Fallbeispiel dient.
4 Beziehung der szenario-basierten Architekturevaluierung zu Szenarien im RE: Analyse des Zusammenhangs zwischen den Disziplinen und Untersuchung der Möglichkeiten zur Wiederverwendung von Szenarien.
Schlüsselwörter
Szenarien, Architekturevaluierung, Requirements Engineering, CREWS-Framework, ATAM, SAAM, Softwarearchitektur, Qualitätsaspekte, Use-Case-Szenarien, Growth-Szenarien, Exploratory-Szenarien, Stakeholder, Systemnutzung, Softwareentwicklungsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung von Szenarien in der Architekturevaluierung und deren Beziehung zu Szenarien im Requirements Engineering.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Charakterisierung von Szenarien mittels des CREWS-Frameworks sowie der Vergleich verschiedener Evaluierungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung der Beziehung beider Disziplinen, um einen durchgehenden, szenario-basierten Entwicklungsprozess zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das CREWS-Framework als theoretische Basis, um verschiedene szenario-basierte Methoden systematisch zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die detaillierte Anwendung auf ATAM als Fallbeispiel und die Analyse der fachübergreifenden Szenario-Nutzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Szenarien, Architekturevaluierung, Requirements Engineering, CREWS-Framework und ATAM.
Was unterscheidet Use Case-Szenarien von Growth-Szenarien laut Arbeit?
Use Case-Szenarien beschreiben die Nutzung aus Anwendersicht, während Growth-Szenarien absehbare Änderungen am System und deren Auswirkungen thematisieren.
Warum ist das CREWS-Framework für die Untersuchung wichtig?
Es dient als allgemeingültiges Schema, um die unterschiedlichen Anforderungen und Typen von Szenarien in der Architekturprüfung vergleichbar zu machen.
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- Andre Heuer (Author), 2005, Szenarien in der Architekturevaluierung - ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44887