Kreativität und kreatives Schreiben und deren Bedeutung für die heutige (literarische) Gesellschaft


Hausarbeit (Hauptseminar), 2001
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Geschichte des kreativen Schreibens
1.1 Die Amerikanische Schreibbewegung

2. Der Kreativitätsbegriff und kreatives Schreiben
2.1 Kreativität
2.2 Kreatives Schreiben
2.2.1 Literarische Geselligkeit und kollektives Schreiben

3. Beispiele kreativen Schreibens
3.1 Kreatives Schreiben im Internet
3.2 Die Schreibwerkstatt

4. Stellungnahme

5. Literaturverzeichnis

Einleitung

Gegenstand dieser Arbeit ist Kreativität und kreatives Schreiben und deren Bedeutung für die heutige (literarische) Gesellschaft.

In dieser Arbeit werde ich versuchen, Erkenntnisse über das klassische kreative Schreiben auf Beispiele für Schreibprojekte zu übertragen.

Daher möchte ich zunächst die Geschichte des kreativen Schreibens kurz und in groben Zügen vorstellen, um zu zeigen, dass dies nicht erst eine Schreibbewegung unserer Zeit ist, es seine Ursprünge sogar in der Antike findet.

Zur weiteren Entwicklung des kreativen Schreiben in unserer Zeit war auch die Schreibbewegung, die um 1900 entstand sehr wichtig, daher möchte ich auch darauf kurz verweisen.

Anschließend möchte ich versuchen, den Kreativitätsbegriff an sich kurz vorzustellen, bevor ich auf Merkmale, Konzepte und Methoden des kreativen Schreibens eingehe um diese schließlich an Hand von Beispielen zu erläutern.

Dazu wird auch ein Beispiel aus den neuen Medien gehören. Denn auch im Internet gibt es Gruppen, die gemeinsam an einer Geschichte oder gar an einem Roman schreiben. Da dieses Kommunikationsmittel in unserer Zeit immer größerer Bedeutung zugemessen wird, möchte ich auch eine solche Arbeit kurz vorstellen.

Anschließend möchte ich noch eine kurze Stellungnahme zu diesem Thema abgeben.

1. Die Geschichte des kreativen Schreibens

Ingrid Böttcher definiert kreatives Schreiben als „ eine besondere Form des allgemeinen Schreibens“ und folgert daraus, dass der „ kreativ-experimentelle Umgang mit Sprache Teil einer langen Tradition ist.“ (vgl. Mattenklott 1979; Mosler/Herholz 1991; von Werder 1992)

Schriftsteller haben entweder überlieferte kreative Methoden ausprobiert und diese genutzt oder aber selbst neue erfunden.

So gehen die Anfänge des Kreativen Schreibens bis in die Antike zurück. Zu der Zeit wurden Sprachspiele wie das Akrostichon oder das Akrothelenon erfunden, die noch im 18./19. Jahrhundert sowohl von der höfisch-aristokratischen Gesprächskultur des Barock als auch von den literarischen Salons der deutschen Romantik gepflegt wurden.

„Die Geschichte des kreativen Schreibens wird durch das Jahr 1900 in zwei Teile geteilt. Die Zeit vor der Veröffentlichung von Freuds Traumdeutung und die Zeit nach der Veröffentlichung von Freuds Traumdeutung.“ (vgl. von Werder, 1996, 24)

Vor 1900 diente Schreiben der Darstellung von Gefühlen und Erfahrungen. Mit dem Beginn des Expressionismus wurden Techniken erschaffen, die „über die freie Assoziation hinausgingen“ und die Deutung von Texten in den Hintergrund treten ließ. Dadurch wurde der Weg für Sprachspiele und Sprachexperimente geebnet.

Diese literarische Geselligkeit wird in unserer heutigen Zeit mehr denn je zum Gesprächsthema. Nicht nur, dass nahe zu jede Volkshochschule Kurse zum Kreativen Schreiben anbietet, dieses Thema wird auch in den modernen Medien aufgegriffen. So gibt es auch im Internet einige Diskussionsforen, in denen an Geschichte und gar Romanen weitergeschrieben wird.

1.1 Die Amerikanische Schreibbewegung

Schon in den 20er Jahren wurden an der Universität von Iowa, USA, erste Kurse für kreatives Schreiben angeboten.

Zwar wurde 1911 schon das Naional Council of Teachers of English (NCTE) gegründet, die Einführung von Schreibcurricula an den Universitäten wurde jedoch erst 1949 mit der Gründung der „Conference of College Composition and Communication“ durchgesetzt.

Heute ist „Kreatives Schreiben“ in den USA ein eigener Studiengang und wird von 7000 Studenten an 279 Universitäten studiert.

2. Der Kreativitätsbegriff und kreatives Schreiben

In diesem Kapitel sollen die Begriffe Kreativität und kreatives Schreiben definiert werden, nicht zuletzt um damit festzulegen, in welchem Sinn dieser Ausdruck im Rahmen dieser Arbeit Verwendung findet.

Die Begriffe Kreativität und kreatives Schreiben werden in vielen verschiedenen Ausrichtungen und mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen beschrieben, die ein sehr weites Spektrum abdecken und hier nicht alle vorgestellt werden können.

Einige grundlegende Merkmale werden jedoch von verschiedenen Autoren übereinstimmend als charakteristisch für Kreativität und kreatives Schreiben beschrieben.

2.1 Kreativität

Die moderne Kreativitätsforschung hat den Begriff „Kreativität“ von zwei Seiten her beleuchtet. Ein Individuum stellt für sich oder für einen Kulturkreis oder die Menschheit etwas neues, bedeutendes her. Dieser Vorgang wird als Kreativität bezeichnet.

Somit ist kreatives Schreiben eine Möglichkeit sich durch die Kommunikationsform „Schreiben“ neu auszudrücken, seine Gefühle zu beschreiben und schließlich zur Selbsterkenntnis gelangen.

Um zu gewährleisten, dass das Schreiben nicht nur einen individuellen sondern auch einen gesellschaftlichen Fortschritt beinhaltet, muss das kreative Schreiben „die produktive Auseinandersetzung mit dem Experiment fortführen, die seit der Romantik die Literatur prägen.“ (vgl. von Werder, 1996, 23)

Die Gesellschaft und Wirtschaft fordert vom Individuum Kreativität. Nur wer kreativ ist, kann in der Gesellschaft auch innovativ sein und bestehen.

Das Schaubild von Otto Kruse (1997, 31) soll zusätzlich zum vorangegangenen Definitionsversuch einen Überblick geben und Begriffe aufzeigen, die untrennbar mit „Kreativität“ verbunden sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fantasie Genialität

Jeder dieser Begriffe wird benutzt um einen „kreativen Menschen“ zu beschreiben, der

- ein neuartiges und wertvolles Produkt entwickelt hat;
- einen neuartigen Weg entwickelt hat, der zu diesem Produkt führt;
- oder etwas erfunden hat, das wir auf neuartige Weise wahrnehmen, fühlen, erkennen oder denken.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Kreativität und kreatives Schreiben und deren Bedeutung für die heutige (literarische) Gesellschaft
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Sprachwissenschaften
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
17
Katalognummer
V44890
ISBN (eBook)
9783638423984
ISBN (Buch)
9783640863860
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreatives, Schreiben, Sprachwissenschaften
Arbeit zitieren
Monja Wessel (Autor), 2001, Kreativität und kreatives Schreiben und deren Bedeutung für die heutige (literarische) Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44890

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