Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege spielen aufgrund ihres breiten Aufgabenspektrums eine bedeutende Rolle für unseren Sozialstaat. Steigende Arbeitslosenzahlen und dadurch bedingte finanzielle Engpässe, führen vermehrt zu gesellschaftlichen Problemen und machen die Tätigkeit der Wohlfahrtsverbände heute wichtiger denn je. Da auch in diesem Bereich Stellen abgebaut und finanzielle Mittel gekürzt werden, gewinnt das Engagement von Ehrenamtlichen zunehmend an Bedeutung. Die vorliegende Arbeit kann zwar nur einen Überblick über die Thematik bieten, dieser soll jedoch möglichst umfassend sein.
Zunächst sollen einige Begriffe erörtert werden, um eine bessere Grundlage für den Zusammenhang zu schaffen, dazu dient auch der geschichtliche Überblick und der zeitliche Verlauf.
Bevor auf bürgerliches Engagement, welches bei allen Wohlfahrtsverbänden von sehr großer Bedeutung ist, am Beispiel der Diakonie näher eingegangen wird, werden die sechs Spitzenverbände im einzelnen vorgestellt. Anschließend sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Diakonie, Caritas, dem Deutschen Roten Kreuz, der Arbeiterwohlfahrt, der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband verdeutlicht werden. Aus welchen Gründen sich Menschen ehrenamtlich betätigen, soll die Ausbildung zum ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer abschließend aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Selbstverständnis der Freien Wohlfahrtspflege
3. Wohlfahrtsverbände
4. Geschichte der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland
5. Die sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege
5.1 Arbeiterwohlfahrt (AWO)
5.2 Caritas – Deutscher Caritasverband (DCV)
5.3 Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband ( DPWV)
5.4 Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
5.5 Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)
5.6 Diakonisches Werk der Evangelischen Kirchen in Deutschland (DW)
5.7 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Spitzenverbände (Tabelle)
6. Das Ehrenamt bei der Diakonie
6.1 Zweck des Ehrenamtes
6.2 Tätigkeitsbereiche
7. Die Ausbildung zum ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer beim Diakonischen Werk in Kusel
7.1 Einrichtung
7.2 Ausbildung
7.3 Motivation
7.3.1 Altruistische Motivation
7.3.2 Egoistische Motivation
8. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im deutschen Sozialstaat und analysiert die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements, insbesondere am Beispiel der Diakonie und deren Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer.
- Strukturen und Selbstverständnis der Freien Wohlfahrtspflege
- Vorstellung und Vergleich der sechs Spitzenverbände
- Die Funktion des Ehrenamtes in der Diakonie
- Motivation und Qualifizierung ehrenamtlicher Suchtkrankenhelfer
Auszug aus dem Buch
6.1 Zweck des Ehrenamtes
Mit Hunderttausenden von Frauen und Männern im Haupt- und Ehrenamt leistet die Diakonie einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufrechterhaltung und Steigerung des Gemeinwohls. Menschen engagieren sich freiwillig in Kirche und Diakonie, weil sie ein gemeinsames Ziel haben. Sie wollen zusammen mit anderen das Wohlergehen der Menschen und des Gemeinwesens, nicht jedoch den eigenen Wohlstand mehren. Freiwillige bzw. Ehrenamtliche handeln nach dem Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. In diesem Grundsatz wird die altruistisch fremdbezügliche Motivierung des Ehrenamtes sehr deutlich, da die Menschen in erster Linie aus Selbstlosigkeit und Uneigennützigkeit aktiv werden. Jedoch muss man berücksichtigen, dass auch eine egoistisch-selbstbezügliche Motivierung eine Rolle spielt, da sich aus dem Handeln oft auch Vorteile verschiedenster Art, von denen dann der Einzelne individuell profitieren kann, ergeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Bedeutung der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege für den Sozialstaat und führt in die Thematik des bürgerschaftlichen Engagements ein.
2. Das Selbstverständnis der Freien Wohlfahrtspflege: Hier wird der Begriff der Freien Wohlfahrtspflege definiert und ihre Unabhängigkeit von staatlichen Weisungen sowie ihre Rolle in der Sozialordnung erläutert.
3. Wohlfahrtsverbände: Dieses Kapitel beschreibt die institutionellen Merkmale der Wohlfahrtsverbände und führt das Konzept der Mesosolidarität ein.
4. Geschichte der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland: Es wird der historische Werdegang von religiösen Wurzeln bis hin zur modernen Struktur der Spitzenverbände dargestellt.
5. Die sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege: Eine detaillierte Vorstellung der sechs großen Verbände (AWO, Caritas, Paritätischer, DRK, ZWST, Diakonie) und deren struktureller Vergleich.
6. Das Ehrenamt bei der Diakonie: Dieses Kapitel beleuchtet den Zweck und die Tätigkeitsbereiche des freiwilligen Engagements innerhalb der Diakonie.
7. Die Ausbildung zum ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer beim Diakonischen Werk in Kusel: Eine Fallstudie über die Ausbildung, deren Inhalte sowie die altruistischen und egoistischen Motive der Teilnehmenden.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung über die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements und die Motivation der Freiwilligen.
Schlüsselwörter
Freie Wohlfahrtspflege, Spitzenverbände, Diakonie, bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt, Sozialstaat, Mesosolidarität, Suchtkrankenhilfe, Altruismus, Egoismus, Subsidiarität, Selbsthilfe, Gemeinnützigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland und deren Abhängigkeit vom bürgerschaftlichen Engagement.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Geschichte der Wohlfahrtspflege, das Selbstverständnis der sechs Spitzenverbände sowie die praktische Umsetzung des Ehrenamts am Beispiel der Diakonie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die Wohlfahrtsverbände zu geben und die Motivation ehrenamtlicher Helfer in der Suchtkrankenhilfe zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Strukturen und den internen Konzepten (wie z.B. dem Regionalkonzept Kaiserslautern) der Diakonie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der sechs Spitzenverbände, die Analyse des Zwecks des Ehrenamtes in der Diakonie sowie eine Fallstudie zur Ausbildung ehrenamtlicher Suchtkrankenhelfer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Freie Wohlfahrtspflege, Ehrenamt, Soziale Arbeit, Suchtkrankenhilfe, Solidarität und Subsidiarität.
Welche Unterschiede bestehen zwischen Caritas und Diakonie bezüglich ihrer Organisation?
Während die Caritas als Teil einer zentralistisch verfassten Weltkirche auftritt, folgt die Diakonie einem antizentralistischen Organisationsmuster, was als Ausdruck der protestantischen Philosophie interpretiert wird.
Warum spielt die egoistische Motivation in der Suchtkrankenhilfe eine besondere Rolle?
Egoistische Motive sind hier deshalb von Bedeutung, da viele ehrenamtliche Suchtkrankenhelfer selbst Betroffene sind und durch das Engagement versuchen, ihre eigene Krankheit besser zu bewältigen und Rückfälle zu verhindern.
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- Maike Becker (Author), 2005, Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und bürgerliches Engagement am Beispiel der Diakonie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44895